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Der Israelit · 1930-06-12 · Heft 24 (12.6.1930) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 24 (12.6.1930)
Date
1930-06-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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12. Juni 1930 Mittel- und Westeuropa gesichert werden. Während die in Krakau befindliche Beth Jakob-L ehrerinnenbildungsanstalt den Nachwuchs an geeigneten Lehrerinnen für die Schulen in Osteuropa, vornehmlich für Polen Heranhilden soll, wird die in Gründung befindliche Wiener Lehrerinnenbildungsanstalt geeignete Lehrkräfte für Mitteleuropa heranziehen. Die Wiener Zentralanstalt wird mit einem Internat verknüpft und beide Institutionen sollen in dem Dr. Krüger-Heim untergebracht werden, wo sie den Abschlußder, Umwandlung dieses altbewährten Heimes, m eine Zentralanstalt für Erziehung und Fortbildung jüdischer Mädchen bilden. Wie bereits mitgeteilt, hatte Obermedizinalrat Dr. S. Krüger, der Gründer und Präsident des Dr. Krüger-Heimes schon Ende 1929 mit Rabbiner Dr. Joel P o l l a k behufs Umbildung des Dr. Krüger-Heimes, das feit 30 Jahren auf sozial philanthropischem Gebiete so segensreich gewirkt hat, zu einer im religiösen Geiste wirkenden Erziehungsanstalt für Mädchen ein Abkommen getroffen. Dieses im Herbst vorigen Jahres getroffene Uebereinkommen hat sich außerordentlich günstig ausgewirkt, fo daß zurzeit im Dr. Krüger-Heim nebst einer vierklassigen Mädchenvolksschule eine moderne Sprachschule, eine Koch- und Haushaltungsschule undeine Frauengewerbeschule für Weißnähen und Kleiderma'chen untergebracht ist. Alle diese Institutionen genießen das staatliche Oeffentlichkeitsrecht und tragen eine spezifische jüdisch-religiöse Note. Die Frauengewerbeschule, die einzige in ihrer Art "in Europa, ist selbstverständlich Sabbat geschlossen und in d,er Arbeitsgemeinschaft, welche den dritten Jahrgang der Gewerbeschule darstellt und wo bereits Kundendienst zugelassen ist, finden zurzeit 30 jüdische Mädchen mit Einhaltung tuer Sabbatgesetze ihren Erwerb. Diesem Pakt zwischen ObermedizinalraL Dr. Krüger und Rabbiner Dr. Pollak ist nun als Dritter im Bunde der Direktor der Weltzentrale de Beth Jakob-Mädchenschulorganisation Dr. L. D e'ut schl änd er beigetreten. In unmittelbarer Auswirkung dieses Dreibundes wurde der Beschluß zur Gründung der Beth Jakob-Lehrerinnenbildungsanstalt im Dr. Krüger-Heim gefaßt. Die religiöse und pädagogische Leitung der auf zwei Jahrgänge berechneten Lehrerinnenbildungsanstalt übernimmt gemeinsam mit Rabbiner Dr. Pollach Dir. Dr. Deutschländer, der sich auch an der Leitung des gesamten Erziehungswerkes tm Dr. Krüger-Heim beteiligen wird. Somit wird diese Zentralanstalt für jüdische Mädchenerziehung und Fortbildung, die in einzigartiger Vollendung unh Geschlossenheft jüdische Mädchen vom 6. Lebensjahr an erziehen, geistig und religlös-sittlich durchbilden und zu einem.Berufe ertüchtigen will, in.die große/internationale Beth I ftkob - S chulö rg an if attort.'^ei n geft fügt. Da das Heim mit einem Internat verknüpft ist, werden fortab j ü d i f ch e Mädch en aus religiösen Häusern zum ersten Male in Wien die Möglichkeit haben, in einer streng rituell geführten Pension Unterkunft zu finden. All diese Progpammpunkte und- Projekte hören sich wie ein Märchen an. Glücklicherweise sind sie fast zur Gänze schön Wirklichkeit. Der große, aus zwei Gebäuden bestehende und auf drei Straßen sich erstreckende Komplex des Dr. Krüger-Heimes ist in allen feinen Stockwerken voll ausgenützt und im Herbst, wenn der erste Jahrgang der neuen Beth Jakob-Lehrerinnenbildungsänstalt mit ungefähr 20 bis 25 Zöglingen, die zum großen Teil im Heime wohnen werden, eröffnet wird, soll s. G. w., das großzügige Crziehungsprogramm bis zum letzten Punkt Wirklichkeit werd-en. Das Wiener Dr. Krüger-Heim, diese neue Zentralanstalt für jüdische Mädchenerziehung und Fortbildung, wird sicherlich große Anziehungskraft ausüben und jenen jüdischen Mädchen, die bei allem Streben nach einem Beruf den- Ehrgeiz Der Israelit ^Iättei haben, Enkelinnen^jener Mütter zu sein, die am Sinaitage Beth Jakob, das jüdische Haus, für alle Zetten festbegründet haben, zum Vrldungszentrum werden. . ' . Diese neue Wiener Zentralanstalt für jüdische Mädchenerziehungr,'ftnd Fortbildung wird aber ein Ansporn für jüdische Männer und Frauen sein, auch in dieser wirtschaftlich so schweren- Zeit unermüdlich an die Zukunft Israels, an den Ausbau d e s B e t h Jakob zu denken. Eröffnung einer Talmud Thora des Seren Hatorah in Stettin. Am Lag Veaumer fand -in Stettin die Eröffnung einer Talmud Thora-Schule statt. Nach langjährigen Bemühungen ortsansässiger Kreise ist es mit Hilfe des Keren Hathora endlich gelungen, einen Lehrer anzustellen und den systematischen Unterricht aufzunehmen. Die Talmud Thora-Schule soll den Kindern und Jugendlichen der gesetzestreuen Familien in Stettin und Umgebung Gelegenheit zur Ausbildung in allen jüdischen Unterrichtsgegenständeft bieten. Bisher find etwa 10 Teilnehmer gemeldet worden. Bei der feierlichen Eröffnung begrüßte Herr Schreier im Namen -des Adaß Jisroel-Vereins die Versammlung, berichtete von den umfangreichen Vorarbeiten und wünschte dem Lehrer eine, befriedigende Tätigkeit. Herr Rabbiner Dr. Eli Munk aus Berlin eröffnete im Aufträge des Landesdirektoriums des Keren Hathora die Schule und führte Herrn Lehrer Bergmann in fein Amt ein. Er betonte die Anfangsschwierigkeiten-, wie sie in jeder Schule und besonders der hiesigen nicht erspart bleiben, forderten gebieterisch Vertrauen zum Lehrer und Unterstützung seiner Tätigkeit auf allen Gebieten. Es werde gelingen, der Jugend den Geist der Thora zu vermitteln, wenn Eltern und Lehrer verständnisvoll gemeinsam an diesem hohen Ziele arbeiteten. Herr Lehrer Bergmann kennzeichnete das Judentum, das er seinen Schülern übermitteln wollte, als ein Leben der Aufopferung zur sittlichen Erhebung. Eine angeregte Aussprache über die Zukunft der Schule hielt die Versammelten lange zusammen. Schulküche in der Agudo-Schule Bve-Zion. Jerusalem, 15. Mai. Am 29. April fand in der agudistischen Schule „Bnei Zion" in, dem Hofe des Schulgebäudes für die Vucharischen Kinder die Eröffnung einer Schulküche statt. Schon bisher wurden ärmere Kinder mit Brot und Frühstück versorgt. Die :Notlage vieler Familien erheischte gebieterisch auch die Verabreichung eines warmen Mittags effens für die Kinder. Gönner.ber Schule aus Australien, vor alleftr Freundendes verstorbenen Philantropen Nachrmi Lewisohn aus Melbourne, haben auf .dessen Namen nun ein eigenes Gebäude errichtet. Die Innenausstattungwurde von der Agudas Jisroel vorgenommen und die Mittel zur Speisung werden aus Sammlungen von Schulkindern bestritten. So haben die jüdischen Schulkinder in Brisbane (Australien) und in anderen Städten im vergangenen Jahre für diesen Zweck täglich einen pence beigesteu-ert. Man hofft zuversichtlich, daß für die Speisung der jüdischen Kinder Erez Jisroels auch in Zukunft dem Beispiel der australischen Kinder nachgeahmt wird und jüdische Kinder in der ganzen Diaspora auf diese Weise zur Chibath Haarez erzogen werden. An der durch hebräische Gesänge verschönten Feier nahmen als Vertreter des Frauen-Komitees, welches die Schulspeisung besorgt, Frau Sluzkin (früher Frankfurt a. M.), Frau Schama (Gattin des agudistischen Mitgliedes der Städte Verwaltung Jerusalem) Frau de Putschlotto und als Vertreter von Brisbane Herr und Frau Frankel teil. Ein Schüler dankte in einer gelungenen hebräischen Rede dem Frauenkomitee, welches feit 6 Jahren für die Kinderspeisung gesorgt Nr. 9. Seite 3 hatte, und Herr Frankel gab neben anderen Rednern dann der Hoffnung Ausdruck, daß das begonnene Werk im Dienste jüdischer Jugendfürsorge im heiligen Lande weiter ausgebaut werde. Er gab fernerhin feinem Dank und feiner Freude darüber'Ausdruck, daß das Frauenkomitee so hingebungsvoll die ideellen Leistungen der Schule durch materielle ergänze. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. (Postscheckkonto Nr. 53 900) ersucht ihre Freunde allerörts, die von Australien gegebene Anregung auszubauen und durch -eine -tägliche Kinderspende von einem Pfennig, die wohl jedem möglich ist, nicht nur die Kinder in Erez Jisroel zu speisen, sondern den Gedanken der Verbundenheit der Diaspora mit dem heiligen Lande in den Kinderherzen heimisch zu machen. Ergebnisse der Verlosung des Preisausschreibens anläßlich der von der. Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. M. veranstalteten Adar-Aktion. 1. Preis: Eine Reise nach Palästina: I. Razki-Vamazinskk, Mariampol. 3. Preis: 500 Stück Palästina-Zigaretten: S. Brückheimer. Marktbreit. 4. Preis: 1 Kiste Jaffa-Orangen: Rabb. Dr. Winkler, Kopenhagen. 5. Preis: 1 Challoplatte: E. Eldod, Höchberg. 6. Preis: 1 silbernes Challomesser: Josef Wallerstein, Gailingen. 7. Preis: 1 Sederwaschgarnitur: Rabbiner Diamant, Hamburg. 8. Preis: 6 Flaschen Palästinawein: R. N., Groß- Krotzenburg. 9. Preis: 1 silberner Kiddischbecher: Dr. Heinrich Klein, Nürnberg. 10. Preis: 1 silberner Te'ler: Agudas Jisroel, Halberstadt. 11. Preis: 1 Hawdolo-Garnitur: Erich Kahn, Reckarbifchofsheim. 12. Preis: 1 Chanucka-Leuchter: Florie Oppenheimer, Mainz. 13. Preis: 1 Mazzokorb: Meier Breslauer, Breslau. 14. Preis: 1 Paar silberne Tallisschlietzen: Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt. 15. Preis: 1 silberner Bleistift: Frau Rabb. Dr. Winller, Kopenhagen. 16. Preis: 1 elektrische Stehlampe: N. N., Groß- Krotzenburg. 17. Preis: 1 Oellämpchen: Rabb. Dr. Merzbach, Darmstadt. 18. Preis: 1 Hawdolo - Kerzenhalter: Frau Rabb. Dr. Winkler,Kopenhagen. 19. Preis: 1 Ascher mit Kerzenhalter: Frau Veilchen Goldberg, Fulda. 20. Preis: 1 Misrach: Lehrer Höcker, Heldenbergen. 21. Preis: 1 Buch: Belehrung und Mahnung: M. Rehfeld, Günzenhausen. 22. Preis: 1 Paar Reiseleuchter: S. L. Beer, Ozorlow. 23. Preis: 1 silberner Petschaft: Rabb. .I. Faibelzonas, Saukanäi. . . i 24. Preis: 1 Sukkoh -Hängevase: Erich Greilsamer, Frei-! ' bürg. '■ - 25. Preis:" 1 verschließbarer' Korken: Moritz Klugmann, ^Nürnberg. Aus der Bewegung. Hamburg-Altona. Am Montag, den 30. Nissan, fand die Generalversammlung der, Agudas Jisroel-Ortsgruppe Hamburg-Altona statt, die außer von Mitgliedern der Ortsgruppe zahlreich von Mitgliedern der Jugendgruppe, die ebenfalls zur Teilnahme eingeladen waren, besucht war. An den Tätigkeitsbericht, den der stellvertretende Vorsitzende, Herr Dr. Julius Möller- Altona, erstattete, schloß sich eine lebhafte Diskussion, in deren Mittelpunkt ein von Rabbiner Dr. Plato- Hamburg eingebrachter und vom Berichterstatter im Rahmen seines Geschäftsberichtes mitgeteilter Antrag stand, wonach die Ortsgruppe beschließen solle, daß sie als solche zu lokalen Fragen gemeiride^politischer Art keine Stellung nehme, vielmehr diese Stellungnahme ihren Mitgliedern freistelle. Dieser Antrag wurde nach lebendigem Hin und Her — ein Redner betonte, daß die Agndisten bei dem geschlossenen Vorgehen der Zionisten in den Gemeindestuben gezwungen würden, ebenfalls geschlossen die agudistische kompromißlose Weltanschauung zur Geltung zu bringen — schließlich garnicht zur Abstimmung gebracht, da aus Kreisen der Mitglieder gellend gemacht wurde, daß ein so wichtiger Antrag statutengemäß vorher rechtzeitig den 'Mitgliedern hätte schriftlich bekänntgegeben werden müssen. Von weiteren Anträgen wurden die Anträge aus finanzielle Unterstützung der Jugendgruppe, sowie Einrichtung eines agudistischen Klubs und vierwöchiger Presseabende dem neuen Vorstand als Material überwiesen, während die Bewilligung eines einmaligen

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