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Der Israelit · 1930-05-30 · Heft 22 (30.5.1930) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 22 (30.5.1930)
Date
1930-05-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 22 Der Israelit 30. Mai 1930 30 Dauerwellen und Haararbeiteu ist Vertrauenssache! EUGEN OCHS Spezialist dafür Moselsir.16 ♦ Taunus 1593 Unverbindlicher Besuch erbeten wohnt, in großen historischen Zusammenhängen zu denken und zu hoffen, können warten. Wir warten und zählen und werden nicht müde, der großen Rechnung des Weltenlebens unsere kleine alte Rechnung entgegenzustellen. Grundzahlen lassen sich nicht verwischen und nicht übersehen. Darin ist unsere tausendjährige unverwüstliche Welthoffnung und unsere unzerstörbare Weltfreude verwurzelt. Sie schänden und zerstören unsere Friedhöfe — wir lernen weiter unseren Talmud, darin geschrieben steht: Man ernähre ihre (sogar der Heiden) Armen, man heile ihre Kranken und bestatte ihre Toten. Sie kommen uns mit Schächtverboten — wir lernen weiter Talmud Chulin und die dazu gehörigen Dezisoren, darin der Fleischgenuß und die davon bedingte Tiertötung aus höherer Lebensauffassung und Liebe zur Kreatur, zu einer Kunst und einem Kult erhoben werden, dazu bestimmt, das Tier zu schonen und den Menschen zu adeln. Sie sprechen in ihren Schulen F l u ch g e - bete gegen uns — wir beten nach wie vor “nsi yno „bewahre meine Zunge vor Bösem" nzna nana ■’nsun „und meine Lippen vor trügerischer Rede" ann „und meinen Beleidigern gegenüber möge meine Seele schweigen." n$n D’rnznnn i>3i „Alle, die aber Böses gegen mich aushecken, mögen ihren Rat vereitelt und ihre Pläne vernichtet sehen.-" Mit den Sefirohzahlen klingen neben frohem Schnitterlied aus Altväterzeit auch Todesseufzer von Reinen und Heiligen, die ihr Leben für die Heiligung des göttlichen Namens preisgegeben haben, aus düsterem Mittelalter zu uns herüber. Sind die Zahlen, darum mit Fluch und Verdammnis versehen? Fluch gegen Fluch, Gewalt gegen Gewalt? Nein, sie sind mit Gebeten um Welterlösung und Menschenglück verbrämt, mit Psalmenliedern über eine Zeit, da „uns Gott segnet, indem Ihm alle Enden der Erde den Tribut der Ehrfurcht zollen. •pX ’OSX bn iniX 1XT”1 ö^x 11333' Und dann sind, die Zahlen von den sieben Sphären umstrahlt, die, von „Chested", der göttlichen Allliebe, bis zur „Malchuth", der „Gotteshuldigung", die Stufenleiter abgeben, auf der sich eine geläuterte Menschheit von Höhe zu Höhe bis zum höchsten Glücke „einig in Gott" emporarbeiter. Mit ni3^Q32> itd^ö erhalten wir am letzten Sefirohabend die Weihe und die Vollendung für den Tag des Sinai. Dieses Fazit unserer, kleinen Rechnung erstreben wir für uns, erhoffen wir für die Menschheit. Wochenrundschau. Eine neue Wendung der englischen PalöstincrPolMk? Die im Nachrichtenteil der vorwöchentlichen und heutigen Nummer wiedergegebenen Meldungen über die Z u r ü ck z i e hu n g von 3300 bereits bewilligten Einwanderungszertifikaten und über gewisse Beschränkungen beim Bodenverkauf in Erez Jisroel haben in der ganzen jüdischen Welt eine begreifliche Mißstimmung wachgerufen, die sich in zionistischen Kreisen bis zu Ausbrüchen einer wilden, insbesondere gegen die englische Regierung gerichteten Erregung gesteigert hat. Dabei gilt für die palästinensisch-zion«istischen Zeitungen die Kritik, die wir an dieser Stelle vor 14 Tagen übten: ein Teil unserer zionistischen Journalisten gibt sich einem wahren Paroxysmus des Hasses hin, der jede Besonnenheit und jedes politische Taktgefühl vermissen läßt. Darüber hinaus aber möchten wir glauben, daß auch der Generalstreik, dender „Waad leumi" als Protest gegen die neuen Maßnahmen der englischen Regierung in Jerusalem angeordnet hat, und die analoge Protestbewegung in allen zionistischen Zentren weit über die Stränge schlägt. Man kann es aufrichtig bedauern, daß die Zurückziehung der Einwanderungszertifikate, nachdem sie einmal bewilligt waren, zweifellos eine starke und unerwünschte Ermutigung der arabischen Kampfpolitik gegen die Juden darstellt. Aber es besteht vorläufig kein Grund zu der übertriebenen Annahme, daß diese Maßnahme der englischen Regierung eine völlige Kapitulation vor den arabischen Forderungen bedeutet, nachdem unzweideutige Erklärungen sowohl des Premierministers als auch Hendersons in Genf eine solche Kapitulation durchaus von sich weifen. Offenbar hat die englische Regierung gefürchtet, daß in der Erregung des Augenblicks die Gewährung von Einwanderungs-. zertifikaten an 3300 Chaluzim von der zionistischen Presse zu einem großen Triumphgeschrei benutzt werden und daß dadurch neuer gefährlicher Zündstoff in die arabischen Massen getragen werden könnte.. Die Politik der englischen Regierung, nun zuerst einmal ihren landwirtschaftlichen Vertrauensmann, Sir John Simpson zu Worte kommen zu lassen und bis dahin jeden entscheidenden Schritt zu vermeiden, mag richtig oder falsch sein; es ist ungerecht, sie als ein Zeichen bösen Willeris gegenüber einer loyalen Erfüllung des Mandates zu betrachten und großspurige Entrüstungskundgebungen gegen den „Verrat" Englands zu veranstalten. Mit solchen Methoden politischer Hysterie werden nur neue Fensterscheiben eingeschlagen. Wir können! deshalb auch sehr wohl begreifen, daß die agudistischen Kreise Jerusalems zuerst keineswegs gewillt waren, sich an dem Proteststreik zu beteiligen und wir müssen annehmen, daß es wohl nur die Rücksicht auf die hochgepeitschten Leidenschaften der jüdischen Massen war, was die Führer schließlich veranlaßte, den Streik mitzumachen und das Ganze alsdann durch die Anregung zu Jomkippur-koton Gottesdiensten in ein jüdisches d. h. religiöses Fahrwasser zu lenken. Hier, an der geheiligten Stätte des Gotteshauses, mag die jüdische Nation ihr Herz vor ihrem Schöpfer ausgießen und sich die innere Stärke holen, die dazu gehört, um nicht auf Menschen zu vertrauen, mögen sie in London oder in Jerusalem residieren, sondern auf den Lenker der Weltgeschichte. Das Schicksal Erez Jisroels wird nicht in London und in Genf entschieden, sondern es hängt zum guten Teil von der inneren Beziehung der jüdischen Menschen zum j ü d i s ch e n B 0 d e n> a b. Feige sind sie auch noch.... Die Thüringischen Schul g e b e t e haben doch die Gemüter in Deutschland, und wohl auch darüber hinaus, in größere Bewegung gebracht, als man es bei dem Getue der Nationalsozialisten, die weil sie die Straße beherrschen, sich als Beherrscher der öffentlichen Meinung gerieren, erwartet hätte. Im Ausschuß des Reichstages hat sich der derzeitige Reichsinnenm-inister Dr. W i r t h deutlich über den Casus ausgesprochen. Man kann schon den Schmerz dieses politisch liberal denkenden Zentrumsmannes darüber verstehen, daß es in einem Winkel des Reiches, dessen innere Politik er zu betreuen hat, soweit kommen konnte. Ist Thüringen eine Insel des Haffes, eine kleine Wüste mitten in, blühendem Gelände? Nein, in den Nachbarländlern sieht es nicht viel bester aus. Von B a y e r n her hat Frick, der kleine Hitler, feine Autorität erhalten und bezieht er dauernd seine Impulse, in Sachsen hat er Einleitung zu m> Aus dem Nachlaß von Joseph Wohlfarth V"xt. Auch bei ganz oberflächlichem Ueberblick bietet 120 jvn eine eigentümliche Erscheinung. Der historische Hintergrund, von dem sich die Erzählung abhebt, ist ein äußerst trüber — und doch — wenn wir das Buch lesen, überkommt uns etwas wie eine Sehnsucht aiach der Zeit und den Menschen, unter welchen die Erzählung spielt. Der lachende, heitere Himmel, die einfache Natürlichkeit der handelnden Personen, die innige Frömmigkeit derselben — es sind ja eigentlich nur drei handelnde Personen — der patriarchalische friedliche Geist, der durch das Ganze weht, berührt in unserem hastenden Zeitalter des Dampfes und des Blitzes so unendlich wohltuend, daß unsere Sinne förmlich gefangen genommen werden und ungern sich losreißen zur rauhen, unwirtlichen Gegenwart. Der Verfasser von 011 ist nach 'r> 'a'a der Prophet Samuel, der außer laa'vviia und k V-ria«? auch dieses Buch, das den Stammbaum des von ihm zum König gesalbten David enthält, niedergefchrieben. — Diese Klarlegung der edlen Herkunft des Begründers unserer Herrscherdynastie ist indes nicht der Hauptzweck des Buches. <kvt n -inK '22a ,ana: naVi nnn kVi uck kV ,nrnv kVi nK»i» kV na pK nn »non ’VnuV jni2 aiv n:ia n»a ijminV nonn: R. Seiro sagt: 1 Im Buche Ruth finden sich weder Bestimmungen über Reinheit und Unreinheit, noch Gebote oder Verbote; warum aber wurde es geschrieben? — „Um der Liebe willen, um zu lehren, welch ein Lohn derer harrt, die Liebeswerke ausüben. Und damit verstehen wir auch, warum unsere Weisen uns diese Erzählung gerade am nixiav in die Hand geben: Die min beginnt und endet mit non niV'w — und wir dürfen es sagen: Zweck der n-vn ist nichts Anderes als Erziehung Israels und der Menschheit zu reinstem n"a- Wie die Menschen aussehen, wie sie denken und reden, wie sie leben und handeln, wenn sie nun '2a sind, wenn sie sich von der nun erziehen lassen, die uns am niyiaia gegeben, das zeigt uns nn nV’2». Noch eine andere Beziehung von nn zu niaiaia kündet der Ialkut: kVk nun mm kVp -p»VV ,nnaa VxK nn p2a n» dkip ,'215 Via oataa 'pVn jn jren n"apn '22V nun rn»K ,puo' '"5 'K2P ,'a »’paon» on ,»”25 amaa! Varr »nun» ,’a »’poiy an’iay :iatf’ Vniaa an'iaai »'an a'anaa Vaon jm Es ist die alte Wahrheit, die auch in nn uns entgegentritt, wie Reichtum und Wohlleben die Feinde der nun sind, wie in den schwersten Zeiten und den Kreisen der Armut und Entbehrung die nun ihre größten Siege feiert. Als Beistand und Kämpfer für die nun hat Gott ihr die puv', die Leiden, zur Seite gegeben, und immer, wenn die jüdische Nation und ihre Glieder erlahmen in Studium und Erfüllung des Gesetzes, in ihrem Eifer und ihrer Begeisterung für die nun, sind es die piov die bie schwüle Atmosphäre reinigen und neues Lehen aus den Ruinen erblühen lassen, inunai ia*itrn narr naan niaK •an ’»» iV ö’pianV ,m»Vn Heil dem Manne, den Gott züchtigt — der dann an Deiner nun sich wieder wird belehren lassen, um ihn zu verschonen von bösen (überflutenden) Wassern. lieber die Zeit der Handlung von nn nVa» gehen die Meinungen auseinander. Während eine Anzahl der Weisen, und ihnen sich anschließend Raschi, Boas als identisch mit dem Richter Abzon hält, welcher vor Jiphtochlebte, setzt Josephus die Zeit des Boas nach Simfons Tode. Schwierig bleibt unter allen Umständen, daß unsere nVa» von Perez bis David nur 10 Generationen nennt. Es ist das ein Zeitraum von 638 Jahren, von welchen 214 Jahre auf die ersten fünf, von Perez bis- Nachschon, und 424 auf die letzten fünf, von Nachschon, bis David entfallen würden. Es liegt auf der Hand, daß dies schwer denkbar ist, denn die Lebensdauer hat sich im Laufe der Zeit eher verkürzt als verlängert, und es wäre wunderbar, wenn die 5 Generationen von Nachschon ab langlebiger gewesen und später gezeugt hätten, als die früheren. Wir nehmen darum keinen Anstand, die in den letzten Versen der nVa» aufgezählten Generationen als Km ikV zu bezeichnen, und mit einigen unserer ganz einwandfteien Erklärer anzunehmen, daß eine Anzahl Zwischengenerationen von untergeordneter Bedeutung für die Geschichte in der Erzählung übergegongen sind. — Ja, ich gehe noch einen Schritt weiter und sage, daß vielleicht alle Namen genannt sind, aber schon damals die Sitte bestand, daß die Kinder die Namen der verstorbenen Großeltern oder Urgroßeltern erhielten, und daher nur die gleichnamigen Zwischengenerationen hier fehlen, und zwar meine ich dies deshalb, weil auch in a'»'n nan die gleiche Folge in Aufzählung der Generationen, gewahrt ist. Wir erwähnen noch die Ähnlichkeit der in -nn erzählten Geschichte mit der der Urstammutter des Boas, mit nan, auf welche auch Kap. 4. V. 12 in dem Segen, den die Bürger von onV nn dem laa entgegenrufen, Bezug genommen wird. Auch n»n, die Mutter des Perez, war eine Fremde, auch ihr waren beide Männer in Folge eines Vergehens gestorben, und auch sie wurde als eine für das Judentum begeisterte mva erwählt, Israels Königsdynastie das Leben zu geben, sie — und '’aKan nn- Wir' dazr straf den es € dafä G e eicht eine Kin! dam schch h a i Figi nen, oerk der (dar kam in d schei qen daß den den ierh verl Ekei roal rat vier Vo! Fri zuz wm nat ob bet» wai M Dir Der Sch Del Ru rve, der här flä, scho wei der stai besi keil auc jüd Uel phi phi list lag nn uni deein gel be, ge, l e Tc

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