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Der Israelit · 1930-05-22 · Heft 21 (22.5.1930) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 21 (22.5.1930)
Date
1930-05-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Nr. 21 Der Israelit 22. Mai 1930 asm rVi mtsaa Menschen, a»mn» zu machen. Und unsere alljährlichen Vereinsversammlungen werden doppelt von Erfolg gekrönt sein, wenn sie ein Spiegelbild des im Jahre fleißig Gelernten werden und von geistvoller Aussprache über anregende, aus den Jahresn»ms»is ge schöpfte Gedanken widerhallen. Deshalb betrachte ich es als Ehre, nach der inneren Neueinstellung unseres Vereins die erste Versammlung unseres Vereins mit der Würdi gung des Lernens eröffnen zu dürfen. Und nun noch ein kurzes Schlußwort. Der sma sagt zu der Stelle ima nnrr rnaiy 1 pvmapia »a» nbiyasr amaa nab »nm am npb »a m m bt>a m ns m ty>bmi Ria mb m ms :,'jipvv>o ima rniRi 2snann ma pn nr n»av nai m rna pR nr masr nn nnavan nn nn zip'rnnn nr iavn .nsia nr mm nn n»snr nr mm nr p mm mwn bau nr am npb »a nn?irn na» npa v» dw nr r»ai nw nr r»a Rxaa mb •nab ’nm Dieses am npb wollen wir ergreifen und nicht lassen rmsn man wollen wir werden, treu und hingebend wollen wir die nun-Pflichten erfüllen. Wie aber könnten wir es, wenn wir nicht lernen, und selbst wenn wir es könnten obia maa mm mabn das Lernen könnten wir dadurch nicht ersetzen oder überflüssig machen,, denn bim ma»b mssn »mb R»aa rna'bnv erst das nun -Lernen erzeugt die rechte Tat. Der s?ma erzählt uns von Elkana, dem Vater von H>Riav< er fei ca»ms cmnam p gewesen und habe als einer der nnip »aa auf der Zeit nbis bv inina gestanden Und wenn er bann hinaufgezogen, sagt S. R. Hirsch in seinen Gesammelten Schriften, zog er nicht allein; Familie und Verwandte nahm er mit sich, und sie versammelten sich aus dem freiesten Markte der Stadt, also daß es die Stadt erfuhr, und wenn man sie dann fragte, wohin sie gingen, dann pflegte er wohl zu erwidern: Zum Gotteshause in Schilo, von wo die nun ausgeht und die rpsa in ihr. Warum wollet ihr nicht mit uns gehen wir können doch zusammen reisen? Und das sagte er ihnen so, daß ihnen die Tränen in die Augen traten und sie sich zur Mitreise entschlossen. Im nächsten Jahre zogen schon fünf Familien mit, im folgenden waren es zehn bis sie alle mir hinaufwanderten. Jedes Jahr aber zog er einen anderen Weg hinauf, bis man endlich von überallher zum Heiligtum wanderte. Gott aber sprach zu Elkana: Du hast bR-m» wieder zur Pflichttreue gebracht, hast sie an die Erfüllung von mxa gewöhnt, darum schenke ich dir einen Sohn, der b»ms» zur Pflichtreue bringen und sie zur Erfüllung von msa heranziehen wird. „Lerne hieraus, daß Elkana's Verdienst wir buiav verdanken, bnias mpbR lavav nab pan- Nehmen wir uns Elkana zum Vorbild! ma’bnt? mabn bna msya »mb R»aa Dafür wollen wir unser Haus und unsere Gemeinde ent zünden, nrnn wird uns mit einem baiai? beglücken unsere Kinder, unsere Häuser, unsere Gemeinden werden gesegnet sein in 'dem Bewußtsein: naa» nnv n»pbu na „Die Leuchte Gottes wird in unseren Gemeinden nicht erlöschen!" Ungrammatische Lehrmethode. Von Bezirksrabbiner Dr. V. Lohen, Friedrichstadi. Eine besondere Schwierigkeit für die jüdische Erziehung - derjenigen Kinder, die allgemeine Schulen besuchen müssen und ihr jüdisches Wissen in wenigen nachmittäglichen Unterrichtsstunden zu erwerben gezwungen sind, ergibt sich aus den jetzt geltenden Lehrplänen in Preußen. Die grammatischen Grundbegriffe sind auch in der Muttersprache bis zum 10. und 11. Lebensjahre nicht firm. Durch Dialekt-Pflege wird das Gefühl für sprachliche Ordnung im geistigen, Haushalte noch mehr geschwächt. Wie kommt man an solche Kinder mit dem Unterrichte in der heiligen Sprache wirksam heran? Es ist ja an sich eine rühmliche Errungenschaft. unserer Zeit, daß sie der alten, öden Lehrweise „n’snna im Anfänge M-ia schuf" nur mit lächelnder Verachtung sich erinnert, wie Herr Lehrer Lichtenstein jüngst an dieser Stelle in einem Vortrage äußerte. Aber infolge der oben genannten Veränderungen im allgemeinen Lehrplane ist man scheinbar oft gezwungen, zu jener ungesunden und geisttötenden „Methode" zurückzukehren. Man müßte sogar, so arrogant das klingen mag, erwägen, ob es nicht im Sinne der jüdischen Erziehung geboten ist, da, wo jüdische Gemeinden oder Korporationen in' der Lage sind, auf die allgemeinen staatlichen Lehrpläne legalen Einfluß zu üben, diesen im Sinne einer „Regrammatisierung" der Grundschullehrpläne geltend zu-machend — Es sei jedoch nicht verhehlt, daß in den Vereinigten Staaten, wie man hört, nicht ganz ohne Erfolg in Lyzeen der Versuch gemacht worden ist, fremdsprachliche Terte ohne grammatische Vorbildung mit dem Ziele des Erfassens des Sinnes der Lektüre den Schülerinnen nahezubringen, Ob die dem europäischen Landessprachen so gründlich artfremde Spräche der Bibel gleichfalls diese Behandlung verträgt, mutz der pädagogische Fachmann in Gemeinschaft mit dem Philologen entscheiden: es ist schwer, daran zu glauben. Man wird vielfach, um überhaupt Uebersetzungsunterricht zu ermöglichen, vorher deutsche grammatische Grundbegriffe in der jüdischen Religionsschule durchnehmen müssen. Selbst wenn ' man nicht die sehr gründliche' und ehrliche, mühsame, aber zielbewutzte Finksche Methode als Ideal sich vorsetzt, kommt man zu der Feststellung, daß in der heutigen Zeit einem gedeihlichen Chomesch-llnterricht der grammatische Boden enti) Kaufleute. -) Rohseide. 3) Seidenstoff. zogen ist. Wer Finks kulturhistorische Betrachtungen aufmerksam liest, wird auch zu der Ueberzeugung kommen, daß selbst das aramäische Idiom des Talmud von den wahrhaft großen Heroen unserer Vergangenheit nicht ohne Beachtung der Grammatik gepflegt wurde. Deshalb wollen wir ein grammatikfreundlicheres Zeitalter herbeiwünschen, es, wo wir es können, auch herbeizu führen trachten und bis dahin weiter blutenden Herzens die alte Methode pflegen, so spottwert sie ist. Denn der Inhalt bleibt uns die Hauptsache ia»a» inrn ia»»n nn »a- Arbeitsgemeinschaft im 1. Pflegschasisbezirk der jüdischen Lehrer Schlesiens. Am Ostermontag, den 21. April, hielten die Kollegen aus dem ersten Pflegschaftsbezirk Schlesiens im Restaurant Ruschin zu Bad Salzbrunn eine Arbeitssitzung ab, um von ihrem Obmann Falkenstein, Landeshut, einen Bericht über die vorgenommenen Pflegschaftsbesuche entgegen zu nehmen. Die Besuche fanden bisher in Waldenburg und Striegau statt und zeigten, datz beide Religionsschulen Vor zügliches leisteten. In Striegau war der Vorstand und einige Eltern anwesend. Sie folgten mit großem Interesse der Unterrichtsfolge und sprachen sowohl ihrem Lehrer als auch dem Obmann ihre vollste Anerkennung aus mit dem Wünsche, solchen Pflegschaftsbesuchen alljährlich beizuwohnen: . Mit Befriedigung wurde die Nachricht ausgenommen, daß auch Herr Rabbiner Dr. Nellhaus, Hirschberg, in kollegialer Weise Mitarbeiten will an den Aufgaben des 1. Pflegschaftsbezirkes in Niederschlesien. Der Obmann hielt als, Erläuterung seiner Eindrücke noch ein Referat über die Anforderungen an den hebräischen Unterricht in den ersten zwei Schuljahren. Von den vielen vorliegenden Fibeln, die besprochen wurden, erhielt die neue Abraham'sche :Lijlodenu", die schon ins Uebersetzen hineinführt und außerdem gute Anschauungsbilder gibt, unsere Anerkennung. Dann fordert der Referent dringend, in Verbindung mit der Leselehre im 2. Jahre, grammatisch richtiges Lesen von Anfang an. Zugleich sollen die Kinder das Schreiben der Quadratfchrkft erlernen, damit sie dieselbe wie die deutschen Schristzeichen gebrauchen können. Anstatt durch häusliches Vokabelnlernen die Lust zu ertöten, soll man in' einem „Vorkursus" lebendige, kleine Sätze bilden, und so einen Vokabelschatz im Unterricht selbst erarbeiten, der den Kindern Freude bereitet. Die vier Grundschuljahre müssen vorwiegend für das Hebräische ausgenutzt werden, da erfahrungsgemäß in dieser Zeit das Interesse dafür noch am größten ist. So wird sicherlich ein Erfolg erzielt und dem Hebräischen ein guter Vorsprung gesichert, sodatz es den Kindern möglich wird, bald mit einigem Verständnis dem Gottesdienst' in der Synagoge folgen zu können. — In der lebhaften Aussprache wurde über manche Frage Klarheit und Antwort gegeben, sodaß die Kollegen voll befriedigt waren. Nach dieser methodischen didaktischen Konferenz wurde noch Mischna gelernt . Kollege Falkenstein trug aus Traktat Pstachim zwei Kapitel mit Erläuterungen vor. Jeder Kollege lernte mit und beteiligte sich durch gemeinsame Fragen. Programmäßig sollte auch Schulchan Aruch vorgetragen werden, aber die Zeit erlaubte es nicht. Es wurde beschlossen, alle 1—2 Monate zusammenzukommen, zum „Lernen" und gegenseitigen Belehren. Bad Salzbrunn, 21. April 1930. W i e s e r , Schriftführer. Bücherbesprechungen. Rosenfelder, Der Wüstenzug der Israeliten, Mehrfarbige Karte 45:60, Preis 2.50 M., Selbstverlag des Verfassers, Ladenburg a. N. Die vorliegende Karte kann als gutes Hilfsmittel nn Unterricht in der biblischen Geschichte verwendet werden: allerdings ist sie bei Kindern des 3. Schuljahres, die, im heimatkundlichen Unterricht erst in das Kartenverständnis eingeführt werden, entgegen der Meinung des Verfassers, noch nicht brauchbar. Die Bezeichnung der einzelnen Stationen des Wüstenzuges ist ziemlich willkürlich. Das ist aber auf der llnterrichtsstufe, für die die Karte gedacht ist, ohne Bedeutung. Der Verfasser erklärt übrigens selbst, datz nach, dieser Richtung die Karte keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. - Zur Belebung hat der Verfasser nicht nur. einzelne Orte der Wanderung ausgezählt, sondern gleichzeitig an Geschehnisse erinnert. Zu wünschen wäre, datz' die hebräischen Ortsbezeichnungen neben den deutschen überall angebracht werden. Für die Hand des Lehrers ist eine methodische Gebrauchsanweisung beigegeben. Rosenfelder, dem die jüdische Schule schon manches brauchbare Lehrbuch zu danken hat, hat in nbiger Karte - wiederum ein Lehrmittel geschaffen, dessen Verwendung für den jüdischen Unterricht als nutzbringend und fördernd bezeichnet werden kann. ' S. S. Mosenfelder, Hebräisches Lehrbuch für die Grundschule, 1. Teil (Fibel). 3. Auflage, Selbstverlag des Verfassers, Ladenburg a. N. Die Fibel des Kollegen Rosenfelder ist in ihren 'rüheren Auflagen in unserem Blatte eingehend besprochen worden. Ebenso brachten wir einen Artikel eines-badischen Kollegen, der sie aus ihrer praktischen Verwendung im Unterrichte wertete. 'Auch der Umstand, daß sich eine dritte Auflage notwendig machte, spricht für ihre Brauchbarkeit. Der Verfasser bemerkt zur 3. Auflage: 1. Elementarleseübungen erlitten keine Veränderungen. .Haben sich-gut bewährt. Lesestoff hat sich als ausreichend erwiesen. Die Verwendung der Druckschreibschrist macht nach den Erfahrungen jede Häufung von ^Lesestoff überflüssig. ' ■ 2. Neu ausgenommen wurden: Festtage.; 3. Leseschwierigkeiten wurden um die Hälfte gekürzt 'und an des Ende des Buches gestellt. K. Das Erholungs- und Altersheim für jüdische Lehrer und Kantoren in Bad Ems wird wahrscheinlich im Spätsommer dieses Jahres eröffnet werden können. Die geschützte Lage des weltberühmten Bade- und Kurortes läßt den Aufenthalt zum Zwecke der Erholung und zur Heilung der Atmungs¬ und Stimmorgane auch im Herbst und Winter zu, zumal alle Kurmittel das ganze Jahr hindurch zugänglich sind. Der 1. Stock des Hauses soll als Altersheim für dauernden Aufenthalt, der 2. Stock als Erholungsheim eingerichtet werden. In beiden Etagen sind Einzel- und Doppelzimmer vorhanden, alle mit Heizung und fließendem Wasser versehen. Im Erdgeschoß stehen große, luftige Gemeinschaftsräume, sowie eine gedeckte Veranda zur Verfügung. In das Heim können in Deutschland tätige oder tätig gewesene jüdische Lehrer, Kantoren und Gelehrte ausgenommen werdend Die vorübergehende Aufnahme soll sich auf mindestens zwei Wochen erstrecken und ist wöchentlich im voraus zu vergüten. Die dauernde Aufnahme kann auch Ehepaaren gewährt werden; sie wird monatlich im voraus bezahlt u. z. für jeden angefangenen Monat. Im letzteren Falle ist eine Aufnahmegebühr von 50 Mk., gegebenen Falles nn Raten, zu entrichten. Der Verpflegungssatz ist für Mitglieder einstweilen im Erholungsheim auf täglich 5 Mk., im Altersheim auf monatlich 135 Mk. festgesetzt. Hierfür wird Wohnung, Heizung, Beleuchtung, freie Bett- und Tischwäsche, sowie Verpflegung gewährt. — Bei dauerndem Verbleiben werden! Wünsche betreffs eigener Möbel tunlichst berücksichtigt. Da das Altersheim kein Krankenheim sein foll, ist dem Gesuch um Aufnahme ein kreisärztliches Gesundheitsattest beizufügen. Ueber die Aufnahme entscheidet ein Keimausschuß, der aus sechs Mitgliedern und der Verwalterin besteht. Um recht bald ein Urteil über den Zuzug vyn Erholungs- und Alterspfleglingen zu gewinnen, ist eine unverbindliche Anmeldung beim Verwaltungsausschutz zu Händen des Unterzeichneten schon jetzt wünschenswert und ratsam. Eine Anzahl von Bewerbungen liegt bereits vor. Auch Mitglieder-Anmeldungen und Spenden zur Innenausstattung des Heims werden stets gern en'tgegengenommen. I. B. Levy, Frankfurt a. M., Naoensteinstr. 5. „Ehemalige Kölner!" Unsere diesjährige Zusammenkunft findet am 8., 9. und 10. Juni (Pfingsten) in Köln statt. Wir laden hierzu alle Kollegen — auch diejenigen, die sich bis jetzt unserer Vereinigung nicht angeschlossen haben — herzlichst und dringend ein und erwarten, daß jeder, der nur irgendwie abkommen kann, erscheint. Wir sind bemüht, die Aufenthaltsspesen auf ein ganz geringes Maß zu beschränken. Damit wir die nötigen Vorbereitungen treffen können, bitten wir, die Teilnahme möglichst frühzeitig dem Unterzeichneten mitzuteilen. Auf frohes Wiedersehen in Köln. I. A.: Dr. S t e r n , Köln, Moltkestr. 35. Das Programm der Tagung der „Ehemaligen Kölners teht noch nicht endgültig fest. Im großen upd, ganzen dürfte es folgenden Verlauf nehmen: . : : 1. Sonntag, den 8: Juni abendtz: Gemütlicher Bierabend in der Aula des Seminars.!! 2. Montag, den 9. Juni vorm.: Besuch der Gräber Dr. Plato, Dr. Carlebach und Schwarzschild 3. Montag Mittag gemeinsames Mittagessen. . ■4. Montag Nachmittag 5 Uhr: Offizielle Begrüßung und Festakt in einem noch zu1 bestimmenden Saal. Vortrag über ein wissenschaftliches Thema. - 5. Montag Abend Festversammlung. 6. Dienstag, den 10. Juni: Rhemtour ins > Siebengebirge. Unabhängiger Verein isr. Lehrer im Freistaake Hessen. Unser Verein bat durch das Hinscheiden unseres lieben Kollegen Lippmann in Darmstadt wiederum einen überaus schweren Verlust erlitten. Er war ein Mann, gleich grM in seinenmenschlichen, wie auch in seinen jüdischen Ouäli? täten. Mit ihm ist ein Talmid chochom oon^Mtener Größe dahingegangen. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren. . ' r : Der Vorstand: I. A.: H. S u l z b a ch e r, Grotzbieberau.

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