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Der Israelit · 1930-12-11 · Heft 50 (11.12.1930) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 50 (11.12.1930)
Date
1930-12-11
Page
– (sequence 23)
Language
German
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‘' 11. .Dezember 1930 «mbu/t * ■'> □ t. : //■/ m □ ImEfW!stk vn-kijl;:.-t {?nfs!r ■;k □ □ □ □ M H □?'Jff rr—rrrr Der -Q^sr a ei i * »Ifi-ttti r _EiQliQElQEHBElElQlüui ■ : i!:',,r!’! i;U-;;-s .. . ' Urtomii<i>J^ 42 *kn xffci N k" - Nr. 1L Seite 3 I rmn;. i;1 Xhjirk , ';} 7'äiO'i ‘J-. „if;*?*.. ^v->. ' iv “/.5 6 9 1 ' '' ',! schnell! freudig! □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ ,>. ' .I,« - , ' folgen. Wir möchtest unserer MÄnun-g!)ahln i Ausdruck gebest, daß' man versuchen soll, eine Shrtthefe''öer beiden widerstrebenden Änschmnmgen, hie Organifation, hie Jugendbewegung und freie Gemeinschaft, herbeizusühren. Ganz wird man den organisatorischen Rahmen, sei es jetzt fün sich oder sei es als Unterabteilung der LandeÄrganisatiön, nicht 'fphengen können, schon mit Rücksicht aüf die Fülle der noch zu lösenden sozialen Probleme. Aber selbst bei Erhaltung der Jugendorganisation als selbständiges Gebilde könnte doch ihre Arbeitsweise in geistiger und gesellschaftlicher Hinsicht nach der Methode der freien Gemeinschaftserziehung umgestaltet werden. Einmal wird ja'doch die Notwendigkeit auch an den Jugendlichen herantreten/der Organisation seine Anerkennung zu zollen; denn er soll ja später Mitglied 'der Landesorganisation werden, und diese kann allerdings nicht auf den Rahmen d!er festgefügten Organisation verzichten. Unabhängig von der Entscheidung dieser Fragen sind wir aber der Ueberzeugung, daß vor allem das Fundament der deutschen Agudas Jisroel- Jugend neu zu bilden ist, und wir glauben, daß nach Erfüllung dieser Förderung sich alle anderen Fragen in systematischem Ablauf von selbst regeln werden. Es sind tiefernste Probleme, mit denen sich der kommende Delegiertentag zu befassen hat. Wir sind uns bewußt, daß unser Vorschlag sehr radikal ist, namentlich, wenn wir bedenken, daß wir nicht gern die Kreise des Esra mit allem Guten, das sie geleistet haben, von uns abstvhen wollen. Die idealste Lösung wäre naMrlM eM^ BWändigüNg'Mi't 'deM Mra'gewesen'; .Plsftr.M-' Weml' StMöstMÄe; aus/HMHs aberDstHGns FKll-'Nu-rW In-' Meste - unfeM/HMsterhaMW: .., m.r: -; -K llckk c*sv P'e k em'ti t s' ur^Dg st d Geht dies' nicht, föMllsien wir notgErungen. um ssve' eigenen WVge 'gehen'. Hfedüb er" ^ie' Entscheidllng zu fällerst wird M vornehmste Äüfgabe des Delegiertentages sein. Einiges zu den Ausführungen x von Albert Löwenthal. Bon D. Ullmann in Kaffe!. Das Kriterium unserer Zeih, i so liest man es immer üstd immer wieder, ist die Lösgelöstheit und Ungebundenheit der Jugend. "Die. Jugend, allzusehr sich ihres Wertes bewußt. Meidet fast ängstlich den Vorgezeichneten Weg der vorangqgangeMn Generation. Und daistl^Ls für den Bettächter der Zelt und ihrer Erscheinungen ein mehr als erfreuendes Zeichen, zu spüren, daß die agudistische Jugend sich ihrer Pflicht bewußt wird. Nicht mehr zurückhaltend und: gedämpft, sondern laut und vernehmlich erschallt der Ruf ^Umwandlung derA^J-J.O.",' Anschluß an. die L. O., Angliederung der FygerldgrMpen' an die Ortsgruppen! Wahrlich, der Beginn emer Morgenröte: agudistische ' Jugend sehnt, sich weg vöm Chüos, erMnt Ae i eigene Unzulänglichkeit unb UnvoMömmenheit, spür^.-daß sie ihr.Ziel nur« im Anschluß an ,jdie! Alten" erreichen kann. So war wohl seit jeher das Endziel der agudistifchen Arbeit gedacht. Und dennoch, gerade aus der tiefen, ehrlichen Freude heraus'über das Symptomatische dieses Erkennend, müssen wir 'davor warnen, dey church MbM Löwenchal ^dargelegten 'Förderungen, heute schon stattzugeben. Erfreulich die Botschast,i>äß 'Man sich zu besinnen beginnt und wieder,Mit;-den Jüngsten-der jungen Menschen die Arbeit anfängt, erfreulich darum, weil sie Gewähr für die Ganzheit der Erziehungsausgabe bietet und Schutzwall sein wird für all die Gefahren, denen unsere Jugend bisher ausgesetzt Wat. Cs hieße aber unsere Kraft heute schon überschätzen, wenn wir glauben, die Stagnation^ die seit Jahren in .den-Ortsgruppen Herrscht, die nicht eine erste und nicht eine zweite Knessio Gdaulo zu heben vermochte, wenn wir glauben, daß wir stark genug sind, um nicht hineingerissen zu werden in das Nichtstun. Aber dieser Grund ist negativ und darum nicht ausschlaggebend. Wogegen wir uns in erster Linie wendest, ist die An- oder gar Eingliederung der J.-Gr. an oder in die O.-Gr. Wir wollen uns nicht täuschen: die Organisationsarbeit im wörtlichsten Sinne des Wortes, die die Gruppen leisten, ist so gering, daß sie kaum ins Gewicht fällt und selbst, wenn sie sich steigern würde, was unbedingt zu erstreben ist, so wird sie immer noch zu bewältigen sein. Vor allem aber vergißt Albert Löwenthal, daß die Lebensform des „Aelteren" niemals derjenigen// des. jungen Menschen adäquat. istdarum brauchen sie natürlich niemals gegensätzlich zu sein. A. I. soll und muß aber ebenso zux Lebensform werden, wie sie etwa dem jüdischen Menschen seine Denkrichtung aufprägen soll? Hier wird die Frage des Milieus zum Problem: derausgereifte, .auf der Höhe des Lebens stehende Mensch, braucht ein anderes Milieu als der erst Werdende. Selbst wenn wir von der Voraussetzung ausgehen, was ja leider nicht bedingungslos überall zutrifft, daß die Ortsgruppenmitglieder das Verständnis für die Arbeit der agudistifchen Jugend haben, wie Eltern für hie Arbeit ihres Kindes, selbst dann wird man zugeben müssen,, daß, hi^-Miliepgestaltung eine verschiedene sein muß, wöber belde gleüh wertvoll sind, eben jede für den Kreis der.sie umschließenden Menschen- Wie der Mensch allmählich im Denken und Gefühlserleben reift, so muß er allmählich vom Milieu des Jugendhaften ins Milieu des Reifen hineinwachsen. Weniger wichtig und darum auch vielleicht nicht ausschlaggebend für unseren Standpunkt, sind einige prakiische^Momsyte: ^Jn?iOrtsgküppetzkreisen''wikd öas VÄ-i staMsäMMmeHMchdMrvchkehrten Kowaudbö-gvisf aeAesten,' in her Maste ^r,.OMMWWnmitgljcheB^M! man-ein «Ür >züm Teil vÄechri'tztes.Vorurieil.gegen.-die- Jugend^' man-' ckehrt sich'{Wen sie i um» benennt dürch- { aus/) daß Me ytzudistifche Jügenö^Mr- Älchti sö selbsthäkr- - lich,?ist^daß ße igar<-rycht f0)-dasüStreben!/nach"FrechE,; wie. es" sich inizahlreichL.n„ anderen Jugendbewegungön kündäetast hat,/b^siE , ..... . Tji;r!) iir-y inm ' U!. - ''Ww sind also aus mancherlei Bedenken, die wir hier nur kurz ängedeutet haben, grundsätzlich gegen die Forderungen, die Albert Löwenthal in § 2 zusammengefaßt hat. Um so mehr begrüßen wir den 8 3 Absatz 1 in seinem Inhalt. In ihm ist allerdings eine starke Hoffnung aus einen Fortschritt-in der zukünftigen Gestaltung der A. I. I. O. zu erblicken. - Und nun noch einige Worte über den.Fnhalt des 8 1. Wir müchten ihm darum zustimrnen, weil er die Organisation als solche zweifelsohne von mancherlei schwierigen. Arbeiten befrist und sie dadurch Kräfte für andere wesentliche ^Arbeiten' gewinnt. Vielleicht wäre die Frage der Förmgestaltüng der Organisationsleitung überhaupt micht so bedeAMgsvoll; ob O. B. oder Jugenddezernat Dei der L. :O., HWes - ist -schließlich eine Persönlichkeitsfrage, demusth möchten..wir röten,, vor einer endgültigen BeWußfassung, all die, Moments^zu erwägen,^.die vor 4 Jahren auf der Kölner Sitzung, uyt^: Leitung von- Rabb. Dr. gerade zum Geaenkeiligen geführt' hcchqn, - nämlich, möglichste Unabhängigkeit dek' 'I? O: von'! den L. O., die dümals angeführten Motnente,' die sich iw Rahmen eines Artikels schwerlich wiedergeben lösten, bestehen auch heute noch zum Teil zu. Recht, Immerhin besteht die begründete Aussicht, daß, wenn' dieser 'Teil der Umwandlung heute vollzogen wird, daß dann in nicht allzu ferner. Zeit, auch die heute schon, von Albert Löwenthal .?gefordefte . vollständige Umwandlung, vollziehbär ist; Äenn als Ziel der Arbeit betrachten auch wip. diese Harmonie der Orts- und. JUgeDdgttlppen geiöiß. Interview mit Rabbi Horowih-Rzeszow. Das Mitglied der Executive des Allgemeinen polnischen Rabbinerverbandes und des geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Iisroel-Weltorganisation, Rab- .biner/Tobias HorsiWih aus Rzeszow, hält 'sich augen- .bliälich in Berlin auf» umdie maßgebenden Kreise des deutschen Judentums über die Lage der Juden in Osteuropa zu informieren und die Beziehungen der unabhängigen gesetzestreuen Kräfte Osteuropas zu den großen jüdischen Hilforganisationen. zu festigen. In einem Gespräch mit dem I t a-Vertreter äußerte sich Rabbiner Horowitz in nachstehender Weise über die Ergebnisse der Wahlen zum polnischen Sejm und Senat und ihre Rückwirkung auf die Lage der Juden. Nach einleitenden Worten über die - Vorgeschichte der Wahlen stellte Rabbiner Horowitz fest, daß die Position der Agudas Jisroel durch diese Wahlen verstärkt wurde. Der einzige jüdische Senator ist der auf der Regierungsliste gewählte Agudist Mendelsobn-Warschau. In den Sejm wurden die Agudah-Führer 'Oberrabbiner Lewin-Rzeszow, Kultuspräsident Münzberg-Lodz, Kultuspräsident Jäger- Lemberg. Wischlitzky-Warschau und Menkis gewählt. Die jüdischen Vertreter haben zwar nicht mehr Frattionsstärke, daher auch keine Delegierten in den Ausschüssen, die agudistischen Abgeordneten werden aber in der allein maßgebenden Regierungsfraktion einen nicht unerheblichen Einfluß haben. Sie erblicken im Pilsudski-Regime die Gewähr für eine stabile Regierungsgewalt. Diese allein vermag dem jungen Staate Einheit und Bestand zu garantieren, dem Außen- und Binnenhandel die notwendige Sicherheit zu gewährleisten und damit die Voraussetzung für die Beschaffung von Krediten und die Sanierung der Finanzen zu geben. Dies alles sind gleichzeitig Voraussetzungen für die Sicherung der schwer bedrohten Existenz der polnischen Judenheit. Ueberdies hat die Regierung konkrete Zusagen betreffend Förderung der kulturellen, und wirtschaftlichen Interessen der Juden gemacht und den Ernst ihrer Absichten durch ihr. bisheriges Verhalten bewiesen. Rabbi-Horowitz erklärte wörtlich mit alleist .Nqchbn$Ji;<>ji '.ui ..'l'rstuir: ' ' gibt.' gegenwmlW /üibPölen nichts ^so'ckstaktuelles u?ie,,den^Anstsemitisqrus^'f. Dije SichirHÄt oün -Personeiv — astch^.ber- PeiöyMg jüdischer,-Eigenart und Eigentum ist ' in - keister 'Weste gefah^p^j- .- Am .ZüsaniinenhanghieMit schildertet /Räböi Hotörvitz i den.' Verlauf einer ihm' vor Migen i^gen/ von/MußennimisM ' Zaleski gewährten .Audienz»^ in.^der -/Äuhenn^inWrZgleski. die Sympathien der Regierung für' die Besrrebungen des religiösen Judentums zum 2lusdruck brachte und sein Eintreten. für den Sabbathschutz vor dem Völkerbund zusagte. lieber die speziellen innerjüdischen Angelegenheiten befragt, gab Rabbiner Horowitz der Hoffnung Ausdruck, daß ^die Erfahrungen derletzten Zeit eine innerjüdische Kvosteration yerbeiführen werden. Die orthodoxep Massen haben es aber' satt,' / sich als „quantite negligeable“ behandeln und vor-der Welt darstellen zu lassen. Sie habe zum.--ersten Male ihrem Lebens- und Machtwillen unter Führung von Aauhas Jisroel organisierten Ausdruck verliehest.n Ihre' Vertretet werden ,chre Position zu nutzen wissest,: den innerjüdischen Frieden stets im Auge, haben, jedoch mit «anderen Faktoren nur auf der Basis völliger Gleichberechtigung und ' Gleichachtung Zusammenarbeiten. 'Zst den B.^iehungen des durch die Agudah reprü-- sentierten religiösen "Judentums zum jüdischen Klal übergehend, schilderte-Rabbi Horowitz' die tiefe Enttäuschung der religiösen >r Kreise/ über die einseitige Durchführung der verschiedenen .Not- und Hilfsattionen. Die westeuro-, päischen, vor allein He deutschen Juden haben sicher den besten Willen zü uliparteiischer Hilfe, ja"und. sogaf. wohl zumeist an der: Förderung der religiös kulturellen Be-,, lange besonders« interessiert,' könsten aber mangels der erforderlichen Einfühlung in die Bedürfnisse des Ostens oft einseitige Arbeit nicht verhindern. Rabbiner Horowitz belegt dies am Beispiel der von der Agudas Jisroel gebäUten Jststitütiosten:' Beth Jacobs, des ersten religiösen Mädchenerziehungswerks, und des großzügigen Systems von Kreditgenossenschaften für die gesetzestreue Arbeiter¬ und Angestelltenschaft. Gerade diese Institutionen wurden

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