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Der Israelit · 1930-12-11 · Heft 50 (11.12.1930) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 50 (11.12.1930)
Date
1930-12-11
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Seite 2 Nr. 16 obigen Forderungen erst recht am Platze zusiein. Hier muffen wir uns nun einen Augenblick auf die HWptaufgaüe. hesiMen, . die der AMdas/Jisroeb^^endörtzäMfäsisMbm' Mer' GrüNvÄg^ zugewiesen wurde. Sie sollte junge Menschen in ihren Kreis ziehen und heranbilden, die später wieder den Kern der Ortsgruppe ausmachen wür- Hden. Man hat allnBUDZM K^EEE^MDuf^ bau der Agudo bringen wMen7 Mö JÜgmÄ, auch f.. die jüngste Äugend, sobald sie an fing, sich mit $ jüdischen Dingen zu befassen, sollte zum Agudisten 3; erzogen werden. Der Esra sollte den Unterbau für die Äugendorganisation abgeben, diese wieder das Reservoir für die Ortsgruppen bilden. Es muß hier nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß der Esra ursprünglich von Agudisten, und zwar von der Jügendorganisation, begründet wurde, und dies-lediglich in der Absicht, intensivste Erziehungsarbeit an Schülern und ganz jugendlichen Menschen zu leisten, die ihre Krönung in der bewußten Zuführung zur. Agudo finden ^sollte. Wrr möchten es nicht versäumen, in diesem Zusammenhänge auf das Protokoll des Würzburger Bundestages vom Jahre 1918 zu verweisen und auf die ausgezeichneten, auch heute noch lesenswerten Ausführungen von Max Cohen und I. Simonsohn (S. 75 u. f.). Wenn wir uns, wohlgemerkt vom rein agudistischen Standpunkte aus, Mt dem.^Problem befassen, inwieweit der Esra die Aufgabe, die ihm bei seiner Begründung zugewiesen wurde, erfüllt hat ,so genügt es, auf die Tailache hinzuweisen, daß er es heute bewußt ablehnt, von sich aus seinen Mitgliedern auch nur den Eintritt in die Agudo zu empfehlen. Der Esra legt heute besonderen Wert auf seine neutrale Stellung gegenüber allen Organisationen und begründet dies damit, daß er auf diese Weise den Kreis der von ihm zu erziehenden jungen Menschen viel weiter spannen könne als bei einseitiger Festlegung in einer bestimmten Richtung. Auch äußerlich -hat sich infolgedessen der Zusammenhang des Esra mit der Agudas Jisroel - Jugendorganisation vollständig gelockert. Während noch bis vor etwa drei Jahren in der Leitung des Esra ein ofstzieller Vertreter des Organisations-Vorstandes saß und umgekehrt, hat auch diese Beziehung inzwischen aufgehört. Die einzige Bindung des Esra an die Agudo, die heute noch formal zu Recht besteht, ist dessen Unterstellung unter den Rabbinischen Rat. Man wird wohl zugeben müssen, daß der Esra sich somit äußerlich recht weit von seinem Elternhause entfernt hat. Aber dieses Moment kann nicht ausschlaggebend sein, das letzte Kriterium ist schließlich die tatsächlich geleistete Arbeit, und auf diese kommt es, 0% Jeder objektive.,Beurteiler^ wird zugeben muffen, daß die vom Esra geleistete' ErzieHungsarbeit; schr-Mertvollwar und es'- aucf); heute noch iift; DM er in hier 'yeuMW'sisitmMwegten- Zeit essi^rftändDHät, dHchZA käme-' rädscßaftliche AM/der Erziehung und Beeinflussüng siielen riuQe#&jX{fymu: Menschen Halt -und Stütze,gebest,'und-diefesi/si'ckch weist übestiJhist Zugehörigkeit zum Mra h'maus, ist ein' Verdienst, das nicht hoch genug bewertet werden kann. Der Vorwurf, den man vom agudistischen Standpunkt aus gegen ihn erheben kann, bezieht sich nur auf seine sogenannte Neutralität/ er-hast seine SHutzbefohlenen nicht '' direktzur'' Agüho hingeführt. Hier ziehen die berühmten.Schlagworte vor uns auf: Agudas Jisroel ist eine politische Organisation, die Jugend hat nichts mit Politik.zu Mn, im Gegenteil,.sie muß sich: entpoMsieren, sie.MIß zunächst einmal tüchtig lernen, erst wenn' sie etwas reifer geworden ist, möge sie'selbst zu den sogenannten politischen Fragen -SteMng nehmen, der Esra nimrstt dazu keine Stellung ein. Und so sehen wir denn zwei vom agudistischen Standpunkt aus ungemein bedmierliche Tcitsachen.Einmal ist - das' Fundament'des Arifhaues, von dem wir obep sprachen, gestört, ' nur!;-relativ wenige Esräer sind in der Jugendorganisation tätig, sehr viele und zuweilen recht wertvolle Kräfte, die im Esra eifrige Mitarbeiter waren, bleiben entweder der Agudo ganz fern oder arbeiten nicht tätig' in, ihr mst,Are Folge ist naturgemäß, daß im , - V ),l. '= --;. '/(‘ Der Israelit - Blätt e r 11. D^zWber 1930 Sie wm Ktz dgnn. sicherlich, nicht.mei \0kk- ^TMtzWMär-ÜrtMr gen haben. Laufe der. Jahre siie- Jugendorganisation den^ gendorgüMMiön geschUie Mitglieder zuströmen natürlichen Zustrom entbehren muß und dag es teilweise fehlt, Mi ein solches natürliches Heretnströmen von jungen Kräften, wie es ursprünglich gedacht war, unbedingt im Gefolge hat. Fast grotesk ist aber die zweite' Tatsache!. .Mst Teil der «cht MMHgudMMtzndrK geht dKkt in das Läger, des MismH, d. h. also zum Zionismus, über, und damit in eine Organisation, die-der aMdistischestWöltBHhauung direkt entgegengesetzt W,,, Mckst, Ndenke,/was dies bedeutet, wenn wir uns die Absichten der Begründer des Esra vergegenwärtigen, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, durch die Erziehungsarbeit des Esra der Agudo,, uud.selbstredend nur dieser, die /geeigneten Kräfte Wzuführen. Was heißt überhaupt politische Neutralität? Was heißt es, die Jugend muß entpolitisiert werden? Die Fragen der Zugehörigkeit zur Agudas Jisroel sind chpch letzten Endes WcMso'wie die gemeindepolitifchen wettanschaulicher Natur. In Fragen der Weltanschauung kann es aber keine Neutralität geben/^ und gerade' die Jugend hat ein Recht, von denjenigen, die ihr dstn Weg weisen sollen, eine eindeutige und. klare Stellungnahme zu fordern" Neutralität auf diesem Gebiete kann nur als Zeichen der Schwäche gewertet werden und kann unseres Erachtens bei der stürmenden und drängenden Jugend keine große Gegenliebe finden. Das Prinzip der selbständigen Vertretung des Taurohgeistes und des Religionsge- Postscheck* Konto der Uidesorpiisation: Landesorganisation der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Hamburg: No. 50204 Hamburg. setzes in den großen Organisationen muß auch vom erzieherischen Standpunkte aus genau so gelehrt werden dürfen, wie irgend eine ändere Frage der jüdischen Weltanschauung. Die Agudas Jisroel-Jugendorganisation kann im Interesse! ihrer Selbsterhaltungnicht, tatenlos zuseheNj wenn gerade.diejenigen^Kreife/! WMMAMöx Mziehuiist - und jsöNHHst -AtHHduM Mr WWh väöUMrffM WrD,.Mrig/asi/ihrem: Ausbau- Werke ' Mtzstarbesten/irW neutrale -Beobachter ihren7Rechen --fernbleib eü.i/Mn-siMEMHEk ständnis auSzUfchEe'si/ ^möchtM^wst' noch..HpmH betonen, daß es uns fern liegt, hier ein gstgemeines Urteil über' die'Ta'irgkest'des Esra abzugeben. Uns interessierte hier lediglich die Fragestellung.: Was leistet uns der Esra heute gemäß seiner ursprünglichen BestimmunA für den Aufbau ' der ' A g u d a s I r DH e l - I ü jjfö n d » 0 r g a n i f a ti 0 n? Nur bei der Beantwortung diese r Frage kamen wir zueinemnegativen Ergehyis. Es ist Kar: Wenn /das' Baues schlecht beschaffen ist, 'so^stehtt^ebender ganze Bau auf!.schwachen Füßen,i'Mert ifast einem. Jahrzehnt fehlt.'eH uns an dem systematischen Zu-' ström von untenher. Die Folge ist, daß die M/ gendorganisation überaltert ist In. vieln Gruppen, besteht sordohl, die Leitung als auch ein großer Teil? der ,.niM^mehr--- aus- "Jugsnd-> lichen/i Geradediese Kräfte gehörten' längst als tätige': Mitarbeiter-''die - Lände^orgämsätip^' aeR.' Auch die''OrtsgruppeN und' die Landesorganisation ständen heute ganz anders da, wenn sich der. Ablauf des Räderwerkes so präzise vollzögen hätte, -wi'e' er ursprünglich gedacht wär. Auch, der LaHdMrgänstation müssen aus der Ju- Die Frage ist: Was soll nunmehr geschMen,. um. die Jugendorganisatiön neu zu beleben?-/'Es MMHMUM^H WM^anderes übrig, als., den fühxt-e, noch einmä^zu-- rückzuwandern und zum Ausgangspunkte zurückzukommen. Die Frankfurter JugendgruppD'hat bereits vor einigen Wochen mit der NeugrüichÄng agudistifcher Schülergrüppen begonnen. Es^'Huß also eine neue agudistische Jugendpflegegemein-- schuft aufgebaut werden, die sich vom Esra-siur dadurch unterscheidet,,dast.sie von vornhereist chre- Mitglieder zu bewußten Agudisten nicht nur,! -fondern auch zu treuen Gliedern der Organishtkon heranbildet. Die Arbeitsmethoden des Esra können hierbei ohne weiteres übernommen-werden. stnd/damit sind!auch wir chKW zumÄAÜsgangsp'ÜNkt unserer eigenen Betrachtungen zurückgekommen'. Astch die JugendorggnisatiMlso lautet'-die ^Horderüng vieler, soll mehr umgWltet werden, im Sinne .einer. JugendbewegiMg. Ein Antrag der Hamburger Gruppe, den ja auch jetzt die Loewenthal'schen Vorschläge wieder ausgenommen haben, will die JugendorganisMon als solche auflösen und sie ist ein der.Kyndesor,gamsatron 'ängeschloffWs-,MgerMez-epmH uytwM-- dein. Die Jugend gruppen selbst sind dabei in Führerschaften umzuwandeln, so daß organisatorisch eine Verschmelzung von Orts- und Jugendgruppen entsteht. Der Vorschlag- Orts- und Jugendgruppen zu vereinigen, ist ja an sich Nicht neu und wurde schon vor emer Reihe , von Jahren von Gottfried Goldschmidt gemacht. Wenn er heute von der Jugend wieder ausgenommen wird, so liegt ihm freilich innerlich das Bestreben zugrunde, den Organisationszwang zu lockern.. Daß dieser Vorschlag in der heutigen Zeit der Rationalisierung viöl Bestrickendes an sich HM wird niemand leugnen,^ zumal wst ja sowohl in der Landeswie iü dM Jugend organisation einen fühlbaren Mangel an wirklich tätigen Mitarbeitern verspüren. Auch'der Puf nach einer Führerschaft und deren Ausbildung für die besonderen Zwecke der Jugendorganisation ist schon seit Jahren, und zwar gerade von Seiten des O. B. aus. ergangen. Trotz alledem darf man einen FaKor nicht übersehen: Die JugendorganisMon ist keine Schülerorganisation und besteht auch nicht wieder Esra aus Menschen, die erst in der Ausbildung begriffen sind. Die Jugendorganisation besteht züm größten Teil , aus Menschen, die im Erwerbsleben stehen und die infolgedessen auch^ alldtzn, Nöstn. betzroffM Äerdest'.die^ das PexüfslehD.derAMigenrMst ND'W MiM. Hst.,^älten^ es djgher^fsirijMNiGLböt Wr Stünde, .DHgj-erteMrg und 5 hiss' Jng.esidorM-isM'yjr.^Wrhmipt - mÄ dgff '^0 - z i a'i e. n .ix&? W s potiä iitnsexsr MM hrWMn^w^ht nicht den MMN' FrägWMsiMx^chitz. BeMsumschM tüng> ÄrbeitslosigEest SabbatheMgung hier wei-- ter auszusühren. Gerade die Jugendlorganisation kann, wenn sie sich auch für die persönlichen Verhältnisse ihrer Mitglieder interessiert, nicht achtlos an 'diestn Dingen Vorbeigehen."' Hierbei/ drängt sich aber uns die Frage gebieterisch auf:' Können solche Probleme wirklich von einer freien Gemeinschaft''gelöst werden, oder ist nicht gerade für die ^Erfsillung solcher. Äufggben 'erst recht eine' styxke. Organisation erforderlich? -> Man wende uH nicht: ein: Es gibt doch geM.gend^andex'e- ,Orgch^!hsationen/ die sich mit diesen DingW befäffen.. Mst glauben vielmehr: Wenn', die Llgudäs Jisroel- Jüg eyborganisation -Erziehungsarbeit an ihren Mitgliedern leisten will, fo muß sis' auch die Mög^ diese, ganz/sind 'ln jedet/persön/ uK Problem sein/?mit dem sich der beschäftigen inuß. Die endgültige Klärung wird nur auf dem Wege einer gründlichen gegenseitig gen Aussprache, bei der auch die örtlich gewiß perschiedenen Verhältnisse daDeleHt 'pwföß

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