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Der Israelit · 1930-12-11 · Heft 50 (11.12.1930) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 50 (11.12.1930)
Date
1930-12-11
Page
– (sequence 21)
Language
German
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dev JCandesovganifaHon dev 9gudas>3isvoe( in Veulfekland. 6. Jahrgang - Hamburg, 11. Dezember 1980 / 21. Kislew 5691 Schriftleilung: Molf S. Iacokso« in Kamvurg. Nummer 18 i?rr? ppr fk nniD Zur Lhanucka Aktion des Keren tzalorah. 1. ~ Mit der Entzündung des Chanuckalichtes ist der Pflicht Genüge geleistet: n L2 rurnv np^inr Verlöscht das Licht nach kurzem Brennen, so braucht es nicht nochmals entzündet zu werden. Sieg des Geistes über den Stoff, der Seele über den Körper, -des Sollens über das Sein, Verewigung' g'ttlichen Wunderwirkens, Zeugnis höheren Eingreifens in das natürliche Geschehen, — dies, und mehr als dies, sagt uns das kleine .rnim-Licht, sagts uns auch schon, wenn es nur für einen kurzen Augenblick geleuchtet hat. Dann schon hat es uns die Botschaft vom Ewigen, vom G'ttlichen ins Herz hineingestrahlt. Und darum: nb pj?T p« nmD So wird diese Halacha zum Adelsbrief unserer Gemeinschaft, sie setzt voraus, daß die jüdische Seele allezeit offen ist, auf den Gruß des G'Mchen wartet. Tönt ihr ein Klang des Ewigen, dann schw-ingts in ihr hundertfältig wieder. Das Licht erstrahlt, für einen Augenblick nur, und Jahrtausende werden lebendig, lebendig in dem ganzen Reichtum chrer strahlenden Sprache und Lehre! 2. Die Botschaft des Keren Hatorah an die jüdische Welt ist ähnlich der des Chanuckalichtes. „Ein Licht ist ausgesäet den Gerechten, Freude denen, die redlichen Herzens sind!" Den Menschen des Geistes, jenen anspruchslosen Adelsmenschen, deren Handwerk die Thora, diesen unermüdlichen Nacht zu Tag-Gestaltern, ihnen Licht in das Dünkel materiellen Druckes zu bringen, den Gruß der schaffenden Erwerbswelt draußen und die Zusicherung: Wir vergessen euch nicht in eurer Not, weil wir wissen, daß der Hauch eurer Jugend diese ganze Welt trägt — solches schwebte unseren Führern vor, als sie den n"j? gründeten. Hat für dieses Licht des rt"p die Halacha des nb pi,?s prr nnaa auch ihre stolze Berechtigung? Hat der Ruf der Großen, der von der^ ersten Kenessio Gedaulo ausging, Echo geweckt, das noch nachhallt in allen Herzen? Brauchte das Licht nur entzündet, das Bewußtsein unserer Verantwortlichkeit für die nmn ’in nur geweckt zu werden, daß jeder und jede die Pflicht erkannte und unermüdlich chr entsprach, jeder und }eb<e; je schwerer die Zeit, desto hingebungsvoller und opferbereiter dieser Pflicht nachkam? »*?! Viele, viele dürfen von sich sagen,-daß die Halacha des Chanuckalichtes durch ihre Hingabe an den n"p eine neue Bestätigung gefunden hat, diese' Halacha, die so optimistisch dem Juden das Urteil spricht: hellhörig, feinherzig, weitsichtig! Viele, viele haben vom ersten Tage an bis heute die Treue gehalten, die sie versprochen: Einzelne, Gemeinden, Männer wie Frauen! Ihnen braucht der Ruf des ny nicht erneut eingeprägt, ihnen das Licht nicht erneut entzündet werden:nv pipi p« nnuD- Aber die andern? Die wir anzufeuern versuchen, unermüdlich, in Wort und Schrift, hinweisend auf die Größe der nirr» und den Umfang der Rot, die hören und doch sich taub gebärden, die sehen und doch blind sich stellen: nnaa ist ihnen das Licht verlöscht nb pipt wir wollen nicht müde werden, aufzufordern und zu mahnen: pw mm mm min „Die Thora ist in Sack gehüllt", „des Königs Purpur wird auf dem Markt seilgeboten", kommt, helft mit, bevor es zu spät ist, bevor unheilbar geworden der Bruch der Tochter meines Volkes! 4. nb pipT pK nnaa!i Den Freunden des «rp feinen unermüdlichen Helfern, rufen wir mit unserem herzlichen Dank für das bisher Geleistete ein herzliches nmi zu — l a s s e t d ie di esj ä h rige C h a n u ck a - Aktion wiederum Zeugnis euerer treuen Verbundenheit a m h e i l i g e n Werk sein, nb pipT nnaa denen, die bisher versagten, sich versagten, und die wir wieder und wieder aufrütteln müssen, ihnen rufen wir heute zu: Lasset die diesjährige Ehmmcka-Akkion endlich Zeugnis Eurer Bereitschaft werden, der Gesamtheit — und in der Gesamtheit euch — zu helfen. Diesen und jenen, uns allen sei zugerufen: rnxa rum npinn „Lasset aufteuchten das Licht Eurer Liebe, Eurer. Opferbereitschaft, daß in seinem Schein Wärme und Helligkeit.ausstrahlt für die nun und ihre Stätten, für die nun und ihre Menschen." W. S. I. Die Lage der Agudas Zisroel- Zugendorganisation und die Aufgaben des kommenden Delegiertentages. Von Dr. Willy Hofmann in Frankfurt a. M., Vorsitzender des Organisationsvorstandes. In wenigen' Wochen wird unsere Jugendorganisation den schon lange gewünschten Delegiertentag abhalten. Es ist kein Geheimnis, daß sich die deutsche Jugendorganisation in einer Krise befindet. Diese Tatsache mag viele, die über die Lage der Dinge nicht unterrichtet sind, Wunder nehmen, zumal es zunächst ausfällig ist, daß nach dem so glänzend verlaufenen Frankfurter Bundestage im Dezember 1927 nicht ein erheblicher Aufschwung erfolgte. Die Ursachen dieser Erscheinung sind mannigfacher Natur. Es ist selbstredend,' daß die schwierigen äußeren Wirtschafts- Verhältnisse auch unsere Organisation nicht verschont haben, und daß wir bei einer besseren Finanzlage so mancherlei hätten leisten können, was durch die Ungunst der Zeiten vereitelt wurde. Doch nicht davon soll hier die Rede sein. Wir möchten vielmehr im folgenden die inneren Ursachen aufzeigen, die nach unserer Meinung, namentlich aber auch auf Grund unserer Erfahrungen, wie sie sich uns im Laufe der Jahre bei d.er Leitung der Organisation darboten, die erwähnte Krise yeraufbeschwvren haben. Wir werden dabei zugleich Vorschläge zu ihrer Behebung machen und kritisch zu den verschiedenen, in dieser Beziehung bereits geäußerten Meinungen Stellung nehmen müssen. Gehen wir zunächst aus die Geschichte der Gründung der Agudas Jisroel und unserer Jugendorganisation im besonderen zurück, so war vor 18 Jahren der Gedanke der Organisierung des Klall Jisroels auf Grund der Tauroh etwas Neues. Organisation lautete damals die Losung. Sammlung, und Zusammenschluß aller derer, die an der großen Aufgabe Mitarbeiten wollten, war schon an sich eine gewaltige Aufgabe. Alt und Jung stellten sich begeistert in den Dienst dieser Idee. Es war schon als ein großer Erfolg zu buchen, wenn allenthalben neue Orts- und Jugendgruppen gegründet wurden, die bereitstanden, mitzuarbeiten. Da kam der Weltkrieg mit seinen ungeheuren Erlebnissen für jeden einzelnen, mit der großen Ernüchterung im Gefolge und der kritischen Einstellung der Nachkriegsgeneration. Individualismus und neue Sachlichkeit, so hieß jetzt die Parole. Die neuen Anschauungen machten sich überall geltend, ganz besonders aber auch in der Jugend. Auch unsere Jugend huldigte dieser Geistesrichtung. So kam es, daß auch ein großer Teil unserer neuen Mitglieder — und es waren gewiß nicht die schlechtesten — für den Organisationsgedanken als solchen kein inneres Verständnis mehr hatte, und erst'recht nicht für die Begeisterung, die er seinerzeit entfachen konnte. Der allgemeine Gedanke der Jugendbewegung griff auch in unseren Reihen Platz — auf die Rolle des Esra hierbei werden wir erst später zu sprechen kommen —, Bewegung aus der einen Seite und Organisationszwang auf der anderen schienen Extreme zu sein, die sich nicht miteinander vertrugen. Auf dem Bundestage 1927 kamen diese verschiedenartigen Anschauungen bereits in Referaten und Diskussionen zur Geltung. Sie haben sich inzwischen noch weiter entwickelt. Das Bestreben, der Agudas Jisroel- Jügendorganifation den Charakter einer Jugendbewegung zu verleihen, ist in vielen Kreisen, namentlich aber auch bei demjenigen Teil unserer Mitglieder, der einen Teil seiner Erziehung im Esra genossen hat, immer stärker geworden und hat sich bereits mehrfach im Laufe des letzten Jahres zu präzisen Anträgen an die Leitung verdichtet. Diese Anträge bezwecken die Auflösung der bisherigen Orgcmisationsform und die Umgestaltung der Jugendorganisation in eine Art freier Gemeinschaft. Auch die in Nummer 17 der „Blattet" der Landesorganisation 1930 erschienenen Vorschläge von Albert Loewenthal bewegen sich ja in dieser Richtung. Da diese Fragen nach unserer Meinung mit die wichtigsten sind, mit denen sich der kommende Delegiertentag zu befassen hat, so müssen wir gerade dieses Problem etwas eingehender behandeln. Geht man vom erzieherischen Standpunkt aus, so müßte man eigentlich die eben skizzierten Forderungen als einen Fortschritt begrüßen. Es genügt nicht mehr die bloße Sammlung von Menschen zur Erfüllung eines bestimmten Zweckes, man will auch die Persönlichkeit dieser Menschen bis ins einzelste erfassen und ihnen die Möglichkeit geben, sich ohne allzugroße äußere Schematisierung, wie sie nun einmal bei der Organisation nötig ist, zu entfalten rw.d sich — natürlich in unserem Sinne gesprochen — auszuleben. Erziehungsarbeit soll und muß von einer Jugendorganisation in der heutigen Zeit geleistet werden, wenn sie überhaupt Daseinsberechtigung haben will. Da die Erziehung nach den modernen Grundsätzen möglichst individuell gestaltet werden muß. so scheinen auch in dieser Hinsicht die

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