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Der Israelit · 1930-03-27 · Heft 13 (27.3.1930) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 13 (27.3.1930)
Date
1930-03-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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27. März 1930 Der I s r a e l i t Nr. 13. Seite 7 soll- Ler^Mräsident der bereinigten Staaten,- Herbert Hoover. hat in einem Briefe an die Konferenz seinem Bedauern Ausdruck, gegeben, daß er infolge des HM scheidens., des. fxüheren Präsidenten, Taft, nicht perfön-- lich ersichMen^kWne^iund Meicyzeitig seinem besonderen Interesse.für.Ms ^gWehuMamtäre' Werk Ausdruck verliehen. Die erste Ansprache hielt Rabbiner S ilver. dann folgtenFelix W a rb urg. Gouverneur Lehm a:n v.»'Dsyfd ^r e.ß,.fer.-u. a. /.Den Schluß machte Frankel, das bekannte Mitglied der Palästina- Untersuchungskommission. ..Es wird hoffentlich gelingen, irotz. dex veiranderten Verhältnisse, mindestens die veranschlagten ' 6 Millionen' Dollar aufzubringen, die, wie nan ffagerir muß-:nur:^in.kleines Minimum dessen darstellen, was für die beiden gewaltigen Aufgaben, die hier geleistet werden sollen, erforderlich scheint. - Rußland. Die Sowjetregierung gegen Ungesetzlichkeit im antireligiösen Kampf. Moskau, 17. März. Das Zentralexekutivkomitee der Sowjet-Ukraine hat an die Oberstaatsanwaltschaft die Weisung ergehen lassen, amtlich festzustellen, wieviele Synagogen und Kirchen durch lokale Sowjetbehörden ohne vorher eingeholte Genehmigung der Zentralregierung geschlossen worden sind. Behördliche Personen, die Andachtsstätten ohne Regierungs-Sanktion für geschloffen erklärten, sollen wegen Überschreitung der Regierungs-Orders vor Gericht gestellt werden. Laut Gesetz dürfen Andachtsstätten nur dann geschlossen, bezw. beschlagnahmt und anderen Zwecken nutzbar gemacht werden, wenn das Zentralexekutivkomitee der Sowjetregierung diese Maßnahme gebilligt hat. In der Weisung des Zentralexekutivkomitees an die Oberstaatsanwaltschast wird festgestellt, daß in mehreren Gegenden der Ukraine lokale Behörden sich in ungesetzlicher Weise in dos innere religiöse Leben eingemischt und Synagogen geschlossen haben, ohne vorher die Erlaubnis des Zentralexekutivkomitees eingeholt zu haben. Im allgemeinen ist diese Anweisung symptomatisch für eine Politik der Mäßigung gegenüber den Religionen. Das offizielle Organ der Sowie tregi er ung „Jswestij", ruft in einem Leitartikel den Kommunisten zu, das Volk in der religiösen Uebung nicht zu stören. Palästina. Die Störungen der jüdischen Andacht an der ktagemauer hören nicht auf. Berlin, 19. März. Verschiedene europäische Nachrichten-Agenturen und Zeitungen bringen Meldungen über neue Konflikte in Jerusalem, die dadurch entstanden sind, daß Moslemiten den jüdischen Gottesdienst an der Klagemaüer am vergangenen Freitag Abend durch ungeheuren Lärm gestört haben. Wie der ITA aus Jerusalem telegraphiert wird, handelt es sich nicht um irgend einen neuentstandenen Konflikt, sondern um die seit einigen Monaten unausgesetzt vor sich gehenden Störungen des jüdischen Gottesdienstes durch die von den Moslemiten an der Klagemauer lich eine 'Andachtsübung sein - süll,' die sich unter ohren-! betäubendem Lärm mit-verschiedenen Instrumenten voM zieht. Bon Regierungsseite rvird ^rkkäE daß bis zum- Eintreffen der KlageMäuerkommissidn des Völkerbundes keine Vorkehrungen' züt»Behebung diests" ZusMdes - er-f griffen werden würdest?'- : r - - :-e Berlin. Die Schänder der- Synagoge am Kottbuser Tor sind gefaßt. Es sind fünf AngehönZe einer Hi lerschen Sturmabtei'ung. Die Repräsentan enrersammlung der- Irdischen Gemeinde Be l n stimmte der Bewilligung von Beihilfen im Höhe von 3000 Mark für die Gesellschaft „Ose" für G e s u n d h e i t s s ch u tz der Juden und von 2000 Mark für das Jiddische Wissenschaftliche Institut in Anerkennung der wichtigen Arbeit dieser beiden Institutionen zu. — Der bekannte hebräische Schriftsteller und Gelehrte, Dr. Simon Bernfeld, wurde 70 Jahre alt und aus diesem Anlaß von den Zionisten und -Hebröisten in Berlin sehr 'gefeiert. Breslau. Das Breslauer Statistische Amt veröffentlicht Einzelheiten über die jüdischen Selbstmorde, denen zu entnehmen ist: Insgesamt sind im Jahre 1929 in Breslau 218 Selbstmorde verübt worden, darunter 14 unter der jüdischen Bevölkerung (d. h. 6,4 Proz.). Breslau weist bei einer Bevölkerungszahl von ca. 505.000 rund 24 000 Juden auf (3,9 Proz.). Daraus ergibt sich die Tatsache, daß der Prozentsatz ' der jüdischen Selbstmorde fast doppelt so hoch » ist, wie der in der nichtjüdischen Bevölkerung. Posen. In Kruszewiza bei Posen kam es aus Anlaß des Jahrmarktes zu schweren Ausschreitungen gegen die Juden. Jüdische Händler wurden mißhandelt und ihre Waren ausgeplündert. Die Feuerwehr mußte der Polizei zur Hilfe kommen. Zuletzt mußte die Polizei mit scharfer Waffe eingreifen. Budapest. Der berühmte jüdische Schriftsteller und Publizist, Ernst M e z e i, feierte seinen 8 0. Geburtstag. Personalien. Frau Dr. Jeanette Hirsch Berlin, 21. März. Am 12. Adar schloß nach schwerem Todeskamps, Frau Dr. Jeannette Hirsch geh. Stern, die an der Seite ihres Gatten, ' des Arztes Dr . Markus Hirsch in Frankfurt a. M., für die kurze Zeit eines knappen Jahres ihre zweite Heimat gefunden hatte, ihre Augen zum Todesschlummer. An der Schwelle des Tages der jüdischen Lebensfreude endete dieses jugendliche Menschenleben, das sich, ihren Eltern und Angehörigen und dem großen Kreis ihrer Freunde ganz jüKHe Lebensbejahung und Lebensfreude war; und der erste und einzige Schmerz, den sie ihnen bereitete, war, als sie jetzt allzu früh den Todesweg beschritt. — Ein reiches Erbgut altjüdischer Geistes- und Herzensgröße war in sie, die Enkelin Oberrabbiners Stern- Hamburg und Provinzialrabbiners Marr-Darmstadt eingesenkt; aber die Bürde verpflichtenden Adels konnte die würdige Enkelin der großen Ahnen nicht bedrücken, sondern sie trug sie leicht in der Selbstverständlichkeit der staltung'zu " rechtfertigen. Sie war anders als ihre Altersgenossinnerst in derArtihre r a’air Jitrp und i h r e r Mebe^zür- Thora; aber sie war' L'anz und gar' nicht kopfhängerischen Schlages, ganz und gar nicht'zur Askese -und- .Weltslucht geneigt und einemschönen, edlen Lebensgenuß äbhöid. Nur: sie-ckannte-den-Le,b'o.ns h u n g er , «von-dem-unsere Jugendgeneration erfaßt ist und dessen sie -sich rühmt, ganz und absolut nicht; ihm.stand sie so fremd -gegenüber, daß sie sich nicht einmal LMuE.Mtrd,-wie unmodern ihre Denkart im Grunde? genommett-'irar! Sie war im Vollsinn des Wortes eine niMv n'rsyj : durch alle Tage ihres Erdenlebens; und so stark wardiese. Ausstrahlung ihrer Seelenreinheit, daß sie Alt und Jung,/Hoch und Niedrig inihrönBann zwang. Jeannette Hirsch hat nur Freunde hinterlassen und stie 'einen Feind /oder Gegner gesunden. Ihr Leben warkurz;-aber'' es -war» reich an empfangener und gegebener Liehe. Dem schmerzgebeugten Elternpaar aber - darf das Bewußtsein, -daß diese schöne Menschenpflanze in seiner Pflege und Wartung zu ihrer Vollendung gedieh, zur Aufrichtung und nam gereichen. ' Dr. E. B. Oberrabbiner Solomon Schreiber, Beregszasz V"ST* 24. März 1930. Dienstag nach Purim starb unser Raw, Oberrabbiner Salomon Schreiber, nach kurzer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Ein Sohn des „Ksaw Soser" war er noch einer der letzten Siegelbewahrer der ältesten Preßburger Tradition. Schon in jungen Jahren saß er, kraft der Eignung, die er'in der Schule des Vaters und Großvaters ha o an.-) erhalten hatte, auf dem Rabbinersitz mehrerer Gemeinden und seit über 35 Jahren wirkte er als geistiger Führer der großen Gemeinde Beregszasz Zum Segen derselben. Die geistige Bedeutung und Richtung dieses Mannes, einer festen Burg der Orthodoxie im früheren Ungarn, ist damit genügend ge eichnet. Erwähnt sei aber die ungemein produktive historisch-literarische Tätigkeit Rabbi Salomons Cchrci'ers. In seinem köstlichen Werke vbivvn v n sind Biographien drei führender Männer im Reiche des jüdischen Geistes, „Chatäm Sofer", „Ksaw Soser" und-Rabbi Atiba Eg er (letzterer war Großvater de; Heimgegangenen von müttrrlicher Seite) enthalten, deren erste besonders gerade in den Bemerkungen, Episoden und Glossen UNmenschliche und Zeitdokumente vermittelt, die uns das Gesicht einer ganzen großen jüdischen Epoche deutlich zeigen. Sein letztes Vermächtnis ist das vor kurzem erschienene und bei uns eingehend besprochene Werk vmaiv rm.w das auf über ICO Seilen offene und Privatbriefe von und an Rabbi Akiba Eger, Rabbi Mosche Sofer, „Ksaw Sofer", Rabbi Schimon Sofer aus Krakau und „Schewelh Sofer", mitsamt reichem Bildermaterial aus dem Preßburger Milieu erschienen bei Schlcsinger, Wien-Budapest) verci igt. Einer der letzten Zeugen einer großen Zeit, einer der 'i'va ist von uns gegangen. Die tiefe Trauer weit über Gemeinde und Heimatland des Rabbi hinaus ist begreiflich. Seine Werke werden in der Welt sein Andenken wach erhalten, wie seine Lehrtätigkeit seinen Namen in seiner Gemeinde und Umgebung in ewigem Andenken aller erhallen wird. n'-axin- Vermischtes. Frau Baruch Gokdschmrdt, Jettchen geb. Straus, Hochstadt bei Haunau, feiert am 4. April in voller Rüstigkeit ihren 84. Geburtstag. Familiennachrichten. Geburten: Ein Sohn, Herrn Leo Spiro, Butzbach, Hessen. Vermählte: Alfred Löwy, Margarete Löwy geb. Jacob, Vermählte. Berlin, Burgstraße. Nauheim S Hotel Flörsheim Pesach geöffnet Die Bezirksstelle Wächtersbach—Bad Orb soll tunlichst zum IS. Mat besetzt/werden. - Gesucht wird ein Fließendes Wasser - Zentralheizung Telefon 2315 stirumbegabter im und ein in Theorie und Prarts gut durchgebildeter vnw. der zur Ausübung der nvmv von gesetzestreuen Rabbinern autorisiert ist. Der Anzustellende (Inländer) soll während der Sommermonate in Bad-Orb,-während der Wintermonate in Wächtersbach wohnen. 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