Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1930)
- Date
- 1930-01-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Nr. 5 Der Israelit 30. Januar 1939 und nachhaltigsten Erfolg wünscht. Aber leider sind bereits in der ersten Versammlung sehr seltsame Gedanken aufgetaucht. Da wird'behauptet, Hirschs Sprache sei den jungen Leuten nicht mehr verständlich, und man müsse Hirsch erst in zeitgemäßes Deutsch übersetzen. Es ist ja ohne weiteres zuzugeben, daß man Hirsch nicht lesen kann wie einen Zeitungsroman, oder wie einen Sportbericht, aber die Forderung nach einer Umarbeitung der kostbaren Werke des großen Meisters kommt mir so vor, als wenn Jemand den Vorschlag machen wollte, Goethe in modernes Deutsch, oder Raschi in modernes Hebräisch zu übersetzen. Ist es denn in der Tat notwendig, der Jugend alles so bequem wie irgend möglich zu machen? Darf man dem Geist der jüngeren Geschlechter nicht zumuten, sich in die Diktion eines vergangenen Zeitraums der deutschen Sprache zu beschäftigen? Gehört es etwa nicht zum Inhalt des von Hirsch so energisch verfochtenen Grundsatzes von „Thora im derech erez" wenn man verlangt, daß man sich mit den Formen der deutschen Sprache des vorigen Jahrhunderts ebenso gut befaßt wie mit der Syntax der lateinischen oder der altgriechischen Sprache? Es ist ja leider so, daß gewisse Leute recht gerne wieder von dem Grundsätze Hirschs abweichen möchten, und daß sie, wie in den Zeiten vor Hirsch die Beschäftigung mit profanen Dingen nur soweit zulassen' möchten, wie es die Notwendigkeit des Broterwerbs erfordert und man vergißt ganz, daß der große Meister feine Erfolge gerade dadurch erzielt, daß er seine Gedanken in einer auch dem Ungelehrten verständlichen und deutlichen Sprache ausdrückte. Diese Sprache aber, so wie er sie geschrieben hat, nach den Bedürfnissen der heutigen Ausdrucksart abändern, das bedeutet nichts anderes als seine Worte abzuschwächen, ja, sie zu verfälschen und zu verderben. Wer einigermaßen in der deutschen Literatur bewandert ist, weiß, daß Rabbiner Hirsch ein für seine Zeit sehr modernes und allgemein verständliches Deutsch gesprochen und geschrieben hat und es kann unmöglich eine Schwierigkeit sein, dieses Deutsch auch heute noch zu verstehen und zu begreifen, wenn man sich nur ein wenig Mühe gibt, die Perioden des hinreißenden und anfeuernden Redners ein wenig zu zergliedern, denn der „Choreb", und um diesen geht es doch hauptsächlich, ist eine große Sammlung von Reden hinreißenden Schwunges -und tiefsten Gehaltes. Natürlich müssen auch die Lehrer, die die Jugend an der Hand von Hirschs Schriften in die Thora einführen wollen, sich zuerst mit Hirsch vertraut gemacht haben und nicht ohne Vorbereitung oder init den schlichten Formen der täglichen Gebrauchssprache an diese Arbeit Herangehen. Also Hände weg von der Verböserung der Schriften des großen Meisters. Wer Hirsch nicht mit den Worten seines Verfassers lesen kann, der möge ganz davon bleiben? R. E. Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Aus Anlaß der Jahrzeit von Frau Clementine Oppenheimer rry findet am Mittwoch, den 5. Februar, 21.30 Uhr, in der Schwanenstraße 12, ein Lernen statt. Unter Leitung des Herrn Louis Kahn nimmt am kommenden rav. 3. Schewat, ein Tefillohkurs, und zwar für Damen und Herren, seinen Anfang. Der sechste Abend — für Damen und Herren — der Arbeitsgemeinschaft für Politik ist am kommenden Mauzoe Schabbos, 21 Uhr. Jüdischer Turnerbund E. V. Der Jüdische Turnerbund E. V. veranstaltet am Sonntag, den 2. Februar, eine Wanderung in den Messeler Park. Treffpunkt um 8.30 Uhr (präzise) am Hauptportal des Hauptbahnhofes. Der Jüdische Turnerbund E. V. plant für Mitte März eine große Purimfeier. Die Vorbereitungen sind bereits im besten Gange und werden sich an dem reichhaltigen Programm neben Mitgliedern des Vereins auch erste hiesige Künstler beteiligen. Bemerkung. Das Bild der Grabstätte von Rabbi Josef Teomim (crnn ■ns) mitsamt biographischen Angaben in der jüngsten Nummer unseres Blattes danken wir Herrn Lehrer Karl Harto gfohn in Berlin. Briefkasten. Ist. Hr. ZZerkin. Sie müssen uns die Lösung des rrrn verraten, bevor diese im Drucke erscheint. 1) Der Streit ist nicht geschlichtet worden, ow nnns? 2) Wenn man es sicher weißt, nein. 3) Das können wir Ihnen nicht so genau sagen. 4) „David" ist in diesem Falle soviel wie davidischer Abstammung (Davide). Moschiach ist ein in p. hat aber nach Talmud verschiedene Namen. G. in Sir. ffs. 75.— eingegangen und für Abonnement verbucht. Gemeinden, die in den letzten Jahren eine Mikwoh neu errichtet oder instandgesetzt haben, werden von einer Gemeinde in Süddeutschland gebeten, ihr durch Vermittlung des „Israelit" darüber Mitteilung zu machen, damit sie sich zwecks Austausch der dabei gemachten Erfahrung direkt mit den betreffenden Gemeinden in Verbindung setzen könnte.— Gebetzeilen. 8->xi nnw. Freitag abend 4.55 Samstag n»5Wn 6.50 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 6.10 Wochengottesdienst: Alorgens 6.45 Nachmittags 5.00 Tefillin-Legen am Morgen 6.45 Familiennachrichten. Goldene Hochzeit: Adolf Emanuel aus Simmern im Hunsrück feiert mit seiner Gattin Mathilde geb. Marx am 17. Februar lf. I. die goldene Hochzeit. 80. Geburtstag. Herr Rafael Marx, Schwäbisch Hall feiert am 3. Sebr. seinem 80. Geburtstag. Geburten: Ein Sohn Harry Ephraim Berlin NW. 87 Levetzowstr. 19 a. 19 Tebeth. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Freitag abend nach Schul, Mikrovortrag Herr Dr. I. Saffrä. Samstag morgen nach Schluß der Synagoge „Dinim", Herr Dr. E. Posen. — Nachmaittag 3/4 Stunde vor Mincho, Mikro, Herr Dr. Hofmann. — Eine 7« Stunde nach Nacht (ebenso Sonntcg vormittag 8 UhrL „Gemoro", Herr Joachim Söffe. Sonntag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) im Hörsaal, ms "n, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — Vormittag 9l,4 Uhr (ebenso Dienstagabend 6* 9 Uhr Vereinslokal) „Gemoro", Herr R. A. Gerson Posen. — Abends 6 Uhr Vortrag des Herrn Red. S.Schachnowitz „VonMoses Mendelssohn bis S. R. Hirsch" (Das westliche Judentum nach Napoleon). Montag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), im Hörsaale, Mffchnalernen der Mitglieder. — Zu gleicher Zeit im Sitzungszimmer Friedberger Anlage" von Montag bis einschließlich Donnerstag, „Gemoro", Herr Dr. S» Ehrmann. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, „Gemoro", Herr Rabb. Dr. I. Breuer. — 8l/2 Uhr, (ebenso Donnerstag), „Gemoro", Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen, nach Schluß der Synagoge, (ebenso Freitag), „Mischna", Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83/4 Uhr „Schaslernen", Herr Herz Halpern. Jahrzeitsstiftungen. mp 1. Febr. Benny Benjamin-Stift. Dienstag 4. Febr Julius M. Bier-Stift. Donnerstag 6' Februar Willy Prager Benjamin Kullmann-Sttftung. Liwjath Chen. . Samstag mittag nach Mincho im Hörsaale Friedberger Anlage Vortrag des Herrn Schachnowitz Jüdische jFrauenoereinigllng E. B. Dienstag, den 4. Febr. 1930 nachm. 4 Uhr im Promenaden-Cafe Friedberger Anlage. Musikalischer Nachmittag Gesang: Frau Alice Goldschmidt. Klavier: Frau Klärchen Wohlfarth. Dienstag den 14. Jan. 30. 6 /2 U^r im Hörsaal Friedb. Anlage Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Zahnarzt Dr. S. Ehrmann: Die Sidroh. Statt Ka Fürth i. ] Mathildens Empfang i rten n"3 ROSEL SCHÄCHTER JERNHARD SULZBACHER Verlobte 3, Fürth i B. tr. 16 Wiesbaden/ßiebrich i Biebrich : Samstag, 8. und Sonntag, 9. Febr. m EZECHIEL TIDER BERTA TIDER geb. Greiwer Vermählte Frankfurt a. M. Bochnia/Polen Vogelsbergstr. 11 Trauung in Bochnia, Freitag, 7. Febr. 1930/x'-m V2N "0 2 Uhr nachmittags ■ XonPorbedarf Keller Wesersf fasse 22 Talmud Tora Realschule, Hamburg, Giindelhol 30 Gesucht z u Ostern1930 jüngeren rer der mit der Arbeitsweise der Grundschule durchaus vertraut ist. Sokortiae Mrldungett^n d e Schulleitung. Hochdeutsch. Israeliten Gemeinde Altona Für die in traditionellem Geiste geführte öffentliche Volksschule > n erer Gemeinde wird zum Beginn des neuen Schuljah.es (1. April) eine jüngere Lehrerin gesucht, die nach modernen Grundsätzen auch im Hebräischen unterrichten kann, des Schwimmens kundig und befähigt ist, den Turnunterricht zu erteilen. Die Anstellung erfolgt vorläufig auf Privatdienftvertrag. Gehalt nach staatl. Sätze-,. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften möglichst sororl erbeten an das Gemeindesekretariat Aitona a. E., Breitestr. 15. Altona, den 27. 1. 1930 Die Schulkommission der Hochdeutschen Ysraeiiten-Gemeinde. PensionM.RaclielsoiinWwe Frankfurt-M Langestr. 551. Telef. Hansa 1949 Unter Aulsicht der Israel Relig.-Ges. Gutes Mitlagu. Abendessen in und außerhalb des Hauses zu de>. bekannt, billig. Preisen sowie Menüs nach speziell. Wünschen •Schöne helle u. ger. Zimmer f. Vereinszw., Festlichkeit etc *120 Unt. Aufs. Sr. Ehrw. 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