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Der Israelit · 1930-01-23 · Heft 4 (23.1.1930) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 4 (23.1.1930)
Date
1930-01-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10. Nr. 4. Der Israelit 23. Januar 1930 Die Woche. Eine Rabbiner Hirsch-Gesellschaft. Auf Einladung des Mekor Chajim trafen sich Mittwoch abend in den Amtsräumen des Rabbinats in der Jeschiwa etwa dreißig Teilnehmer, um über die Gründung einer Rabbiner Hirsch-Gesellschaft zur intensiven Pflege des Hirschgeistes, zur Verbreitung und Popularisierung der Hirschschriften usw. zu beraten. Unter den Anwesenden sah man den Herrn Gemeinderabbiner, Herrn Rabbinatsassessor Posen, den Roschjeschiwa, einzelne eingeladene Mitglieder des Vorstandes und Gemeinderates, Dozenten des Mekor Chajim und Lehrer der Schule wie Vertreter der Jugend. Der Vorsitzende des Mekor Chajim, Herr Josef Sänger, begrüßte mit kurzen Worten die Versammelten, worauf Herr Gemeinderabbiner Josef H o r o - w i tz in einer Ansprache die Notwendigkeit auch für die heutige Generation betonte, sich mit dem oy m n- Prinzipe von S. R. Hirsch vertraut zu machen und daraus Stab und Stütze im Kampfe gegen die mannigfachen Gefahren der Zeit zu gewinnen. Herr Dr. S. E h r - mann erläuterte dann in längeren Ausführungen Zweck und Ziel und Arbeitsprogramm der Gesellschaft. Daran knüpfte sich eine ausgiebige, auf hohem Niveau stehende Diskussion. Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer führte aus, daß es heute nicht allein um das r<"irn-Problem im Großen geht, sondern daß auch die einzelnen Gedanken von S. N. Hirsch noch volle lebendige Aktualität und von ihrer erzieherischen Wirkungskraft nichts eingebüht hätten. 'Es gibt kaum eine eindringlichere Musfarlektüre als die Hirschschriften. Er berührte auch die Frage der Uebertragungen der Hirsch-Werke ins Hebräische und in andere Sprachen. Von verschiedenen Seiten, so auch von Herrn S. Katzen st ein, wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Schreibweise von S. R. Hirsch der heutigen Jugend nicht mehr Zusage. Rabbiner Jonathan H o r o w i tz, Jerusalem, meint, man müsse zunächst Hirsch in ein populäres Deutsch übersetzen. Herr Dr. Isaak Breuer nimmt zu grundsätzlichen Fragen das Wort und zeichnet in scharfer Dialektik „die Gefahren, die durch eine Abkehr von den Hirschprinzipien heraufbeschworen" worden seien. Wolle die Gesellschaft den Geist von S. R. Hirsch dßegen und verwalten, s» müsse sie den ganzen Hirsch akzeptieren und ihn vor allem in Gemeinde und Gemeinschaft, auch gegenüber Verirrungen, wie sie z. B. in der Agudas Jisroel Platz gegriffen hätten, zur Geltung bringen. Es gelte, noch in zwölfter Stunde, die deutsche Orthodoxie zu retten. Herr Redakteur S. Schachnowitz hält diese grundsätzlichen Auseinandersetzungen für mindestens verfrüht. Es sei nicht gut, dem Kinde schon vor der Geburt den Stempel des politischen Kampfes aufzudrücken. Er spricht ferner von der Bedeutung S. R. Hirschs für den Osten. Herr Studiendirektor Dr. Elias wünscht als Zweck der Gesellschaft eine Vertiefung und Verbreitung der geistigen Probleme und ihrer Lösungen im Kommentar und in den anderen Hirsch-Schriften. Es fei eine traurige Wahrheit, daß der heutigen Jugend der Sinn nach Hirsch-Lektüre nicht stehe, was natürlich nur an der äußeren Form liegt. Es fei nach Mitteln und Wegen zu suchen, die Jugend für Hirsch zu gewinnen. Herr Dr. Salomon Adler und Herr Gerson S ch n e r b wünschen, daß die Jugend an den Bestrebungen der Gesellschaft mehr interessiert und beteiligt werde. Nachdem auch andere Redner, zu Worte gekommen waren, wird die Hirsch-Gesellschaft ins Leben gerufen. Das Programm sieht als Zweck der Vereinigung vor: a) Heranbringung des geistigen Erbes S. R. Hirschs durch Schrift und Wort an alle, die seiner unter den verwirrenden Einflüssen der geistigen und kulturellen Strömungen unserer Zeit mehr als je bedürfen, durch Verbreitung seiner Weltanschauun , und der von ihm gelehrten Wahrheiten auf den GÄiieten des Einzel-Gemeinde- und Gesamtheitslebens. b) Verbreitung seiner literarischen Werke in den jüdischen Volksmassen durch Popularisierung, Verarbeitung sowie durch Uebersetzung vor allem ins Hebräische und Jiddische. Mitglied kann jeder Jude und jede Jüdin werden, welche die Ziele der Gesellschaft zu fördern gewillt sind. Zu Funktionären können nur solche Persönlichkeiten gewählt werden, die auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums stehen. Der vierteljährliche Beitrag wird auf Mk. 2,50 festgesetzt. Ortsgruppen sollen an allen in Betracht kommenden Orten gegründet werden. Die Zusammensetzung der Verwaltung steht bisher noch nicht fest. Skellenvermiltlung. Die Schomre Schabbos-Stellenvermittlung der Agudas Jisroel teilt mit, daß zur Zeit eine große Zahl von Lehrlings st ellen zu besetzen sind, für die sich Lehrlinge melden wollen. Dagegen sind bei der Vermittlungsstelle mehrere Lehrmädchen und >Kontori st innen vorgemerkt, die Stellen suchen. Firmen, die solche Stellen zu vergeben haben, werden gebeten, sich mit der Stellenvermittlung in Verbindung zu setzen. Lehrlinge und Angestellte, die von auswärts kommen, können durch die Schomre Schabbos- Stellenvermittlung der Agudas Jisroel Zimmer und Pension in guten Häusern zu billigen Preisen angewiesen bekommen. Meldungen erbeten an Schomre Schabbos-StellenVermittlung der Agudas Jisroel, Schwanenstraße 12. Aus der Agudas Iisroel-Jugendgruppe. Ueber: „Jugendprobleme", also ein Thema, das alle Gesetzestreuen angeht, spricht am Sonntag, den 16. Februar, Herr Direktor Dr. M. Elias, Frankfurt a. M. Näheres über Zeit und Ort der Veranstaltung folgt noch. Es hat sich erwiesen, daß die bisherige Art der Freitagabend-Zusammenkünfte nicht den Anforderungen, die weite Kreise unsrer Freunde hieran geknüpft haben, entsprochen hat. Die erforderlichen Schritte zur gründlichen Behebung aller Mängel sind unternommen worden. Einstweilen finden die Abende noch keine Fortsetzung. Freunde und Mitglieder der Agudo werden bei Wiederaufnahme benachrichtigt. Erinnert wird daran, daß der zweite Abend der Arbeitsgemeinschaft Dr. S. Ehrmann über Fragen Samstag abend 21 Uhr, Schwanenstr. 12, stattfindet. Die Arbeitsgemeinschaft für aktuelle Tages fragen soll jüngeren Mitgliedern (nur Herren) in zwangloser Aussprache zur Klarheit und vor allem zu einer größtmöglichsten Urteilsreife über die Geschehnisse des Tages, vom jüdischen Standpunkt aus betrachtet, zu verhelfen versuchen. — Herr Dr. Willy Hofmann, der Leiter dieses Abends, ladet dazu zum Mittwoch den 29. Januar, 21 Uhr, Eschenheimer Anlage 1, pt., herzlich ein. Allwöchentlich, am na», von 12—13 Uhr, bespricht Herr R.-A. Jsak R o s e n h e i m mit den jüngeren Mitgliedern der Agudas Jisroel-Jugendgruppe die i-ro\ Dabei werden die besonders interessierenden Tagesfragen und Agudoprybleme eingehend behandelt. — Auf das Bestreben dieses Zirkels sei nachdrücklich verwiesen. Der Mischnajos-Schiur des Herrn Dr. Hirsch (rpo) wurde zu Ende geführt. Der neue Schiur (wi-pv) beginnt nächsten Samstag 16 Uhr. Jüdischer Turnerbund L. V. Am Sonntag den 2. Februar veranstaltet der Jüdische Turnerbund E. V. eine Wanderung in den Messeler Park. Treffpunkt um 8.30 Uhr (präzise) am Hauptportal des Hauptbahnhofes. Am Mittwoch den 29. Januar findet ein Vortrags- Abend in unserem Heim, Langestraße 55, statt, an welchem unsere Lehrkräfte kurze Referate über: „Sportliche und turnerische Arbeit im Jüdischen Turnerbund E. V." halten werden. Das interessante und aktuelle Thema dürfte jedem Mitglied und Freund des Vereins seine Teilnahme gebieten. Das Jüdische Heim. Die Pension N. R a ch e l s o h n W w. (vorm. Jüdisches Heim) Frankfurt a. M., Langestr. 55, 1., die unter Aufsicht des Rabbinats der Israelitischen Religionsgesellschaft steht, bittet uns, bekannt zu geben, daß sie, entgegen anderer Auffassung, ganz auf eigene Rechnung der Inhaberin geführt wird, ferner daß daselbst außer Mahlzeiten zu dem feststehenden, bekannt billigen Preise auch solche nach von Gästen gewünschten Menüs billig verabreicht werden. Die geräumigen, schönen und hellen Räume stehen auch Vereinen und Gesellschaften zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten zur Verfügung. Die Pension ist unter „Hansa Nr. 1949" telefonisch zu erreichen. Konzert der Jüdischen Wohlfahrtspflege. An dem Abend der Jüdischen Wohlfahrtspflege im Kleinen Saalbau am 27. Januar werden Elfe Gentner- Ziegler und Benno Ziegler ein Duett aus Haydns „Schöpfung" singen. Benno Ziegler bringt als Uraufführung eine Arie aus dem Oratorium „Mose" von Rosy Geiger-Kullmann. Anni Steiger-Vetzak spielt u. a. mit Paul Meyer die Sonate A-dur von Cesar Frank. Hedwig Elkan und Dr. Otto Eisner spielen Werke von Mozart und Schumann an zwei Klavieren. Eintrittskarten erhältlich: Jüdische Wohlfahrtspflege, Frankfurt a. M., Langestr. 30, Tel. H. 9548, C. A. Andre, Steinweg 7, B. Firnberg, Schillerstr. 20, Lina Schott, Rathenauplatz .10, Olga v. Hagen, Goethestr. 3, H. Wronker AG., Zeil und an der Abendkasse. konservativer jüdischer Jugendverein. Der Verein macht darauf aufmerksam, daß jeden Mittwoch in unseren Vereinsräumen Theobaldstr. 6 abends 9 Uhr Arbeitsgemeinschaften unter Leitung der Herren Rechtsanwalt K l i b a n s k r, Dr. Ernst F r e i m a n n, Dr. Jos. Frank u. a. stattsinden. Ein Rundschreiben des Rektors der Frankfurter Universität. Der Rektor der Universität Frankfurt, Pros. Küntzel, hat an sämtliche eingetragenen Korporationen und Vereine folgendes Rundschreiben gerichtet: „Ich weise, wie mein Herr Amtsvorgänger,, durch einige Ereignisse der letzten Zeit veranlaßt, mit allem Ernst darauf hin, daß jeder Mensch, welches immer seine Nation und Rasse, seine religiöse und politische Ueberzeugung oder sein Stand und seine Weltanschauung sein mag, voller Achtung wert ist, so lange er sich diese nicht selbst durch seine Handlungen verscherzt. Allen Angehörigen unserer Universität mache ich diese Achtung jedes ehrenwerten Mitmenschen und seiner Ueberzeugung zur Pflicht." Vor einigen Wochen ist bekanntlich an der Frankfurter Universität die dortige nationalsozialistische Studentengruppe verboten worden. Bemerkung. Für das im Feuilleton der vorigen Nummer empfohlene c •na©» nso von Rabbiner Dr. Winkler, Kopenhagen, hat die Firma L. Sänger, Frankfurt a. M., den Kommissionsverlag übernommen und ist das bedeutende Werk zum Preise von Mk. 5.— bei dem genannten Verlage zu beziehen. Frankfurter Vereinskalender. Verein Wekor Chajim. Freitag abend nach Schul, Mikrooortrag Herr Karl Ochsenmann Samstag morgen nach Schluß der Synagoge „Dinim", Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag 3/4 Stunde vor Mincho, Mikro, Herr Dr. Hosmann. — Eine */« Stunde nach Nacht (ebenso Sonntag vormittag 8 Uhr), „Gemoro", Herr Joachim Soffer. Sonntag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) im Hörsaal, ms "n, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — Vormittag 974 Uhr (ebenso Dienstagabend 6* v Uhr Vereinslokal) „Gemoro", Herr R. A. Gerson Posen. — Abends 6 Uhr Vortrag des Herrn Emil Goldschmidt über „Eine Schiffsreise". Montag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), im Hörsaale, Mischnalernen der Mitglieder. — Zu gleicher Zeit im Sitzungszimmer Friedberger Anlage von Montag bis einschließlich Donnerstag, „Gemoro", Herr Dr. S. Ehrmann. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, „Gemoro", Herr Rabb. Dr. I. Breuer. — 8 7a Uhr, (ebenso Donnerstag), „Gemoro", Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen, nach Schluß der Synagoge, (ebenso Freitag), „Mischna", Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83/4 Uhr „Schaslernen", Herr Herz Holpern. Jahrzeitsstiftungen. Montag 27. Jan. Rabh. Samson Raphael Hirsch, Selig Goldschmidt und Jsaac Eschwege-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Schabbos morgen, 772 Uhr Haschkomo, Schwanenstr. 12 Daf-Jaumi, Dozent Herr Herz Holpern, Schabbos . 12—13. Sonntag 11—12, Montag—Freitag 12—13, Gelegenheit zum Lernen — alltäglich 9—12 Uhr.- Montag und Mittwoch, 20'l2—2V/2 Uhr, Gemoro Bowo Mezio: Dozent Sc. Ehrw. Herr Rabb. Horowitz. Schiur: Prophetien des 8. Jahrhunderts, Leitung Herr Dr. Merzbach, Röderbergweg 9. Wöchentlich Donnerstags 3/,21—3/422 Uhr. Mauzoe Schabbos 18 /4 Uhr Vorbereitungsschiur: Bowo Mezioh, Dozent Herr Ch. Liverhant. Sonntag 11—12 Uhr Mischnajoth Nesikim: Dozent Herr Ch. Liverhant. Bürostunden der Leitung der Jugendgruppe allwöchentlich Sonntags von 10-13 Uhr. Außerhalb dieser Zeit nach vorheriger Verständigung mit dem Vorsitzenden, Herrn Hartog Hartogsohn, Ostendstraße 82, Car. 44 368. Liwjalh Chen. Samstag, mittag nach Mincho im Hörsaale Friedberger Anlage Vortrag des Herrn Schachnowitz über „Seine Sendung" (zum 27 Teweth). Jüdische fZrauenvereinigung E. V. Sonntag, den 26. Jan. nachm. 6 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage Vortrag des Herrn Lyzeal-Oberlehrer Karl Ochsenmann: Neuzeitliche Psychologie und Pädagogik im Lichte jüdischer Weltanschauung. Dienstag den 14. Jan. 30. 6 /2 Uhr im Hörsaal Friedb. Anlage Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Zahnarzt Dr. S. Ehr mann: Die Sidroh. Gebetzeiten, n mw nnw Freitag abend 4.45 Samstag NV2VN 6.55 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 6.00 Wochengottesdienst: Morgens 6.50 Nachmittags 5:00 Tefillin-Legen am Morgen 6.50 Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton <S. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. B.: S. Schachnowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L Kaufmann in Sprendlingen <Kr. Offenbach). — Verlag Israelit", G. m. b. H., Frankfurt a. M- — Druck: tzermon Verlag, und Druckerei. Frankfurt a. M.

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