Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1930)
- Date
- 1930-01-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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f 2. Januar 1930 " 7 - Der '3 s r a e l i t kaufen ihre Diät and Nahrungsmittel im REFORMHAUS Schäfergasse 25, Rufnummer Hansa 1484 Zweiggeschäfte: Höchst, Antoniterstrasse 31 Eschersheim, Am weißen ^Stein IS G fett, sondern für die Feststellung der W ah rh ei t und, für die beste Methode der Erhaltung der jüdischen Gesetzestreue in Erez Jsroel, und daß wir diesen Kampf in keiner Weise als peinlich empfinden können. Möge Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach-dufür sorgen, daß auch nur eine der von der palästiiMnsischen Orthodoxie allgemein anerkanntem rabbimschen Autoritäten Erez Jisroels ihm zur Seite tritt M'd wir werden dann die ersten sein, die für ein Schulsystem, wie' wir es oben gekennzeichnet haben, eintreten. Die Argumente, die Herr Dr. Carlebach zu diesem letzten Punkt gegen uns ins Feld führt, treffen in keiner Weise zu. Denn wir würden ebenso dagegen sein, beispielsweise mit deutschem Gelbe m Ungarn, enbgegen der dort geltenden Auffassung „Rabbinerseminare" zü' errichten, wie wir uns gegen die Aufoktroyierung-'europäifcher Kultur in Erez Disroel wenden. Es besteht also auch in dieser Beziehung nicht der geringste Widerspruch. Innerhalb der agudistischen Orthodoxie sollte es u. E. in der Jerusalemer Schulfrage^ keine zwei Standpunkte geben dürfen, sonderrrmur den e i me n: „Objektive Würdigung der religiösen Ueberzeugung der Palästinensischen Rabbinen und vertrauensvolles, auf Ehrfurcht und Liebe' aufgebautes Zusammenarbeiten mit ihnen." - Korrespondenzen « ßacbricbten Deutsches Reich Reichsverband der Schomre Schabbos Stellenvermittlungen. Frankfurt «. M., 27. Dez. Auf Einladung des Berliner Stellenv ermitt - l u n gsver >ei n s, iiter aus Dem Zusammenschluß der Berliner I SieümDermiMunQß^enku’te. der A g ub a s %"i s r oe l und des Berliner S ch 0 m x e Schab b o s- Vereins hervorgegangerv ist, fand gestern hier eine gutbesuchte Tagung' der größeren sabbattreüen S te l - lenvermittl ungenstatt. Dertreten waren außer dem Berliner Verein der Hamburger israelitische Stellenvermi ttlungsvöve'iN', die W ü r z b urger Vereinigung der Sabbcrtfreunde, die Ortsgruppen des Angestslltenbunide-s „ A gudas- Jis r oel" von Fran k =' furt, Fürth und Köln und der Verein zur Wahrung der Interessen, des gesetzestreuen. Judentums, in Laden non Man nheim. Nachdem Herr Avon, Lömenstein. aus- Berlin in. einem. mit zahlreichen überaus wertvollen. praktischen Änrogungen verknüpfen Referat über die Entwickelung des gesetzestreuen StelteTwernÄttlüngswefens m Deutschland berichtet und die Notwendigkeit eines gänzlich auf die technischen 'Aufgaben der Stellenvermittlung, der Berufsberatung und Rechtsberatung beschränkten Zusammenschlusses nachgewiefen hatte, wurde der von Berlin vorgslegte Satzungsentwurf durchberaten und hierauf'ei n st r m m rg, die Ko-nstitui>erun g des Reichsverbandes der jSchomre Schab - b o>s Stetl,envermittlungen" beschlossen. Der ^Zusammenschluß läßt die einzelnen Vereine als solche in ihrer Selbständigkeit und in ihrem über die Stellenvormittlung hinausgehenden Aufgabenkreis vollkommen unberührt. und . bezieht sich ausschließlich auf die p r a ktische Stellenvermittlung Zweck des Verbandes ist die systematische Organisierung der Stelleniipch;; ÄnschMgigm^ -Aübeitsge^ biete ^itwr das ganze RÄch, die Gründung von weitem ren Stellen-vermittlumgen.im Bedarfsfall und die Vertretung der gemeinsamen Interessen nach außen. Die Mitgliedschaft des.Verbandes können , solche Stellenvermittlungen erwerben, die auf gemeinnütziger Grundlage und unter gewissenhafter Wahrung, des Reltgionsgesetzes arbeiten; außerdem können Einzelpersonen' und Firmen Mitglieder werden. Die Verwaltung erfolgt durch einen aus. den Vorstehern 'der StellMvermittkungen bestehlenden Berwaltungsausschuß und .einen geschästsführenden Vorstand. Zum Sitz des Verbandes wurde Berlin bestimmt. . Die Leitung liegt bis zur endgültigen Wahl in der Hand des Berliner Vorstandes. Di- Woche. Berlin. Der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde gab am Sonntag Mittag zu Ehren des Ensembles der „Habima" ein Fest in den Räumen, des Repräsentandensitzungsfaales. — Der Verein „Jüdische Presse" veranstaltete am 23. Dezember einen- Bierabendzu dem Führer der Mischen Organisation>en verschiedener Richtung und eine gi^oße^ Anzahl von Journalisten und Schriftleiter der jüdischen - Blätter erschienen. — Der Redakteur der Moskauer Machen Tageszeitung, „Eines", Lttwakow, wird sich demnächst als Angeklagter vor der zentralen Kontrollkommission der kommunistischen Partei wegen. Autokratie zu verantworterr haben. Kolm Am Montag fanden schwere nationaksozialistische Ausschreitungen gegen die jüdischen Warenhäuser statt. Die Fenster der Warenhäuser Tietz, Alsberg u. a. ' wurden mit Sternen, bombardiert und eingewarfen. Weimar. Die Nationalsozialisten beanspruchen das Innenministerium, ein. weiteres Ministerium sowie ein Staatsministerium. Zwei Ressorts wurden ihnen bereÄs zugesichert. Bukarest. Während der Aufführung eines französischen Stückes im Theater arran- > gierten antisemitische Studenten bei dem Auftreten einer jüdischen Schäuspieltzrin einen großen . Skandal mit Stinkbomben. Aehnliche Ausschreitungen sind beim Auftreten jüdischer Schauspieler auch in Klausenburg, Jassy und Temesuar vor gekommen.. In Jassy wurden" auf offener Straße jüdische Studenten angeg>riffen und schwer mrißhandelk. — Nach einer Meldung des Ministeriums des Innern, sind alle Schuldigen, die an den letzten anbisemiiischen Ausschreitungen teilncchmen, festgestellt und der Staatsanwaltschaft übergeben, worden. Die Ausschreibungen dauern übrigens an. — In B o zean ist im Alter von 70 Jahren einer der bedeutendsten Gelehrten Rumäniens, Rabbmisr Bezälef Schaf ran f. A. gestorben, kowno. Die hier stattgehabte Konferenz der litauifchen. Rabbiner ist am 23. Dezember geschlossen. worden. Näherer Bericht folgt. Moskau. In Odessa sind 400 Zionisten aller Richtungen ohne Angabe von Gründen verhaftet worden. — Zum Volkskommissar für Finanz-! wesen in Sowsstnußland wurde eine jüldische Dame, Frau Verra Jakolleva, ernannt. Sie stt 44 Jahve alt und seit Jahrzehnten in ' der revolutionären Bewegung. Wilna. Am / nächsten Semester wird an der Wilnaer Universität ein. L e h r st u h l für hebräische Sprache .u nd L i t e r a t u r errichtet werden. Newyork. Dr. Ehajim Hell-er aus Berlin hat fein Amt als Dozent für Bibel und biblische Literatur an der Rabbi Jizchok El- .chanan-Hochschule iü Newyork " angedreten. Jerusalem. Ein, Regierungskommunique teilt mit, daß die Arbeit im Hafen, von Haifa in der letzten Zeit ftark fortg^chMien. ist. — Der Finanzdirekbor der transjordanifchsn Regierung erklärte im Parlament, es fei am besten, ' in Transjordanien die. palästinensische Währung emzuführen. Jerusalem. Am 21. Dezember vollendete Miß Henrietta S z v l d, die Leiterin der zionistischen Frauenbewegung! in Amerika und zur Zeit Mitglied der Monistischen Exe- - kutive «in Palästina, >ihr^70. Lebensstchv. — Der Gouverneur von Jerusalem teilte dem..Schiffsbüro mit, daß Touristen, die Palästina besuchen wollen, ohne Bedenken es , tun köMen. Die Regierung übernimmt die volle Berant- ' woriung für ihre Sicherheit. Oeffentliche Kundgebung der gefetzeskreuen Än- . gestellten in Berlin. Berlin, 27. Dez. . Im überfüllten'großen Saale des „Hackeschen Hofes" 'and am 16. Dezember eine Kun-dgebung der geifetzestreuen Angestellten in Berlin „statt, die vom prooisori'- schen/, AntzestMeiEMchitß" des 'Verein''für' Stellender-! M'ittkung „Schomre Schabbos" Berlin einberufen war. Herr Hirsch A.u erstach eröffnete die staMche Ver- Nr. 1 Sette 5 Q-/W- HOLZ F R A M K F U B T - A *fl G E 6 B : 18*9 sammlung 'und zeichnete kurz die Motive,, 'die vor drei Viertel Jahren zur Gründung der Angestellten-Gruppe. geführt haben, in erster Reihe die unerhörte wirtschaftliche Rot, die den sabbattreuen Angestellten 'in ganz - » besonderer Schwere trifft. Es fei daher ein Gebot der Stunde, daß die Angestellten in ihrem ureigensten Jn,- teresse die praktische Arbeit des " Verein für Stiellenver- > mitllung „Schomre Schabbos" wie Stellenvermittlung, Berufsberatung, Rechtsberatung ufw. aufs wirksamste unterstützen und gleichzeitig die Gesamtinteressen 'der., Angestellten durch Geschlossenheit wahrnehmen.Der Schomre Schabbos-Derein konnte trotz' der widrigen Umstände^ die es feit Jahren zu überwinden gast, immerhin über 2000 Stellen feit der im Jahre 1924 erfolgten Reorganisatl'on vermitteln. Der erste Redner, Herr Willy Isaak, Berlin, sprach über das Thema: Der sabbattreue Angestellte und die wirtschafttiche Lage in Deutschland". Er fordert unter eingehender Begründüng und unter Hinweis auf die ähnlich'gerichteten Bestrebungen an anderen Plätzen 'des Reiches, den organisatorischen Zusammenschluß der sabbattreu'M' Angestelltenschaft im Rahmen des Vereins für Stellenvermidi'lun'g „Schomre Schabbos". Die in Angriff zu nehmenden Aufgaben hätten vor allem, außer in 'der Unterstützung der bisherigen Arbeit des Schomre Schabbos- Berein, zu bestehen: 1. in der Propagierung ^der Sabbat-Idee in Wort und Schrift, 2. m der Erreichung' einer ausgedehnten Mttwir-! kung der Rabbinen, 3. in der intensivsten Erfassung und Ausschöpfung der Unterbringungsmöglichkeiten für Schomre Schabbos sowohl in sabbatgeschlossenen Betrieben und zum Teil äuch in nicht am Sabbat schliehen'den Unternehmungen. 4. in der Hebung der Leistunigsfähigkett der jüdischen Angestellten durch Einrichtung von Kursen in allen, kaufmännischen Fächern und evtl, fikb gewerbliche Angestellte durch gewerbliche Kurse. Der nächste Redner, Herr Dr. Robert Weiß, Berlin, behandelte die Frage: „Erschwert, oder erleichtert die Wirtschastsentwicklung das Sabbat-Problem?" Ausgehend von den im letzten Jahrzehnit hemusgeb'ildieden Wirtschaftsformen in, der 'allgemeinen Weltwirtschaft untersucht Redner' ausführlich, über den gegenwärtig herrfcheMen Krisenzustand hinaus', die Möglichkeiten',, die sich in der weiteren Entwicklung für die fabbattwuen Angestellten ergeben können. Zunächst in der zu erwartenden allmählichen Einführung der Fünf-Tage^ Woche in Deutschland, nachdem.bereits bemerkenswerte Ansätze hierzu in Amerika und England vorhanden sind. Hinzu kommen die durch die moderne bebviebstechnifche Organisierung der großen wirtschaftlichen Unternehmungen zum Teil völlig neu entstehenden Berufe, wie in der Reklame, Propaganda 'und Organisation; ferner die Möglichkeit zur Unterbringung svbbatdreuer Angestellten in Betrieben, die eine regelmäßige Sonntagscvrbett erfordern wie Behörden, Verkehrsbetriebe, städtische Werke, Restaumnts, Cafes üsw. . Zusammenfassend erhebt er die Forderung nach einer planm'äßigen Erfassung der vorhandenen und neuauftauchenden Unterbringungs- Möglichkeiten für Schomre Schabbos. Zum Schluß appellierte der Redner an die jüdischen Angestellten, nicht '' zu verzagen und vereinte Anstrengungen zur Erhaltung des Sabbät-Jdeals zu unternehmen^ während er an'dererfsits die Hoffnung auÄsprach, daß die in BetraM kom-! menden jüdischen Parteien und Organisationen' wenigstens' in dieser Frage 'sich' zu gemeinsamem Handeln zusammenftnden und vereint mit dem Weltverband der Schomre Schabbos für unsere hohen Ziele'kämpfen-. Der dritte Referent, Herr Minilstevialrak Hans G o slar, Berlin, war infole Erkrankung leider am Erscheinen verhindert. - ' In " der. anschließenden lebhaften Diskussion, die sich aus gu^tem Nivean bewegte,,, wurde von stfft sämiKchen Rednern, die momentane furchtbare No^ der sabbattre-Mn Angestellten durch Beispiele -belegt, wobei auch die unsoziale Handlungsweise -einer Reche jüdischer Arbeit-