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Der Israelit · 1929-12-24 · Heft 52 (24.12.1929) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 52 (24.12.1929)
Date
1929-12-24
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Ss-che 2. Nr. 25 Der 3 i r a « 1 i! Blätter 24. Lezsinber 1929 stcyerungsgeleuscyasten, welche die von ameritasobald Agudas Jisroel stolz und mutig ihr Ban-1 tticfjt vergessen, die> von« Slobodkas Schülern genuschen BerstcherungsgefeUschaften inaugurierte ner im Lande entfaltet, d:e eigene Fayne wieder gründet, für den Limud der Massen sorgt m«sn Gesundheitsfürsorge ihrer Versicherten eingesührt ^ederzuyolen, spricht für ihre Treue. Hinzu > wiMI.Diiese Organisation umfaßt 70 AbtLiiungen hat. Zu der Berechtigung ihrer Versicherten, sich' fommt allerdings, daß auch im Lande selbst gein ganz Litauen, zählt eine Mitgliederzahl von auf Kosten de Gesellschaft von einem freigewähl-! wisse Schwierigreiten waren«: Der große Terscyer 2600 und nimmt jeden auf, der nicht nnv bbnn ten Arzt von Zeit zu Zeit untersuchen zu lassen, Mw y'n mutzte sich in den letzten Jahren im rr'vmsaist und sich verpflichtet, täglich eine Stunde tritt in der nächsten Zeit eine Operationskosten- «Hinblick auf seine Gesundheit Schonung auser-'zu lernen. Sie schlägt die Brücke vom pa1? zum Versicherung, welche gegen eine geringfügige Ziegen, der Poniewescher Raw, sein Schüler, auch 'p.Kn rn und ist in« diesem Land der Gegensätze Prämie den Ersatz von Operationskosten und harc^innnha nn yimihn« FUe;rni>f fern Scküler. Idovvelt bedeutsam. Sip ihm zinsenfreie Darlehen für Kuraufenthalte und ögl enthalten« wird. Unsere Vertragsgesellschaft gehört auch in bezug auf sonstige Bersicherungsbedingungen zu den fortschrittlichsten und ist allgemein, durch ihre ganz besondere Kulanz bei Versicherungszahlungen bekannt. in der Hingabe an Agudas Jisroel fem Schüler, Agudas Jisroel in Litauen. Dem Beschluß der K. G. gemäß, in den einzelnen Ländern dem Ausbau der agudistifchen OrgMisationen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, bereist im Aufträge des G. A. Herr Wolf S. Jacobson, Hamburg, in diesen Tagen Litauen, um in diesem wichtigen geistigen Zentrum mjt der Arbeit zu.beginnen Zu diesem Zwecke fanden eine Reihe von stark besuchten Versammlungen in Kowno, Tels und Memel, Aussprachen mit Führern der litauischen Orthodoxie, den bvnw 'w* und den Vertretern der verschiedenen litauischen Ortsgruppen statt. Es konnte festgestellt werden, daß bis in die breiten Masten hinein, heute mehr wie je, in Litauen das Bedürfnis zum Zusammenschluß der Orthodoxen innerhalb der Agudas Jisroel vorhanden ist Es wird in den nächsten Wochen der Vorort für die litauische Landesorganisation — Kowno oder Tels — bestimmt, ein ständiges Sekretariat eingesetzt und mit der planmäßigen, mündlichen und schriftlichen Bearbeitung aller thoratreüen Kreise begonnen werden. Alsdann soll eine litauische Landeskonferenz der Agudas Jisroel — unter gleichzeitiger Tagung der Jugend- und Frauen (apm wa) -Gruppen —nach Kowno einberufen werden, bei welcher der Besuch des Herrn Jacob Rosenheim erwartet wird. Es ist zu erhoffen, daß die litauischen Agudotreise bald in einer Organisation Zusammengefaßt werden, «deren Umfang der Bedeutung litauischer Eigenart im Gesamtbild der A. I. entspricht. Litauen. Von W. S. I. Die Hoffnungen, die ich auf Litauen als starke, agudistische Chance setzte, sind nicht enttäuscht worden, die Erwartungen, die ich in seelischer Beziehung hegte, wurden bei Zweitem übertroffen. In agudistischer Hinsicht gleicht Litauen einem Land voll reicher, noch untzehobener Bodenschätze. Eine große Menge von Menschen und, was wohl noch mehr sagt, von höchsten jüdischen Intelligenzen wartet geradezu darauf, von Agudas Jisroel erfaßt, in ihre große Armee eingeordnet zu werden. Was man« als Agudovertxeter über die angebliche Vernachlässigung dieses wertvollen Landes durch die agudistische Leitung zu hören bekam, war nicht gerade schmeichelhaft, ist dafür aber Ansporn. Seit dem Besuch Dr. Ehrmanns vor sechs Jahren hat man von der Leitung hier keinen mehr gesehen. Wähl kamen des öfteren hochwillkommene und angesehene Agudogäste, aber ihre' Sorge galt dann dem Tun und über dieser Sorge vergaß man die Organisation, die nach Meinung Maßgebendster allein diesem ^irn das feste Rückgrat, nach innen und nach außen, zu geben imstande ist. Man fühlte sich von Agudas Jisroel vergessen und — vergaß sie, fühlte sich allein gelassen und die besten, agudistischsten Menschen, die Kreise der Jugend, etablierten sich schließlich unter eigener, war und ist viel außer Landes und in Kowno und Slobodka hat der bekannte Kampf um die Nachfolge im Slobodkaer Rabbinat gerade die besten Agudisten Mtzweit und auch heute noch — nach Beilegung des Streites — ist die Folge hiervon spürbar.' Aber, wie gesagt, p«a inii — es grünt, es beginnt wieder zu blühen! Den nar verlebte ich in Kowno und es bedeutete für mich — zunächst wenigstens — eine Enttäuschung. Es ging mir in der Stad « Rabbi Jizchok Elchonons wie vor nicht langer Zeit in der Stadt des Wilnaer Gaon: dort die, welche des Gaons Erbe hüten sollten, — Bundist e n, hier die, welche Rabbi Jizchok Elchonons Nachlaß mehren sollten — Zionisten. Man sagte mir von berufenster Seite: Kowno sei zionistischer als Jerusalem; dies ist jedoch, wie mir scheint, kein Grund v«'» zu. sein, sollte vielmehr Anlaß sein, alle Kräfte bis zum Aeußersten anzuspannen, wieder neu aufzubauen. Daß Kowno auch heute «noch eine rrnsioi mvan nx*?» i’tf ist, ist ja selbstverständlich, was wir vermissen, ist: ein starker, stolzer Nachwuchs! Ich sagte oben: zunächst. Denn der Sonntag — vielleicht auch schon der nav-Abend ein wenig, wo in einer ägudistischen Massenversammlung die Kownoer Agudo sich doch mit einer recht ansehnlichen Jugend einfand — dieser Sonntag mit seinem Besuche der von Slobodka und der beiden Gymnasien des Jawne, er zeigte mir: Zunächst der Besuch Slobodkas. Abgesehen von Talmud Thoras und einer nra» vier nia'L" in dem kleinen Städtchen: die hochberühmte burm' n03D — die TJan?’' an die allein man bei uns denkt, wenn man von „Slobodka" spricht — nva SaiK' in einem schönen, neuen Gebäude, von einem Manne aufgestellt, ii« ö«n und brrurn nx» Ferner ist in Slobodka eine dem n»' unterstellte, staatliche Volksschule in Räumen, die jeder Beschreibung spotten — diese Räume hat der Staat gutgeheißen, weil in ihnen Vrn mab in einer dem Staat genügend erscheinenden Weise gelehrt werden. Und dann ist in Slobodka jetzt eine große, herrliche aia^n min aus nbnp - Mitteln gebaut worden, hohe, Helle, luftige Räume: die staatliche Prüfungskommission hat jüngst dieses Gebäude beichtigt und die Bewilligung einer Lizenz versagt, mit der Begründung, daß diese Zimmer für Schulzwecke ungeeignet seien (weil man dort nämlich vorwiegend vnp '7ia^ unterrichtet!) Wenn i>er Staat es will, werden aus Spelunken Schulhäuser und aus großartigen Gebäuden — Baracken: ynnsn in« *]Vin ^an. — Von Slobodka ging es wieder nach Kowno zur Besichtigung der beiden Jawnegymnasien: des Knaben- und des Mädchengymnasiums: Tain ny die Zeit des Singens beginnt. Gewiß, es ist nicht schön, mm jeder in heiligem Egoismus seine Anstalt, seine nTUT' sein nrn für das Wichtigste hält; wenn aber die Leiter des Jawne, der unermüdliche Kopelowitsch, es aussprechen, daß ihr Schulwesen der Ausgangspunkt neuer Jugenderziehung in diesem Lande, der Mittelpunkt alles orthodoxen liin ist, dann« sagen sie gewiß die Wahrheit, und es scheint mir eine heilige Pflicht, auf den Jawne und seine überragende, zentrale Bedeutung auch hier mit allem Nachdruck himurveisen. Das Mädchengymnasium steht unter Leitung eines Telser Talmid, das bedeutet: eines Menschen, der auch den schwierigsten Verhältnissen mit Mut und sinva ins Auge schaut, das Knabengymnasium wartet sehnsüchtig auf den Nachfolger des von allen, Lehrern, Schülern und Eltern schmerzlich vermißten Dr. David Carlebach! Berichtet man Slobadkas nia'W und den Schulen des doppelt bedeutsam. Sie hat ihre besondere nlrnn in Slobodka, gibt ihr eigenes, zweimonatlich erscheinendes Organ „Zum Jugent" heraus, befindet sich noch immer im Ausstieg und leidet nur unter Einem — darin der Leidensgefährte vieler, aller: am Mangel an Mitteln, daraus die Organisation weiter auszubauen und zu verstärken. Von Kowno aus fuhr ich Sonntag Nacht, nachdem ich dem Jawne durch Absolvierung eines Vortrages vor den Eltern der beiden Schulen gebührend Tribut gezollt, nach Tels. Die Kownoer Freunde waren etwas gekränkt', als ich beim Abschied sagte, ich wolle mir noch schnell ein Visum besorgen, da ich gehört hätte, daß Tels ein eigenes Land mit eigener Regierung sei — ich hatte aber recht gehört: Tels ist, vor allem, aber nicht nur -in, agudistischer Beziehung, ein besonderes, eigenes Land nass? *:sa nai^a* Zwei kurze Tage nur war ich dort, sie haben mich für viel agudüstisches Leid der Vergangenheit entschädigt, für viel agudistische Arbeit der Zukunft mir Kraft gegeben. Ich war dort gerade in den letzten Tagen der trtzh^um den großen Telser Raw, Rabbi Josef Leb Bloch Der Telser Raw ist gestorben, aber nicht tot, ii'arr apy lebt in seinen Söhnen, der Rambam durch seine Werke — u«r,«d so lebt dieser Gaon durch seine Kinder und durch seine Leistung Zweifach fort. Man hat vom Telser Raw gesagt, daß er ein „königlicher Raw" war, in unserer Zeit dem alten Wort: pan xa1?» sxa neuen Glanz geliehen. Ich hatte nie das Glück, ihn zu sehen, aber die Kinder und Schwiegerkinder lassen den Glanz ahnen«, den seine Seele ausstrahlte, die Schüler den Zauber, der von ihm ausging, die ihm nachgesagten min - Worte, die wunderbare Eigenart seines i?rn> Er war in des Wortes buchstäblichem Sinne der xnn 7i> einmalig und einzigartig und der Einfluß, den er ausübte, ungeheuer. Wenn man das Telser Erziehungswesen betrachtet, in seinem geschlossenen. Aufbau — vom tmSi p über na'w' isvn n*a 'NDa»' zum Nia das Mädchengymnasium, das Lehrerseminar, wenn man die Menschen seines Kreises in ihrer 'esten und unbeugsamen Art erlebt, dann fragt man sich: Wie konnte ein Mann all dies schaffen, ohne sich zu erschöpfen, ja, aus dieser Arbeit im engeren Kreise die Kraft zur führenden Teilnahme an den Geschäften der Gesamtheit, des bbs der ^rriM n7)X' noch gewinnen? Und wie konnte er wiederum bei seiner ins Große und Weite gehenden Leistung jedem einzelnen 7'a^n der persönliche'21 sein: i'7'a^n^ nb7 Q7K nns k!?i 12222 «IN «h«? Ein großes Wundern ist in uns — und ein iefes Trauern-, gemildert nur durch das Wissen rnnx Tua '12m! Ein charakteristisches Beiptel für Tels: Litauen hat mitteleuropäische Zeit, aber in Tels, in der na1^ richtet man sich weiter nach der Sonnenuhr. Eine aus der Praxis erlassene Verfügung des verstorbenen Gaon: uns wird sie zum Symbol: wnv qv T,**‘“i‘’S! Interessant ist auch die „deutsche Gruppe" an der na'iy»' in der der Geist der niian-an allen litauischen nia'iy in hervorragender Blüte, noch besonders gepflegt wird: ein Deutscher, ein Palästinenser aus Nürnberg, ein Litauer aus Leipzig, ein Schweizer, ein Däne, ein Rumäne, ein Belgier — das sind die Deutschen in der Erdkunde von Tels! Ganz vom Geiste Tels erfüllt, d. h. also: Agudisten auch und gerade bei schlechter Konjunktur — ist auch die Redaktion des farrirn ist der engere Kreis der 'i'V2' sind Dr. Holzberg und Schmulewitsch, die beiden hervorneuer Firma: hrrivn ■»tsx* Daß sie bereit sind, ,Jawne, dann darf man auch^ einer Organisation! ragenden Pädagogen des Jawne. Und wenn man von

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