Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1929)
- Date
- 1929-12-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. Nr. 51 Der Israeli! 19. Dezember 1929 Tinte*i£u6et± $5%, EINE VORZÜGLICHE IGARRE G/WH O LZ F R A N K F I) I T Jk-n>6f S fen sie aber zugeben, daß -die Juden auf dem Baden in unauffälliges, nächtliches Begräbnis plädiert, fand aber der Eben« Israel, Acka und Schcwoni die Sümpfe nicht' Ne Einwilligung der Fami'kie. Er und Lurje, a us trockne L eu , die ÜBtatßar äita unf-ch ädlich Selter des Untevrichtsdepar-tentente,, bemühten sich,, die machten und auch sonst fan.il ä r e Maß nah-Gemüter im DÄchenHeMtezu beruhigen. Ms di« Leute men trafen, von denen die Araber bis dahin keine einen jungen Menschen aus die Schultern -hoben, damit Vorstellung hatten. er eine Rede halte, rief chm Brande zu, er solle der Menge Jerusalem, 12. Dez. In der Sitzung von Mittwoch nachmittag wund« Dr. Brand e melier vernommen. Er sagte, die zionistische in ihrer letzten Sitzung mit einer Mehrheit von 18 gegen j Fuhne fei kein Signal der Erhebung und kein Symbol, 6 Stimmen den Beschluß gefaßt, die am 10. Dezember durchgeführten G-entemdemahlen für ungüNg zu erklären. Es find bei der Wahl schwere U n-r-egelmäßigkeilen vorgekomnren:, insb-eso-ndere sind beinahe 1000 Wa'hllegitimationen auf ungesetzliche Weife durch Kauf iirc die Hand Unbefugter gelangt. Die Antersuchung in Palästina. I e r u s et 1 e tn , 10. Dez. Am Dienstag gab es eine starke Auseinandersetzung zwischen Merriman und dem Anwalt, der Regierung über die Frage, ob die Regierung den Ausbruch der Unruhen erwartet hätte. Merriman hat Beweise in Händen, daß die Regierung mit dem Ausbruch gerechnet hatte. In der weiite-re-n Vernehmung fügt der Portier des Regircungshofpitals aus, daß der erste Tote am 23. August ein christlicher Araber war. Arabische landwirtschaftliche Sachverständige referieren über „kon k urr irr e nde Wirtschaft-sinter-essen" bei Jude n, und A ra bern. Bon arabischen. Kleinbauern, wurde der Boden von Juden ausgekauft. Bezeichnend. ist, daß einer dieser Zeugen von 8000 Acker Orangenboden spricht, wobei sestgestellt wird, daß darin die ganze vor 40 Jahren begründete Kolonie „Chedera" ml: inbegriffen ist. Ein Araber erzählt, er sei am Samstag, den 17. August, auf dem Spielplätze, wo Misrachi ermordet wurde, von Juden mißhandelt worden. Noch andere Araber wollen an difeem Tage von Juden beschimpft lind angiegiriiffen' worden fein. Der Distrik-lsoffiz-ier von, Beerfeba ist ein, bekannter Aglratör, der schon 1920 verurteilt wurde. Er s«>t Lehrer, sagte er, und stehe feit 1920 als DistrMsofstzier im Dienste der Regierung. Cs ist aber erwiesen!, daß dieser Mann in der Hebroner Moschee eine Ansprache tj'rtli (es war am 16. Aug.), in der er die Menge bat, voräustg nichts zu tun, sich aber für den 2 3. August bereit zu halten. Er muß zugeben., dort eine Rede „gegen die Balfour-Deklaration" gehabten zu haben,. Am Moittag wird Dr. Brande von der Zionistischen Exekutive vernommen. Er sagt aus,, daß er ein. Telegramm an, JobolinM, der in Zürich aus dem Kongresse weilte, abfarrbte, m tom er ihn dringend bat-. Re pro oozierende Haftung des „Doar Hajom" in Sachen der Klagemauer einstell-en zu lassen. Jab-otinsk-t halte' daraus sofort telegraphisch dem Blatte die Weisung' gegeben., die Agitationeinzustellen. In einem Artikel vom 27. August schrieb der „Doar Hajom", daß Gewalt unter a t f e n Umstand e n z u vorm e i, d e n. s e i. In dem gleichen Artikel!, wurde der Waad leumi wegen seiner Geheimtuerei in der Kothelaktion scharf angegriffen. . Dr. Brande äußerte sich auch über die von ihm angeftr-ebte Verständigungmit Arabern im Haufe- Lukes. Die Schilderung weicht in, e-lnig-on Punkten von der Aussage Lukes ab. Er gibt auch eine kla-ve Darstellung der Verhandlungen der Zionistischen Exekutive in, Sachen der Klagemauer. Merriman verliest den Tellegrammwechsel zwischen der ZioNistifch.en Exekutive und ihren in Zürich weilenden Mitgliedern!, woraus zu. ersehen ist, daß man ausschließlich den Rechtsweg einhalten wollte und sich oon allen Provokationen. fernhieW. Ferner bestritt Braude, daß Juden, bei der Prozession am 9. Aw Eisenstübe geltrugen hätten. Die jüdischen Massen waren wohl sehr erregt, aber die Prozession hatte einen ganz friedlichen Charakter. Zum Schluß der Verhandlung sprach, der Vorsitzende einen Tadell aus gegen das Organ der arabischen, Exe-1 Palästina mit Gewalt zu erobern. Äm Haufe Lukes am kutive, „ Fe lest in ", das in unerhörter Weif« den An- Vorabend der Unruhen habe ihm ein arabischer' Führer wakt Merriman angriff. Auf der Zuhör-orbank sah man erklärt, daß das Musizieren, der arabischen. Kapelle im am Montag vormittag -u. a. den bekannten Schriftsteller Garben vor der Klagemauer, wie die unnötigen Rufe Emil Ludwig. des Muezzin, eine UngehörigLeit fäm. Manchewaren Am Nachmi-ttag, kamenweitere arabische- Zeugen und einer Verständigung sehr geneigt. Man hatte den Zio Sachverständige zu Wort, die in langen Reden di« nisten verübelt, daß das Begräbnis des jungen Mls- Nachteile nachzuweisen, suchten, welche den Arabernaus ra-chi bei Tag und ostentativ vor sich gegangen fei. Die der jüdischen Siedlung, entst-ande-n, Aus Befragen müsj Zionistische Exekutive hätte aber in Wirklichkeit für ein Die Woche. Berlin. Die sächsische Münze hat eine Erinnerungsmedaille zum 200. Geburtstag von Moses Mendelssohn geprägt. — In Berlin sollte vor zwei Jahrzehnten ein Drama aufgesührt werden, das die Dreysus-Affäre im Mittelpunkt hat. Auf Anordnung des früheren Kasus wurde damals das Stück von dem Polnemräsi'-ertm verboten. Thmterdirektor Mar S a m st gibt nun de" Presse bekannt, daß das Stück jetzt zur A"f'üb-ung gelangen soll. — Dem Nationa's-ni llis"i'chen Studentenbund der Berliner Uninersität wurde wegen der Krawalle du-ch die VC"netitiäls,;eT'öT‘'en die offizielle Anerkennung ertv^gm. Borkum. Nach den neuesten Kominunalwahten haben auf der „Antksemi'eninsel" B r"um Soüaldemokraten und Demokraten im Gemein^e-at die Mehrheit. Die Rechtsradikalen, die bei den vorletzten Wahlen 1100 Stimmen er-angen. zählten diesmal nur 30 Stimmen. Ein beachtenswerter Umschwung. Wien. Eine Heim^edrtn'ppe überfiel eine Konferenz radikaler Iio - nisten in ihrem Stammcafe. Cs entstand eine P-üael-n. bei der es niete Ve"wundete gab. Die Fenstersheiden und die g"samte Einrichtung des Lokales wurden demolis"t. — Rabbiner Markus Verband ans Vreßburg hatte in Rom eine Audienz beim Papst, der ihm erlaubte, die Akten des Ballhaus kü" ein wissenschaftliches Werk über das lebte jüdische Königreich zu benuüen. Prag. Dem von Franz Urdzal (tschech'scher Agrarier) gedjsdeten Kabinett der tschoch.-slon'ak. Repub'ik gehören zwei Juden an: Dr. Alfred Meißner (tschech. Sozialdemokrat), der das Portefeuille der Justiz, und Dr. Ludwig C z e ch (deutscher Sozialdemok"aH, der das Portefeuille der öffentlichen Fürsorge üb"rnat'm. R*ga. Ein Hilferuf, unte schrieben von mehreren Rabbinen von Rußland, langte liier ein. in dem gesagt wird, daß die relt-ststen Institutionen in den Gemeinden mit so unert-äq'ihen Steuern belegt werde', daß sie nicht mehr aufrecht erfaßten werden können. Wo die Steuern nicht bezahlt werden, d"vht den Rabbi^en schwere Eefän.qnisst'-ate. Konno. Das F'llgrricht hat einen 24 jähr. Juden. Simon K a g a n , wegen angeblicher Zugehörigkeit zur Konmll'ustr'schen Partei zum Tode verurteilt. Sei"e Freunde Bemisch R e s n i k und Abraham A l k o n e erhielten stchs Jabre schwe-en Kerkers. Weiter werden dieser Tage vor dem Feldgerichts unter gleicher Anklage stehen Selig Bank und Gerson F e i w e l s o h n. In den letzten zwei Jahren wurden im Ganzen acht Inden unter der Anschuldigung kommunistischer Betätigung hingerichtet. Reval. Demnächst soll an der Universität Dorpat in Estland ein Lehrstuhl für hebräische und antisemitische Wissenschaften geschaffen werden. Die Juden in den benachbarten Ländern wollen zu den Kosten dieses Lehrstuhles beitragen. Warschau. Im Alter von 75 Jahren verstarb Rabbi Notel K l e p f i s ch, der 45 Jahre lang dem Warschauer Rabbinat angehörte. In Warschau herrscht große Trauer um den Heimgang dieses großen Lehrers und väterlichen Freundes aller Gemeindeinitglieder. London. Eine Anzahl jüdischer Geschäftsleute in der Londoner City erwarb tausend Dunam Boden in P a l ä st i n a. Die Anregung ging von Lord M e l ch e t t aus, der dafür agitiert, daß englische Jude in Palästina mindestens soviel Boden besitzen muß, wie er in England sein eigen nennt. verkünden, daß die Exekutive alle Mützen Maßnahmen getroffen hätte, sie möge sich beruhigen. Dev junge Redner tat es auch. Und das nennen, jetzt Mie Ankläger eine „aufreizende Rede". Er, Braude, habe sich von einer Proklamation, unterzeichnet von Indien und Arabern, sehr viel versprochen,. Als er bei Luke jemen Entwurf vorlas,, >in demvon „freundschaMchen Beziehungen" die Rede war, sah e,r auf dem Gesichte von, Au nt B ey (es Ist der arabische Anwalt, der jetzt Brande ins Kreuzre rhör nahm) c-in- Ironisches Lächeln. Den Bopfchlag«, gelrenn!« Proklamationen zuedllaffew, da man sich auf gemeinsamen Text nicht einigen, konnte, hattewiederum A -u n r Bey o e r e i; t e f t. Der Zeuge -legt alle -dr,si Entwürfe irn Urtexte vor. Der Anwalt der Regierung fragt, warum sich Brande ineinem Telegramm nach London über -die Halltung der -cngli-schen Pol-ize-i befchmevt hätte. Braude sagt-: „Wir haben unsere Leute zur Ruhe gemahnt, umso weniger können wir es billigen,, daß die engliifche Polizei brutäl vorigOg-angen ist und viele Judenohne Grund schwer mißhandelt. hat," Die Angabe von arabischer Seite, die Juden hättendie Unruhen ge wol-k-t., sie sogar in Zürich direkt h-evau-fbefch-woren, um das- Interesse der Wem für das z-Honisti<sche Werk zugewinnen, fei zu lächerlich, als man darauf antworten könnte. Eine feste Aktion seitens der RegierunghäÜte o-hne weiteres die Unruhen verhinde-rt. Er führt Bei-fpieAe für die Schwäche oder den Mangel -an gutem Willen bei einigen englifchen Offizieren an. Die Reg-ierung habe auch nichts getan, um das Märchen vom „Angriff der Juden, auf die Omar- Mo fchee" zu zerstreuen. Auni Bey will wieder Näheres über.-dis Bedeutung der zionistischen Fuhne missen, ob sie genauso Nationalfahne sei, wie' die englische englisch, die fran-zösische französisch ist. B-raud-e sagi: „Wir haben keine Armee, de-r wir unssr-e Fahne voran,tragen könnten. Ein paar Jungen und Mädchienglaubten, es fei schöner, wenn sie ihren- Zug mit einer Fahnede-k-or-ier-en Wir wünschten, di-e Polizei hättt« diesen, Zugverboten, und ebenso die ar-abische D-emonstration. Hat aber einmal die Polizei den Zug erkaub-t, so hattesie fü r seinen friedlichen Ablauf zu sorgen." Der ungebildete- Araber sei von Natur aus ein guter Mensch, er habe aber eine reiche Phantasie undgla-ubegern- Märchen. Die Dem-onftratiönsver.fammlung in Tel-Awiw hattekeinen offiziellen Charakter und war vonosra-n-twortuingstösenjungen Leuten arrangiert and besucht. Der eine bekannte Name -unter den Besuchern war Prof. Boris Sch-atz, ein alter H-err und -ein Künftiler, der sich mit PoliM nie befaßt hat. Sein Name w-u-rde Mißbraucht, umder VeranftaMung Gewicht zu verleihen, Die-fen Ausführungen zum Trotze bieibt der arabische Anwalt bei der Behauptung, es habe eine „jüdische Verschwörung" bestanden und der Ausbruch der Unruhen fei von Zürichaus geboten worden,. Er verliest Bruchteile -ans gewechfelien Telegrammen, zwischen JerusaAm und Zürich, Ne aber Braude richtigstellt. Er habe Zürich über die her-rschende Erregunginformiert und die Antwort lautete „Dämpfe Ne Erregung". Der arabische Anwalt hält sich au die Tel-Awiwer Versammlung. Man halte -die arabischen N-oliabeln, eine Bande von Mördern und Benrätern genannt. Der Re- M-er-ungs-v-örtreter hä'lt Dr. Brande vor, daß er die Regierung einer dreifachen Verletzung des Stat-us q -u o an der Klag,emauer bezichtiigi hätte. Braude sagt, die Zionistische Exe-kuÄ-ve mußjie in der Erlaubnis der Vauarbeiien wohl -eine Verletzung 'des Gtatns q.uo -erblicken!. Es werden ZeAungsarMel aus „Doar Hajom" und ,:Dawar" verlesen^ -die angeblich aufrei-zende Wen- L-u-ngen e-nihalten,. Dr. Braude b-eftehi darauf, daß die Artikel ganz v,erlesen werden, woraussich erglibi, daß vor Gewalttatengew-arn-t wird, daß nur Ne Instanzen aufgerufen werden,, auf dem Rech-ts-we ge gegen, das Unrecht anznkä-mpfen. Es wurde einzelnen, Personen 'trengstens verb-oten, sich Mit der Angeleyenheit zu be-- ässen. ,