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Der Israelit · 1929-12-12 · Heft 50 (12.12.1929) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 50 (12.12.1929)
Date
1929-12-12
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 2 Nr. 24 Der 9 » r a t I i i Blatter 12. Dezember 1929 Mehrheit aus „Freien" besteht, baß sie ber Forderung des Rabbiners auf Bau einer zweiten modern eingerichteten mp» sofort entsprochen hat. Mit dem Schulwesen ist es in Estland nicht gut bestellt, die Juden haben Kulturautonomie, die Schule ist von der Gemeinde, nach dem System Trennung von Staat und Kirche, völlig losgelöst; in Reval ist sie ein Kampsobjekt zwischen Jiddischiften und Hebräisten. Zur religiösen Erziehung der Jugend, von der in dem jüdischen, dem Kulturrat unterstehenden Gymnasium kaum die Rede sen kann, hat der-Rabbiner jetzt eine eigene Religionsschule eingerichtet. Die in den hiesigen Menschen schlummernde starke Hinneigung zum Alten läßt erhoffen, daß die Gemeinde unter Leitung ihres jungen Führers den Weg in die Vergangenheit und damit in die Zukunft wieder findet. Konnte ich in Estland bezw. feiner Hauptstadt nur wertig Zeit verbringen, so war ich in Finnland dafür um so ergiebiger -in Begleitung eines lieben Freundes aus Riga, Golowschiner, dem ich auch an dieser Stelle herzlichsten Dank sage. Ueber mw "N nnw waren wir in A b ö, der Gemeinde, die als die frommste des Landes zu gelten hat. 40 Familien, alle in mehr oder minder, günstigen äußeren Verhältnissen, zählt die schöne Stadt, die bei 60 000 Einwohnern zwei Universitäten, — eine schwedische und eine finnische — beherbergt, der Drang zu akademischen Berufen ist in Finnland bei der Jugend, ganz besonders aber bei der jüdischen, außerordentlich groß. Alle jüdischen Geschäfte, mit Ausnahme von 2, 3, haben am nnw geschlossen, das bedeutet zwar nicht, daß die Inhaber mts’ naw im vollsten Sinne des Wortes sind, zeigt aber immerhin, daß die Juden hier Solidaritätsgefühl besitzen. Würde einer am T)2V öffnen, so wäre dies für die anderen eine Versuchung, da fast alle die gleichen Geschäfte — Konfektion — haben. Dieses Solidaritätsgefühl erstreckt sich auch aus die Fremden und so ist Abo wegen der schönen Art, wie man dort mix v'12» ist, berühmt. Abo ist, obgleich doch soweit von jüdischen Zentren gelegen, eine bei den tiv beliebte Stadt, die für prn gern und freundlich leistet. Bemerkenswert ist, daß diese kleine Gemeinde sich ein wunderbares no:Dn ira mit Wochentagsschul aman jva und Gemeindesaal gebaut hat, eingeweiht wurde sie seinerzeit durch den Züricher Raw, Dr. Lewenstem, so daß wir Agudisten eine gewisse npm auf die Kanzel dort haben. Mit mir zusammen war ein 2") aus Kowno im Interesse des dortigen Wo dort, so daß die Gemeinde an diesem mtp mit msm gut versorgt war. Jeder von uns hielt eine „Predigt" in Schul und nachmittags bezw. abends einen Vortrag, ein embarras de richesse, den die Leute aber dankbar quittierten. Ein Beispiel für die dortige Situation«: der no *7*2, der uns Gastfreundschaft gewährte, ist der Aboer Kassierer des mmn p(> dabei aber nur auf eines bedacht: daß feine Kinder, Söhne wie Töchter, gute, ganze »'mm bleiben. Ihm und den anderen klar zu machen, daß man durch Förderung des Keren Hajestod direkt oder indirekt dis ,tvm fördert, hielt ich nicht für richtig: crmnw i'.nw »vi». Sie wollen für W-w W» etwas tun, uns kennen« sie nicht, v ' kommen nicht zu ihnen, die andern kommen <.nd ernten, fast ohne säen zu brauchen. Daß jetzt einer von draußen zu ihnen kam, der ihnen sagte, daß es außer Zionismus noch etwas gibt, der Einstellung eines gesetzestreuen Juden sogar Naturgemäßeres, das war für sie etwas Neues und, wie ich glaube, gern Gehörtes. Mich ergriff an diesem mw am meisten der Gedanke, Tagereisen von Frau und Kindern entfernt, bei Menschen zu. sein, denen, von Vätern und Großvätern her, der Gedanke teuer ist, für jüdische Zwecke opfern, leisten zu dürfen. . * Während dieser Woche waren wir in Helft n g f o r s. Dort herrschen augenblicklich schwierige Verhältnisse, eine Auseinandersetzung zwischen der Gemeinde und dem Rabbiner. Hierzu Stellung zu nehmen, geziemt mir nicht, obgleich ich stundenlang mit beiden Parteien Zusammenkam. Wie heißt das schöne Sprichwort, das zur Zurückhaltung mahnt: xn e Gerade aber cm dieser Auseinandersetzung konnte ich erkennen, wie sehr man auch in dieser, als rein zionistisch bekannten Stadt sich sehnt nach einer Rückkehr zum Judentum. Einer der Herren sagte mir: Wir haben unsere jüdische Schule. m I Postscheck - Konto der Landesor ganisation: Landesorganisation der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Hamburg: No. 50204 Hamburg. Wir gründeten sie, damit unsere Kinder vom i»k>»' vom nn weg kommen, hin zur schwedischen Kultur. Heute wollen wir sie umgestalten zu einer px'pTDsrrmn daß unsere Kinder vom schwedischen px *pi tr-eg wieder zur nrnn hinkommen. Mein Mentor und Freund dort ist ein für die geistigen Kreise dort charakteristischer Typ: Sohn eines Kontonisten und "lsn-Chossid, Schüler des früheren Helsingforer, jetzt rnVxw px im Ruhestand lebenden Rabbiners auf der einen Sette, auf der anderen ein Wrw»> aber von der besseren, gutmütigen Sorte. Er begeistert sich in gleicher Weise für die Welt des D”n pndessen Werke ihm geläufig sind, wie — ’nsn*? — für die Gedankengänge Spinozas, die ihm vertraut sind. Sei dem, wie hier sei: noch niemals ist ein iWt7» unbefriedigt von Helsingfors fortgegangen, oie Menschen dort, die frommen wie die freien, wissen, daß sie alles, was an Gutem in ihnen lebt, der ,rrm danken, für die ihre Väter so viel geduldet. Und ein weiteres Charakteristikum: Der Rabbiner wird dort nicht aus Gemeindemitteln bezahlt, sondern aus den Zinsen eines sehr beträchtlichen, unantastbaren Kapitals. Der Gründer dieses Fonds, selber kein frommer Jude, motivierte mir dies damit: Wir brauchen, damit uns die Jugend nicht verloren! geht, einen orthodoxen Rabbiner. Wir selber sind liberal. Soll der Rabbiner darum sein Amt überzeugungsgemäß führen können, dann muß er von uns unabhängig sein. Deshalb haben wir den Fonds geschaffen. Dem Vorsitzenden der Gemeinde, einem ergebenen Zionisten, habe ich die Zusendung von Rosenheims Referaten über „Den Zusammenschluß der Gesetzestreuen" und Breuers „Nationalheim" versprochen, der Wunsch nach solcher Lektüre zeigt auch, daß man hier vernünftiger Aufklärung zugänglich ist, was bei uns im Westen nicht immer der Fall sein soll. Und nur, befinde ich mich nach fast 26stündiger Fahrt aus der Rückreise, fahre dem ruw entgegen, den ich n"V2 wiederum in Kowno „bei unseren Leuten" verleben will. Hoffentlich kann ich in einem weiteren Bericht von erlebnisreichen Tagen in Litauen berichten, in dem Sinne auch reich, daß es gelungen, ist, in diesem Lande die Organisation der A. I. etwas fester zu fügen und ihre Menschen für den zentralistischen Gedanken zu erwärmen. Aus der agudistischen Frauenbewegung. Die in Verbindung mit der K. G. stattgehabte Frauentagung hat bekanntlich.beschlossen, eine internationale agubiftifd}>e Frauenorganifation zu gründen, deren Leitung in Zürich (Vorsitzende Frau Franciska Goldschmidt-Lewenstein) konzentriert wurde. Wir veröffentlichen im-folgenden das Arbeitsprogramm, das von der Leitung de rinternationalen Frauenorganifation den bereits bestehenden Gruppen und den Persönlichkeiten, die sich mit der Gründung solcher Gruppen befassen, zugegangen ist: Arbeitsprogramm für die Frauengruppe. Nachdem die Agudas Jisroel-Mädchengruppen s'ch bewährt haben und aus densilven wertvolle Mische Persönlichkeiten hervorgegangen sind, ist es eine Notwendigkeit geworden, dieselben weiterhin für die Aguda-Jdee interessiert und tätig zu erhalten, wenn sie durch Heirat den Mädchengruppen nicht mehr angehöreu können. Ferner ist es ein. Bedürfnis unserer Zell, daß die Frauen unserer agudistischen Kreise als Erzieherinnen ihrer Kinder aktiv in der Bewegung stehen, und daß eine Möglichkeit geschaffen wird, daß sie ihre agudistische Weltanschauung weiter entwickeln können. Es ist eine Notwendigkeit, daß sie nicht den Könner verlieren mit den einschneidenden jüdischen Problemen der Gegenwart, die die Heranwachsende Jugend bewegt, und daß sie nicht ignorant indifferent werden gegenüber den aktuellen Fragen resp., daß sie nicht Gefahr laufen, sich in Lösung derartiger Fragen auf einem der agudistischen Weltanschauung fremden Boden zu bewegen. Zudem steht unsere Zeit im Zeichen der Organisation, und wenn die Frauen aller Richtungen und Parteien sich heute zusammen schließen, um durch den Zusammenschluß ihre Kräfte für ihre Ziele zu Höchstleistungen erstarken zu lassen, so dürfen wir agudistische Frauen nicht die' Chance verpassen,'durch einen innerlich konzentrierten Zusammenschluß, unsere A. J.-Weltanschauung nach innen und außen zu vertreten und in konkrete Leistungen umzugestalten. II. Daß diese Idee bei den Persönlichkeiten in den Gruppen ve schiedener Länder bereits gereist waren, zeigt sich beim Agudobundestag in Frankfurt a. M. 1927, und dort entstand aus den Anregungen der anwesenden Vertreterinnen der westlichen Länder ein Zusammenschluß der A. J.-Mädchengruppe,mit dem Namen „Internationale Arbeitsgemeinschaft der A. J.-Mädchengruppen" mit dem Sitz in Zürich. Arbeitsprogramm. Die Zentrale di ser Internationalen Arbeitsgemeinschaft hat durch Versendung von Fragebogen eine Uebersicht gewonnen über Arbeit und Stand verschiedener Gruppen und hat so in Sienntnis der bestehenden Ver- S * Gedenket des Keren Hatorah Postscheck-Konten: Landesdirektorium des Keren Hatorab in Deutschland Hamburg Nr. 24753 . (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt*a. M. Nr. 41666 (P. Sek. A. Frankfurt a.M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr 50131 iP. Sch. A. Köln) ./Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch, A. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. 73991 C» Salomos. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr> 60510 für Iwan Möll«r Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Base Keren Hatorah-Kommissariat Kartsruhe Markus Stern Bankkonto Ignaz Ellern,

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