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Der Israelit · 1929-12-05 · Heft 49 (5.12.1929) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 49 (5.12.1929)
Date
1929-12-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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5. Dezember 1929 Der Israeli! Nr. 49. Seide 7 Ob errat einberufen werden 'kann. Nach den Wachen SchlußanfprachMwurde -die Synode M-onivg abends um 9 Uhr geschlossen. Angarn. Adolf Frankl Oberrabbiner von Budapest. Budapest, 29. Nov. Wie bekannt, -ist nach den gesetzlichen Varschriften die' Bsr'trstung dsr -Men jüdischen Konfessionen im Magnatenhau-s ausdrücklich Geistlichen Vorbehalten. Nachdem nun die öffentliche Meinung in ganz Ungarn keinen anderen als den derzeitigen Präsidenten der orthodoxen Landeskanzlei, Adolf Frankl, als geeigneten Nachfolger des Heimgegangenen Obermbb. Koppel Reich im Magnatenih'aus betrachtet und Frankl auch abgesehen hiervon alle Qualitäten zur Bekleidung eines' großen Rabbinates besitzt, hat die Gemeindeversammlung der orthodoxen Gemeinde am letzten Sonntag auf Dorschlag des Vorstandes einstimmig beschlossen^ Herrn Adolf Frankl als Nachfolger von Rabbiner Koppel Reich zum Oberrabbiner zu wählen. Inwieweit der Gewählte, abgesehen von der allgemeinen Führung der Gemeinde und ihrer Vertretung nach außen, auch nach innen rabbinische Funktionen ausüben wird, bleibt abzuwarten. Es werden wohl in dieser Hinsicht mit Rücksicht aus die Tatsache, daß das Ves-din der Gemeinde ausgezeichnet besetzt ist, keine allzu großen Anforderungen an den neu gewählten Führer gestellt werden-. Immerhin ist bezeichnend .für die außergewöhnliche Belebtheit!, deren sich Adolf Frankl erfreut, daß man übler alle Chasoko-Ansprüche und sonstige Aspirationen hinweggegangen und die Rabbinrewahl in der größten Gemeinde Ungarns, sicherlich zum Wöhle der Gesamtheit, in un-gewohnter Schnelligkeit vollzogen hat. Litauen. Rabbinerwahl in Telfchi. Telscht, 28. Nov. Als Nachfolger bm Heimgegangenen Rabbi I. Bloch yxr wurde dessen Sohn, der bekannte' Rabbiner Abraham Jizchok Bloch, zum Rabbiner und i-irw ssV gewählt. Rabbi Jizchok Bloch war vabji seines großen Bat-ers und hatte seit 9 Jahren mit ihm an der Leitung der Jeschiwo als m-EP wx-i mitgearbeitet. Eine Trauerfeier in Slabodko. K o w n o „ 1. Dez. Der Tod des TeI scher Raw und des Wilna er Maggid riesen hier tiefe Trauer hervor. Am Sonntag fand in Slabodko eine He fpedk und geb ung statt, die bk ganze Gemeinde mit der Jefchiwa oereinigbe. Herr Rabbiner Josef Susmanowicz aus Jerufo-' lem fand ergreifenlde Worte der Trauer und der Verehrung. Der Tod dieser Großen bedeute ein elementares Unglück für das an Führern achfo arme Judentum der Z-e-ir. Das Leben des Telscher Raw war richtunggeb enid für Unzählige seiner Jünger, die sein-e Lehre, seinen Namen und seine Ideale in die Welt hinaustru-gen und in seinem Sinne und Geiste weiter bauen und pflanzen. Flammende Worte hatte der Redner für die Talmud-Thora-Schule in Slabodko, die Großes leistet und der Unterstützung bedarf, fo daß sich die Tränen in Taten der Liebe auswirkten. .Auch -aus der Gemeinde Kowno waren sehr Viele herbeigeeilh, um an der Kundgebung teilzunehmen. Tschecho-Slowaker. Gedenktag der Preßburger Iefchibah. Preßburg, 28. Nov. Der Ruf, der seitens der Initiatoren an die ehemaligen Schüler der Preßburger Jefchibah ergangen ist, hat in allen Kreisen der Schüler den erwarteten Widerhall gefunden. Bei dem Voxbereltungskomitee sind bereits Hunderte Voranmeldungen eing-elaufen und überall wird dieser bedeutsamen Zusammenkunft spannungsvoll entgegengesehen. Allein aus dem Kreise der dem Rabbiner stände angehövenden Talmidim, deren segensreiches Wirken selbst ein irrt Leben des K la ll eingezeichnetes Zeugnis für die Jefchiwa und ihre Meister darstellt, 'liegt die imponierende Anzahl von ü b e r h u ndert Anmeldungen vor. Es dürfte das Beisammensein von tnw ‘Vna und r-'v-n «i nior Geistesrich - t U n g in so hoher Anzahl recht ersprießliche Resultate, für die Stärkung und impulsive Krastentsattung der C has am - So s e r - N o t e zeitigen. Es werden all diefenigsn ehemaligen' Schüler, denen wegen Mangelhaftigkeit des- Adressenmaterials keine Einladung zugesandt werden konnte, nochmals gebeten, ehestens ihre Anmeldung erfolgen zu lassen, damit das Arrangement feinen würdigen Rahmen erhalte und das Komitee in die Lage versetzt werde, für alle Bedürfnisse en'tsprechende Vorbereitungen zu treffen. Die Verwaltung der tschechoslowakischen Stvatsbahnen hat eine beträchtliche Fahrpreisermäßigung in Aussicht gestellt. Das Programm sieht folgende VeranstaNuntzen vor: 1. Dienstag, den 15. Kister» (17. Dez.) 10 Uhr vorm.: Begrüßung durch den Ehrw. Leiter der Jefchiwa, Oberrabbiner A. Schreiber r?"-'? im Rahmen eines Sugso- Vortrages über «'®a in der „Gch'inrstude". 2. 11.30 Uhr: korporativer Besuch des „Bes Hächajim", dortfelbst Ansprachen zweier Rabbonim, Talmide Schewet Sofer 3. Mittagspause. 4. 3.30 Uhr: Konferenz, in deren Rahmen fo'lWNde- Referate erstattet werden: a) historischer Werdegang der Jefchiwa vom „Chasam Soser" beginnend. b) die Leistungen der Jefchiwa für den Mall Msroel. c) Zweck und Ziel der Zusammenkunft wi» nrn mvn» d) moralische und materielle Förderung der Jefchiwa. 5. 6 Uhr: Sijumfeier im Rahmen eines Bankettes., — Die Referate wurden von prominenten Persönlichkeiten des öffentlichen orthodoxen Lebens besetzt. RrrtzSarrd. Ein Pogrom in der russisch-chinesischen Kriegszone. M o s k a u , 2. Dez. In Moskau trafen Meldungen ein, wonach in der Stadt Mandschuli, die bis vor wenigen Tagen in der russisch-chinesischen Kriegszone lag,, Offiziere und Soldaten der auf der Seite Chinas gegen' Sowjebrußland kämpfenden russischen weißen Garde einen Pogrom auf die Juden der- Stadt veranstaltet hab-en, wobei es zahlreiche jüdische Tote gab. Der Pogrom fand unmittelbar vor Abzug der chinesischen Streit? räfte und Einzug der Sowjetrussen stabt. Die jüdischen Wohnungen wurden 1 gepWnderts, auch jüdische Frauen und Jugendliche wurden bei den grausamen Mißhandlungen nicht verschont. Schweiz. Die Mandatskommission und die Erörterung der Palästinalage. G e n f, 15. Nov. Die Mandatskommission des Völkerbundes hat beschlossen, rnt März 1930 eine außerordentliche Session abzuhalten, die ausschließlich der Erörterung der Lage Palästinas im Zusammenhang mit den letzten Ereignissen gewidmet sein soll. Der Mandatskommission wird bis zu diesem Zeitpunkt durch, die englische Regierung der Bericht der nach Palästina entsandten Untersuchnngskommisstonübermittelt worden sein, die Mandatskommission wird diesen Bericht prüfen und ihr Gutachten dem im Mai 1930 zu einer Sitzung zusammen,tretenden Völ-kevbu,ndmt.unterbreiten. Palästina. Die Untersuchung geht weiter. Je r u-sa lern,25. Nov. Am 24. November äußert sich Luke als Zeuge noch einmal über die Politik der Regierung. Gegen eine Aussage des arabischen Anwaltes Ab du l Ha di erklärt es Luke als sinnlos, daß die Negireung eine pro^omftiifdje Politik gegen die Araber geführt hätte. Glauben doch die Araber umgekehrt, die Regierung begünstige die -Zionisten. Die Araber hätten das Angebot der Grün-- jdüng einer Arab Agency gleich der Jewish Agency -zurückgewiesen. Cs fei schon wahr, daß die Indien den Anspruch erhoben,' bet den Hafenarbeiüen in Haifa prozentual beschäftigt zu werden. Die Regierung habe bei der Wirtschaftskrisis mehr als 60 000 Pfund zur Beschäftigung jüdischer Arbeitsloser ausgegeben außerdem 20 000 Pfund als Zuschuß für den jüdischen Unterricht bewilligt. Das stehe in keinem Verhältnis zu den großen Summen, die man für das arabische Schulwesen ausgibt. Der arabische Anwalt macht geltend, daß die Regierung beträchtliche Summen für die Verpflegung jüdischer Flüchtlinge bewillige, dagegen für die Araber nichts tue. Eine Ar ab Agency habe man abgebehnt, weil man nicht auf gleicher Stufe mit den, Juden stehen wolle. Im höheren ZkvÄdien'ste seien 87 Moslemiten neben, 68 Juden beschäftigt und der Oberstaatsanwalt, Norman Bentwich, fei ein Jude. Luk«' beantwortet diese Vorhaltungen mit dem Hinweis daraus, daß die Araber eine Beitelligung an irgend einer parlamentarischen Körperschaft grundsätzlich abgelehnt hätte. Er habe auch nie gehört, daß durch die jüdische Einwanderung und Ansiedlnng nur ein einziger Araber Schaden genommen hätte. Wenn behauptet wird, die Zahl der Verbrechen sei größer als früher, so liege das nicht an der Einwanderung, sondern daran, daß Verbrechen heute mehr geahndet werden, als früher zur Türkenzeit. Als der arabische Anwalt noch einmal aus die Klage mau er zu sprechen kommt, wird er vom Leiter der Kommission belehrt, daß dieser Punkt nicht zu den Ausgaben der Kommission gehöre, sondern von -einer eigenen Kommissiongelöst werden soll. Merr-im-an stellt -nach Akten fest, daß -die Lösung der Avbeiislosensrage in -der Hauptsache die jüdischen Fonds und nicht die Regierung herbeigeführt hätien. Herr Merriman verliest den Wortlaut einer Proklamation, die kurz vor den Unruhen auf einer Konferenz von Juden und Arabern im Haufe Lukes beschlossen wurde, aber leider nicht zur Veröffentlichung kam. Luke sagt, der Entwurf — der sehr friedlichen Charakter -trägt- und besten Eindruck macht — fei vom Vertreter der Juden, Herrn Brande, entworfen, worden, aber von den Arabern nicht unterschrieben worden. Eine solche Proklamation hätte sicherlich die Unruhen verhindert. Am 25. November beschäftigte sichdie Kommission noch -einmal mit der Araberpolitik der Regierung. Auf eine Frage des arabischen Anwalts bestätigt Luke, daß die Regierung Lst. 100.000 für Entschädigung an die Hinterbliebenen der Opfer der Unruhen bewilligt hat. Der Anwalt besteht darauf, daß die Arab-er von den Unterstützungsgeldern nichts -bekommen hätien. Die Araber Den in denhöheren ^mtiärmtem verhältnismäßig weniger vertreten als -die Juden. Das komme daher, sagt Luke, daß viele jüdische Beamte auf gewissen Gebieten qualifizierter seien. Es sei nicht wahr, daß die Mehrh-e-it der jüdischen Siedler von der Landwirtschaft nichts verstehe, obwohl eis Tatsache sei', daß die Zahl der P r o l e t a r i e r unter den Jüden größer fei als die der Bauern. Gewiß ist die jüdische Produktion nicht geringer als die arabische. Es sei keineswegs der Wunsch der Regierung, das jüdische Nat-ionalhe-im auf Kosten der Araber zu errichten. D i e jüdische Kolonisation hat dem ganzen Lande größten Nutzen gebracht. Das Mandat schütze die Rechte der Araber in jeder Weise. — Der arabische Anwalt hebt hervor, daß der von den C h a l -u z i m eingeführte moral i s ch e Standard, dem-der Araber widerspreche. Die Kommission wünscht Beweise dafür, die aber der Anwalt nicht erbringen kann. Luke verliest aus dem B-e-ri-chte -der Palästina-Regierung, -daß durch die Einwanderung ein allgemeines Steigen des Bodenwertes erreicht worden sei, dabei fielen die Kosten der Lebenshaltung um ungefähr 2 7 Proz. Man sieht daraus, daß durch die jüdische Einwanderung nur Nutzen dem gesamten- Lande entstanden sei. Warum die Regierung den arabischen Verleumdungen gegen die Juden nicht entgegentrete? fragt Merr-iman. Sie sei nicht dazu imstande, sagt -der Vertreter der Regierung, Preedy, sie könne nicht alles nachprüsen. „Auch nicht die Verleumdung, daß es die Juden auf die Omarmofchee abgesehenhätten?" fragt Merriman weiter. Es sei nicht möglich, sagte Luke, daß die Regierung auf Ansichten und Eingaben einzelner Menschen eingehe. Das Memorandum Sachers in Sachen der Klägern a u e r entspreche nicht der Position des Weißbuches. Er wisse wohl, daß die Zionisten nicht alle religiösen Juden repräsentieren. Daß die Regierung die Schuld der Stadt Tel-Awiw annulliert hat, bedeute keine Begünstigung der Zionisten. Aehn-liches geschah auch mit den Schulden der Jerusalemer Stadto-erwaltung. Tjgitf '«Ja« * :. : d a s. be stets- T IWMMWMdtzWYMrsM

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