Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1929-11-28 · Heft 48 (28.11.1929) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 48 (28.11.1929)
Date
1929-11-28
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2450547-2450595--76508-2534088
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seile 2 Nr. 23 Der 8 f r a e I i t B l 8 tter 28. Nov. 1929 den ist, läßt, den Ort der Kothel Maarowi, damit um unsere Jugend bestellt. Wir sollen wissen, ohne jede äußere Störung die jüdische Seele sich daß wir eine Mnorität sind, eine gottgewollte im Gebet emporschwingen kann zu ihrem Vater § Minorität. Vorübergehend mag es den Anschein im Himmel, um bei jeder Not und jedem Weh haben, als ob Gott mit den stärkeren Bataillonen Seine Hilfe zu erflehen. Ich richte diese meine Worte an Alle und hoffe, .daß alle Chassidei Umoth haolam das Recht erkennen und ihrerseits mit allen Kräften dazu beitragen werden, um den Frieden wieder zurückzubringen in unser heiliges Land, um ist, in Wahrheit aber „Gott schützt den Fremden, gibt dem Waisen und der Witwe Dauer, den Weg des Frevlers aber führt er in die Krümme", des Frevlers, der glaubt, den Schutz- und Rechtlosen vergewaltigen zu können. Vorübergehend mag es den Anschein haben, als ob roher Machtdie Verdächtigungen und den Neid aus allen > mißbrauch triumphiert, daß Streitwagen und Herzen unserer Einwohner zu entfernen. Dann wird uns Gott beim Werke unserer Hände helfen, so daß wir wieder den Aufbau und das Aufblühen des heiligen Landes zun: Wohle der gesamten Menschheit miterleben und es wird wieder Seine Schechina in unserer Mitte weilen, wie in der Vorzeit. Es hofft auf baldige Jeschuo Josef Ehaim Sonnenfeld Wir sind eine Minorität?) „Denn ihr seid das Geringste unter allen Völkern!" Die Hamburger Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppe wollen ein monatliches Mitteilungsblatt herausgeben, das die Mitglieder über die örtlichen Veranstaltungen der Gruppen, sowie über die wichtigsten, allweltlichen agudisti schen Ereignisse unterrichten und der Förderung des Zusammenhalts der Mitglieder dienen soll. Die Schriftleitung ersucht mich, für die erste Nummer ein kurzes Geleitwort zu schreiben. Dies gibt mir willkommenen Anlaß, zu dem durch die Ueberschrift umschriebenen Gedanken einiges zu sagen. Wer die Entwicklung agudistischer Jugendgruppen seit den mehr als 1A Jahrzehnten ihres Bestehens aufmerksam beobachtete, wird feststellen können, daß die in ihnen zusammengefaßte Jugend, wenigstens zu einem ansehnlichen Teile, den verpflichtenden Sinn der Agudas Jisroel begriffen, die Zugehörigkeit zur Agudas Jisroel als ein Bekenntnis zu werten gelernt hat. Dieser Jugend ist die Agudas Jisroel zur Erweckerin des Bewußtseins geworden, daß die jüdische Ausgabe weltewig ist, überdauernd die Gegenwart mit ihrer wechselnden Konstellation und Konjunktur. Ihr ist im bewußten Anschluß an die Gesamtheit des durch die Thora gewordenen, von der Thora getragenen Klal Jisroel klar geworden, daß Juide-sem, Jude-werden-wollen eine schwere Aufgabe ist, desto schwerer und mühevoller, je mehr die auf den Tag eingestellte Welt es liebt, das Strahlende zu schwärzen und so das Erhabene in den Staub zu ziehen, es hinettguzerren in den Kampf der Parteien, als Objekt von Konzessionen und Kompromissen! Die Lösung dieser Ausgabe bedeutet immer Kampf und Auseinandersetzung mit sich selber, bedeutet o f t Kampf und Auseinandersetzung mit Anschauungen und Strömungen, die solchen Erkenntnissen fremd oder gar feindlich gegenüberstehen. Wenn nun die Jugend diesen Kampf mit den Andern nicht aufnimmt, weil sie noch den Kamps mit sich selber zu führen hat, dann spricht das für diese Jugend, — und man sollte sie m. E. darum nur loben — lehnt sie diesen Kampf ab, „furchtsam und zagen Herzens", well sie ihren Mangel spürt und darum zunächst an ihrer eigenen Hinaufentwicklung arbeiten will, dann soll jeder von uns ihre Zurückhaltung nur anerkennen. Wagt sie aber den Kampf nicht, aus einer Mutlosigkeit, die nicht dem Bewußtsein des eigenen Mangels entspringt, sondern ihren Grund hat, in des Gegners äußerer Uebermacht, in seiner zahlenmäßigen Ueberlegenheit, deshalb nicht, weil sie eine Minorität ist, dann ist es nicht gut *) Wir entnehmen diesen Artikel dem Novemberhest des „Mitteilungsblattes der Agudas Iisroel-Jugend - und Mädchen gruppe in Hamburg-Altona." Die Erez-)isroet'Arbeit in der Palästina-Kommission der zweiten Kenessio Gedaulo von v"2-m ViVk 3"’—'> Von Rabbiner Dr. ph. Frankl m Halberstadt. (Schluß.) Ein besonders schwieriges Kapitel bildete der dritte Punkt, mit dem sich die Paläftma-Kommis- Schlachtpferd siegen über die, welche „im Namen f. ,.... , ,, — ~ «otteT für Gott k-impsm, in, Wahrheit N 8« „sie sinken ins Knie und fallen, wir aber erheben mei^ es. ,^r möglich wird, uns und dauern!"? auch wirtschaftliche Arbeit in binur px leisten zu Daß wir Minorität sind, und dennoch von i Sowohl tm PlEm der St «.. mte auch Gott zu seinem Volk erwählt wurden, sollte uns!«' Kommission herrschte nur ome Stmuno n»hr fn« *Rpmn6fCpm hrinL. mAt L» mir darüber, daß praktische Arbeit getan «erden mehr ins Bewußtsein dringen, nicht, damit wir etwa Kampf suchen, sondern, damit wiiir ihn, wenn es nötig ist, nicht scheuen! „Denn ihr seid das Geringste unter allen Völkern!" Israel ist als eine kleine Minorität seinen weltgeschichtlichen Weg gegangen, hat handelnd und leidend sich bewährt! Und wir sollten ängstlich und verzagt sein, weil die andern zahlreicher sind und stärker und geldreicher? Wir sollten Zimmer hinschielen, was die andern tun und wie sie zu uns stehen, sollten die Kraft der Masse, der Gasse höher schätzen als die Kraft göttlicher Verheißung? Wir ersuchen dringendst angesichts der Notlage, die noch heute in Erez Jisroel herrscht, um weitere Unterstützung des Hitfswerks der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt am Main, Postscheckkonto Nr. 53 900. Wir sind eine Minderheit — nicht, weil die andern bessere Führer, lockendere Ziele haben, nein, weil unsere Führer, und wir durch sie, den Mut zur Wahrheit haben und weil Wahrheit, Ganzheit, Einheitlichkeit heute kette gangbaren Artikel sind. Weil „die Wahrheit vermißt wird, weil der für toll gilt, der vom Bösen weicht." Wir sind eine Minderheit, weil nicht zu viele den Mut aufbringen, die Dinge beim rechten Namen zu nennen. Weil es heute für vornehm gilt, „tolerant" zu sein, — das heißt selbstverständlich nur tolerant gegen links — weil Presse und Prediger bei solcher Geisteshaltmig die meisten Anhänger und so die beste Rechnung finden. Der Stolz, der Minderheit anzugehüren, der fehlt vielen von uns; und dieser Mangel nimmt ihrem Entschluß Sicherheit, ihrem Auftreten die Festigkeit! Dieser Stolz — der ist der G'aun Jakauw, der unsere Ahnen unüberwindlich machte, zu Helden und zu Märtyrern in einem.. Diesen Stolz muß unsere Jugend wiedergewinnen, den Stolz auf jüdische Ehre, die nicht das Amt von außen, die die innere Würde, die nicht das verliehene Prädikat, die die erworbene Leistung gewährt. — Aber dennoch auch wissen: „Denn ihr seid das bescheidenste, das demutvollste unter allen Völkern»" — so übersetzt der Targum Jaunoson. Weil leicht dieser gottgewollte Stolz zum Hochmut, den Gott verachtet, entarten kann, wollen wir es wissen, daß Gott Israel erwählte, obgleich es Minorität, weil es bescheiden war. Wir, jüdische Jugend, fönen bies „hamat mikol hoamim" in feinem Doppelsinn begreifen. Dann sind wir des rechten Weges uns bewußt, ind als Minorität nicht hochmütig, aber hohen Mutes, für den Kampf um die Wahrheit bereit, schielen nicht nach rechts und links, sondern gehen geradeaus, auf dem Pfad jüdischer Pflicht, der zur Höhe führt. Wolf S. Jacobson. müsse. Gerade die traurigen Ereignisse in pK ‘rK'W-'Unter deren tiefem Eindruck die Tagung der K. (8. stattgefunden, haben den einmütigen Willen zu konstruktiver Arbeit besonders hervortreten lassen. Aber auf dem Gebiete praktischer Arbeit ist es mit dem guten Willen allein nicht getan. Hier mußte die Frage gestellt werden», ob auch die Mittel zu solcher, auch nur in bescheidenem Rahmen gehaltenen Tätigkeit vorhanden sind. In Berücksichtigung dieses Umstandes traten in der Kommission verschiedene Ansichten hervor. Die Einen wollen, wenn auch sehr schweren Herzens, vorläufig auf wirtschaftliche Tätigkett verzichten und die finanziellen Mittel für die Erhaltung des Schulwerks verwenden. Einanderer Vorschlag, der auch im Plenum Beachtung fand, ging dahin, vorderhand die wirtschaftliche Tätigkeit auf das bereits Vorhandene zu beschränken. Man soll alles tun, um die bestehenden Positionen auszubauen und den bereits erworbenen Boden der Kultivierung zuzuführen. Dagegen solle mit weiterer Ausdehnung der wirtschafttichsnt Unternehmungen gewartet werden, bis die finanziellen Mittel der Agudas Jisroel es gestatten. Aber in der Kommission, wie im Plenum gab es Viele, die sich mit dieser von den Verhältnissen gebotenen Einschränkung nicht zufrideen geben wollten. Es waren speziell unsere polnischen Freunde, die dem widersprachen,. Sie verpflichteten sich, in ihren eigenen Kreisen größere Summen aufzubringen, durch die eine Aktion in möglich wäre. Die polnische Landsmannschaft, die auf der K. G. eine große Aktivität entfaltete, beschloß daher ihrerseits, einen Generalsekretär anzustellen, der alle Angelegenheiten der Agudas Jisroel in! Polen bearbeiten solle. Ferner ging von der polnischen Landsmannschaft die Anregung aus, eine großangelegte Propaganda zu Gunsten des 21MN pp in die Wege zu leiten. Der Ertrag dieser Sammlung soll in -erster Reihe für die Tilgung der auf den gekauften Ländereien lastenden! Hypothekarschulden Verwendung finden. Dieser Antrag findet feinen Ausdruck in dem von der K. G. gutgeheißenen Absatz 2 der Palästina-Resolution. Mit praktischer prr-Arbeit befaßt sich auch Absatz 4 der Resolution. Es ist aus ihr ZU entnehmen, daß ein bewährter Fachmann der Landwirtschaft, Herr Jsak Nußbaum aus Halberstadt, unter Umständen bereit ist, die Leitung des Wirtschaftsamtes zu übernehmen. Diese Umstände, die als Voraussetzung für die Uebernahme des Wirtschaftsamtes in Betracht kommen, sind nicht schwer zu erraten. Es handelt sich darum, ob sich genügend Mitarbeiter dem Fachmann zur Seite stellen werden. Und ferner, ob es gelingen wird, die finanziellen Voraussetzungen/ für die Arbeiten des geplanten Wirtschaftsamtes zu schaffen. Absatz 3 der Palästina-Resolution lautet: „Die Palästina-Kommission beschließt, daß in Preßburg eine dreigliedrige Kommission eingesetzt werde, welche in der Slowakei und in den Nachbarländern die Mittel aufbringen soll, die zur Erhaltung der Aguda, besonders aber des Schulwerks der Aguda in Palästtna notwendig sind" Die Kommission ist aus folgenden Erwägungen dazu gekommen, diesen Teil der Resolution der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.