Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1929)
- Date
- 1929-11-28
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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© (affer fietansgegefien von dee Candesocgoaifotion dev JigndaS'JUroef in Veulfekland. 15. Jahrgang Hamburg, 28, November / 25.. Marcheschwan 5690 Schriftleitung: Wolf S. Jacobson in Kamburg. Nummer 25 Bekanntmachung. Der Geschäftsführende Ausschuß der Agudas Jisroel Hut beschlossen, mit der Lebensversicherungsgesellschäft „Phönix" einen Begünstigungsvertrag abzufchbießen. Der Vertrag ist vor einigen Tagen unterzeichnet worden. Die Qebensversicherungsgefellschaft „Phönix" ist eine der größten internationalen Lebensversicherungs-Gesellschaften mit ihrem Hauptsitz in Wien. Mederlassungsrecht hat sie in folgenden Staaten: Frankreich, Spanien, Deutschland, Belgien, Oesterreich, Italien, Czechostowakei, Kleinpolen, Ungarn, Jugoslawen, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Palästina und Aegypten. Laut Rechenschaftsbericht unserer Bertragsgesellfchaft, der Lebensversicherungs-Gesellschaft „Phönix", waren bei ihr per Ende 1928 626.433 Personen auf ein Kapital von insgesamt rund S 1, 800.000.000.— versichert. Der Versicherungsbestand ist im Herbst ds. Äs. auf rund S 2,200.000.000.— angewachsen, im Jahre 1928 .hatte die Gesellschaft eine Prämien- und Zinseneinnahme von fast S 98.000.000.—. Die Gewährleistungsfonds der Gesellschaft stellen sich per Ende 1928 auf rund S 242.000.000.— und werden mit Ende 1929 wahrscheinlich auf über S 300.000.000.— Schilling anwachsen. Die Lebensversicherungsgesellschaft „Phönix" gehört zu den wenigen mitteleuropäischen Versicherungsgesellschaften, welche die von den amerikanischen Versicherunigsgesellschaften inaugurierte Gesundheitsfürsorge ihrer Versicherten eingeführt hat. Zu der Berechtigung ihrer Versicherten, sich auf Kosten der Gesellschaft von einem freigewäh'lten Arzt von Zeit zu Zeit untersuchen zu lassen, tritt in hier nächsten Zeit eine Operationskostenversicherung, welche gegen eine geringfügige Prämie den Ersatz von Operationskosteini und Zinsenfreie Darlehen für Kuraufenthalte und dergl. enthalten wird. Unsere Vertragsgesellschaft gehört auch in bezug auf sonstige Versicherungsbedingungen zu den fortschrittlichsten und ist allgemein durch ihre ganz besondere Kulanz bei Versicherungszahlungen bekannt. ^xn?’ rms po ^snan isn *WD^ötoniVx n$n 121 v'0 axnviya x pD"-npixnpvaix lyoxton oxn "Dp^ya" 'DSK^VT3;^jriyD,’nyö nyoaxpyD ‘iyo,»ina pD'myyaiyvaix aro ■n px axivyya nyanxn iin px •pnxnyn -nyorx yüoyna n pa yr’X rx #op’3»B* *t -axp oxn - px ]yDaxwl?ytyrtmviya’>nya pxax’xxa :ny*ny^ rnyaVxa px vayi TW '•pnooy 'pra^sn 'Tax^trn ffyaxa^ '•p’npaxna -xar> /pxapx ffpb'isa^bp -"prriixbv 'fy^xirx '•'’pTü /T3xVayD,na 'ppixaVm '|y’:jron ffyiixbo . 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Die Vorsehung begnadete mich, Augenzeuge dessen zu sein, wie die Ruinen Jerusalems aufgebaut werden, wie außerhalb der Mauern die Stadt erweitert wurde, Häuser gebaut und Siedlungen gegründet wurden, wie philantropische Anstalten, Stätten! der Thora und des Gottesdienstes und auch Geschäftshäuser neu entstanden und Menschen nach Erez Jisroel kamen, die von ihrer Hände Arbeit leben. In der Zeit, da ich in Erez Jisroel wohne, hat Gott auch Einzelne begnadet, daß sie die Mizwoh Jischuw Erez Jisroel erfüllen, indem sie den Boden bearbeiten unid die Mizwoth erfüllen, die damit verknüpft sind. Mit der Hilfe des Allmächtigen sind in Jehuda und Galiläa Kolonien gegründet worden, die ich öfters besuchte, um Dank zu sagen dem Maziw Gewul Almonoh. Die Kothel Maarowi, der Ort, von dem die Schechina nie gewichen ist, auch nicht in der Ze>it ihrer Zerstörung, war die Stätte, wo alle Bewohner unseres heiligen Landes ihr Herz ausfchütteten', zu jederStunde, da Ne jüdische Seele nach der Gottesnähe dürstete. Alles, was das jüdische Herz bang erhoffte, trug es im Gebet an diesen heiligen Ort, der aber auch in der ganzen jüdischen Welt heiligen Charakter hat. Die Zerstreuten Israels in entfernten Ländern richteten ihr Herz im Gebet an diese Stätte unfr wenn Not sie traf, wandten sie sich an ihre Brüder in Jerusalem, um für sie bei dieser Kothel Maarowi die Gnade Gottes zu erflehen. Für dieses Gebet gab es keine bestimmte Stunde. Tag und Nacht waren jüdische Menschen nicht von dieser heiligen Stätte gewichen. Auch mich hat Gott begnadet, oft an diesem Orte zu sein, ohne daß ich eine bestimmte Stunde dafür gehabt habe, und oft war ich cm diesem heiligen Orte in später Nachtstunde allein, nur mit dem Blick zu Demjenigen!, dessen Namen hier ruht. Die ganzen 10 Jahre, nachdem das Land unter das Mandat der englischen Regierung gekommen war, herrschte Friede und Ruhe im Lande. Die nichtjüdischen Einwohner des Landes sahen mit gütigem Auge auf das. Aufblühen des Jifchuws. Glaubenshaß, der leider so vielfach in der Diaspora herrscht, fand keinen Platz in diesem Lande, das von allen Ländern das heiligste ist. Der, der den Frieden in der Höhe schafft, hatte auch die Hütte des Friedens über dieses Land und über die Stadt, die er erwählt, ausgebreitet und keine Klage und kein Jammer war itl unseren Straßen zu hören. Die vornehme nichtjüdifche Bevölkerung schätzte die Juden, und die Juden erwarben sich Vertrauen und Anierjymrxjn I femmn'g bei der ganzen Bevölkerung. Oft halsen sie sich, einer dem andern, wie ruhige Nachbarn, die gemeinsam das Aufblühen des Landes wünschen. Auch die Araber selbst wußten und wissen, daß die Juden nur ihr Bestes wollen und dem ganzen Lande Segen bringen, und alle hofften sie auf den großen Tag Gottes, an dem er wieder Seine Schechina zurückbringen und Zion die alle Heiligkeit und den alten Glanz verleihen wird, als Lichtbringer für die Völker und die Regierungen. Und nun, wehe uns, daß in unseren Tagen ein Ungewitter über die Juden des heiligen Landes heraufgezogen ist, Haß hat den klaren Blick verdunkelt, lügenhafte Ausstreuungen hat zu Blutvergießen und Störung heiliger Siedlungen geführt, die Erde des heiligen Landes hat das Blut reiner, lauterer Menscher., in sich ausgenommen und das Blut dieser Brüder schreit zu uns aus dem Erdboden. Zu unserem großen Weh sind falsche Beschuldigungen verbreitet worden, welche diejenigen erfunden haben, die die Zwietracht schüren. Sie haben die Juden verleumdet, um die niedrigen Instinkte aufzureizen und das friedliche heilige Land zu einem Schlachtfeld und in eine Stätte der Katastrophe umzuwandeln. Die bitteren Folgen des Streites bringen dem ganzen Land Schaden und wenn die Lage weiter so andauert, kann, Gott verhüte es, Zerstörung und Verheerung über das ganze Land kommen, und Hunderttausende seiner Einwohner würden davon betroffen werden. Ich bin heute 80 Jahre alt, und- Gott hat mir in meinem Atter die'-Prüfung auserlegt, die Erschütterung der Grundlagen des Jifchuws zu sehen, der in Jahrzehnten aufgebaut wurde. Mit Hingebung, mit Schweiß und Tränen von Menschen, die ihr Leben dafür geopfert haben, die ihre Kraft schöpften, aus dem heiligen Willen, Erez Jisroel wieder zu zivilisieren. Ich wende mich an alle Einwohner unseres heiligen Laii-- des, insbesondere an die nichtjüdische Bevölkerung, und aus einem wehen, verwundeten Herzen hinaus flehe ich um Schonung für das Land, daß endlich dem Verderben Einhalt gemacht wird. Entfernt den Haß aus Euren Herzen! Laßt Euch nicht durch lügnerische Beschuldigungen, welche wissentlich oder unwissentlich unter Euch verbreitet werden, veranlassen, zwischen die Einwohner des Landes Zwiespalt zu säen! Schenkt kein! Gehör den grundlosen Verleumdungen! Die jüdischen Einwohner des Landes haben, Gott behüte, nicht etwas Uebles gegen die anderen Einwohner im Sinn. Sie wollen einen gemeinsamen Aufstieg aller Einwohner, sie wollen keinesfalls ihre Nachbarn einschränken. Das heilige Land ist ein Land-, -in dem bei einer richtigen Besiedlung Platz sein wird für alle, ohne daß einer den andern verdrängen muß. Unter keinen Umständen wollen die Juden ihre Hände danach ausstrecken, was nicht ihnen ist und gewiß nicht die Rechte der andern Einwohner antasten auf diejenigen Plätze, die für diese heiligen Charakter tragen, und insbesondere entbehrt das Gerücht, daß die Juden den Tempelberg erobern wollten, jeder Grundlage. Im Gegenteil: Seit jener Zeit, da wir wegen unserer Sünden aus unserem Lande vertrieben sind und unser Heiligtum zerstört wurde und wir uns nicht die nötige Reinheit erwerben können, ist es jedem jüdischen Mann verboten, auch nur seinen Fuß auf den Tempelberg zu setzen, bis der wahre Moschiach kommen wird, dessen Aufgabe es sein wird, allen Menschen Glück zu bringen und dann auch uns jene Reinheit zu bringen, die den Vorschriften der Thora entspricht. Was wir jetzt verlangen, ist nur, daß man* uns jenen einzigen heiligen Ort, der uns geblie-