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Der Israelit · 1929-11-28 · Heft 48 (28.11.1929) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 48 (28.11.1929)
Date
1929-11-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seile 4 Nr. 48 Der Israelit 28. Nov. 1929 ä Kunsthandlung Julius Giessen i M I Am Qpernplaiz - Ecke Bockenh. Landstr. 2 \^J Das Facteclii iiir vornehme Einrahmung A. Die Kunsthandlung des gg’en Geschmacks dessen Haupt möge die Fülle der Segnungen kommen." Es folgt dann em Sendschreiben vom Jahre 5667, nach Beyrut gerichtet, worin ebenfalls die Kraft des Jssurs auf Schulen eirgefchärft wird und das die Unterschrift von Rabbi Chajim Berlin und N. Jizchok Blaser trägt, außerdem einer Anzahl weiterer Rabbonim, darunter die Unterschrift von Rabbiner Chajim Sonnenfeld. Ganz am Schluß des umfangreichen Schriftstückes befindet sich dann noch eine kurze Erklärung von Oberrabbiner Schmuel S a l a w t, die wie folgt lautet: „Die Worte der Rabbonim, die im Vorstehenden wiedergegeben sind, bedürfen keiner Bekräftigung. Ich habe bereits früher öffentlich bekannt gegeben, daß es nicht in der Kraft eines Vesdins liegt, den Jssur der früheren Gaonim v"'V aufzuheben. Gott möge uns helfen, die Kraft des Gesetzes wieder aufzurichten. 20. Schwat 5667." Was das von Herrn Oberrabbiner Dr. Carlebach uria^führte Argument betrifft, daß ihm persönlich der Unterricht an einer Hilfsvereinsschule von Rabbi Schmuel Salant gestattet worden sei, so wohnt dieser Tatsache nach unserer Kenntnis der Dinge für die aufgeworfene Frage keine unbedingte Beweiskraft mm. Es ist uns zufällig bekannt, daß auch Rabbiner Chajim Sonnenfeld vor Jahren in einem konkreten! Falle erklärte, daß der Cherem lediglich die Schulen als solche und die Eltern der Kinder trifft, nicht aber die Lehrkräfte, die, nachdem die Schulen einmal bestehen, durch ihre Wirksamkeit an diesen Schulen unter Umständen den Unterricht der Kinder durch vollendete Gesetzesleugner verhindern können. Man mag über diese Unterscheidung denken, wie man will, sie ist jedenfalls von den palästinensischen Gesetzeslehrern wiederholt gemacht worden und es steht uns nicht zu, daran Kritik zu üben. Ganz unberechtigt scheint uns der wiederholt gemachte Einwurf, daß diejenigen, die für sich selber und ihre Kinder im Geiste Rabbiner Hirschs Vst das Prinzip der Synthese von Thorawissen und allgemeiner Kultur vertreten, sich eines inneren Widerspruchs oder gar einer „unmoralischen" Handlung schuldig machen, wenn sie für Erez Jisroel.die Autorität der Rabbinen und damit die Geltungskraft des Cherem öffentlich vertreten. Kämen die palästinensischen Rabbinen in ernster Würdigung der Lage zu der Erkenntnis, daß es geboten sei, ^rvrm insn 'nh rwmw» Schulen etwa nach dem Vorbilde der Agudawelchs in ca. zwei Monaten stattstnben soll,, beitragen werden. Bereits sind mehrere Anmeldungen von auswär-t Ugen Freunden der Iefchiwah eingetroffen und .man erwartet zahlreiche Beteiligung von Schülern und Verehrern des Rabbi, die es sich gewiß nicht nehmen werden, anläßlich dieses Festes dti •>2a zu sein, lieber den genauen Zeitpunkt wird noch näher berichtet werden. Das Vorbereitungskomitee erteilt g?rire alle erwünschten Auskünfte (Briefadresse: Dir. Artur Trattner - Trnava C. S. R.) (George Clemenceau und die Dreyfus-Afsärr.) George CI e m c n c e a n hat sich durch sein Eintreten für den unschuldig verurteilten und auf die Teufelsinfel verbannten jüdischen Geuerakstabshauvimaun Alfred Dreyfus unvergängliche Verdienste um die Wahrheit und Gerechtigkeit, nicht zum wenigsten um die französische Republik, erworben. Er wurde der politische Vorkämpfer für die Rehabilitierung des Opfers des französischen reaktionären Militarismus und stellte die von ihm gegründete Zeitung „Aurore" ganz in den Dienst dieses Kampfes. Nachdem er in der vordersten Reihe den Sieg der Wahrheit erfechten half, wurde er 1906, im Alter von 65 Zähren, zum erstenmal Ministerpräsident, und er nahm den Obersten Picquart, dem die aktenmäßige Aufdeckung der Schuldlüge gegen Dreyfus zu verdanken ist, als Kriegsminister in sein Kabinet auf. Dieses erste Kabinett Clemenceau hatte eine für Frankreich ungewöhnliche Dauer von drei Fahren. Schulen i-ni Polen oder der ehemaligen Talmnd- Thvrüschulen der Freien Verein,iigung in den Kolonien, auch in den alten Städten Palästinas einzurichten, so würben wir bas für einen Segen halten. Aber solange eine solche Maßnahme nicht aus freier Erkenntnis von den rabbinischen Autoritäten des heiligen Landes selber gemeinsam getroffen wird, kann aus einer gewaltsamen Zerstörung der rabbinischen Autorität nur das größte Unheil erwachsen. Das Prinzip von „Thora im Derech Erez", wie es gewöhnlich genannt wird, kann nur dann zur Aufrechterhaltung der Thoratreue führen, wenn die heran-, wachsende Jugend sich von vorneherein nicht in eine innere Auflehnung gegen ihre rabbinischen Führer hineingetrieben weiß. Im Gegensatz zu diesen rabbinischen Führern durchgeführt, muß das oy nim-Prinzip mit innerer Notwendigkeit zur Untreue und zum Abfall führen. Es bleibt also nur der Weg der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den rabbinischen Führern Erez Jisroels, die man vielleicht überzeugen, aber weder überremren, noch durch die Macht des Geldes auf,Ae Kmee zwingen! darf. Korrespondenzen « Nachrichten. Deutsches Reich. Vom preußischen Landesverband. B e r f i; n, 21. Nov. Am 20. Nooe-m-b« 1929 -trat hier Rot b©S' Pr-eußrche-n. Landesverbandes jüdischer Gemeinden uwtw dem Vorsitz des Präsidenten KwmmergMichitsrat Leo Wolfs zu -einer Sitzung zusammen,. Es wurde beschloss«,, den nächsten Berbands>tag auf Leu 23. März 1930 und folgende Talge rinzubvruf«-. D« größte- Teil foer Sitzung wurde von nin-er Besprechung über die Lage des preußisch« Judentums ausgefüllt. Sie fmüpfile an den Aufruf „Hilfe durch Aufbau", welcher anläßlich der in Palästina durch Araber verübten Judtzumetzelei«- vonden deutschen Mitgliedern der Jew-ifh Agency erlassen worden ist, und an -die ihm gegenüber veröffenM'chte „Erklärung deuitscher Indien" an. Nach, langer Aussprache, bei der Mie gegensätzlichen Anschauungen oft stark zutage traten, wurde ihr Ergebnis in der folgenden Entschließung zusammengefatzt, mit denen Wortlaut alle! Anwesenden -Ännerstanden waren und die demzu-f ölige -einskimmiig angenommen wurde: „Der- Große Rad des Preußischen Landesverbandes jüdischer GemeiNd« gibt der U-eberzeugung, Ausdruck, daß diie Würde des jüdischen Namens and das Anfshen der deutschen Juden es dringend «erfordern, Ä« innerjüdischen Kampf zu entgifien. Die Austragung von Meiinung-svorfchiedenhei-tien, sei' -es v or - der jüdischen, seies vor der ni-chtjüdifchien Oeff-cinMchkiM, mnß ohne jede Mittderb-e wertung, «einzelner jüdischer Gruppen in stäatsbürgerkicher Hinsicht -erfolgen. Ebensowenig darf eine- Herabsetzung von GeWern, sofern sie vom Willen zur jüdischen Gemeinschaft^ erfüllt sind, als Indien ftatifinden." In -einer besonderen Sitzung des Engeren Rates wurden die durch den Tod von Professor Türk frei! gewordenen Dezernaite der Unterricht- und der Wohlfahrts-angiölegenhei-ten neu vergeben; das -erftere wurde Professor Elbogen, das letztere Direktor Ost borg übertragen. Generalversammlung des Kchochlimverbandes. Emden, 4. Nov. Vor kurzem HUM der S ch o chti m v e r b and der LandrabbiNabsbeKrke Emden und Oldenburg in, der hiesigen Gemeindestube seine -erste — gut besuchte,— Generalversammlung aib. Der Vorsitzende!, Herr Lehrer Lachmann a-us Aurich, begrüßte die Erschienenen,, dankte -ms-besondeve Herrn Landrabb-m-er Dr. Blum für das warnre Interesse, das er an der Gründung und an der Entwicklung des Vereins genommen,» uimb gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß der Verein sich schon iM ersten Jahre seines Bestehens in mannigfacher Beziehung segensreich erwiesen habe. Den, -ausführlich« Bericht über das vergangene Geschäftsjahr erstattete sodann Herr Wolff-Leer, während der R«dant, Herr W-olk«feld-Emden, über die Kasfenfuhrung Rechnung abtegte. Der Verein, dem fast alle SchochKm der Laindrab-biinatsb-ezirke Emden und Oldenburg sich angefchlofsen haben, hatte seichs Sitzungenabgehalten, in denen geschäftliche Dinge erledigt!, sowie praktische und thievre!- tifch-e Fragen der Schechiita erörtert wurden!. 'In der Diskussion wurde hauptsächlich üh'er Atz- MögRchkeW zur Schaffung einer Gefamitorg-anisatiou! aller Schoch-iim Deutschlands gesprochen; eine so-lchis sek durcharis nob wendig und solle mit Hilfe des schon! vorhandenen-, aber noch nicht recht aktiv« preußischen' und bayrischen, Verbandes erstrebt werden. Es wurde die Hoffnung, ausgesprochen, daß auch anderwärts ähnliche- Bezirksvereine, w-i-o hier,, ge!gr!Ündet würden und diese dann sich zu einem Gesamtverbande zusamnienschlö ssen!. — Der Vorstand, dem für ssme TäÄgkM Dank und Entlastung ausgesprochen wurde, wurde elmstimmig wiledergewähll. Nach Erörterung aktueller Schächtfragen und nach wetteren gemeinsam«- Studli-um der Schächidvorschrtsten schloß der Vorsitzende um 6 Uhr die Sitzung. Die' nächste Versammlung wurdle auf den 6. Jgnuar in Altrich festgesetzt.. Antrag auf Schächtverbot in Sachsen. Dresden, 13. Nov. Die Fraktionen der Deu!tschnat!ionai!en Volkspartei, und des Sächsischen Landvolks haben im sächsischen Landtag folgendM Antrag giestellt: „Der Landtag wolle beschließen,, diie Regierung zu erfuch'en, durch gesetzliche Anordnungen stcherzustellen,, d!a-ß überall dort, wo es möglich - erschieiönt, die Vetäubung des SchlachLviehs statt durch frieien Kopsichlag durch mechanisch wirkende G-eräde (Schußbolzen usw.) erfolgt, die geeigneit sind, die Betäubung oder den sosvirtigen Tod des Tieres Herbleizuft'chren." Die gegenwärliKe jüdische Lehrerausbildung. Köln, 18. Nov. In der Beilage „Blätter für Erziehung und Unterricht" der Nr. 45 des „Js-rwetitischen, FaMikienblaties" vom 7. November ds. Js. wendiöt sich Herr Lehrer M. S t -e -i n h a r d k, Magdeburg, gegen die Errichtung, der Schochtim-Schule in Frankfurt a. M. und fühLt sich hierbei wieder einmal bemüßigt, die Schate feines^ Grimmes über das Kötner LehoerfeMinar auszugießen und im besonderen die in -den letzten, Jahr« fat Köln ausgebildsten Lehrer mit folgenden Komptimenien zu bedenken: „Das Köliner Seminar hak dafür geforgit, daß fetzt schon wieder junge Lehrkräste!, auch, Mteve stellenlos sind, weil diie Gemeinden ja wieder- Answaht genug haben, und zwar durch minderwertige' Elemente, die herangebitdlet worden sind und die unter allen Umständen zu jeder noch so schlecht besoldeten, Stellezugreisen, weil sie »ebien infoilge ihrer ungenügenden Ausbildung zugretfen müssen." Als -eimier dieser von Herrn St. JnkriiMmieVten möchte ich mir nicht viersag«,, hierauf einmal eine gebührende Antwort zuerbeilien: Mir, wie den meistenmeiner Kollegen, war«' zu Ostern mindestens Z. Stellen -auf einmal angeboten, von denen wirnuns die uns am besten konvenierende, natürlich auch in finanzieller Hinsicht,, aussuch« konnten. Also zu Ostern ds. Js. kann zum mindesten voneinem derartirgen Leh-vL-rüb-erftuß noch nicht die Rede Mn. Und nun zum Hauptpunkte. Unter den nachmeinen Aufzeichnungen zu Osternin Köln- -eMafsenen 22 Lehrren und Lehr-erin-nen befanden sich 17 (9 Herren, 8 Damen) miit miindestens- Obersekundareife, teilweise auch mit Abitlir, von denen die ersieren noch 3 J-ahm Aie -letztem -ren noch ein Jahr (nach Ablegung der vorgeschrivbenen pödag-ogisch-en Prüfungen) das Seminar besucht hatten. Bon den „nu-r" mit Bolksschulbilduu-g verfehienen Herren (6), die bei-lwoisie Ville drei, und vWrjähriigiö Au-sb>i>kdnng im Seminar erhielten-, sind die meisten miteinem über das Durch-schNdttsmaß hinausgeh,enden jüdischen Wissen ausigestaitet, die sie besonders zur BeWei-d,ung von Religionskshrier-ftell« gesignet e'rsche-in-en -ließen, einer verüg-t z. B. üb-er eine aufsehenerre-geuiL-e Rednergabe, einer üb-er ein jüdisches Wissen, das in der Kölner Judenh-eik Aufsehen erregte. Ein dritter hat -nicht einmal eine Lehrerstelle angekreb«,, sondern studiert weiter Philösophie-! Dies zunächst ei-n-mal üb-er -das Niveau de-s Kölner Seminars.

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