Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 47 (21.11.1929)
- Date
- 1929-11-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 47 Der Israelit 21. November 1929 kaufen ihre Diätünd Nahrungsmittel im REFORMHAUS Schäfergasse 25, Rufnummer Hansa 1484 Zweiggeschäfte: Höchst, Antoniterstrasse 31 Eschersheim, Am weißen Stein 19 9 Mann, den Politiker ufw. Zuglei ch verehren konnte. Daher ertönt der Ruf von Landesgrenze bis zur Landesgrenze, daß man eben keinen im Amte stehenden Rabbiner als Vertreter ins Oberhaus entsenden soll, sondern einen mit den wünschenswerten Kenntnissen und Fähigkeiten ausgerüsteten Laten. Und wir müssen es ganz offenherzig eingestehen, daß auch wir nur eine derartige Lösung dieses brennenden Problems für richtig halten. Ich glaube irgendwo gesehen zu haben, daß eine beim Hofe in Wien einflußreiche Persönlichkeit dem heiligen nsio nnn Vsra gegenüber sich erboten hat, denselben zumn2'i»v«i'Lan'deswbbiner von ganz Ungarn ernennen zu lassen. Derselbe ließ aber solches nicht zu, indem er sagte: Wer weiß, wer nach mir kommen wird?! So rufen auch wir aus: Wir brauchen kein orthodoxes Landesrabbmat! Wer weiß es, in was für Hände ein solches — früher oder später — greaten kann. Ein r a b b i n i s ch e r Vertre ter im Oberhause, wenn derselbe nicht den goldreinen Charakter eines R. K. Reich h"i£i hat, kann sich aber noch zu einem Usurpator einer derartigen Macht auswachsen! Schon alles dagewesen! Zuletzt scheint uns aber auch das nicht richtig zu fein, daß die Orthodoxie gleichsam zwei Vertretungen gegenüber dem Staate haben soll. Einerseits wird sie in allen amtlichen Angelegenheiten von der orthodoxen Zentralkanzlei vertreten, anderseits aber soll sie einen aus der freien Wahl der Gemeinden und Rabbinen hervorgegangenen Vertreter im Oberhause haben! Dies ist Nicht ganz richtig. Die höchste Vertretung gegenüber dem Staate muß in einer hierzu berufenen Persönlichkeit gipfeln! Und so stimmen wir auf Grund alles bisher Ausgeführten mit reiflichster Ueberlegung dem Anträge zu, daß man den gegenwärtigen orthodoxen Landeskanzlei - Präses, Herrn Adolf Frankl, als Vertreter der Orthodoxie in Lias Oberhaus wählen soll. Dies ist ein Gebot der S t u n d e! Doch weicht unsere Auffassung in einem Punkte ab von der allgemeinen. Die allgemeine Auffassung geht dahin, daß man den Präses Frankl, da derselbe ein großerwn r^n und repräsentative Persönlichkeit der Orthodoxie sei, zum Ehrenrabbiner in einer oder vielen Gemeinden wählen und dann zum r a b b i n i - scheu Vertreter ins Oberhaus entsenden soll. em familie in Ungarn hervorgegangen und hat sich jüdisches Herz für jüdische Belange und speziell gesetzestreue Bedürfnisse bewahrt, sodatz man ihn. oft als Bundesgenossen im Kampfe der Orthodoxie für ihr Recht nach außen und innen hatte. Ludwig Steins Verdienste für die jüdischen Auslandsstudenten während seiner akademischen Lehrtätigkeit in Bern werden Unzähligen, denen ker zu Studium und Fortkommen verholsen, in ewiger dankbarer Erinnerung bleiben. . ' Briefkasten. Ka«tor' 3?» <&. in Iw. Wr. haben bereits einen Nachruf auf Simon Schotten gebraM. v.— 1 «. 8 BD tot» oSe '1999 Ol o m 97. Marcheschwa» S999 f r Sam»t«K 23 20 SoTmtag 24 21 Montag 25 22 Dienstag Äov 36 : C}T'; 23 Mil , ' :.%.. . :.ftt Mittwoch 27 .pswijj 24j k{v-: vonnerstzäg 1;’. 28 26 Freitag - 29 t > 2tz l/y.r- Samstag 30 27 vim P212» mr »»n Wir glauben nun, daß dieser Weg schon deswegen nicht zum Ziele führen kann> weil das heute zu Recht bestehende Landesgiesetz ausdrücklich ein e n im Amte w i rkenden Rabbiner als Vertreter wünscht. Und dlann wäre auch noch immerhin diese Frage bloß für den Moment, nicht aber für die Dauer gelöst. Und es könnten bei jedem neu auftauchenden Falle immer aufs neue die Schwierigkeiten entstehen, die in den von uns früher geschilderten unvermeidlichen Umständen wurzeln. Daher glauben wir, daß es sowohl im Gesamtinteresse der ungarländischen Orthodoxie, wie auch vom politischen Standpunkte aus am geratensten wäre, diesem Probleme ein für allemal an die Wurzel zu gehen! Sämtliche orthodoxe Gemeinden und Rabbinen des Landes sollten sich mit einer Eingabe an die zuständigen Faktoren der ungarischen Legislative wenden, wonach sie es einhellig wünschen, daß man im Interesse einer einheit lichen Vertretung der Orthodoxie dem Staate gegenüber die Wahlmodalitäten betreffs der Vertretung der Orthodoxie im Oberhause abändere. Von nun an sei der Landeskanzleipräses zugleich auch der Vertreter im Oberhause, und auch in der Zukunft möge ein jeder neugewählte Kanzleipräses für feine ganze Amtsdauer zugleich auch der orthodoxe Vertreter im Oberhause fein. Damit aber auch jener im Wortlaute des jetzt zu Recht bestehenden Wahlgesetzes sich äußernde Wunsch dies Gesetzgebung honoriert werde, daß nur ein in der jüdischen Religionswissenschaft Kundiger, und dies ist doch eben der Rabbiner, als Vertreter entsendet werde, soll eine bindende Verfügung getroffen werden, wonach auch in aller Zukunft, nur entweder — wie es bei der Wahl des vorigen Kanzteipräfes Rabbiner Lipfchütz V'XT der Fall gewesen ist — ein tatsächlich im Amte sich befindender Rabbiner, der aber sofort beim Antritte seines Amtes als Kanzleipräses fein Amt als Rabbiner niederlegen müsse, damit er sich nicht zu einer Art Landesoberrabbiner ausfprelen könne! —, oder aber — wie es bei der Wahl des jetzigen Präses 'Ti "pnu'geschah — nur eine derartige entsprechende Lmsnp'srfönlichkskt zum Kadtzleipräfes gewählt werden könne, die nach zustimmender Erklärung der maßgebenden rabb mischen Autoritäten, ’im ist, die rabbinische Qualifikation besitzt. Wir glauben, daß die zuständigen Faktoren der Legislative sich der Erfüllung eines solchen einstimmig geäußerten Wunsches nicht verschließen würden!, und daß der von uns empfohlene Modus der einzige gangbare Weg zur endgültigen Lösung des vorliegenden Problems ist. diVds hx «a* hxnv verabschiedet. Die prinzipiellen Fragen, die Licht- und Schattenfeiten einer Gemeinschaft, die nicht durch das einigende Band der von allenanerkannten mm verbunden ist, kommen ja nicht nur für Baden in Betracht. Sie werden! immer wieder erörtert werden, wenn es sich um Zustimmung oder Ablehnung einer Verfassung und dergl. handelt. Nie werden die Paragraphen, die dabei entstehen, alle befriedigen. Und auch die gesetzestreue Richtung in Baden, , die sich ja mit bewußt stärkerer Betonung ihker vom Parteienstrert unberührten ZufammMgehörigkeit in den letzten Jahren im „ V e r e i n z u r W a h - r u n g " ihre gute Plattform von neuem begründet hat, sieht die Nachteile der neuen Gemeind e - Ordnung .Ihnen aber stehen zweifellos wesentliche und bedeutsame Vorzüge gegenüber, so auf dem Gebiet der Rechtsansprüche religiöser Minderheiten, hinsichtlich des Ver h ältiniiswahl re chtes, der G leichst e l l u ng von Ausländern, des Schutzes g egen w illkürliche Kultusänderung e n in den Gemeinden, einer stärkeren Garantie gegen M i ß st ä n d e im Schechit o h w e f e n, — um nur das Wichtigste zu sagen. In einem Punkte führte das Streben der konservativen» Fraktion nicht zum Ziele: im Kampf um die verfassungsmäßig festgelegte Bestimmung, daß alle A n st a l t e n nach dem Religionsgefetz zu führen find. Aber so. paradox es klingt: es ist gut so, daß darüber keine Paragraphen der Gemeindeordnung etwas sagen; denn es wäre allerhöchstens zu einem Kompromiß gekommen, im Sinne der Liberalen, die die Rabbiner ihrer Richtung nicht ausgefchaltet wissen wollten bei der Beaufsichtigung der Anstalten und die glaubten, es genüge, wenn sie „religiös" geführt werdlen . . . Das war so unannehmbar, daß das „Vakuum", das nun anstelle des 8 5 entstand, vorläufig die beste Lösung ist, — bis zu dem Zeitpunkt, wo die gesetzestreuen Vertreter in den Gemeinden die notwendigen! Sicherungen für die religiös einwandfreie Führung der Gemeindeanstalten erreichen müssen. Sicherungen, wie sie ja erfreulicherweise für die jüdischen Landeseinrichtungen bereits bestehen. Bericht aus Baden. Von * * * Das politische Lied, das in den letzten Wochen aus badischen Landler» ertönte, war wirklich ein garstiges Lied. In diesen Blättern ist schon von der Tatsache gesprochen worden, daß Än badischen Landtag jetzt. 6 N a t i o n a l s o zial i sten itzen. Darunter ein Mannheimer Gymnäsialehrer, den seine jüdischen Schüler gewiß als Jugenderzkeher besonders hochschätzen MÜssM. Nun, bei »ihm weiß man» , wenigstens, woran man HAt. Das kann, man bei den akademisch „gehild^ßn" Lehrern hier nWWöerwäfts iMD Hnmex saWN, we^md es sich um ihre CinstelluM zchn WtWui°. iimm*handelt M•"■, •_3. - Aber es ist zurückzuMren. MMsthr. wD' wenditzen/ lMtgM nahmen Ms MitereD MDWieMMheSs in denMMergMKd ^drangt. Denn: gerads^ dteM' Kchr weist' wich- Lehen Per WaelMDn' Uefi- Ml dsr Sn Ün- : erbrechung-eN'zwischen demlöl Dd 23. Kepternber tagte, die neue Grm e -iNide o rdn u n g Die Synode, deren Präsidium aus Dr. I e - selso hni (lib.) und E. Bauer (kons.) bestand, zeigte ein merkwürdiges Stimmenverhältnis. Beide Seiten des Hauses zählten je 17 Abgeordnete, was zur Folge hatte, daß keine Gruppe eine Majoriltät befaß. Wie sich das in der n e u e n Synode, die am 17. November gewählt wurde, gestaltet, darüber wird noch zu reden ein. Ein Wahlkampf wurde nicht geführt. (Wir haben zur Zeit in Baden ja genügead» Gelegenheit zur Betätigung im Abwehrkampf gegen äußere Gegner.) Der. Besitzstand wird gewahrt. bleiben aufgrund eines Wahlabkommens. Die Synode, die voraussichtlich am 1. Dezember zuammentritt, wird sich wieder nüchterneren Dingen zuwenden als die Septembersynode. Nach der Schaffung der Landesverfassung und Gemeindeordnung — bei beiden! stand die schäpferische Arbeit Oberrät Dr. P f ä l z e r & im Vordergrund — bleibt nach aller Voraussicht für prinzipielle schwerwiegende Fragen kMm Ve.ratungsstoff m den nächsten Jagest, Beamten riecht ist unter^Dach ustd FÄM'wobft zu bMerken ist, daß die -letzte Synode in'Bemntenfragen, besonders hinsichtlich der stn^ U^r- - i^rHichtsw eschini Stehenden WmM'Ineue. Kissftmmung Mtrafftn hat, die den LehrkräMN ElNfluß M WeTätuH uMMht-.. Angelegenheiten / -in < -Bleibt nichts mHb zu Die ErörkMmgen -.der GememdlevrdEngspamägrapl^N^ W gSMA Weliegenhei^ W FeststellMgest" , licher Art, dte zum 'großen TM MÄ dem DahMschwiNden der Gemeinden zusammenhängen.