Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1929)
- Date
- 1929-11-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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•~A A f Seite 10 Nr. 46 DerJsraelil 14. Nov. 1929 hatten, bei welcher Lehrer Heinemann Bedeutung^ und Zweck eines Gotteshauses und des Gebetes in längerer Ausführung würdigte, fand am Sonntag nachmittag die offizielle Feier statt. Es halten sich zu derselben in der festlich geschmückten Synagoge uneben Herrn'' Prov.-Rabbiner Dr. Graden witz-Hanau, Herr Kreisvorsteher Rechtsanw. Dr. Koref-Hanau, die Herren Gemeindeällesten von Hanau und anderer Orte des Landkreises, zwei Herren des Vorstandes der SynaFaengemeinde Franrsurt a. M., die evangelischen Geistlichen von Ve>rg>en und Enkheim, ein Vertreter des durch Amtshandlungen verhinderten katholischen Geistlichen. Bürgermeister und Ortsvorstand, Gemeinderäte, beide Herren Amtsgerichtsräte, Herr Postinelster, der Rektor und eim Anzahl L-shrer sowie viele auswärts wohnende, von hier stammende Damen und Herren und die ganze Gemeinde eingefunden. Die Synagoge war überfüllt wie noch nie. Der Gemeinde älteste, Julius Strauß, bedauerte, daß sein älterer Kollege, Herr Moritz Hirsch, durch Krankheit am Erscheinen verhindert sei und begrüßte alle Ehrengäste und Festteilnehme-r in sehr herzlicher Weise. Darauf folgte ein geschichtlicher Vortrag des Lehrers Heinemann, der erzählte, daß schon im 15. Jahrhundert Juden in Bergen wohnten und einen Rückblick über die Verhältnisse der Gemeinde in den letzten 100 Jahren hielt mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Synagoge. Nun folgte eirre von Begeisterung getragene Festrede des Herrn Prov.Rabb. Dr. Gradenwitz. der über Entstehung von Gotteshäusern seit ältesten Zeiten im Geiste auch speziell seitens unserer mss sprach und Zweck und Bedeutung derselben in feurigen Worten darlegte. Es folgten herrliche Reden seitens des 'Herrn, Kreisvorsthsres N.-A. Dr. Koref, des Herrn Bürgermeisters Zins, des Herrn Amtsgerichtsrales Neus, des Herrn evangel. Pfarrers von hier, eines Vertreters des kadhol. Pfarrers, des Herrn Justizrats Dr. Blau-Frankfurt am Main., des He>rrn Rektors der hiesigen christlichen Schulen, des Herrn Gcmemdeältesten Sichel-Hancm. der im Namen seiner Gemeinde ein Festgeschenk in Form eines schönen Bechers überreichte. Alles, was die nichtjüdischen Redner sprachen, war ein wahrer ovn »vrp- Die Reden waren umrahmt und unterbrochen von herrlichen jüdischen Gesängen, die ein Frankfurter Chor unter Leitung des Herrn Dr. Chrenreich mustergültig vortrug und einigen schönen, musikalischen Stücken auf Klavier, Violine und Klarinette von hiesigen Musikern dargeboten. Nachdem die Behosten und nicht-jüdischen Kreise die Synagoge verlassen, hatten,, wurde nru» und •ny» gebetet.. Ein soiennies Festmahl 'in der „SchönM Aussicht", gewürzt von ernsten und heiteren, Reden, musikalischen und humoristischen Darbietungen, vereinigte am Abend nochmals die Vertreter -der bürgerlichen Gemeinde mit der Festgemeinde und viele auswärtige Gäste mit unserem verehrten Prov.-Rabbiner und Kretsvorsteher. Die Synagoge war aufs herrlichste, geschmückt und wurde durch froiw-illige Speniden! mit Teppichen belegt; und für die mm iso wurde aus gleichem Wege ein schönes silbernes, vergoldetes Schild 'beschafft, das am Festo3v erstmals seiner Bestimmunggeweiht wurde. Herr Prov.-Rabbiner Dr. Gradenwitz nahm während der Abendunterhaltung Anlaß, Lehrer Heinemann durch den nm-Ditsl au-szuM'chnen und teilte chm solches nachträglich nochmals in einem ehrenvollen Schreiben mit. Das Fest wird allen Teilnehmern in ewigem Gedächtnis bleiben. Historisches über die Ni'derhssheimsche Synagoge. Zu dem Artikel unter obiger Ueberschrift i r Nr. 41 unseres Blattes wirb uns geschrieben: Nicht im Fahre 1876, sindern bereits reichlich 2b Jahre früher siedelte Rebb Bitjomin in das Haus Rechneigrabenstr. 11, welches seire Ettern 1825 ernorben hatten, über; in Urkunden ans 1825 wird er bereits als Besitzer Lifts Hausebezeichnet. Das Parterrezimmer, in welchein das Minjan in den letzten, etwa 20 Jahren, abgehalten wurde, w,ar nicht das Bibliothetsziinme». Rebb Riederhoshftns, letzteres war vielmehr innerhalb des von Rebb Bi omin bewohnten ersten Stockes. Zu Lebzeiten Rebb Binjonnns diente disies Parterrezimner sehr prosaischen Zwecken; es wurde nämlich von den je'Zeitigen Mietern der Parterrewohnung an junge ßcute vermietet und es leben in unserer Stadt noch mehrere Herren, die längere Jahre düse- Zimmer bewohnten. Erst mehrere Jahre nach Rebb Binjamins Ableben, im Winter 1389 bis 1830, wurden die noch vorhandenen Reste der Bibliothek tit düs.nn Pärcerrezünmer ausg stellt, und von diftm Zeitpunkt an das Minjan an den Jomim Hanaurcim aus der Sntkoh in die Wohnung verlegt, in welcher es von 1907 ab ständig verblieb. W. I. Arbeitsnachweis. Der u-n.eutgdltlich>e Arbeüsnachw-e-i-s der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen in- Frankfurt a. M., Langestraße 30, schreibt uns: Wir blM'N, die Mädchen, dio Ostern die Schule verlassen und einen B-erus «ergveif-snwollen, sich schon jetzt bet uns zu melden. Es lisg-i in, ihrsm eigenen Interesse, sich rechtze-iÄg bei ihrer Berufswahl beraten zu lassen. Unsere Sprechstunde ist Donnerstag zwischen 3—5 Uhr. Arbeiitsnachwels und Berufsb-era.tungder Weibl. Fürsorge, Langestr. 30. Nationalsozialisten in Idstein. Am letzten Samstag abend um 8.30 Uhr hatten wir das zweifelhafte Vergnügen, ca. 60 Httlermänner der Sektion Wtesdadm bei uns zu sehen. Sie WM. sich den Saal des „Deutschen Hauses" gemietet, um in, einer öffentlichen Volksversammlüng uns ihre Lehren und „HM.s"wahrhetten zu verkünden. Der Redner war aber kaum 5 Minuten -am Pult, da gab es den ersten Zwischenfall. und 10 Minuten später sah der Saal einem Schlvchtseiide ähnlicher als einem Versammlungslokal. Kein Stuhl, kein Glas, keine Fensterscheibe, kein, Leuchter, ntchlts war mehr „hell!" Fünf Gendarme nahmen dre Hi-tlerhelden -in Schutzhaft, und sperrten sie in den Saal. Das Lastauto, aus dem sie gekommen waren., war demoliert. Ein Ueberfallkommando der Hakenlreuzler, das aus teiiefonischlen Anruf nachts um 12.30 Uhr angesaust kam, konnte nicht mehr im Aktion treten, denn 25 Mann der Wiesbadener Schupo waren, kurz vorher gekommen. und sperrten den Kampfplatz ab. Um 1.30 Uhr fuhr ein 'traurig anmutender Zug, ein Auto, an -dem anderen -gekoppelt, -einsam, still undleise von dannen. — Der Verlauf -der Versammlung würde ja nicht b-esonders rnte-ressiersn, da -er Nicht ver-einzelt dasteht. Aber die Veranlassung zur Schlägerei ist beachtMswert. Der Redner -erklärt: „In Deutschland habennur Deutsche Wohnrchet, nicht aber die Juden!" Etn Zwischenruf. Daraus Ruse wie: „Ha-lunken!", „Volksverräter!" usw. frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajlm. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, „Mikro", Herr Studienrat Max Munk. Samstag morgen nach Schluß der Synagoge „Dinim", Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag 3U Stunde, vor Mincho, (Vereinslokal Langestraße), „Melochim", Herr Dr. Hofmann. — Eine I, Stunde nach Nacht (ebenfa Sonntag vormittag 8 Uhr), „Gemoro", Herr Joachim Soffer. Sonntag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenfv Mittwoch) im Hörsaal, tn*.«n, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — Vormittag 9l 4 Uhr (ebenso Dienstagabend 6* v Uhr Vereinslokal) „Gemoro", Herr R. 2l. Gerson Posen. — Abends 6 Uhr, Schülchan- Aruch-Vortrag des Herrn Rabbiner Josef Horowitz. Montag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), im Hörsaale, Mischnalernen der Mitglieder. — Zu gleicher Zeit im Sitzungszimmer Friedberger Anlage von Montag bis einschließlich Donnerstag, „Gemoro", Herr Dr. S. Ehrmann. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, „Gemoro". Herr Rabb. Dr. I. Breuer. — 8 \'2 Uhr, (ebenso Donnerstag), „Gemoro", Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen, nach Schluß der Synagoge, (ebenso Freitag), „Mischna", Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83/4 Uhr „Schaaslernen", Herr Herz Holpern. Jahrzeitsstiftungen. N2V, 16. November. Jsaac Hesdörffer-Stiftung. . Dienstag, 19. November. Eva Lob-Stiftung. Freitag, 22. November. Erich Hofrnann-Stistung. Liwjakh Chen. Samstag nach Mincho im Hörfaal Friedbergeranlage Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über: „Malki Zedek, der König von Schalem." Jüdische fJrauenvereinigung E. V. Vortrag des Herrn Redakteur S. Schachnowitz über: „Moses Mendelssohn als Philosoph und Jude", am Sonntag, den 17. November, abends 6 Uhr im Hörfaal Friedberger Anlage 5. Gäste Damen, willkommen. Allwöchentlich, Dienstag 6'ft—7V-. Uhr tm Hörfaal Friedberger-Anlage 5, Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Zahnarzt Dr. S. Ehrmann: „Die Sidroh". Vrshamidrafch Langeftratze 31. Sonntag nach Mincho, 4 Uhr, Vortrag des Herrn Gerfchon Gittel aus Lettland über Agudaprobleme. Jüdischer Turnerhund. Wir machen auf unsere Spessartwanderung, welche am Mittwoch, den 20. November (Buß- und Bettag) für sämtliche Abteilungen stattfindet, aufmerksam. SteUenmarkt des B. I. A. 1. Niederlassungsmöglichkeit für einen Arzt in einem bayerischen Landstädtchen (Badeort). 2. Eine zweite Hauslehrerstelle nahe Heidelberg. 3. Nebenverdienst für mehrere Studenten an allen Orten als Aquisiteure für literarisches Unternehmen. Gebetzeiten. -fb Freitag abend 4.15 Samstag 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.- Samstagabend 5.30 fflocfyengottesbienft: Morgens 6.45 Nachmittags 4.00 Tefillin-Legen am Morgen 6.35 und 4.- I ^ontormaschinen Keller Wesersfrasse22 N"2 Die Geburt eines Tochterchens Ruth am zeigen an Dr. LOUIS PERLMANN und FRAU geb. Freudmann Königsberg (Pr.), Gluckstr. 10/12 fancfaräfefiere! Aieäeeurfel Rasenbleiche. Lufttrockn. Familienwäsche n. ffirtoldjt Halbtrock 0 20, Trock 0.25 Schrankfertig 0 28 SeLlIovffen 92770 Suche für meinen Freund (in guten'Vermögensveih.) paffende Seau Reflektiert wird nur auf Mädchen im Alter bis 35 Jahren aus gsfrtzestreuerr Kreisen. Li dtbilderwür fcht Zuschr.unt.3023c an d Erp. Besser. Mädchen das gut kochen kann, gesucht Hausmädchen vorhanden. Off unt 30Z9c an die Erp. 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