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Der Israelit · 1929-11-14 · Heft 46 (14.11.1929) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 46 (14.11.1929)
Date
1929-11-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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14. Nov. 1929 Der Israelit Nr. 46 Seite 9 organisierte Orthodoxie will -umgekehrt nach einer Sie Gegenwart verpstichtenden Vergangenheit die Ge-! genwart gestabten. Das erheischt Opfer und kann nicht so leicht die Massen gewinnen. Das Volk der Thora hatte bis jetzt keine Vertreter Mch außen. Jeder, der Träger Ser Thora ist, muh auch Träger des jüdischen Volksgedankens fein, keiner ist auf sich allein gestellt. Nur als Volk konnte Israel die Thora empfangen. Noch ist leider die Aguda nicht so weit, de facto, Vertreterin des ganzen Volkes zu fein. Die Beschlüsse der K. G. zeigen aber einen großen Fortschritt nach dieser Richtung. Die Interpretation des 8 4 klärt das Verhältnis zur Gemeindeorthodoxie ln befriedigendem Sinne. Misrachiist eine Weltorganisation, und muß daher § 4 aus sie Anwendung finden, unbeschadet der großen Ächtung, dieman den einzelnen im Misrachi als vollwertigen Q’kt> zollen muß. Redner bespricht weiter die Bedeutung des Nabbinischen Rates. Seine volle und höchste Autorität bekommt aber der Rabbinis-ch-e Rat erst dann, wenn sich alle Teile der Gesetz estreuen zur Volksbildung in der Aguda gesammelt haben. Er erwähnt auch die Bedeutung der Handwerkerschulen in Polen. Es darf auch keine Gruppe rechts von der Aguda geben,, und es schadet nichts, wenn sich die KulLuraussasjungen in den verschiedenen Ländern um kleine Nuanoen unterscheiden. Eine Volksku-ltur kann nicht uniform sein. Nach dem feinpoinlierlen Referat von Dr. Lichtigseld gab Herr Redakteur S. S ch a ch n o w i tz eini-g,e Eindrücke, die er als aufmerksamer Beobachter am Pressetisch gewonnen hatte, wieder. Den Schwerpunkt der K. G. sieht er in ihrer Eigenschaft als Instanz zur Beseitigung von Mißverständnisl-en, denn, so zeigt er in einer kurzen historischen Skizze, alles Unheil im jüdischen Geistesleben der letzten Jahrhunderte fei nur aus Mi'ßverstärvdnissen heraus erwachsen. Der als Gast zufällig anwesende Herr Rabbi rer Tobias Horowitz sagt, den stärksten Eindruck der K. G. bot chm die G ede n kst u nde f ü r die Märtyrer in Palästina am Eröffnungsiage. Er appelliert an die Ägudisten, weniger zu kritisieren, innere Streitigbeiten zu lassen und die Leitung mehr materiell und moralisch zu unterstützen. In vorgerückter Stunde kommt Herr Jacob R o senh-eim zu Wort. Er begrüßt einleitend den als Ehrengast anwesenden Herrn Rabbiner Jos. Horowitz, in dessen Wahl zum G-emei-nder-a-bbin-er man ein Symptom der AuswärtsMtwicklung zum Voll-Judenium, eine- Frucht agu-disti scher Gedankengänge erblicken dürfe. Nach Anführung eines Midrasch zum Wochenabschnitte, geht Herr Rosenheim zuerst aus die g e i st i g e n Probleme der Aguda und ihrer Behandlung auf der K. G. ein-. Es geht hier um ein Werk von Jahrzehnten, das heute noch nicht ganz zu überblicken ist. Es sind zunächst nur Blüten, die die Früchte erst bringen müssen. Die Synthese von Autorität und D e m o k r a t i e zeigte sich in schönster Weise darin, daß sich die Verhandlungen und Beschlüsse des Plenums mit dn Ansichten des Rabbinische-n Rates deckten. Es kam auch ganz deutlich zutage, daß wir Min Zweckverband, sondern ein W e s e n s v e rband sind. Die Gegensätze vor der K. G. schienen so groß und unüberbrückbar, daß man ernstlich an eine Dezentralisation dachte., etwa im Sinne der Bildung von verschiedenen Organi-sationeu mit einer losen Arbeitergemeinfchaft. Daß es dazu nicht kam und daß bei allem der Ei nhei-tsge danke der Aguda siegte, darin darf ein Wunder der jüdischen Einheit, das Wunder der K. G. erblickt werden. Daß litau-ifche Rabbinen und ungarische Führer im Rabbinischen Rate zu gemeinsamen Beschlüssen gelangten, >ist b-ed-euifam für die ganze jüdische Zukunft. Redner -berührt kurz die Probleme der Jugend auf der Jugendtagung, auch die Tagung der Frauen. Man habe sich wohl überlegt, bevor man sich entschlossen hatte, eine Frauenbewegung einzuleiten, aber es blieb bei den Verhältnissen in Polen keine Wahl, und der Segen der B a j s - I a l o b - S ch u l e n wird allgemein anerkannt. Redper bespricht noch im einzelnen die Konftruierung Äes-.Rabbiniischeni Ratest Die Ausführung manch wichtiger Pläne scheitert an,.der.Fina-NZmifeye. Die Einführung der „Trutnds Chbwer Nichbod": die direkt in die,. Zentralkasse fließt, .würde vielleicht, eine Erleichterung bringen. Die Bank'g-rüÄ dm in g'sei boni höchster Bedeutung. Die zweite K. G. war eine bedeutsame Etappe auf dem Wege zu den Zielen, die sich die Aguda gesteckt hat. Nachdem sich der Beifallssturm gelegt hatte, -ergreift unter lautloser Stille und Aufmerksamkeit der Versammlung Herr Rabbiner Joses Horowitz das Wort, um an Hand eines Verses aus dem Hohenlieds und feiner agadifchen Ausdeutung sich für die Begrüßung zu bedanken und den Arbeiten der Aguda Glück und Gelingen zu wünschen. Die Aguda-Organisation habe die fehlenden überragenden Einzelpersönvich-kei-teu zu ersetzen — sie sei Abraham gleich der orr nnste* Trotz der vorgerückten -Nachtstunde wird von einem Teile der Versammlung stürmisch Diskussion gewünscht. Zu Worte kommt, nachdem Herr G i t e I den Gruß der Aguda in- L e t t l a n d üb erbracht hatte, Herr Dr. Josef Klibansky. Er hast, im Gegensätze zu den drei Referenten, den von der K. G. versuchten' Ausgleich für mißlungen. In der Gemeindeorthodoxie herrsche starke Mißstimmung über die Erledigung der § 4-Frage^ der nach dem Leipziger Beschluß ganz hätte fallen müssen, noch mehr über die Aufforderung des Rabbmifchsn- Rates, die separaten orthodoxen Gemeinden zu unterstützen. Die Differenzen zwischen Ost und West (auch Palästina) in Kulturfragen hält er für unüberbrückbar. Daß manim Plenum über Dinge verhandelt hatte, über die der Rabbi-m'sche Rat längst seine Entscheidung getroffen hatte, habe seinen Glauben anden Ernst der Verhandlungen erschüttert. Herr Jacob Rosenheim erwidert,m ein>em nach-- haltrgen Schlußwort dem Diskussionsredner. Es sei unberechtigt, wenn die G emeindeorlhodoxi-e -cm einer Aufforderung. der orthodoxen Gemeinde mindestens auch anzu-gehören und sie zuunterstützen, Anstoß nehmen würde. Das widerspreche vollkommen der früheren Einstellung der Gem-eindeorthodoxie, und es sei darum kaum anzunehmen, daß Herr Dr. K. wirklich die Ansicht großer Kreise der G-enve-mdeorthodoxie vertrete. Ein Kompromiß, wie es die Beschlüsse des Rabbi-nischen Rates zu 8 4 darstellen, wird natürlich niemals beide Parteienrestlos befriedigen können,. Die Knlturdiffer-enzen waren keineswegs fo groß. Freilich darf keine Einheitlichkeit in diesen Dingen an-gestrebt werden. Auch wir im Westen hätten ja nur eine recht verbesserungsbedürftige Notlösung in der Kultu-rsrage erzielt. Der Osten und der Wsteen könntengegenseitig voneinander lernen und einen Austausch pflegen. Die Crziehungsfrage in- Palästina sei nur eine Geld frage. Hätte man das nötige Geld zur Verfügung, um einen Mann wie Moses Auerbach dort an die oberste Leitung des Schulwesens zustellen, das Chinuchpro-blem in Erez Israel wäre bald gelöst. Nach Mitternacht wurde -die Sitzung geschlossen. Die Teilnhemer gingen in guter Stimmung und ber-elchert mir -dem Wissen um die aktuellsten Probleme der Agudas Jisroel vondannen. Man darf hoffen, daß diese Versammlung eine gute Mittlerin der von der K. G. ausg-egangen-en neuen Impulse war und zur intensiven- Arbeit führt. Der große Sijum. Der große Sijum -des v"v - Vereins findet, wie schon gemeldet-, Sonntag den 24. November in der Frankfurt-Loge statt. Neben dem Hadran unseres Raw ist für eine große Fülle geistiger -und gesellschaftlicher Darbietungen gesorgt. Das Fest wird dieses Jahr dadurch seine ganz besondere Bedeutung erhalten-, und darf man hoffen, daß es alle * Thorafreunde unserer Keh-ila vereinigt. Der Preis des Kuverts ist auf Mk. 3.50 festgesetzt. Andere Kosten -entstehen nicht. Das Benschen wird nicht versteigert. Festkarten bestelle man gleich in der Buchhandlung B. Rachelsohn, Zeit. Aus der Agudas Jisroel-Iugendgruppe. Der Anfängerfchmr des Herrn Rabbiner Jos. S. Horowitz ist aus Montag und Mittwoch Abend 8.30 Uhr festgelegt, Beginn am Montag den 18. November. Unter Leitung des Herrn Prof. .Dr. Schüler ist ein Kursus über: „Moderne Dramenin jüdischer Beleuchtu-nig" eingerichtet worden. Derselbe findet 14tägig am Mittwoch abend um 8.30 Uhr statt, erstmaligam Mittwoch -den 20. November. Unter. Leitung des Herrn Jakob Landau findet 14tägig ein Kursus über „Jüdisch-politische Probleme" statt. Derselbe beginnt diesen Samstag Abend, 8.30 Uhr, mit einem Referat des Herrn Gerfon Gütler über- „Dis Angabe der religiösen jüdischen Jugend in der heutigen Zeit". Bei der dies wöchentlichen Freilag-Abend-Deranftaltung spricht Herr Herz Holpern. Zu sämtlichen Veranstaltungen sind unse-ve Mitglieder und Freunds h-erzlichst -eingeladen. Warme Kleider und Wäsche. In der Jüdischen Frauenvereinig-ungist der Vorrat an warmer Unterwäsche, wollenen Strümpfen, warmen Kleidern und Mänteln vollkommen aufg-e-br-aucht. Wir bitten herzlich um Ueb-erlassung von noch Mt erhaltener warmer Kleidung, Wäsche und Stiefeln. Gerne läßt die Frauenv-ereinigung die Sachen auf schriftlichen oder telefonischen Bescheid im Hause abholen. Anmeldung an Jüdische Frauenoeretnig-ung E. V. Kleiderdepot.- Schützenstraße 1p. Tel.:. Carol. 44217. Spessarkwanderung des Jüdischen Turnerbundes E. D. Sämtliche Abteilungen des Jüdischen Turrrerbundes rnachen gemeinsam Mittwoch, den 20. ds-, Mts. (Buß- und Bettag) eine große Spesfarhmmberumqt- — Treffpunkt um 8 Uhr präzise am Ostbahn-hos. (Fahrpreisermäßigung). Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde-Sitzung am 6. November. In schönen und ehrenden Worben gedachte zu Beginn der Sitzung d>er Vorsitzende, der Gemeindev-erkr-etung des verstorbenen Ehrenuorsitzend-en d>es Philantropin- Schulrats, Herrn^ Heinrich Emden f. A. Der Eharm-e seines Wesens-, die inner-e Kultur, die bei jeder Begegnung miit ihm zum Ausdruck kam, seine stete Hilfsberei-tschaft machten ihn zu einem edlen und liebenswerten Menschen. Er war Wissenschaftler und wertblickeuder Kaufmann zugleich. Goethe und Schopenhauer waren ihm nicht minder vertraut .wie sein eigenstes Gebiet: di« Finanzwifsenschaft. Mus diesem schuf er Großes und Bahnbrechendes, ein kleines Zeugnis dafür legt seine in einem fra-n-zösisch-wissenschastlichen Jahrbuch veröffen-tlichte Abhandlung über dis Gefchichts und Bede-ntung, der Frankfuxter Börse, ein großes die Begründung-, Ausgestaltung und Leitung des Frankfurter „Finanzherold", der in Fachkreisen hochgeschätzt war, ab. (Auch -der Berichterstatter entsinnt sich noch mit Vergnügen des ausgiebigen und tnstru-Mven- Inhalts des „FinanzHerolds", für dessen the-aterkritischeu- Teil Emden ebenfalls einen originellen Kopf, Salomon von- Halle, zu Mwlnnen wußte.) Die Versammlung hörte den Nachruf stehend an. — In der Sitzung vom 4. September hatte Dr. Rudolf Geiger, der Führer der liberalen Partei, energisch wegen -einer durch die jüdische Presse gegangenen Mitteilung interpelliert, wonach die Israelitische Gemeinde der Jewish Agency beige-tre-ten s-et. Im Anschluß an die bereits damals von Dr. Baerwald -erteilte Antwort betont heute der Verstand.nochmals ausdrücklich und nachdrücklich, daß die Gemeinde nicht bei ge treten sei, sondern nur Herr Justizrat Dr. Blau als Privatperson. Leise gedämpfte Unruhe erhebt sich nach Verlesung des Brieses, indem der Vorstand seine Beschlüsse hinsichtlich der Einschränkung -des Philantropin-Schulwe-rks und der Abtrennung der Volksschule von demselben mitteilt-e. Nicht so sehr die Tatsache, auf die man ja langer Hand durch einen früheren Borstands-beschluß vorbereitet war, v-erblüffle und erregte eini-gen- Unwillen, als vielmehr ihre unverm-ittel-te Hervorziehu-ng an dis O-esfentlichkeit, ohne -gleichzeitig die Mögli-chke'it -der Erörlerung zu b-ie-ten. Denn Las wußte man ziemlich allgemein schon vo-rh-er und dazu hätte es des — formell natürlich notwendigen — Antrags von Dr. Geiger nicht bedurft, daß man ein Kapitel nicht aus dem Slegrsif diskutieren- oder gar zum Abschluß bringen konnte, das nach d-em Ausdruck eines Redners eine Schicksalsfrage für die Gemeinde bedeutet. Man griff die „Taktik" des Vorsitzenden an-, der, im Bewußrsein der Absetzung dieses Punktes vonder Tagesordnung, d-u-rch Kundgebung der Beschlüsse Unrlihe in die Oesfe-rrtlichk-eit getragenhab-e, wünschte von einer Seite zum mindesten c-ine söfvrtige prinzipi-s-llö Debatle über die AngeLegenhei-t, -orreich-te aber doch nu-r Verweisung an die Finanzkommission unter Zuziehung, von 5 Mitgliedern -der Unterrichtskomnüssion. Einige charakteristische Lichter blitzten für den B-eobachber vorübergehend aus Aeußernngen prominen>te-r Mitgllteder mehrerer Par-teien auf. Während Konservative und Volk sparte ilsr der Erhaltung des Oberbaus des Phil-M-tropins nicht abgeneigt zu se-in scheinen, wenn manihnen gewisse, v-erinutkich ziemlich weitgehende Konzessionen in ihren: Sinne machen wird, der aus die Erh-Mung einer jüdischen Schule hmzielt, ma-chts der liberale Vorsitzende, als es sich um die Zusammensetzung der Kommission handelte, die Bemerkung, es sei, soweit nicht Kommissionen technischer Art in B-e-tr-acht kamen, stets Eepflogenh-eit gewesen, daß bei Kon:missione-n die Liberalen die Mehrheit hatten. Auch wehrten sich eini-g-e Gemeindev-e-rtreter mit Cntschied-enheit -gegen eine U-e-berweisu-ng andie Finangkommission, da der Abbauder Obe-rklass-en auch e-in-e Kul-- turfrage von großer.Xbedeutung sei. Man wird zur nächsten Behandlung der Vorlage nun wohlgerüstet und wohlversehen mit dem reichlich durchdachten und e-rläuterte-n Material erscheinen. Na-ch kurzem Meinungsaustausch tvitd beschlossen, künftig im „Gemeindeblatt" die Austri-ttserklÜrungen aus dem Judentum und aus der Gemeinde zu oerössentlichen. Man hofft, auf diese Weise Fahnenflucht zu verhüten, deren Hau-pimotio Steuerflucht, wäre man bösartig, fo könnte man- «es vielleicht auch Steuerhinterziehung nennen, ist. Ein Bild geschlossener Einheit bot die Gemeindevertretung bei der ohne Debatte ersolgende-n einmütigen Annahme der"Kultussteuer-Crhöhung von 11 Proz. auf 13 Proz., eine Erhöhung,, von der Mitglieder unter Mk. 3600.— Einkommen nicht betroffenwerden. Allerdings muß gesagt werden, daß gerade -die Gemeindevertretung es war, -die vor geraumer Zeit, bei u-rsp-rünglicher Festsetzung des Steuersatzes, vielfach eine höhere Norm als die vom Vorstand beantragten 11 Proz. wünschte. Der Vorstand hatte im vollen Bewußtsein s-ein-er Veraniwörtlich kei-t d>en- Mitgliedern gegenüber zu dem vlell-ei-cht ausreichenden Mindestsatz von 11 Proz. gegriffen, die Gemeindevertretung hegte damals schon gewisse Befürchtungen, die sich nun bewahrheitet h-ab'eu. Ursache der Notwendigkeit der Steu-ererhöhung ist nicht ein Anschwellen der Ausgaben, sondern- -ein ganz bedeutendes Zurückbleiben -d,er Einnahmen gegenüber d-em Voranschlag, Einige kurze Zahlenmögen das illustrieren. Bei 11 Proz. Kuldussteuern beliefen sich die Einnahmen im Jahre 1928 im 1. Quartal auf^Mk. 268.000, im 2. Quartal auf Mk. 446.000. -insgesamt Mk. 714.000. Die beiden ersten Quartale (April/Septemb-er 1929) erbmch>ten Mk. 947.000. Allerdings fügte der Syndikus der Gemeinde, Dr. Eugen A. Mayer, beruhigend h-i-nzu-, daß man nicht meinen solle, die Stänerkrast der Gemeinde fei katastrophal erschüttert. Auch seien gegenüber Mk. 410.000 Gesamteinnahmen im 3. Quartal: 1928 bis fetzt, also in 6 Wochen es gegenwärtigen 3. Quartal bereits Mk. 320.000 emgegangen. Immerhin wurde -es als Gebot der Vorsicht betrachtet, zur Deckung des -laufenden ordentlichen Etats die Steuernum 2 Proz. zu erhöhen. Wohlgemerkt, des ordentlichen Eta-ts. Das Extraordinarium, bei dem vor allem der Friedhof mit seinen Kosten für Ge-. ländeumlegungstausch urtb sonstigen Ausgaben eine große Rolle spielt, ist ein Kapitel für sich, das mit allerlei Bedenklichkeiten und Sorgen beschwert ist. Wie mansich dies« -erleichte-rn wird, ob dadurch, daß man das Vermögen an-greift, ob man den- Rest der Anleihe begeben wird, ob man den Bankkredit erhöhen soll: das sind Fragen, über die die Zukunft entscheiden wird. Jubiläumsfeier in Bergen. Das 75jähriW Bestehen der hiesigen Synagoge war der Anlaß zu einer Feier, die in den Annalen der hiesig gen Gemeinde -einzig dasieh-t. Nachdem am Freitag abend und o2v-morgen föierli-che Gottesdienste stattgefunden

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