Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1929)
- Date
- 1929-10-31
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Soiite 8. Nr. 44 Der Israelit 31. Oktober 1929 Damen,, die sich praktii-sch an den fozraile-n AnbM der Jüdischen Frauenvervm>iUUn>g 'freterttgiew wollen, belieben sich bei Frevu H. Bestho-ss, Paimstratze 10 zu meiden. Ein Achtziger. Herr Aron Levis beging am 12. Tischri seinen 80. Geburtstag. Man sieht dem rüstigen Manne die Last der Jahre nicht an und wir wollen gern hoffen, datz es noch recht lange so bleibt. Aron Levis, Sohn der bekannten Karlsruher Familie Meier Levis und Frau Regine geb. Wormser, kam schon 1871 mit seinen Eltern nach Frankfurt. Als Siebzehnjähriger ging er für einige Jahre nach Amerika, mit dem ihn auch später viele freundschaftlichen und geschäftlichen Beziehungen verbanden. Aron Levis ist ein Mann von Welt und Wissen und er dankt es gewiß nicht allein fernem Alter, daß er im weitesten Familienkreise wahrhafte patriarchalische Verehrung genießt. Steht er doch mit seiner reichen Lebenserfahrung und Weltklugheit zur mit seiner reichen Lebenserfahrung und Lebensklugheit zur Seite. Herr Levis zählt sich zu den bewußt Esse tz es t r e ue n und hat auch auf seinen ausgedehnten Reisen durch Europa und Amerika stets nach den Grundsätzen der Religion und treu seinen jüdischen Idealen leben können. Freundliches Entgegenkommen und stilles Wohltun gehören zu den Grundzügen seines Charakters. Möge dem jugendlichen Kreise an der Seite der allverehrten gleichftrebenden Gattin noch ein langer ungetrüb- Lebensabend vergönnt sein. mv tr-ipy: nsa iv- Amts- und Verdienfk-Iubiläum. Der Derwabber des Gumpertz'fchen SiechenhMses und -er' Minka von Goldschmidt-Nothschild-Stiftung, Herr Hermann Seckbach, begeht am 7. November 1929 sein ZZjähriges Dienstjubiläum. Neben feiner fürsor-gAchen Tätigkeit hat Herr Seckbach sich um die Gründung «der ganz aus Stiftungen -erriich-deten Anstcvktssynagoge — deren künstlerische Eigenart bei Insassen und Besuchern eine weihevolle Stimmung auslöst — besonders verdient gemacht. , Die Jeschiwo von Radin. R a d i n hat Weltruf — durch den Mann, der in dieser kleinen Stadt seine Thoraresivenz aufgeschlagen hat und von dort, wie einer der Weisen aus grauer Zeit, sein Weisheitslicht in die jüdische Welt hinausstrahlen läßt, Rabbi Israel Meir Hakohen, genannt „E h o f e z E h a' i m". Der geistige Born, vom großen Rabbi betreut. ist die berühmte Jeschiwo, in der heute über 300 Bachurim samt einem Kolel von gelehrten jungen Leuten Tag und Nacht unter Leitung großer Lehrer und im Strahlenglanze des Gründers dem Thorastudium obliegen. Die Jeschiwo zu Radin ist in Not. Die Unterstützungen aus Amerika sind eingestellt. In den Ostländern selbst ist die Armut so groß, daß aus eine Hilfe von dieser Seite nicht zu rechnen ist. Seit Monaten haben die Lehrer ihe Gehältrer und die Schüler ihre Stipendien nicht mehr bekommen. In größter Sorge um sein Lebenswerk, schickte der „Chofez Chajim" zwei Sendboten in die jüdische Welt, insbesondere in die Länder des Westens hinaus, und zwar Nabbr Samuel Markowitz, Rabbiner in Turecz, und Rabbi Leiferowsky aus. Olkenic. Die Lbeiden Herren befinden sich zurzeit in Frankfurt a. M. Wer sie gut ausnimmt, ,sie mit Gaben für die Jeschiwo in Radin unterstützt, hat zur Rettung eines großen jüdischen Werkes beizetragen und kann des Segens des großen greisen Rabbi sichersein. Verehr zur Aussteuerung hiesiger israelitischer Bürgertöchter E. B. (Gegr. 1790). Dieser Verein, welcher zu den ältesten Institutionen der Frankfurter jüdischen Gemeinde gehört, ist dadurch, datz ihm auch nach der Inflation noch ein Vermögen von nahezu RM. 50 000 geblieben war, noch im Stande, seine segensreiche Tätigkeit auszuüben. Obgleich die Beiträge von 247 Mitgliedern im Jahre 1928 nur RM. 2223 ausmachten, hat der Verein im Anfang 1929 unter Hinzunahme des Zinserirägnisfes seines Kapitalvermögens eine Austeuer 1. Klasse von RM. 3000 und sechs Aussteuern 2. Klasse zu RM. 400, 2400, also RM. 5400 anhiesige Bürgertöchter vergeben. Im kommenden Februar wird wieder die Verlosung einer Aussteuer 1. Klasse aus den Erträgnissen des Jahres 1929 stattfinden, an der alle Mitglieder des Vereins mit der auf ihrer Beitragsquittung verzeichneten Beteiligungsnummer terlnehmen. Mitgliedsanmeldungen, um die die Verwaltung bittet, erfolgen am einfachsten durch die Einzahlung des Beitrags von RM. 9.— auf das Postscheckkonte 50 338 des Vereins. Die neue Satzung wird auf Ansordern (Anschrift Gervinusstr. 10) gerne zugesandt. Schomer Mizwoh-Verein. Das Lernen des Schomer Mizwoh-Bereins findet diesen Sabbat int Hause Jacob Ahrend, Am Tiergarten 36, statt. Jubelfeier im Ettlinger'schen Kinder-Erholungsheim Hofhsim i. Taunus. Mitten in die ernsten Tage der Rüste zum Versöhnungstage fiel für bie Freunde des fRapfyael und Jeanette Ettlinger-Heims ein berechtigter Anlaß zu einigen freudigen Stunden. Jährte sich doch zum 20. Male der Tag, da die jetzige Leiterin des weithin rühmlich bekannten Erholungsheims für jüdische Kinder, Fräulein Friederike Heller, dort ihren Einzug hielt. Die unvergeßliche, gütig-ernste Gründerin der Anstalt, Frau Jeanette Ettlinger :"t die das Heim bis zu ihrem Ableben selbst mütterlich betreute, f>atte bie junge Lehrerin aus Halberstadt in das idyllisch gelegene Haus auf dem Kapellenberge des kleinen Taunusstädtchens gerufen. Dort sollte und konnte die kluge, feinsinnige, von echter Religiosität erfüllte Pädagogin sich um das leibliche mb geistige Wohl der Kinder sorgen, die von nah und fern, südwärts bis Mannheim und nordwärts bis Hamburg und Berlin, das ganze Jahr hindurch in der kräftigen Taunuslust Erholung von Krankheit und Kräftigung für zarten Körper suchten. Wie vielen Kindern half Fräulein Heller in diesen 20 Jahren zu neuer Lebensfreude! Mit Stolz erzählte sie bei der ihr zu Ehren veranstalteten intimen Jubelfeier, .daß sie in diesem Jahre bereits Kinder in Hofheim sah, um deren Väter oder Mütter sie sich in deren Kindesalter gemüht hatte. Ein deutlicher Beweis für den Erfolg ihres Wirkens und die Dankbarkeit der meisten Hosheimer Pfleglinge. Während zweier traulicher Abendstunden hatte sich im Speisesaal des Erholungsheims die Verwaltung mit der Jubilarin und ihren herbeigeeilten Angehörigen vereint, um ihr für die Treue und das Werk zweier Jahrzehnte Dank zu zollen. In herzlichen Worten des Vorsitzenden, Herrn Fritz Sondheimer und des Vorstandsmitgliedes Herrn Rabbiner Dr. Jakob Horovitz schuf sich das dankbare Frohgefühl der Versammelten Ausdruck. Dabei schlich sich unversehens mancher wehmütige Gedanke ein, wenn man an das Walten der Gründerin oder aber an die schweren Jahre des Krieges sich erinnerte, während deren Fräulein Heller sich gar als Melkerin einer für die Kinderschar „tätigen", stattlichen Kuh bewährt hatte. Jeder Spruch, jeder launige Rundgesang und jeder still gehegte Gedanke aber endete in dem Wunsche, daß der seyr frischen und schafsenssrohen Leiterin Fräulein Heller noch eine Reihe ungetrübter Jahre des Wirkens im Erholungsheime vergönnt fein möchten. Dr. L. Frankfurter Vereinskolender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, „Mikro", (Eröffnung des Wintersemesters). Herr Redakteur S. Schachnowitz. Samstag morgen nach Schluß der Synage „Dinim", Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag 3/4 Stunde vor Mincho, (Vereinslokal Langestraße), „Melochim", Herr Dr. Hoflyann. — Eine h Stunde nach Nacht (ebenso Sonntag vormittag 8 Uhr), „Gemoro", Herr Joachim Soffer. Sonntag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) im Hörsaal, tm «n, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — Vormittag 9"4 Uhr (ebenso Dienstagabend 6' •> Uhr Vereins lokal) „Gemoro", Herr R. A. Gerson Posen. — Abends 6 Uhr, „Schulchan Aruch", Herr Rabbiner Jos. Horowitz. Montag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), im Hörsaale, Mischnalernen der Mitglieder. — Zu gleicher Zeit im Sitzungszimmer Friedberger Anlage von Montag bis einschließlich Donnerstag, „Gemoro", Herr Dr. S. Ehrmann. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, „Gemoro", Herr Rabb. Dr. I. Breuer. — 8V2 Uhr, (ebenso Donnerstag), „Gemoro", Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen, nach Schluß der Synagoge, (ebenso Freitag), „Mischna", Herr Dr. C. Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 8% Uhr „Schaaslernen", Herr Herz Halpern. Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 3. November. Maximilian Bier-Stiftung. Dienstag, 6. November. Benny Isidor Benjamin- und Meier Selig Goldschmidt-Stiftung. Liwjath Chen. Der Vortrag am Sabbat nach Mincho fällt wegen des halachischen Vortrags des Raw aus. Agudas Jisrosl Orts- und Jugendgruppe. Die A. I. wird Samstag abend, 9. Nov. (ru -s p"»») einen großen der Kenessio Gedaulo gewidmeten Vortragsabend mit Diskussion veranstalten, für welchen angesehene hiesige und auswärtige Redner gewonnen sind. Näheres wird in der nächsten Nummer des Israelit, sowie durch weitere Veröffentlichung bekannt gegeben. Jüdische sFrauenoeremigung E. D. Sonntag, den 3. Nov mber, abends 6 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage 5, Erster Vortrag des Herrn Lyzeal-Oberlehrer Karl Ochsen mann über: „Neuzeitliche Psychologie und Pädagogik im Lichte jüdischer Weltanschauung." Jüdischer Turnerbund. Wir machen heute schon auf unsere Spessartwanderung, welche am Mittwoch, den 20. November (Buß- und Bettag) für sämtliche Abteilungen stattfindet, aufmerksam. Näheres in der nächsten Ausgabe. Verein für jüdische Volksbildung. Im Volksbildungsheim, 1. Stock, Zimmer 4, Vortrag des Herrn Prof. Dr. Hülsen über: Der Tempel Salomis (mit zahlreichen Lichtbildern). Gebetzeiken. rat? Freitag abend 4.35 Samstag rtopvn 6.45 Samstagmo.gen 8.— Samstagnachmittag I.— und 4.— Halachischer Vortrag Samstagabend 5.50 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 4.30 Tsfillin-Legsn am Morgen 5.50 Rabatt auf Lebensmittel bewirkt Verteuerung! Kausen Sie darum diese notwendigen Waren nicht gegen Rabattmarken. Beachten Sie die Preise der untenstehenden Firma und Sie erkennen die große Ersparnis. Sie werden bedient mit besten Qualitäten zu billigsten Preisen durch langjährig geschultes Personal bei David Bauer, Frankfurt a. M., Börnestraße 29. Oie n"2 Zlüclclielie erkolZte Oeburt eines gesuncken Knaben zeigen hocherfreut an Rabbiner Dr. Julius Merzbach und Frau Helene geb- Kober Darmstadt 31. Oktober 1929 Schulstr.10 p"Sb UJJm>r f"3 P. KRAUSBERG BAUDEKORATIONS-GESCHÄFl Arnsburgerstr.13 Telefon Carolus 46107 Ausführung sämtlicher Maler- und Weißbinderarbeiten - Schildermalern! _BESTE REFERENZ SOLIDE PREISE Hespedim anläßlich des Heimganges Rabbiner Dr. Bondi yst gehalten in der Synagoge der Israelitischen Religions-Gesellschaft zu M a i n z Preis 2 Mark Im Selbstverlag der Israel. Religions-Gefellsch. 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