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Der Israelit · 1929-10-17 · Heft 42 (17.10.1929) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 42 (17.10.1929)
Date
1929-10-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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17. Oktober 1929 Der Zsraelit Nr. 42 Seite 9 kleinen Gemeinde gerissen wurde, sein Name, jedoch wird m den Annalen der Gemeinde unauslöschlich bleiben. Möge dies der Trost der Hinterbliebenen und der Gemeinde sein. . - - rrrmn- - Vermischtes. Berichtigung. In dem Artikel „Denkt an die Sukko" mutz es statt Lehmdach heitzen „Lehndach", im Gegensatz zu Satteldach. — Der Artikel war. seit Wochen in unserem Besch und erlitt durch Raummangel eine unliebsame Verspätung. ' Die Schriftlich. Hannover, 5. Oktober. Einem lang gehegtten Wunsche weiter, strenggläubiger jüdischer Kreise enttsprechend, ist hier vor einigen Monaten eine „Agudas Jisroel-Jug cn dgruppe" gegründet worden. Der Verein verfolgt den Zweck, Tauroh und Awaudoh zu ihrem Recht zu verhelfen und der stark überhandnehmenden Verwilderung der jüdischen Jugend in religiöser Beziehung vorzubeugen. Der starke Zustrom, den der Verein aus allen Kreisen und ohne Altersunterschied bislang schon erfahren hat, beweist am besten, welch ^weitgehendem Bedürfnis durch diese Gründung abgeholsen wurde. Das gemietete Lokal hat sich bereits als zu klein erwiesen, und sind Bestrebungen im Gange, ein wesentlich größeres zu mieten. Die Unzulänglichkeit des Raumes macht sich bei den Vorträgen des Herrn Landrabbiners Dr. Freund ganz besonders unangenehm bemerkbar, da bei solchem Anlatz jeder Einzelplatz doppelt und vielfach besetzt wird. Eine Zierde des Bet- und Lernhauses bildett die durch Vermitttlung des Vorstandes der S-magogengemeinde leihweise überlassene Gesamteinrichtung, zu der auch zwei Sforrm gehören. Herrn Landrabbiner Dr. F.eund, ferner dem Vorstande der Synagogengemeinde und allen, die sich um den Verein mühen, sei auch an dieser Stelle herzlicher Dank abgestaltet. Vriefkasieu. W- Schein Gk. Sie sollten sich mit ihren Klagen und Wünschen an den Preußischen Landesverband, dem die Gemeinde angehört, wenden. H. G. Berlin und Andere. Verfasser des Artikels „Israels religiöse Weltanschauung" in der jüngsten Nummer des „Israelit" ist der sechsundachtzigjährige Rabbiner im Ruhestand, Dr. Ludwig Pick in Berlin.; FamMennachrichten. Barmizwo: 1. Tag Sukkos: Jsy Feinberg, Sohn des Herrn Rabbiners Dr. G. Feinberg, Heilbronn a. N., Bismarkstr. 3 a. — SamUel, Sohn des Herrn Nastali Kleinmann, Fürth i. B., Katharinenstraße 10. ms» Frankfurter Berichte. Rafkali Schwabacher?"sr* Von einem schweren Schickfailsfchilä-ge üft die Frankfurter Israelitische Reti-gionsgesellschast und mit ihr die gesamte gesetzestreue Judenheit in den Vortagen der „Zeit unsrer Freude" getroffen worden: di«e Kehal Adatz Jeschurun hat ihren treuen Hirten«, ihren iin> jahrzehntelanger Arbeit erprobten Führer verloren: Nastali Schwabacher. Die SeAchos-Tage noch sahen den fast Siebzigjährigen in dunkler Nachtstunde zum ThiMmsagen vor dem OmuÄ zum Gotteshaus eilen, das ihm von je die Heimstätte feiner Seele war. Im neuen Jahve vermißten wir ihn an der gewohnten Stelle — es war ihm, wM plötzlich ' beunruhiGende Herzsymptome sich zeig'ten, vorübergehende Sch on'unT und Bettruhe empfohlen worden. Auch'den srnpn dv verlebte er so zu Hause, aber in ungekürzter Wahrung der mit feiner nbsn den Aufschwung seiner geliebten Kehilla. zu ihrem Vater im Himmel begleitend, von froher Hoffniung aus büld-iig,e Rückkehr zu ihrem Dienste erfüllt. Allein — mt»n tpioa — m»’ ’ai nm' ’a panv' nsa dis av>ai pana1’ sein LebensÄienst war erfüllt. Ans der Reinheit des Jomhakkippurim heraus n->nva wnw nmr ist feine Seele hsimgekehrt, kampflos und ohne irdisches Leid, in den a«na An der Bahre dieses Mimnes stehen schwer erschüttert NW nur die zärEch geliebte treue Gattin und seine Kinder und Anverwandte, sondern. Tausende von jüdischen Seelen, Männer, Frauen und Kinder, die ftt Nastali Schwabacher in den ätzten« schweren Jahren krisenhafter Kämpfe mehr oder minder bewußt geradezu das Symbol der Gemeinde-Einheit erblickt haben. Er war mehr als ein Symbol. Die g-ute alte Tradition der Kehillo, der er von früher Jugend an als Sproß einer angesehenen Familie, als Schwiegersohn des im Mittelpunkte des synagogalen Lebens stehenden Abraham Fürth mit allen Fasern seines Herzens zugehörte, verkörperte er inmitten einer zumeist aus jüngeren' Kräften beftshendsnvielköpfigen Gemeindöoerwa'ltuug. Aus der Fürsorge für den. Gottesdienst wuchs und reifte fein Interesse allmählich den größeren, allgemeinen Aufgaben der Gemeindeführung entgegen, und als er in den späteren Kriegsjahren „turnusmäßitz" den. Vorsitz einmal übernommen hatte, da brach sich der bisher ängstlich festgehaltene „Turnus«" an der von allen« mstiiMv gefühlten Ueb«e>rle!Nen«heit seiner persönlichen« Qualitäten und man ließ ihn — trotz allen Sträubens — nicht mehr aus der PrästdenkMwürÄe heraus, die er als reinste Bürde, als va^lrrnay bis zu feinem Ende getragen ha«t. In schwersten Zeiiben, durch die Katastrophenjahre der Inflation und der Kriegs-Verelendung!, über die inneren Auseinandersetzungen in den letzten. Lebensjahren des Heimgegangenen Raw ^s? hinweg und schließ-« lich — eine Ausgabe, die auch dem stärksten Herzen eine Kraftprobe auf Leben und Tod zumutete — in den drei prüfungsre'ichen Jahren, die diesem Heimgiange folgten, hat Nastali Schwabacher seine Gemeinde mit sicherem Takte., in wahrhaftem vLivrra ^ait *s*S5 poy auf söi«MN Schultern/ getragen. Ohne zu klügeln, aus dem Instinkte eines großen Charakters heraus wußte -er inmittender kämpfenden Pa-rte«!en eine aktive Neutralität zu bewahren, die ihm die aufrichtige Verehrung und Anerkennung aller Gr-uppen und Strömungen und damit der Gemeinde das unschätzbare Gut eines Vertrauens - m'ittekPunktes im Chaos des Kampfes aller gegen alle sicherte. Denn diese „NsutraMät" floß weder, aus geistiger Bequemlichkeit — er hatte in« jedem Stadium des Ringens feine feste Meinung —, noch aus Feigheit, sondern aus w i r k «l i ch e m Verständnis für die sittlichen und veÄgiöfen Beweggründe der einander gegsnüberstehMÄe-n Pa-rteien-, dannaber auch aus der ihn auszeichnenden-, geradezu v-ir-tuosen Ablehnung jeder Art von »in nvb oder »m pas. mit der er sich imheißesten Wahlkampfe zu umpa-nzern «und vor dem Hauche einer MN zu schützen. rvu«h-te. Dag und Nacht quälte ihn die Sorge um die Gefahren, die mit der lanigan-dauernde-n Verwaisung -des nuann kod für die Gemeinde verknüpft waren — mit «dem Aufgebot aller Energie, deren er fähig war, drängte er darum immer und immer wieder auf eine akti-v-e, entschlossene Politik zur Wiederbesetzung des R-ab«binabs. und se-iner persönlichen Jn>Mative und Autorität war es zu danken. «d«aß endlich nach dreijährigem Schwanken und Tasten -der letzte Schritt geschah und zu posi-t«ivenk Erfolge führte. Es war ihm vergönnt — wer spürte nicht die verhaltene Erregung in feinen Worden., als er dem neuen geistigen Führer der Gemeinde vor mentcgm Wochen fein psi pm zuri'ef — dendri-tten Raw der Tniv» m» Vnp in sein Amt einzuführen —: sein Lebenswerk, vielleicht sollte es mit dlefem fchickfalsfchMersn Akte zum guten vollendet fein. Die angstvolle Spannung dreier Kriegisjahre löst sich von einem großen Herzen, das Ende naht, ein Reifer, Vollendeter darf er ausruhen von treuem Heeresdienste auf Erden. Im Wirten Na« statt Schwabachers offenbart sich M über alles Bewu ßt - Ve-rstan«desmäßige hinausweifen-de innere Verkettung der individuellen Frömmigkeit und Sittlichkeit mit dem Charakter der Gef-amtheitsarbeit. Was -er leistete, war im Großen und Kleinen- -der getreue Ausdruck feiner Per-fön- -lichkeit. Cr war ein yias im höchsten Sinne des Begriffes, fti-nd alleir Phrase und allem äußerlichen Gepränge, v«erschwiegen. wie ein Grab und bis in den Tod getreu dem Heiligtum des gegebenen .Wortes, 'jeder Ehrung der eigenen Person abgeneigt-, der Thora und ihren Trägern höchste Ehre zollend. Er gehörte noch der Generation an,' die über das in der Realschule S. R. Hirschs Vst gebotene Maß von Thorawissen hinaus, ein Bedürfnis nach altjüdifcher Kon-zenitration« auf das reine mmn -nab grundsätzlich noch nicht wieder anerkannt hatte — aber er hat feinganzes Leben «lang an feiner Fortbildung durch a'»iap oaiw gearbeitet und er war beglückt, wie oft hat er es ausgesprochen. d«ie hinsichtlich des Thorastudiums aufwärts führende Linie von AUFRUF Unter den hervorragenden geistigen Führern der jüdischen Gesamtheit, die in den letzten Jahren in die Welt der Ewigkeit abgerufen wurden und denen bei der K.G. in Wien schmerzliches Gedenken gewidmet war, ist einer der bedeutendsten der vor Vh Jahren heimgegangene RABBINER MEIER DON PLOCKI in OSTROW, ein Mann von seltenen Geistesgaben mit einem ungeheuren Wissen sowohl auf dem Gebiete der Halacha und Agada, als auch auf dem Gebiete der allgemeinen, insbesondere der Geschichts-Wissenschaft. Bei Lebzeiten hat er nur einen sehr kleinen Teil seiner Forschungs-Ergebnisse der Welt zugänglich machen können. In seinem kurz vor dem Tode aufgezeichneten letzten Willen hat er die Herausgabe seiner Schriften seinen Söhnen zur besonderen Pflicht gemacht. Diese Publikationen zu ermöglichen, ist nicht nur eine Ehrenpflicht der jüdischen Gesamtheit im Interesse des jüdischen Geisteslebens, sondern zugleich auch ein Liebeswerk an der ohne alle Mittel hinterbliebenen Familie des Heimgegangenen, die aus dem Erlöse des Verkaufs seiner Schriften sich eine bescheidene Existenz sichert — Die Unterzeichneten möchten alle Freunde jüdischer Wissenschaft und jüdischer Menschenliebe bitten, sich an diesem Werk, der Herausgabe der Schriften des Rabbiner Meier Don Plocki, zu beteiligen. Wer 20 Dollar gibt, sichert die Herstellung eines Bogens, es werden jedoch auch geringere Gaben dankbar entgegen genommen. Überweisungen wird der Verlag des Israelit GmbH. (Postscheckkonto Frankfurtmain Nr. 19802) gerne entgegennehmen (Angabe des Zweckes auf dem Abschnitt bitte nicht vergessen) und ihrer Bestimmung zuführen. Frankfurt a. M., 15. Tischri 5690 ' WM jf| Rabbiner Jonathan Horovicz aus Jerusalem Jacob Rosenheim Samuel Wertheimer Robb. Hirsch V'st zu Rabbiner Breuer i>"ST zu b eobachten. So erblickte er in her bewußten Förderung der I e f ch i w 0 durch die Gemeinde und für die Genveinde eine der heiligsten Ausgaben der Verwaltung. Es ist keine Phrase, wenn man ausspricht, daß der allzufrühe Heimgang Nastali Schwabachers zu dem Schlimmsten gehört, dasdie Kehal Adaß Jefchurun in defem Augenblicke des Beginns einer. neuen Äera voll schwerer geistiger und materieller Probleme hätte treffen können.. Seine ausgletchende. überall Vertrauen weckende Per-sönWchkebt wird schwer zu ersetzen sein-. Möge sich zu«m wemgsten das alte Wort bewähren, daß nrpa msan trp-nx/ daß die sühnende, Fehl und Schwäche „deckende", die Ueberlebenden sammelnde Kraft der D’p”-?x nrv>a mit der Wunderkraft des anisan nr> sich eine, um aus diesem frischen Grabe neuen Segenfür ein, unsterbliches jüdisches Tas erblühen zu lassen. Für dieses fein nax wird Nastali- Schwabacher zu allen Zeiten vor dem Throne des Barmherzigen, ein “iwv pb» sein. n"asin- Die Sukkauswoche tut Mekor Chajim. Am ersten Tage (Samstag) nach Schluß der Synagoge im Hörsaal Jahrzeitsstisttmgslernen: Emanuel Landau-Stiftung, Nathan Hamburger-Stiftung. Am ersten Tage nachmittags Stunden vor nma im Vereinslokal: „Das mav-Fest uud die weltpolitische Bedeutung Israels" Herr Dr. Willy H 0 s m a n n. Am ersten Tage nachmittags im Anschluß an nma im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Redakteur S. Schach nowitz über binw1 q'ivrr (Mosis Segen und Abschied). Am zweiten Tage (Sonntag) nachmittags im Anschluß an nma im Hörsaal: mao-Eedanken, Herr Dr. S. Ehrmann. Donnerstag abend beginnt das rrai rr:s!?in-Lernen im Veremslokal abends 8,30 Uhr (Anmeldung erwünscht). Kostenbeitrag für Teilnehmer Mk. 1.50. Am naxy \ratr (natr) nachmittags 3/4 Stunden vor nrun int Vereinslokal bsn naaan Herr Dr. Willy H 0 s m a n n. Am an invn (Montag. den 28. Oktober 1929) beginnt das Winterprogramm. Aus^ der Agudas Irsroel-Jugendgruppe. Am Sinchas-Thauro findet das Schachris-Minjan morgens um 6,30 Uhr statt. Am selben Nachmittag findet ab 3 Uhr im Vereinslokale eine gemütliche Feier statt. Zu beiden Veranstaltungen sind unsere Mitglieder und Freunde herzlichst eingeladen. Ab F^itag, den 1. November, werden regelmäßig die Freitagabendveranstaltungen staitsinden, aus die bereits jetzt hingewiesen werden soll. Von dieser Woche ab beginnt das Schachris-Minjan am niv um 7,30 Uhr. Im Rahmen der Agudas Irsroel wird ein hebräischer Sprachkurs eingerichtet, Intsx»ssenten wollen sich unverzüglich mit dem Vorstand in Verbindung setzen. Vor Fertigstellung des Winterprogramms bitten wir unsere Mitglieder um Bekanntgabe von Anregungen und Wünschen für dessen Ausgestaltung. Museum jüdischer Altertümer. Die Mendelssohn-Ausstellung, die sich regen Besuchs efrreut, ist um eine Anzahl wertvoller, eigenhändig geschriebener Briese Mendelssohns bereichert worden. Die Briefe, die der Stadtbibliothek gehören, waren bisher in den Ausstellungen in Dessau und Berlin und konnten deshalb nicht früher hier ausgestellt werden. Es werden gesucht. Herr Adolf B 0 e h m s , 45 Jahre alt, früher russischer Staatsangehörigkeit und Herr Abram Noe T u r k ö , ca. 45 Jahre alt, geboren in Konskie, Kreis Radom werden gesucht. Sachdienliche Meldungen wolle man bitte richten an: Israelitischer Hiifsverein, Langestraße 30. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Vorträge und Schiurim in der Sukkauswoche siehe „Woche" im lokalen Teile. Jahrzeiten nach Sukkaus. Montag, 28. Oktober. Johanna Bickhardt geb. Frank- und Berta Benjamin geb. Leiter-Stiftung. Mittwoch, 30. Oktober. Jacob L. Sänger-Strftung. Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Täglich von 12—1 Uhr Dafjaumi-Schiur.. Herr Herz Holpern. jmv '2'av 3'/2 Uhr im Lokale Schwanenstr., Halachifcher Vyrtrag des Herrn H. Holpern. Liwjath Chen. Samstag nach Mrncho (4.45 Uhr) vom Mekor Chajim, Hörsaal Friedberger-Anlage, Vorttag des Herrn S. Schachnowitz über Vk-ie?-» pavu (Moses ' Abschied und Segen). Gebetzerken. 1VDÖ Freitag abend 4.55 Samstag rmswn 6.45 Sonntag morgens 6.30 I. und II. Tag IHorgen 8.— Nachmittag 1.— und 4.30 Samstagabend 6.15 ^estesausgang 6.10 rvochengottesdienst: Morgens 6.35 Nachmittags 5.— Tefillin-Legen am INorgen 5.55 : i y." p; •: ■••1«

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