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Der Israelit · 1929-09-26 · Heft 39 (26.9.1929) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 39 (26.9.1929)
Date
1929-09-26
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
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26. Sept. 1929 Der Israelit iB t d t u i' Nr. 19 Seite 3 8 b. Die LanÄesovanisMon'en haben die Juden und die jüdischen G e m e t n f ch n f t e n -ihres Landes für die «sadistische Idee zu gewinnen . . § 10 und 11. Der ZentvalMt besieht aus 100 Mitgliedern', welche von der K. <3. gewählt werden. Jede L. O. kann weitere Mitglieder in der Anzahl von einem Viertel ihrer Vertretung in dem Z. R. hinzuwähben, wobei Bruchteile auf ein volles Mandat erhöht werden. Die Amtsdauier des Z. R. währt allgemein bis zur nächsten ordenWchen K. G. Doch kann jede L. O. zu jeder, ordenklichen Z. R.- Sitzung ihre Mitglieder im Z. R. mit 2lz Majorität neu bestimmen. Der Z. R. wählt sich em Präsidium, bestehend au einem Vorsitzenden und zwei stellvertretenden Vorsitzen den, ernennt seinen Schriftführer, gibt sich eine Ge schäftsordnung und bestimmt den Sitz seines Büros. Die Einberufung des Z. R. geschieht durch fein Prä sidium. Jährlich findet eine ordentliche Tagung des Z. R statt. Die Einberufung außerordentlicher Tagungen er folgt auf Verlangen des G.' A. oder von 1k der Mit glieder des Z. R. Der G. A. hat das Präsidium des Z. R. über alle ihn befchästigendsn AngelegenheichM durch regelmäßige Monatsberichte auf dem Laufenden. zu halten. In der ordentlichen Z. R.-Tagung erstattet der G. A. über seine bisherige Tätigkeit' Bericht. Anregungen im& Anträge gelangen zur Behandlung.. Wenn der Z. R. die Genehmigung des BerichtW ablehnt, oder wenn über Anträge eine Einigung Nicht >erzielt wird, ist innerhalb 3 Monaten eine neue Sitzung des Z. R. über die strittigen Punkte einzuberufen. 8 13. Absatz 2. Der Geschäftsausschuß hat das Recht, sich mit Zustimmung des Präsidiums des Z. R. sieben Mitglieder zu kooptieren. 8 17. Die K. G. wird von den einzelnen LandesorgaNlsatio nen nach einer Wahlordnung beschickt, welche vom G. A. unter Zustimmung des Z. R. erlassen wird. Zu 8 13. Der Satz „Seinen Sitz bestimmt der Zentralrat wird ersetztdurch „Seinen Sitz bestimmt die Kenessio Eedaulo". IX. Beschlüsse des Nabbmrschen Rates in der Frage der Agmroth. Agunoth. Im Vordergrund der vielen lebenswichtigen Aufgaben die dem Rabbinischen Rat der Agudas Jisroel augenblicklich obliegen, steht ein Gegenstand von überragender Bedeutung. Es gilt der Wahrung der Heiligkeit der jüdischen Ehe bei ihrer Schließung und Lösung und es gilt dem Schutze verlassener und wehrloser Frauen. Noch sind die tiefen Wunden, die der Weltkrieg dem Leben tausender jüdischer Frauen, deren Männer verschollen sind, nicht vernarbt Noch dringt an unser Ohr der erschütternde Klageruf von Frauen, denen das Eingehen gehen einer neuen Ehe' versagt geblieben ist. Zwar sind durch göttliche Weisheit der Auflösung der jüdischen Ehe ganz bestimmte Schranken gesetzt. Gleichwohl wird, wie bereits in der Vergangenheit, durch vereinte Kräfte di^ Not mancher Frauen gelindert werden können. Der Rabbinische Rat ist bereit, bei allen ihm vorgelegten Fällen mitzuwirken, an der Erforschung aller vom jüdischen Gesetz gegebenen Möglichkeiten, den verlassenen Frauen ein ihnen vorenthaltenes Recht zu verschaffen und ihnen die Freiheit wiederzugeben. Seine vollste Aufmerksamkeit wendet der Rabbinische Rat den schweren Schäden zu, die durch Vornahme von Eheschließungen seitens solcher Personen entstehen, die hierzu weder qualifiziert, noch autorisiert sind. Zwar hat das jüdische Gesetz zur Erleichterung des Bündnisses der Ehe einfachste Formen der Eheschließung festgesetzt. Aber gerade um der von der Religion gebotenen Heiligkeit der Ehe willen müssen diese schlichten Formen mit allen Mitteln vor Mißbrauch geschützt werden. Es sollen daher geeignete Maßnahmen getroffen werden, um die Vornahme von Eheschließungen durch Unberufene zu verhüten. Dank peinlicher Durchführung solcher Maßregeln wird manche jüdische Frau vor dem Elend der Vereinsamung und manches jüdische Mädchen vor drohendem Jammer geschützt werden. Durch verständige Jnnehaltung solcher Maßnahmen und durch einheitliches Zusammenwirken aller zuständigen Instanzen wird, wie seit Jahrtausenden, die jüdische Ehe in ihrer hohen Heiligkeit und Reinheit für die jüdische- Gesamtheit bleiben, eine unversiegliche Quelle wahrhafter Sittlichkeit und Menschenwürde. Orthodoxe Gemeinden. Der Raibbmifche Rat wendet sich unsere Brüder, die zum Worte Gottes und seiner Thora stehen und fordert sie auf, daß sie iü Städtm, An denen sich seOständiige AusörMsgemeinden befinÄen!, als ihre heilige Pflicht erachten, sollen, Mitglied einer solchen selbständigen Gemeinde zu fein und sie Mt Mer MögilchbeÄ zu unterstützen, wie es gefchrveben steht: „Ich geselle mich all denen, die Dich ehrfürchten." Ebenso ist es Pflicht der Eintritt in die separaten Gemeinden zu erleichtern' und für ihre besonderen Anliegen innerhalb der Gemeinde mit vollem Entgegenkommen zu sorgen. X. Lubliner Jeschiwah. Die K. G. spricht dem Schöpfer der Welt-Jeschiwa „Jeschiwas-Ehachmeh-Lublin", Herrn Oberrabb. Schapira ihren tiefempfundenen und begeisterten Dank aus für das Werk, das er unter Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit und seiner vollen Kraft und in selbstloser Hingabe ge. schaffen hat. Die K. G. erklärt, daß die Jeschiwgs-Ehachmeh-Lublin von allergrößter Bedeutung für die Entwicklung des Tho rastudiums in der ganzen Welt ist, und daß die Vollen, düng dieses Werkes das innere und äußere Ansehen des orthodoxen Judentums in höchstem Maße zu heben geeignet ist. Die K. G. hofft zuversichtlich, und fordert hiezu die gesamte thoratreue Welt auf, daß mit Hilfe aller orthodoxen Kreise dieses bedeutengsvolle Werk in Bälde zu Ende geführt werde, zur Ehre der Thora und von ganz Jisroel. Geschäftsbericht der Palästina- Zentrale der Agudas-Zisroel, vorgelegt der Kenessio Gedaulo 5689. (Fortsetzung.) Trotz der oben genannten Schwierigkeiten gelang es allmählich, innerhalb der agudistifchen Landesorganisationen einzelne Zentren der Palästina-Arbeit zu errichten. Hierbei stellte sich folgendes heraus: Diejenigen Länder, bei welchen die Palästina Arbeit personell oder auch rein büromäßig ver knüpft war mit der allgemeinen Aguda-Ärbeit versagten vielfach auf dem speziellen Gebiete der Erez Jisroel-Betätigung, während in denjenigen Ländern, in denen gesonderte Central stellen ausschließlichfür Palästina Arbeit eingerichtet wurden«, größere Erfolge aufzüweisen waren. Die alte Erfahrungstatsache daß die Klallarbeit bedauerlicherweise vielfach immer wieder den nämlichen Schultern aufgebürdet wird, ist eine der wesentlichsten organisatorischen Gefahren für die Agudas Jisroel überhaupt wie für Erez Iisroel-Arbeit im besonderen. Deutlich stellte sich dieses beispielsweise in Polen heraus. Während in W a r s ch a u das allgemeine Agudabüro, durch die Korrespondenzen mit den Bodenkäufern überlastet, kaum Zeit fand, eine der Bedeutung Polens entsprechende Propaganda ür den Keren Hajischuw zu machen, hat Ostgalizie.n in dem eigens für die Palästina-Zentrale errichteten Büro in K o l o m e a mit Erfolg großzügige Arbeit.für den Keren Hajischuw geleistet. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, daß die Palästina-Zentrale wegen der außerordentlichen Bedeutung Polens als der größten Landesorganifatwn eine Enquete unter den dortigen Ortsgruppen veranstaltete und um Anregungen zur Intensivierung der Arbeit ersuchte. Es ist ungemein charakteristisch, daß diese Anragen, welche an ca. 600 Ortsgruppen erginijen, lediglich von 45 beantwortet wurden, Bon diesen, 45 entfällt fast die Hälfte auf Galizien, die übrigen auf Kongreßpolen und nur verschwin dend wenig auf Litauisch-Polen. Die wertvollen Anregungen, welche hierbei von den einzelnen Orten übermittelt wurden, wird die Palästina- Zentrale als Material der Erez Jisroel-Kommifion der Kenessio Gedaulo übergeben. Große Aktivität entwickelten die einzelnen Gruppen in L i t a u e n. Bedauerlicherweise fehlte eine zusammenfassende Zentrale insbesondere im setzten Teil der Berichtsperiode: es ist dieses eine Folge der allgemeinen agudistlschen Verhältnisse dort. Sehr rührig und im Verhältnis zu der absolut geringen Zahl der jüdischen Einwohner ganz besonders bemerkenswert war die Tätigkeit der Schweizerischen Palästina-Zenrale. In der Slowakei werden die Bestrebungen der Palästina-Zentrale wesentlich gefördert lurch die von sämtlichen agudistifchen Instanzen, VerwattiMigon der orthodoxen Gemeinden allerorts^ un-1 insbesondere von den Herren Rabbinern gesörseren Brüdern,, die vom Osten her gestüchtech sind, den.' derte Kofer-Nefesch-Jnstitution.' In Skandinavien (Kopenhagen und Malmö) ist die erfolgreiche Tätigkeit der Damen hervorzuheben, welche durch Veranstaltung von Bazaren und Korrespondenz mit einzelnen zerstreuten jüdischen Siedlungen in Norwegen beweisen, wie bei gutem Willen auch in agudistisch noch nicht erfaßten Kreisen erfolgreiche Arbeit geleistet werden kann. In Holland und Beßarabien betätigten sich die Landesorganisationen in erster Reihe durch Verteilung und Leerung deren Keren Hajischuw-Büchfen. Belgien, England, Jugoslavien haben anläßlich persönlicher Besuche unserer Propagandisten sich intensiv betätigt, doch war in den letztgenannten Ländern der schon oben erwähnte Mangel an Persönlichkeiten sehr fühlbar, die in der Lage gewesen wären, ihre Kraft und Zeit den Bestrebungen der Palästina-Zentrale zu widmen. In Deutschland wurde ein Netz von Vertrauensleuten in allen größeren Gruppen gebildet. Besondere Erwähnung verdienen: die Palästina-Kommissionen in Berlin, Breslau, Fulda, Halberstadt, Hersfeld, Kitzingen, Leipzig, Niederstetten, Nürnberg-Fürth usw. Wesentlich unterstützt wurde die Tätigkeit der Palästina-Zentrale durch die vor VA Jahren gegründete FrauenhilfefürdieSchuleninErez Jisroel, welche von Fulda ausgehend allmählich eine Reihe jüdischer Frauenvereinigungen zur Unterstützung speziell unserer Mädchenschulen in Erez Jisroel herangezogen hat. In diesem Zusammenhang ist auch auf die Tätigkeit der Damenkomitees in Berlin, Breslau und Hamburg hinzuweisen. Der Sitz der P a l ä st i n a - Z e n t r a l e ist in Frankfurt, wo dank einer Stiftung freie Büroräume in einem für agudiftifche Zwecke bestimmten Hause zur Verfügung stehen. In I e r u s a l e m hat die Palästina-Zentrale ebenfalls ein neues Büro eingerichtet, welches in repräsentativer Form auch die Räumlichkeiten für die Jerusalemer Aguda wie für die palästinensische Landesorganrsation überhaupt in sich birgt. Ohne dem Spezialbericht der palästinensischen Delegation vorgreifen zu wollen, sei in diesem Rahmen nur kurz erwähnt, daß in geradezu vorbildlicher Weise der Kontakt Zwischen Palästina- Zentrale und palästinensischer Landesorganisation gewahrt wurde. Es dürfte wahrscheinlich die palästinensische Landesorganisation die einzige sein, die wöchentliche Berichte ihrer Tätigkeit an die Zentralinstanzen der Aguda größtenteils durch Vermittlung der Palästina-Zentrale gelangen ließ, und in welcher auch mit den bescheidensten Mitteln organisatorisch und propagandistisch das Menschenmögliche geleistet wurde. Stellt doch chon die wöchentliche Herausgabe des „Kol Jisroel" — das einzige hebräische agudistische Wochenblatt — eine Leistung dar, wie sie keine andere Landesorganisation aufzuweisen hat. Während der Berichtsperiode haben im agudistischen Interesse 6 Mitglieder der Palästina- Zentrale für längere oder kürzere Zeit Erez Jisroel besucht und ebenso haben 5 unserer palästinensischen Gesinnungsgenossen im Auftrag der Palästina-Zentrale Europa resp. Amerika zu Propagandazwecken bereist. Im Interesse der eelischen Gewinnung fiirA die Palästina-Arbeit taub auch die Mithilfe bei'Einzelreisen und die Veranstaltung agudistischer Gesellschaftsreisen nach Erez Jisroel. Die letzte dieser Gesellschaftsreisen, welche zu Purim 5689 veranstaltet wurde, zeitigte den erfreulichen Erfolg, daß nunmehr auf )en Schiffen des Lloyd Triestino eine einwandfreie rituelle Verpflegung ermöglicht wurde. An dieser Stelle möchten wir der angenehmen Pflicht Nachkommen, das Entgegenkommen der Schiffahrtslinien und der einzelnen Konfulatsbehörden dankend zu registrieren. Schulwerk. Entsprechend den Grundprinzipien der Agudo, welche in Erez Jisroel das territoriale Werkzeug zur Erfüllung der Thora erblickt, hat die Pa- >

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