Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 39 (26.9.1929)
- Date
- 1929-09-26
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2 Nr. 19 Der Israelit Blätter 26. Sept. 1929 Birnbaum mit dem Aufträge der Berichterstattung an den A. G. binnen eines Jahres zu wählen. Als Kommissäre werden vorgeschlagen die Herren: Dr. M. Ascher, Dr. Nathan Birnbaum, Dr. Benzion Feßler. IV. Erez Jisroel Hilfsfonds. 1. Die K. G. wendet sich <m sämtliche Landes organi satronen wegen Schaffung von Komitees zur Sammlung größerer Summen für die Opfer der Meßeleien und Plünderungen in Erez Jisroel, 2. Es wird in Erez Jisroel sofort ein Komitee anhand der Agudas Jisroel geschaffen^ in welches folgende Rabbinen emtreten: Rabbi Chajim Sonnenfeld, Rabbi Mosche Mordechat Epstein, Vorsitzender der Jeschiwa in Hebron, Rabbi Elfe Klatzkin. Rabbi Jonachan Horovicz, Rabbi Hirsch Pesach Franl, Rabbi Fischel Bernsieiin. Rabbi Mosche Kliers, Tiberias. Rabb i S. Mosche Silbermann, Tel-Awiw, Rabbi Cfraim Weingcvrt, Sased. 3. Alle gesammelten Gelder werden diesem Komitee überwiesen. 4. Das Verteilten der Hilfsgelder geschieht durch ein spezielles Verwaltungskomitee, das von den obengenannten Rabbinen eingesetzt wird, und zwar in der Weise, daß jeder der genannten Rabbinenje drei Personen in das Komitee delegiert. Palästina-Zentrale. 1. Die Palästina-Kommission hat beschlossen, daß die Welt-Palästina-Zentrale auch weiter selbständig bleibt und sich weiter auch nur mit palästinensischen Angelegenheiten zzu befassen hat. Ebenso soll in jedem Land eine besondere Palästina-Zentrale oder ein Palästina-Amt geschaffen werden, welche der Weltzentrale untergeordnet sind. 2. In Polen soll ein Generalsekretär für alle Angelegenheiten Palästinas wirtschaftlicher wie erzieherischer Art angestellt werden. Die Kenessio Gedaulo wendet sich an die Agudisten aller Länder, eine große Propaganda-Arbeit für Keren- H a j i s ch u w ins Leben zu rufen, und das erste Geld als Bezahlung restlicher Schulden auf den bereits aufgekauften Boden zu verwenden. 3. Die Palästina-Kommission beschließt, daß in Preßburg eine dreigliedrige Kommission eingesetzt werde, welche in der Slowakei und den Nachbarländern die Mittel aufbringen soll, die zur Erhaltung der Aguda in Palästina unbedingt notwendig sind. Solange das Budget der Pa-' lästma-Zentrale nur ausreicht die bisher bestehenden Erziehungsanstalten zu erhalten, oder noch nicht einmal hierfür genügt, dürfen keine neuen Anstalten gegründet werden; außer wenn extra Summen lediglich zur Erhaltung solch neuer Anstalten gesichert werden. 4. Die Palästina-Zentrale begrüßt es mit Freude, "daß ihr bewährter Fachmann, Herr Jsack Nußbaum, unter Umständen bereit ist, die Leittung des Wirtschaftsamtes der Palästina-Zentrale zu übernehmen; und bittet nun die Palästina-Zentrale, die von Herrn Nußbaum verlangten Voraussetzungen zu treffen. Wirtschaftsarbeit in Erez Jisroel. In wirtschafttlicher Hinsicht soll angestrebt werden, die bisherigen Positionen zu erhalten und zu festigen. Zur weiteren Arbeit soll erst geschritten werden, wenn die Finanzlage der Agudas Jisroel es gestaltet. Dagegen muß unbedingt angestrebt werden, den Chinuch in Erez Jisroel zu kräftigen und mit Inanspruchnahme aller zur Verfügung stehenden Mittel auszubauen. V. Keren Hathora und Erziehungskonferenz. Keren Hathora. Die Landesverwaltungen und Kommissariate des Keren Hathora sollen aufgesordert werden, . nach wievor den Meschulochim wirksame Hilfe zu leisten. Alle mit Hilfe der Mitglieder des Keren Hathora gesammelten Beträge sollen ber den Keren Hathora-Landesverwaltungen gebucht und der Keren Hathora-Zentrale bei Abrechnung mitgeteilt werden. (Zusatzantrag Frydman): Sowohl die Keren Ha- Ihora-Weltzentrale, wie auch die Landeszentralen sollen Empfehlungsbriefe an Meschulochim nicht geben, ehe jene sich nicht schriftlich verpflichten, später Abrechnung über ihre Aktion zu geben, damit die Erträgnisse durch die Keren Hathora-Bücher geführt werden können. Es soll nochmals an die Kehillaus der ganzen Welt appelliert werden, an den festgesetzten Sammeltagen, nämlich Schwuoth, Sabbat Jittro und Woethchanan und in der Ehanuka-Woche Spenden an der Thora für Keren Hathora zuzulassen, um so der Klallverpflichtung zur Stützung der Thoralehrstätten nachzukommen. Die Keren Hathora-Zentrale soll ersucht werden, sich in den Besitz von wirklich zuverlässigen Mesusoth in größter Auswahl zu setzen und diese in allen Ländern zu verbreiten; der Erlös soll den Jeschiwoth zufließen. Es sollen Jnstrukttoren des Keren Hathora zur Geldsammlung angestellt werden. Es sollen insbesondere die bisher noch nicht besuche ten Länder, wie Finnland, Italien, Amerika und auch Afrika bereist werden, um sie für den Keren Hathora zu gewinnen. Es sollen in jeder Stadt Adressenlisten der Spender zusammengestellt und dieselben den Meschulochim ganz oder teilweise zur Verfügung gestellt werden. Die Schuljugend soll zur Verbreitung der Keren Hathora-Büchsen herangezogen werden. Herrn Botschko, dem Gründer der Jeschiwa Monffxepx, soll für seine großartige Tätigkeit der Dan? der Kenessio Gedaulo ausgesprochen werden. Beschlüsse der Erziehungskonferenz. Beim allweltlichen Keren Hathora soll eine Chi nuchzentrale gegründet werden, die sich aus Vertretern der verschiedenen Länder wie folgt zusammensetzt: Für Polen 3, für Litauen 2, für Polnisch-Litauen (Wilnaer Kreis) 1, für Lettland 1, für Rumänien 1, für Welst- Ceuropa 2. Die Chinuchzentrale, soll alle Maßnahmen beraten UNd beschließen, die für alle Länder gemeinsam Interesse haben, unter Wahrung des Prmzipes der Chinuchauionomie der einzelnen Länder. Die erste Chmuchzentrale soll Chanuka 5690 in Berlin stattsinden und wird unter anderem die Einberufung der allweltlichen Erziehungskonferenz anzuordnen haben. Die allwekttliche Erziehungskonferenz soll sich mindestens einmal in zwei Jahren versammeln. Bis zur Einberufung der allweltlichen»Chinuchkonferenz wird Dr. Deutschländer mit dem Vorsitz der Erziehungszentrale betraut. Die Chinuchzenirale wird für die Erziehung in allen Ländern verhältnismäßig in gleichem Maßstabe sorgen. Die Ehinuchkommission soll eine Kommission von Fachleuten zur Schaffung der für das orthodoxe Schulwesen nötigen Lehrbücher einsehen, diese Kommission soll amtlich sein und aus bezahlten Mitgliedern bestehen. Die Chinuchzentrale soll eine Kominission zur Auswahl und eventuellen Ilebersetzung einwandfreier Jugendliteratur einsetzen; dies soll eine allgemeine Kom-s Mission aus Pädagogen aller Länder sein, neben der für jedes Land, besonders für Deuttfchland, getrennte Kommissionen aus Pädagogen der einzelnen Länder gebildet werden sollen. Die Neuschaffung geeigneter Jugendlektüre soll der Privatinitiative, allenfalls unter Fühlungnahme mit dem Keren Hathora und mit dessen Unterstützung; überlassen bleiben. Da bisher kein einwandfreies jüdisches Geschichtsbuch für Kinder existiert, fall die Chinuchzentrale dis Schaffung eines solchen anstreben und dabei Mitwirken. In den verschiedenen Ländern sollen Kinderjournale herausgegeben werden; die Kinder selbst sollen zur Mitarbeit daran herangezogen werden. Es sollen kleine Monographien sin ungefährer Form der Reklamehefte) herausgegeben werden, worin die Eedaulim auch in ihren außerjüdischen Verdiensten ge- 'childert werden; insbesondere soll auf die Darstellung der Jugendjahre der Eedaulim Gewicht gelegt werden. Die Chinuchzentrale soll eine allweltliche pädagogische Zeitschrift herausgeben. Der Keren Hathora soll Sommerkolonien, sorvie ein Sanatorium für die erholungsbedürftigen und kranken Kinder der orthodoxen Schulen errichten. Es sollen gegenseitige Besuche der auf dem Erziehungsgebiet Tätigen in allen Ländern ermöglicht werden. Der Keren Hathora soll Sommerfortbildungskurfe für Lehrer und Lehrerinnen gründen, besonders in solchen Ländern, wo solche noch nicht bestehen. Es sollen im Osten, insbesondere in Polen und Litauen, Vervollkommnungskurse für Melamdim veranstaltett werden und mit technisch-pädagogischen Mitteln für die Ausbildung von Lehrern für Chadorim un Talmud gesorgt werden; die programmatische und religiöse Leitung dieser Kurse soll der Chinuchzentrale und dem Rabbinischen Rat des betreffenden Landes überlassen bleiben. Es soll das Problem von nun erwogen und es sollen jene schon bestehenden Handwerkerschulen unterstützt werden, wo auch nun gelernt wird. Es sollen unentgeltliche Bolkschadorim gegründet werden, die in ihrem Aufbau dem unbemittelten Kinde angepaßt sind, das seine Ausbildung in diesem Cheder beschließt, damit dasselbe eine abgerundete Ausbildung erfährt. Der Keren Hathora-Zentrale der Schulen Rheinlands und Westfalens, sowie den an diesen Schulen tätigen Lehrkräften soll der Dank der Kenessio Gedaulo ausgesprochen werden für ihre Tätigkeit, die gezeigt hat, was hingebungsvolle Arbeit auch auf ungünstigem Boden erreichen kann. Die Keren Hathora-Zentrale soll ersucht werden, das Talmud Thoroth ideell und materiell zu unterstützen, da weiter auszubilden, sowie den ostjüdischen Eltern in den dortigen Städten beizustehen, selber Talmud Thoroth zu errichten. Für die kleineren Orte mit wenigen ostjüdischen Familien sollen Wanderlehrer ausgestellt werden.! VI. Amerika. Die Arbeiten in Amerika. 1. Die K. G. veranlaßt die Entsendung einer Delegation nach Amerika, um dort die Lage zu studieren und Amerika für A. I. zu gewinnen. 2. De A. I. in Amerika soll auf demokratische Grundlage gestellt werden und aus der Hand Einzelner, herauskommen. Es sollen die besten Kräfte in Amerika für A. I. gewonnen werden. 3. Die Gewinnung geschieht auch durch Schaffung einer guten jüdischen Literatur in Jiddisch, wie sie für Amerika angepaßt ist. 4. Alle Institutionen, wie Keren Hathora, Palästina» Arbeit und insbesondere Bajs Jakow erhalten in Amerika Zentralen. 5. Die Zeirei Agudas Jisroel in Amerika, die die einzige Garantie für die weitere Arb« bietet, muß in der Lage fein, in ständiger Verbindung mit dem Weltjugendamte der A. I. zu bleiben. 6. Eine eigene Kommission wird beauftragt, die Bodenverhältnisse in Palästina, soweit Bodenankäufe für Amerika in Betracht kommen, zu untersuchen. 7. In der Hauptleitung der Aguda muß Amerika vertreten sein. 8. Die Agudabank -erhält in Amerika eine Filiale, für die Finanzmänner zu gewinnen sind. 9. Die amerikanische Delegation setzt sich zum größten Teile aus rabbinifchen Größen vom Osten zusammen, die von der amerikanischen Judenheit verstanden werden. Auch ein Vertreter der Zeirei Agudas Jisroel muß der Delegation angehören. 10. Eine Kommission von anerkannten Rabbinen und Laun — Unparteiische — werden nach Palästina gecheckt, um dort die Lage zu untersuchen und einen Bericht dem Nabbinifchen Rate übler das Resultat ihrer Untersuchung zu erstatten. Der Bericht wird dann der Oeffentlichkeit unterbreitet.' 11. UeberHaupt fei das Bestreben dahin gerichtet, das Interesse der amerikanischen Judenheit für Agudas Jisroel zu wecken. 12. Der G. A. soll gleich nach Schließung der K. G. den amerikanischen Delegierten Instruktionen geben, wie Aguda in Amerika weiter zu führen ist. Ebensoouen Verhandlungen mit dem Joint wie mit den nichtzionstischen Mitgliedern der Jewifh Agency ausgenommen werden. 13. Der Rabbinische Rat möge sich auch insbesondereür die jüdische Lage in Amerika interessieren und Mittel und Wege suchen, um den Frieden unter den dortigen Rabbinen herbeizuführen. ' VII. Der Rabbinische Rat soll ersucht werden, einen Aufruf an alle Ostjuden im Westen zu erlassen, in welchem aufgefordert wird, die vom Keren Hathora errichteten Talmud Thoroth ideel und materiell zu unterstützen, da die Kontrolle derselben durch den Keren Hathora ihren einwandfreien Charakter in gesetzestreuer. Hinsicht verbürge; in welchem sie ferner aufgefordert werden, für Mädchenerziehung zu sorgen. Der Rabbinische Rat soll, ersucht werden, an alle Rabbiner und Lehrer einen Aufruf zu erlassen, aus die Eltern und Kinder einzuwirken, am t-iaw nicht die Schule zu besuchen. In Ländern, wü ministerielle Bestimmungen dem Fernbleiben der Kinder von der Schule am rnv entgegenstehen, soll mit den Ministerien zwecks Aufhebung dieser Bestimmungen verhandelt werden. Schechita. Aufruf zur Einhaltung der Speifegefetze. Unter voller Zustimmung zu den religiösen und wirtschaftlichen Ausführungen der Herren Referenten dankt die K. G. der unermüdlichen Arbeit des Schächtfchutzbüros und bittet dasselbe, seine Bemühungen in jeder Weise fort-- zusetzen. Die Agudas Jisroel ruft alle Glieder der jüdischen Gesamtheit auf, in dem unmotivierten Kampf der Schächtgegner einen Ansporn zu umso reinerer und innigerer Treue zu unserer heiligen lleberlieferung zu erblicken und insbesondere an den unser Leben heiligenden Bestimmung gen der Speisegesetze unverbrüchlich festzuhalten. VIII. Verfaffung. Schkichtungsgericht. I. Der R, R. wird ersucht, die Schaffung eines Schlichtungsverfahrens für Streitigkeiten zwischen agudistischen Einzelorganisationen oder führenden Persönlichkeiten der A. I. in Erwägung zu ziehen. II. Unter den gemäß § 14 der Verfassung zu schaffenden Kommissionen soll sich je eine solche zur Förderung der Angelegenheiten der Jugend und der Arbeiter befinden,» Die von der II. kenessio Gedaulo beschlossenen Aenderungen der Verfassung der Agudas Jisroel. 8 2. Agudas Jisroel hat daher das jüdische Volk km heiligen Lande und m der Diaspora geistig und physisch zu stützen durch a) b) Die Erhaltung des Bewußtseins von der Eigenart des jüdischen Gmeinschaftsb-egrisfes (8 1) gegenüber allen Strömungen, bi-e dem Judentum wesensfremd find, und durch dle Gewinnung aller Judenfür die Anerkennung der Souveränität deir Thora. 8 4. Absatz 4, In stridtigen Fällen entscheidet Wer das Vorhandensein: eines solchen Gegensatzes bei Wektorgamfationen der gesamte Rabbtmsche Rat, bei Organisatio-nen, die sich nur auf ein Land erstrecken, der Rabbinische Rat des betreffenden Landes. 8 5. N e u e r A b s a tz 3. Die Landesorganisationen haben Anspruch auf Information durch Ihre Mitglieder im Zentrakrwt.