Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1929-09-26 · Heft 39 (26.9.1929) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 39 (26.9.1929)
Date
1929-09-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2450547-2450586--76336-2533907
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

26. Sept. 1929 Der Israelit Nr. 39 Seite 7 IMÄ Vurr-d gefetz e s>t r e u-e r jüdischer Lehrer; EmöL H. Le'hma-n--n für die Freie Ber ei'MlgU'N-g und ,Dr. Eihrmann für den Bund gefetzestr-euer Gemeinden' Ln H -a 'iberstad-t. Auster dem Rahmen der Bsrh-cmWuinig-en und dennoch im Mittelp unkte der VörbandsverfammlunT! stand ein Referat von Herrn Redoikve-ur S. Schach n orvitz - Frankfurt o. M., über „Entroi-ckelungen -rm Judentum seilt! Mofes Mendelssohn", das sme aufmerksame und sehr interessverte Zuchörerschaf-t fand. Diese VerbandstaigiunA wind den omi' in Hessen neue Kraft für wettere intensive Arbeit geben .ini,ni m Tjaab Schweiz. Die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft Basel. Basel, 23. Sept. Am 24. Etui 5689 findet die feierliche Einmeihun-g der neuerbauten Synagoge der Israelitischen R eit g ton-s gesell scha st an« der Ahornstrvste statt. Es hat von Selten dieser jungen- ReiMonsgefeMMst großer Anstrengiung und starken tibsdhm Schwunges biedurft, dieses Werk lekwaud hataurv wehajiro fertigzuftellen. Die Synagoge, deren ganzer Bau in seiner innerere und äußeren Form, ist schlicht und schön geworden'. Die öigsntliche Synagoge hat bequem 130 Männer und aus der Galsvie 125 Fraumplätze erhaAen, -daran nnschMeßend einen Hörfaat, welcher ca. 40 Personen Platz timtet und evervil. später, wenn m. G. H. Platzmangel! eiütreten sollte, zur Synagoge erweitert werden kann. An der Feier am. 24. Glut werden die Herren Rabbmr-e Dr. Pinchas K o h n, Wien und Dr. Brom, Luzern sprechen. Cs ist zu hoffen-, daß die I. R. G. Bäse'l durch die neue Synagoge neue Impulse erhalte und ein ZeUtrum für echte, unverfälschte Jüdifchkeiit werde. Angarn. Oberrabbiner Koppel Reich Budapest, 23. Sept. Im Allier von 92 Jahren verstarb nach vierwöchigem Krankenlager am Sonntag in Budapest der über die Grenzen UnMrns hinaus bekannte Oberrabbiner der orthodoxen jüdischen Gemeinde Budapests und Mitglied des Oberhauses Koppel R sich. Die Trwusvzeremvnie nahm in her orthodoxen Hauptfynagoge ihren Anfang, wo zunächst der Schwiegersohn des Verblichenen. Rabbiner Bikdor Sllßmann, einen Hesped (Trauerrede) sprach. Cs folgte miteiner Trauerrede der Bruder des Berbüchen-ep, Oberrabbin/or Reich aus TrenckemBan. Nach ihm sprachen der Wieste Sohn Koppel Reichs, Oberrabbinre Salomon Reich, der Präsident der Jsr. Orthodoxen La-ndeskanzliev, Ado-lf Frankl ii. a. m. Eine nach Fehntaufenden zählende Drauergemsinde gab dem verstorbenen Oberhaupie der Mischen Orthodoxie Budapests das Geleit zu der Akten Orczyfchen Synagoge ,und von dort nach dem alten orthodoxenjüdischen Friedhof. Es erfchien«en in Vertretung des Kultusministeriums- Staatssekretär Stephan Toth, Ministeriolrat Gerloczy, in Vertretung des Oberhauses Samuel Glückthal und Dr. Emanuel Löw, ferner zahlreichs Abgeordnete, Vertreter der Stadt Budapest (Vizebürgermeister Dr. Johann v. Buzath), der Jsr. Religiansgemein-de, zahlreiche Rabbiner, Abordnungen aus zahlreichen ungarischen Städ-ten, der Präsident der orthodoxen Gemeinde, Ab'raham Freudiger von- Obdua u. a. m. Am offenen Grabe sprachen noch die Söhn« des Verstorbenen und zahlreiche Rabbiner. Die orthodoxe Gemeinde hat einmonatige Trauer beschlossen. Der Präsident des Oberhauses, Baron Julius Wlafftcs, Hai an die Familie Reichs und den Präsidenten der orchodoxen Gemeinde m herzMchen Worten abgefastte BeWeids-tekegramms gesandt. (Wir behalten uns -eine nähere Wüvdigiung Koppel Reichs für eine spätere Nummer vor. Red.) Rumänien. Schwere antisemitische Ausschreilungen in Rumänien. Bukarest, 19. Sept. Die von Professor Cuza geführte, in der „Christlichen Liga" ve reinigte antisjentMfche Studentenschaft, die in den letzten Tagen in Putna (Bukowina) einen' Kongreß Die Woche. Berlin. Die Reichspost und das Radio-Telegraphenamt gewähren ermäßigte Gebühren für Glückwunschtelegramme zum Roschhaschonofest. Näheres wir in einem Erlaß bekanntgegeben. — das „Deutsche Adelsblatt", das Arnold Zweig in einer Besprechung seines Romanes, „Der Streit um den Sergeanten Grisha", einen „asiatischen Schmutzsink" genannt hatte, wurde vom Berliner Schöffengericht zu 600 Mk. oder 60 Tagen Gefängnis verurteilt. München. Oberlandesgerichtsrat Dr. Alsted Neumeyer, der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde von München und des Bayrischen Israelitischen Landesverbandes, ist zum Rate des Bayrischen Ober st en Landesgerichtes ernannt worden. Jerusalem. Der Dampfer „Asia" brachte am 17. Sept. 205 Juden nach Palästina, darunter 94 Chaluzim und 32 Touristen. 37 waren Palästinenser, die in die Heimat zurückkehrten. —* Es ist im Rabbinat beschlossen worden, am kommenden Jomkippur im Jiskaur- Gebete aller Märtyrer der letzten Metzeleien in Palästina zu gedenken. — Auf Ersuchen des Oberrabbinates wird das Ra hel-Grab bei Bethlehem, zu dem besonders im Monat Elul große Schaaren pilgern, unter besonderem Schutz gestellt. — Am Ende der „Schlauschim" wurden in allen Synagogen Jerusalems Trauerfeieru für die Märtyrer in Jerusalem und Hebron abgehalten. Rom. Der Oberrabbiner von Mailand, Dr. Prato, wurde vom Regierungschef M u s s o l i n i empfangen. Mussolini erörterte mit Dr .Prato die Probleme der Juden im italienischen Orient und sprach sich sehr lobend über das Kulturwerk der italienischen Juden in diesen neuen italienischen Gebieten aus. — Die tragischen Ereignisse in Palästina haben die italienische Judenheit ties bewegt. In den Synagogen aller italienischen Städte wurden Trauer- und Gedenkgottesdienste für die jüdichen Märtyrer abgehalten; 3000 Pfund wurden für das Hilfswerk in Palästina gesammelt. Wilna. Am 22. September drangen unerkannt gebliebene Huligans in den Wilnaer jüdischen Friedhof ein, verwüsteten mehr als 20 Gräber und nahmen metallene Umzäunungen mit sich. Das Rabbinat intervenierte beim Stadt-Starosta, der von jetzt ab ben. jüdischen Friedhof tiutä) einen ständigen Polizeiposten bewachen läßt. Kowno. Im Alter von 70 Jahren verstarb an Herzschlag das Mitglied des Kreisgerichtes von Poniewesch, Advokat Bernard Friedmann, der seinerzeit Minister für jüdische Angelegenheiten der litauischen Regierung gewesen ist. Neiöyork. Am 14. September waren in den Vereinigten Staaten für den Palästina-Hilfsfonds eine M r'l l i o n Dollar aufgebracht worden. «bhiel-t, hat schon bei Vegiiim und während des Kongresses die jüdische Bevölkerung! von- Pütn-a und Umgebung in furchtbarer Weise -terrorisiert. Ihren Höhepunkt erreichten die Ausschreitungen nach- Schliuß des Kongresses, als die Teilnehmer -die Heim-relse antraten. Auf den Bahnhöfen -in Putna und Rad-nutz wurden alle jüdischen Reisenden 'beschimpft -und verprügelt. Palästina. Blutlage in Erez Israel.* Jerusalem, 15. Sept. Seit lange vorbereiteter, sorgfältig organisierter Ueberfall auf eine ahnungslose Mitbevölkerung! Der Umsang der grauenhaften Ereignisse ist noch nicht zu übersehen, denn Sperrung des Telefons, Zensurierung der Telegramme und Inhibierung der Zeitungen wollen die Wahrheft vertuschen: Hat die Regierung die Wahrheit zu scheuen? Jedenfalls ist aus der Fülle der Ereignisse schon einiges greifbar, und dieses Wenige genügt, um aus das Ganze zu schließen. Das Zentrum, von dem die Unruhen ausgingen, war Jerusalem. Dort wurde auch der Auftakt zum Beginn des Debacle gegeben. Wieviel Juden die Niedertracht und Feigheit der Araber in Jerusalem ermordet hat, wissen wir in Tel-Awiw noch nicht -genau. In Chewron hat man des Nachts das Haus der berühmten Slobotker Jeschiwah überfallen und die Bachurim, darunter 17 aus amerikanischen orthodoren Familien, bestialisch und im buchstäblichen Sinne hingeschlachtet. Man gibt die Getöteten Chewrons mit 67 an. Die jüdischen Siedlungen Chartuf, Bar Tuwia und Kefar Uriah sind niedergebrannt worden. In Tel Awiw wurden sechs Opfer begraben. Die Bevölkerung von Chewron (20 000 Mohammedaner) galt von jeher als fanatisch und als räuberisch, ebenso die Menschen in den Dörfern der Umgebung, ein Menschenschlag von ungewöhnlicher Größe, Kraft und Leidenschaftlichkeit. Wohl haben in Chewron längst Juden gewohnt, aber eine kleine Anzahl und zwar sephardische Juden; — aber, wer das wie aus dem Felsen herausgehauene und trotzdem unterirdisch versteckt anmutende Ghetto kennt, weiß, daß dessen jüdische Einwohner stets auf Heber» fälle vorbereitet waren. Banden des Chewroner Gebietes waren' es auch, die, wohlbewaffnet, nach Jerusalem zomn. Uebrigens konnte man auch bei dem Jaffaer Gesindel, das so gern Tel Awiw geplündert hätte, eine reichliche Ausrüstung mit Waffen und Munition beobachten. Alles weist auf einen durchdachten Plan hin. Es ist sicher ,daß hohe englische Beamte von den Vorgängen längst unterrichtet waren und sie aus Abneigung gegen die Juden stillschweigend duldeten. Die jüdische Ve- ' völkerung nennt die Namen dieser Hamans. Ein energisches Wort der oberen Instanz, — und es wäre nicht einem Juden ein Haar gekrümmt worden! Als England den Juden die Balfourdeklaration gab und sie mit dieser Verpflichtung einlud, sich in Palästina anzusiedeln, da bedeutete dies auch Englands Bürgschaft für den Schutz der Juden . Aber schon der Pogrom im Frühjahr 1921 — ein Kinderspiel gegen das, was sich jetzt abspielte — bewies, daß die Zentralregierung in London weit weg ist und es weniger darauf ankommt, ^vas man in London will, als darauf, was man in Jerusalem tut. Ein einwandfreies Bestreben der Palästinaregierung, die Balfourdeklaration korrekt auszuführen, hat sich selbst unter Herbert Samuel nicht konstatieren lassen, — aber in den letzten Jahren haben sich die Fälle vermehrt und verstärkt, die eine flagrante Verletzung des Sinnes der - Balfourdeklaration bedeuten. Am krassesten ist der Fall mit der Kotel Maarowl, der nunmehr Anlaß zu den Blutbädern geworden ist. *Obwohl die hier berichteten Dinge zum Teil überholt sind, sei doch hier gezeigt, wie unser Berichterstatter die Lage sieht. (Red.). SEIDENHAUS SCHOTT 0 ICcHSGVStfcISSG 0 0 K<HS6KSffflSS6 0 in Seidenstoffen u. Samte - Größte Auswahl

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.