Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 39 (26.9.1929)
- Date
- 1929-09-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 39 Der Israelit Unter dem autokratischen Regime tonnten die Juden ungestört an der Kotel Maarowi, dem Rest der einstmaligen Tempelherrlichkeit, weinen und beten. Es blieb erst einem antijüdischen englischen Polizeiossizier am vorletzten Jomlippur Vorbehalten, das Gebet zu stören und Unterhalt oder Beschäftigung zu verschaffen, da sie durch ihn ins Unglück gestürzt worden sind. Es verlautest, daß die Listä-Bauern, die seinerzeit von dem Mufti die Aufforderung erhalten haben, den Angriff aus Jerusalem zu beschleunigen, ihn nunmehr für das Mißlingen mit diesem Moment die ganze Kotei Maarowk-Affäre zu des Angriffes verantwortlich machen, schaffen. Die Führer der Moslemiten im Distrikt Gaza be- „ Status quo" heißt der Zauberspruch, mit dem sich reiten ein Memorandum an die Regierung vor, in roeldem Juden das Letzte nehmen und dem Mohammedaner chem sie ihre Gegnerschaft gegen den Jerusalemer Großetwas geben läßt, das für ihn nichts bedeutet, denn das mufti und seine den Frieden störende Politik zum Ausganze Gebiet des ehemaligen Tempels besitzt er und der | druck bringen. Jude steht nur außerhalb der Reste der ehemaligen West Mauer in einer öffentlichen Straße. Die „Status quo"-- Formel englischer Beamten verweigert alten Juden das Mitnehmen eines Stuhles, verweigert das Aufstellen einer spanischen Wand während des Gebetes im Interesse Amerika. Zum Tode Louis Marshalls. New yo rk, 15. Sept. . . . ... .. | Lours Marshall wurde am 14. Dezember 1656 m der bet den Juden ublrchen Scherdung zwrschen Männern m ... — . . ~ , . .. . ' , ' \ t „ Syracuse tn den Veremrgten Staaten als Sohn von und Frauen. Dieser „Status quo erlaubt aber, daß ^nb Cilly (Strauß) MarshaN geboren. Er wurde die Mohammedaner auf dieser Mauer Bauten ausführen . . . .. ,. . . „ , 1 1 ’ einer der angesehensten Juristen auf dem Gebiete des und °,n Tor durchbrechen s-datz bas Beten der! B-rfastnng-r-cht- und fungierte als Recht-, ^uden nunmehr unter England- Herrfchaft stets gestört konfutent der Bundesregierung in ihren Prozesten gegen werden kann. R,° waren mohamm-danifch- Prozchionen tzj, XätigMt Erde er -inder popu. durch die Gaste gezogen, tn der di- Juden beten, denn IStften gi tm in ben Bereinigten Staaten. 1890, 1894 es gai dort nie einen Emgang, der jur Omar-Mofch-e > Jgls aat a Mitglied der ges-hg°b°„d-n Verführte, Jetzt erst in den letzten Monaten hat man diesen fnmmlnngeu de- Staate- R-wyo-k und der erste Jude, Eingang mit Erlaubnis der Regierung gemacht, und feitbtt breima( jn bjef6 Ä8t?aW(,ft g^ählt wurde. Vom dem hören die Steinwürfe auf betende Juden nicht allst I Hnnverneur Hughes wurde er zum Dorsitzenden der Ein. Status quo. . wanderungskommission des Staates Newyork ernannt. Er Status quo ist hier alles; Status quo ist es, wenn roar aü^ Mitglied des Kuratoriums der Universität die Inden, obwohl fie 60 Prozent de, BeoMernng Je- § , Präsident der stantlichen Forsthochschule. .. rusaiems di,den und 80 Prozent der Stenern zahlen, „l unb Borsitzender des Komitees der Anwolts im Jerusalemer Rathaus nichts zu sagen haben. Der ara. ^meru zur Verbesternug der Gesetze, bische Bürgermeister darf noch wie in türkischer Zeit v v x m K , seine Taschen füllen, so oiel es ihm beliebt. , , S°"-- ub-rrag-ud- Bedeutung gewann Marshall durch Statuquo Ist es, wenn mall möglichst „tue Juden E l°d-°r°b- und sehr manmgfattrge W.rstamI-,t rm -.7- 7 . s. m u .< jüdischen öffentlichen Leben. Im Jahre 1906 gründete nt- Beamt n «llstellt und rhnen möglichst I-m- L,«fe- ^-wish Eommittee, daer bizu seinem m m u^°" l J- , -.“"«l ,!“ »■ geleitet hat, «l- Präsident diese- Kamiteetrat er diese Halbwilden diese grotzen Kinder ihre L-idenschnf. den Plan, wo Ehre, Rechte und Interessen ten und ihre sprichwörtliche Habgier Orgien ferern lassen, .,, „ . .. - »■ . f. /- J u . . , nicht allem amerrkani cher Juden, andern der Juden m hat sie plündern, brennen, morden lassen! st J __ Y. . P. . J n- 11 > der ganzen Welt, angetastet wurden. Cr war es auch 26. Sept. 1929 gesperrt werden«. Weile Hun-derie vora AuchmmMLen fuhren hirater dem Tvauerwagen« her. ' Auf dem Medhof Salem WM. wo rMeflierhlicheni Reste Lams Marfhalls der Erbe übergeben wuirden», hatten sich wiederum zahlreiche Verehrer des Men Führers eiragiefun-Lera, uniteir rhnera Vertreter von 54 OrMMiffMonM. Gemäß dem chtzüsn Wünsche im Verstorbenen wurden Grabredeni raiicht gehallten. An der Bestattungsfeier nähmen auch -zahlreiche Vertreter der MWchM Orthodoxie iteÄ. Die Woche. In zehnjähriger/- an Opfer reichen Arbeit haben die Juden bas Land auszubauen begonnen, das unter den der die Annahme der Resolution über die Kündigung des amerikanisch-russischen Handelsvertrages von 1832 ourch Arabern eme Wüsten« war, haben den Wohlstand der L bet Bereinigten Staaten durchsetzte und gesamten arabischen Bepollerung geschafseu, haben ihr I 5 m dieser Kündigung der EharaUrr -M°- uur Segen gebracht - und nun ha der 0ud°uhatz eng. des amerikanischen Bollegegen die grausam. Judenpolitik der Zarenregierung verliehen worden war Louis Marshall war Präsident des Tempels Emanuel in Newyork, also seiner religiösen Richtung nach Reform jude. Dennoch leitete er die Eeldsammlung für das Kon servative Schechter'sche Rabbinerseminar, in dessen Leitung er saß, und förderte auch die Bestrebungen der Orthodoxie. Als Präsident des American Jewish Committee nahm er auch an der Leitung des' American Joint Distrilischer Beamten das mühsame Werk in wenigen Tagen zerstören lassen! So wird die Bälfourdeklaration erfüllt, so gibt man einem Lande Kultur! Zofe al Zion. Arabische Führer halten den Grotzmufii für schuldig an dem Blutvergietzen. Jerusalem, 13. Sept. Arabische Führer wandten sich an die Regierung mit! bution Committee teil. Er war Präsident des American dem Ersuchen, den Mufti, der nach ihrer Meinung die Jewish Relief Committee, welches gemeinschaftlich mit Schuld an der jüngsten Katastrophe in Palästina trägt, anderen Organisationen innerhalb des IDE. 65 Millio zur Verantwortung zu ziehen. neu Dollar für die durch den Krieg in Not geratenen Die., in Jaffa erscheinende arabische Tageszeitung Juden in Europa und ^Palästina aufgebracht hat. 1919 „Elakdan" teilt mit, daß die Notabeln des großen Dor» I xaax er Delegierter der amerikanischen Juden bei der fes Agour in der Nähe von Hebron eine Versammlung! Pariser Friedenskonferenz und wurde vpn dem Comite einberüfen haben; 'die sich züsstMer Entrüstungskundge-; des Delegatidns Juives zu einem ihrer Präsidenten gebung-ge^eü den Großmufti, Hilijamm Hussein!, gestaltete! wählt. Dieses'Komitee hat es erreicht, daß'die nationalen und in der alle Anwesenden eine Erklärung unterzeichreligiösen, kulturellen unb sprachlichen Richte der Juden neten, wonach das Blutbad in Hebron auf die Ägita- I in Polen, Rumänien, Jugoflavien, Litauen, Lettland, Esthtion des Eroßmufti zurückzuführen sei. „Elakdan" melland, Tschechoslowakei usw. international gesichert werden det weiter, daß andere arabische Notabeln durch die Marshall hat auch die Forderung nach Anerkennung Pa Dörfer ziehen und Unterschriften gegen den Jerusalemer! lästinas als nationale Heimstätte für das jüdische Volt Großmusti sammeln. unterstützt und zur Annahme dieser Forderung persönlich Die Zeitung „Elakdan", -die der Gesinnung nach sbiel beigetragen. Marshall war Präsident oder leitendes nationalistisch ist, äußert sich in Worten tiefster Enä- Mitglied zahlreicher bedeutender religiöser,' kultureller und rüstung gegen die Notabeln, d'ie gegen Husseini auf-! sozialer Organisationen und Institutionen der Judenheit treten, und nennt isie sowie die' Teilnehmer an der Ver- I der Vereinigten Staaten, sammlung in Hebron und alte, die die Entrüstungskund- . Me BeöfetzumT fcmid >am Dienschag,-den. 24. September, gebung gegen den Eroßmufti Unterzeichneten, . Verräter I nicrchmiittagLi. vom Demple Emcmniel! aus statt. Deir neue an der arabischen Sache und Sllaven der Zionisten. i^sivachltbau! ^des Tempeljs Emawue^, der erst zu den hohen Fsiertagen eröffnet werdensollte, öffnete schon> früher ferne. Tone der , Bahre Louis Marfhalls,?den dien Dem-' ,pÄ begründed und idem-i Tempekkomü'tee!' als Präsident vorgestanden that. Der Sarg> war Mitten im TempÄ auf Die Schuld des Alustir Jerusalem, 16. Sept. Die Ataber des Dorfes Lifta in der Nähe von Jel,einem hohen KatafE aufgeb!ahr.t!. ^m 'Dempek rufalem, die als Ne ersten den Angriff aus die Juden sich §ur Feier-mehr als 4000 Repräsentanten^ der JuldMvon Jerusalem, Moza uyd anderen Orten am 23.' August IHett'- von ' üb>riyen> Zeytren Ameirrkas vollführte'n, hielten, wie'aus"zuverlässiger Quelle mit*!°M^ßMä>ierr;''mWWens.',M geteilt wird, am vergangenen Freitag eine Beratung lotete vor dem Dempek draußen. Me Effte des ameriba ab, in der beschlossen^würde/'den ^<Sr»bmufti^'von^Jeru- Hchen, ''ÄdeWins .me\, ,Pev^ rMammeÄ.' Jni >vWen _ _ Jätern aufzufordem, den Dorfbewohnern Geld für .den'SkuHsni die ‘der- .TMonWtz. paffiMe, mußte der Bertchr! schaffen! Die Lubawiischer Jeschiwa. Rabbiner S. A. Slonim weilt zurzeit in' unserer Stadt als Ab-gssanidtsr 'des L -u b a w r t s >ch e r R-ebb e, um hier Thorafreunde für die Lubawiischer J es ch i w a zu interessieren. Wer da weiß, mit welchem Vvm /n’D» der Lubawiischer Rebbe für die Thora und die Jugend unter wiederholter Lebensgefahr in Rußland gekämpft hat, dem wird der Name „Lu b aiv its ch e.r Rebbe" schon genügen, daß er mit offenem Herzen und offener Hand sich dem großen Werke zuwendet. Wir empfehlen nochmals Rabbiner Slonim dem Entgegenkommen aller, die in der Thorä den Rettungsanker in der geistigen Not des jüdischen Volkes sehen. Wir teilen bei der Gelgenheit mit, daß Rabbi Slonim nächsten Samstag, 5,30 Uhr, im Veshamidrasch, Rechneigraben 12, einen chassidischen Vortrag hält. Die Riederhofheimsche Synagoge. Von Nachkommen' R. Bimfomm Mede rhofhetms wind uns geschvieb'en: Zu dem Bevitchi! in Nr. 38 über „Deriöögung der Nöederhofheimfchen Synagoge" weife ich darauf hi!n> daß das Haus Ne-chneiWabmftmtze 11 Wvn, feit etwa 5 'Jahren mcht mehr 'im Besitz eHines An/gehöriigen -der N'fchen FamMe ist. Dbe Nachkommen von Rebb Binfomin Mederhofheim sind der Ansicht, daß >em Minfcmi, welches Generaöi-onien hindurch von einer FamMie unterhalten' wurde und dadurch den Namen' dvefer FamiMb' WöM düö' Recht zur WÄterführunV dieses Namens Verliert, in dem Zeitpunkt, in welches es sich von einer anderen FamÄie abhängig macht. Diese Abhängigkeit von. einer Familie Cohn Megit hier vor, da eine Famiilile Cohn di!e Räume in der Schützenrstaße mietfrei zur Ver'fügung geftelkt hat!. Die Nachkommen von Rebb Vinjomin NLsderhofheim sprechen hierdurch dem Minjan, welches sich etzt in den Räumen des -ehemaligen Jüdischen Heimes ausgetan hat, das Recht ab, sich NiederHofheimfches Mnjan zu nennen, oder dm- Namen Niederhofheim Ära irgendwelcher Form mit ihrem Minfan ira BerbiNÄnng zu bringen. Die Waisenkinder gratulieren! . . Die J s r. W a i s e n a n st a 11 in Frankfurt a. M. versendet zum ersten Male an ihre Freunde und Gönner einen Abreißkalender für das Jahr 5689. Mit Bildern der Anstalt und hübschen Sprüchen bildet der Kalender auch einen netten Wandschmuck. Das Po sticheckkonto (15181) wird auf jedem Blatte dem Gedächtnis eingeschärft und zur Erleichterung der Sendung ist nach jedem vierten Blatt eine Za hl k.ar t e einge- 'ügt. Wir hoffen, daß diese nicht wie das abgelaufene Wochenblatt in den Papierkorb, foydexy Uauf die Post wandert. - Ein Sijum des Das Jaumi. Der Sijum 'auf'Traktat i. v'mr fand'/Wsmal in der Wöhnung des Herrn Kaufmann, Sandweg, statt. Der Dozent des Das Jaumi, Herr H. ''Halvern, - leitete die Feier, wie immer, mit eiüem groß 'ängeMM Hadran ein. Die reiche Tafel wurde mit Ansprachen, Thora'worten und Smirausgesängen gewürzt, die die Teilnehmer bis zu Mitternacht beisammenhielten. Verein polnisch-jüdischer Studierender. Am Samstag, den 14. September; fand in den Räumen der Aludas Jisroel-JugLndgruppe, Schwanenstr. 12 unter Leitung des Herrn Möllmann ein geselliger Abend ’tatt, bei mit einer Abschisdsfeier für den Vorsitzenden, Herrn S. Rosenblum,'verbunden war<,-iEs tvar seitens des Vorstandes für ein reichhaltiges Programm gesorgt worden. ,U. a. trug ein Mitglied des Vereins, Herr Frnkelstein, ein bekannter Warschauer' Sänger, zurzeit Student am hiesigen Konservatorium, ' religiöse Gesänge und jüdische Volkslieder vor, die ällgememe Begeisterung heroorriefen. Die Versammluug zollte dem' Sänger für 'eine Leistungen reichen-Beifall. Ebenso^ erfreute Herr^ Jacob H e r tz o g die Versammelten mit jüdischen Volksliedern. Älsdann folgte ,:oie Ansprache - des Vorsitzenden liedern. Alsdann folgte die Ansprache des Vorsitzenden, in der er auf die Bedeutung und die Entwicklung bes Vereins hinwies. Er sagte ü. a.: -„Der Verein' Polnisch- Jüdischer Studierender wirddurch die VerÜiirklichung seiner Ziele, besonders in der geistigen Entwicklung des polnischen -Judentums eiüe bedeutende Rolle in Zukunft auch eine neue Epoche durch die ilj >