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Der Israelit · 1929-09-12 · Heft 37 (12.9.1929) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 37 (12.9.1929)
Date
1929-09-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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12. 0ßptem6«T 1929 Der Israelit Nr. 37. Sette 7 Aon 'Cttauiiifcfyar Juden Amerikas hat mU den LÄtern der jüdischen kuAUMLen und sozialen JnMuEonen Litauens eine Berntung ab-gich-alten, in 'dieren Wsrfokg We Abordniu-NF die BskpWchtuns übernahm, -döe kitantschen Juden irr Amerika zu veranlassen, daß siL milheisM, We materielle Lage der litauischen Juden zu verbessern und die ösf>en>Wchen jüdischen! AnstaGen iltv Litauen zu erhaWen. Jnsbie sondere übernahm Ä Abardnung die DerpfOchtwrtijj, einen Fonds von 500.000 Dollar aufzub'rinGen, aus welchem langfristige Dar'Leheir zu ge-riingen Zinsen durch böe Voliksdanken an würtfchaM'ch schwache jüdische Existenzen gewährt werden sollen. Dve Abordnung setzte ihnen moraliüschen Ginfluh nach der Wchtung ein, daß der Bedrängung der jüdischen Institutionen, insbesondere der Schulien, durch die Staatsbehörden ein Ende gemacht werdE. Der Abordniung gehöre»:- Richter W>Wam Lewis. StaatsanwaG Sto-wn, L. Wckn>er u. a. m. an. Schweiz. Der Kongreß des internationalen Bundes akademischer Frauen und der Numerus clausus. Genf. 18. August. Aus dem in den letzten Tagen in Gens stattgesundenen Kongreß des Internationalen! Bundes akademischer Frauen, aus welchem 33 Länder durch 400 Delegierte ver!dreten waren, sprach Frau Rosa Ab erso n, GeneraEfekretärin des Jüdischen Frauenbundes, im Derlaufe der Debatte über den in manchen Ländlern bestehenden N u - merus clausus gegenüber der jüdischen Studentenschaft. durch welchen das« Pvoblem der arbeitslosen Intellektuellen eine Verschärfunig erfährt. Sie beantragte eine Resolution in dem Sinne. 1. daß die Staaten und Universitäten den Num-erus olausus, den sie für jüdische Studenten bereits eingeführt haben, wieder ausheben, 2, daß alle Männer und Frauen, die für die Interessen des Friedens und die Würde der Akademiker eintreten wollen, der antisemitischen Hetze der Studenlteni, die der» Numerus clausus in ihren Ländern gewaltsam einführen wollen, energisch Wid>erstandleisten. Diese Resolution wurde dem Rat des Internationalen Bund a ka demlscher,F rau en überreicht. Macdonalds Rede in der VölkerbundVersammlung. Genf, 5. Sept. Der Passus über Palästina in Macdonalds Gruse: Rede, die unseren Lesern aus der Tagespresse bereits bekannt ist, hatte folgenden Wortlaut: „Die Verwaltung eines Mandats legt dein betreffenden Staate eine internationale Verantwortung auf. Ich glaube im Sinne jedes Mitglieds des Völkerbundes zu sprechen, wenn ich alle die Opfer der letzten Ereignisse in Palästina bedaure und den Angehörigen dieser Opfer unsere Sympathie ausdrücke, sowie ihnen Unterstützung in der Zukunft zusichere. Unsere Pflicht wird es fein, in Palästina die Ordnung wieder herzustellen und ferner alle jene Umstände gu untersuchen, die zu solchen Ereignisse!: führen konnten, und ferner Vorkehrungen zu treffen, damit eine Wiederkehr ähnlicher Geschehnisse »»»»möglich gemacht wird. Die palästinensischen Ereignisse, sagte Ministerpräsident Macdonald weiter, sind nicht als ein Ausfluß des Rassenkonfliktes zu betrachten, nicht als ein Streit zwischen Mohammedanern und Juden, sondern einfach als ein Ausbruch »»iedriger Instinkte der Unordnung und der Ungesetzlichkeit. Leine Regierung aber wird es erla»»ben, daß Verbrechen und Mord trimnphieren. Ich bin sicher, daß die Führer der Moslemiten und der Juden mit mir einig find, daß diese Verbrechen eine scharfe Verurteilung erfahren müssen. Unsere erste Pflicht wird es sein, die Situation wieder in unsere Hand zu fiep kommen; unsere zweite Pflicht wird es sein, einen „dauernden Frieden in unserem Mandatsland zu schaffen". Das neue zionistische A. C. Zürich, 15. August. Das vom 16. Zionistenkongreß neu gewählte Aktions- Lomitee hat in Zürich feine erste konstituierende Sitzung abgehalten. Zum Präsidenten des A. C. wurde Leo M o tz k i n wiedergewählt. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt: Abg. G o l d b e r g - Newyork, (Allgemeine Zionistei»), Abg. F a r b st e i n - Warschau (Mi-rachi), Eliezer L a p l a n - Palästina (Hitachduth), Salman Rubas ch o w (Poale Zion), und Richard L i ch t h e i m - Berlin (Revisionist). Das A. E. wählte als Direktoren des Jüdischen- Na-llionalfonds Colonel Kisch, Hermann Struck und Adolf Böhm. Frankreich. 15.000 pfund für den PMstina-Hitfsfond in Paris» Paris, 5. Sept. Das in Paris gebildete Hilfskomitee für Palästina hat bereits eine Summe von 15 000 Pfund aufgebracht. Für Zwecke der Hilfe a!» die jüdischen Opfer in Palästina spendeten Baron Edmond de Rothschild 5000 Pfund, Robert de Rothschild 5000 Psund, Edouard de Rothschild 3000 Psund. England. Forderungen der Revisionisten. London, 4. Sept. Die Union der Revisionisten fordert die Einberufung eines außerordentlichen Zionistenkongresses, der spätestens im Dezember dieses Jahres zusammentreten soll. Die jetzige Zionistische Exekutive soll bis zum Znsammentreten dieses Longresses an der Macht bleiben und die Organisation leiten, die politischen Angelegenheiten der Organisation sollen aber nicht mehr von der Exekutive, sondern von einem zu bildenden Politischen Lomitee geleitet werden. Von der englischen Nation urrd der britischen Regierung wird gefordert: 1. Legalisierung des jüdischen Selbstschutzesin Palästina; 2. Schaffung militärischer jüdischer Einheiten im Nahmen der palästinensischen Garnison unter britischem Befehl U»»d aus Losten des Palästina-Budgets; 3. Auflösung des transjordanischen Grenzkorps; 4. Reorganisation der Polizei, wobei ausschließlich jüdische Abteilungen in jüdischen Orten ausgestellt werden müssen; 5. Entsendung einer Untersuchungskommrssion; 6. Bestrafung aller Beamten, die für das Unglück verantwortlich sind; 7. sofortige Suspension von Beamten, wenn dies der Loinmission als erforderlich erscheint; 8. Wiederherstellung des zerstörten jüdischen Eigentums und vollständige E»»tschädigl»ng; 9. endgültige Anerkennung der Llagemauer und des sie umgebenden Gebietes auf der Westseite als eines Ortes der jüdischen Religionsübung; 10. Veröffentlichung einer entschiedenen Erklärung der britischen Regierung, wonach die Verwaltung Palästinas aktiv an-der Schaffung des jüdischen Nationalheinis mitzuwirken hat; 11. Annullierung des Ehurchill-Samuel-Weißbuches vom Jahre 1922; 12. Einführung des Prinzips der Freiheit der jüdischen Einwanderung; 13. Schaffung eines Palestine Civil Service zwecks besonderer Vorbildung von Beamten für die Mitwirkung der Regierung am zionistischen Aufbauwerk. In der von der Union der Revisionisten der Exekutives der Zionistischen Organisalion unterbreiteten Forderungen wird auch die Vertretung des Postulates der Oeffnung' Transjordaniens für jüdische Einwanderung verlangt. Rußland. Verbraucher-Streik als Protest gegen Schächtverbot. Moskau, 6. Sept. Sämtliche jüdischen Einwohner des Städtchens Rosfowitschi (Lreis Hömel) traten in den Verbraucher-Streik sin, weil der Stadtsowjet das Schächten von Vieh und den Verkauf von Lofchersieisch verboten hat. Die Judenschaft der Stadt tat ein Gelöbnis, so lange als das Schächtverbot besteht, sich des Fleischgenusses zu enthalten. — Die jüdische Einwohnerschaft des Städtchens Tvlolfchin (Lreis Minsk) verharrte einen Monat lang i»n Verbrancherstreik; sie enthielt sich vollkommen des Genusses von Fleisch, bis die Sowjetregierung in Minsk eingriff und das Schächten wieder erlaubte. Weitere acht Synagogen in Arbeiterklubs umgewandelt. Moskau, 6. Sept. Das Zentrai-rekutivkomitee der ukrainischen Sowjetregierung hat beschlossen, das große Beth Midrasch in Poltawa, die Stadtsynagoge in Rokitno, die alte Synagoge in Lorsun, die alte Synagoge in Lonopot und die Stadtsynagogen in Lisbar, Januschpol, Sinkow und Uzschursk in Arbeitersbs umzuwandeln. In Charkow zogen 3000 jüdische Arbeite mit Musik und roten Fahnen in die sogenannte „P oorische Synagoge" ein, die in einen Llub umgewandel wurde. Prorestkundgebung in Moskau. M o 3 k a u , 4. Sept. Tausende jüdische und nichtjüdische Arbeiter und Studenten versammelten sich auf Einladung der Sektion für nationale Minderheiten im Unioersitätsgebäude von Moskaus um gegen die Masiacres gegen die Juden in Palästina zu proiesiieren. Dabei wurden Reden gegen die Zionisten als den „Handlangern des englischen Jmperialisnlus" gehalten. Die Lage in Palästina. Die uns aus Palästina zugehenden Berichte von Freunden sprechen sämtlich mit Erbitterung von der passiven Haltung der englischen Regierungsbeaniten und Polizisten. Uebereinstimmend wird der Meinung Ausdruck verliehe»», daß es bei einer wohlwollenderen und festeren Haltung niemals zu den Ausschreitungen gekommen wäre; in jedein Falle hätten die Polizisten die Macht gehabt, die Unruhen schneller zu »»nierdrückeu. Der Ruin von Safed. I e r u s a l e in , 6. Sept. Dr. Paski, der das medizinische Hilfswerk in Safed leitet, teilt mit, daß der Ruin der jüdischen Gemeinde von Safed unbeschreiblich sei. Die Brände sind noch nicht alle gelöscht. Starker Verwesungsgeruch aus den niedergebrannten und zerstörte»» Häusern läßt darauf schließen» daß noch mehrere Tote unter den Trümmern liegen. Eine Frau wurde, an ein Fenstergittec gebunden, verbrannt aufgefunden. Die Behörden von Hebron haben verboten, die Verstümmelten und Getöteten zu photographieren. Die Zusammensetzung der britischen Palästina- Kommission. L o n do >», 6. Sept. Wie „Dailp Chronicle" erfährt, wird die in den» Statement des Lolonialaintes angekündigte britische Uu- 1ersuchungsko»nmifsion für Palästina außer aus dein Oberrichter Sir Walter Shaw, noch a»»s dem Unterhausinitglied Sir Robert Hamilton von der liberalen Partei, dem Unterhausmitglied Major I. W. Hills von der konservativen Partei u»»d aus einen» noch nicht nainhaft gemachten parlamentarischen Vertreter der Arbeiterpartei sich zusammensetzen. Die arabische Exekutive tagt. Jerusalem, 6. Sept. Die Exekutive des 7. Palästinensisch-Arabischen Longresses hielt heute eine Sitzung ab, der 40 Mitglieder der Exekutive beiwohnten. Musa Lasiin Pascha, der Präsident des Longresses und der Exekutive, hielt eine Ansprache, in der er erklärte, er halte die Zeit für gekommen, daß die Araber Palästinas zu politischem wie strategischem Handeln übergehen. Die Verhandlung nahm auf Vorschlag M»»sa Lasinis den Beschluß an, eine Abordnung der palästinensischen Araber nach London zu entse»»den. Eine Abordnung der Exekutive soll sich zum High Commissioner Sir Robert Chancellor begeben und von ihm die Zurückziehung seiner Proklamation forder»». Jüdische Kolonisten kehren in die früher geräumten Kolonien zurück. London, 7. Sept. Das Lolonialamt teilt mit: Am Freitag, den 6. Sept., herrschte in Palästina in allen Distrikten Ruhe. Unsere Streitkräfte betätigten sich stark in der Suche nach verborgenen Waffen. In den Distrikten Safed u»»d Haifa wurden verdächtige Personen verhaftet. Die früher geräumten jüdische»» Lolonien werden nun wieder von den Lolonisten besetzt. (ITA.) Die Lage bis zum 4. September. London, 5. Sept. Das britische Lolonialamt gibt die folgende Mitteilung über die Lage in Palästina heraus: Im Verlauf des Dienstag herrschte in Palästina im Allgemeinen Ruhe, nur iin Norden fanden lokale Zwischenfälle statt. Ein Angriff von Arabern aus die Polizeibaracken in Chittin, einer jüdischen Lolonie acht Meilen westlich Tiberias, wilrde erfolgreich zurückgefchlagen. Ein leichteres Gefecht fand in der Nähe der Lolonie Jesod Hamaalah nördlich des Tiberias-Sees statt, wobei einige Araber festgenommen wurden. Bei diesen Gefechten hatten die britischen Truppe»» keine Verluste.

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