Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1929)
- Date
- 1929-08-29
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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^t j ^ii3.öC 1* J.^ * r-'.tr» •. 29. August 1929 lösen können, die die Zeit und ihre vielgestalteten Verhältnisse ihr stellen? Die Augen der Welt sind aus Wien gerichtet, aber mehr noch, und was viel, viel schwerer wiegt: Gottes Auge ruht auf der Kenessto Gedaulo! Werden wir am Schabbos nach der K. G. in ruhiger Gewißheit oder in ängstlicher Verzagtheit das Wort ^vernehmen und sprechen: „Schaue herab von der Stätte Deiner Heiligkeit, vom Himmel, und' segne Dein Volk — es ist Israel — und das Land, das Du uns gegeben!" Werden wir auf der K. ■ G. unfern Charakter als Volk, das Israel heißt und Israel ist, bewährt haben, das Land begriffen haben als das unseren Vätern einst zugeschworene und aus solchem Begreifen unsere Beziehung zu ihm und den Bestrebungen, die zu seiner wirtlichen oder vermeintlichen Wohlfahrt ausgehen,, geregelt haben? In uns ist ein großes Jubeln, aber auch Beben ist darin! 2. Wir haben in der letzten Nummer der „Blätter" die Tagesordnung der K. G. veröffentlicht. Sie gibt jedem Kenntnis von der Vielfalt der Dinge, die A. I. in den Bereich ihrer Arbeiten und Erwägungen zieht. Und doch steht jeder hinter der Vielfalt die Einheitlichkeit und Einheit! Dies ist der große, tragende Gedanke der Agudas Jisroel: das Volk der Juden als jüdisch e s V o l k zusammenzufasfen, daß es als s o lches seine Aufgaben erkenne und löse! Als jüdisches Volk, das sich in Liebe verbunden weiß mit Palästina als dem jüdischen Land, das dieses Landes Aufbau erleben möchte als jüdisches Geschehen,. Das Volk der Juden als jüdisches Volk und die Aufgaben der Juden als jüdische Aufgaben Dies ist der Sinn der A. I. und ihre Bedeutung. Und wir möchten es in dieser Stunde wiederum aussprechen: So froh und glücklich wir sind, wenn es der K. G. gelingt, große Aufgaben großzügig zu lösen, froher und' glücklicher wären wir, wenn es ihr gelänge, der Welt, Juden wie Nichtjuden, von diesem letzten und höchsten Zweck der A. I. weithinhallende Kunde zu geben. Aufgaben erstehen aus der Zeit und ihre Lösungen sind auch an die Zeit mit ihren Wandlungen gebunden: das Bekenntnis fließt aus der Ewigkeit, kämpft gar vielleicht gegen Sprache und Geist der Zeit, und darum, dadurch vermag es feine Bekenner über die Zeiten zu tragen! Wird die K. G. die Kraft Haben, aller Welt die überzeitliche Botschaft dies Judentums eindringlich zu künden? Wir hoffen es. In uns ist ein großes Jubeln, aber auch Beben ist darin! 3. Wir kommen in Wien zusammen, aus vielen Ländern und Schichten, mehr oder minder berührt von der Umwelt, in der wir aufwuchsen. Der eine ist zuhause auch in den Hallen profaner Wissenschaft und bejaht deren Segen auch für die höchste Entfaltung der jüdischen Kräfte, der andere bekennt und erfüllt: Nur Thora! Die geographische Gliederung ist schon oft zum Kennzeichen der geistigen Richtungen gemacht worden,: Polen, Litauen, Ungarn, Deutschland! Jede Richtung hat ihr Besonderes, aber alle das große Gemeinsame: rrrmn nun Und um dieses großen Der Israelit — __SB i a i t < t Gemeinsamen willen haben eben die Menschen aller Richtungen sich finden wollen — und weil sie wollten, fanden sie sich! Vom „Gaon" zum „Vescht" führte keine Brücke— der wahrhafte Sohn des „Gaon", der heutige Wilnaer Gaon, präsidiert gemeinsam mit den größten Enkeln des „Vescht" unseren Rabbinischen Rat. Dies ist Beweis für den Segen der n-»mnn2die eben, hier wie dort, stark war. Dies ist Beweis, daß die Bindung von Menschen aneinander, auch wenn jeder ein besonderes Erbe hüten will, vielleicht schwer sein mag, aber immer möglich ist, wenn der eine beim andern die reine Gesinnung und die Gesinnung B'bip mh voraussetzt. Diese Bindung erfordert Rücksicht und Rücksicht ist da, wo es sich um geistige Dinge, um Traditionen handelt, nicht immer leicht. Aber diese Rücksicht muß gefordert werden, wenn es sich um das große Thoraganze handelt. Sie ist heute nötiger denn je, denn „es ist eine Zeit der Not für Jakob", furchtbarster Not der jüdischen Seele und des jüdischen Körpers. Wird dernnmn N2in Wien sich so stark erweisen, daß das Ganze, das nur durch ihn ganz wurde, ganz bleibt? In uns ist ein großes Jubeln, aber auch B-ebcn ist. darin,! 4. Lösung von Aufgaben, eindeutiges Bekenntnis, Zusammenschluß, die Seelen bindender Zusammenschluß aller Thoratreuen, — es sind große Hoffnungen, die wir an die 2. K. G. knüpfen. Aber über all dem steht doch noch ein heißerer Wunsch, eine größere Hoffnung: d a ß d e r Rabbinische Rat auf der K. G. und durch die K. G. zu jener Ma chtfü ll e gelange, die er braucht, um wirklich Weiser und Erzieher des Thoravolkes im Golus zu sein. Daß er zur Erfüllung des Prophetenwortes uns werde: möö nnriba mp «a» 7ir> uaa ms van i'7N' wia ^3 NX’ „Der Rabbinifche Rat, der schirmende Eckstein im Gebäude der A. I. Er, der verbindende Riegel, divergierende Meinungen ausgleichend und klärend. Sein Wort, seine Entscheidung, unsere Waffe im Kampf für. Gott und Sein Gesetz. Von ihm muß uns die Kraft kommen, alles dem Judentum Wesensfremde zu überwinden." Er muß unseren Rabbinern der Führer sein, daß dadurch — um Birnbaums schönes Wort zu Mieren — „sie zusammen ein geordnetes Heer von Glaubenshütern werden,, die die Heiligkeit mehren und für die Ehre der Lehre, ihrer Lehrer und Beobachter wirken!" Erfüllt sich unter göttlichem Beistand dieser Wunsch, diese Hoffnung, dann ist in uns ein Jubeln, das das Beben überwunden hat, dann ist in uns Freude, nur Freude und die n^m rrojD spricht, zur Vniip’ nojs geworden: 'na w’wN V’V W. S. I. Die kenessio Gedaulo und die Jugend. Von Jacob Landau in Frankfurt a. M. Nicht was die Jugend von der Keneffio Gedaulo, sondern was die Kenessio Gedaulo von der Jugend erhofft und erwartet, wollen wir im folgenden erörtern. Diese Frage erheischt eine klare Antwort, um so mehr als sie in der agudistifchen Presse noch keine Würdigung er- Nr. 17. S-eltie 3 fahren hat. Wir machen uns keiner Uebertreibung schuldig, wenn wir die Behauptung aufstellen, daß von der Beantwortung dieser scheinbar belanglosen Frage das Schicksal der Agudas Jisroel in hohem Maße abhängig ist. Es ist nicht wahr, daß die Agudas Jisroel augenblicklich sich in einer Krise befindet, wahr ist es vielmehr, daß sie aus der Krise, die ihr schon von Geburt anhaftet, noch nicht herausgekommen ist. Nur infolge dieser generellen Krise tauchen bei ihr von Zeit zu Zeit Krankheitssymptome auf, die wir vergebens zu überwinden suchen, solange wir nicht aus die eigentliche Krise zurückgreifen und sie radikal zu beseitigen uns anschicken. Schon um die Zeit ihrer Anfänge wurde die Agudas Jisroel, die nach historischer Weltgeltung strebte, in das Gezänk lokaler Gebundenheiten hineingezerrt, die ihr den Weg zur Geschichte versperrt haben. Als Organisation des Thoravolkes kann aber die Agudas Jisroel entweder geschichtlich oder — überhaupt nicht sein. Daß sie entgegen dem Willen ihrer Schöpfer am Lokalen haften geblieben ist, darin liegt ihre historische Unmöglichkeit, die die Agudas Jisroel naturnotwendig von Krise zu Krise treibt. Um diese historische Unmöglichkeit aus der Welt zu schaffen, ist es nötig, die Agudas Jisroel völlig umzugestalten zu einem mächtigen Faktor der thoratreuen jüdischen Nation. Es ist eine Aufgabe von einschneidender Bedeutung für die Zukunft der Agudas Jisroel, die zu lösen die junge Generation berufen ist. Dazu ist die ältere Generation, die sich bis zur Selbstentäußerung um das Werden dieser Aguda mühte, gar nicht in der Lage. Wer bei Gründung und Entstehung der Jisroel mitwirkte und das fast tragische Ringen ihres Werdens, das von unseligem, Leiden und Kämpfen, von Zank und Hader, von Mißgunst und Mißtrauen umbrandet war, mrtmachen mußte, ist von einer derart wachsamen Aengstlichkeit erfaßt, von >einer zitternden Liebe zum Gewordenen mit all feinen Neigungen zu Krisen erfüllt, daß er schon psychologisch nicht imstande ist, eine befreiende Tat zu vollbringen und die Aguda einer sicheren Zukunft entgegenzuführen. Allein die junge Generation, die mit dem Agudagedanken in seiner Reinheit groß geworden und frei von jedem Vorurteil und von jeder persönlichen Voreingenommenheit ist, besitzt die Kraft und die Fähigkeit, die Aguda aus dem parteiischen Rahmen herauszuheben und sie zur weltumfassenden Organisation des durch die Thora konstituierten jüdischen Volkes umzuformen. Es ist keine leichte Ausgabe, die Aguda über die lokalen Gebundenheiten hinweg in die geschichtlichen Notwendigkeiten einzugliedern, aber die sich Bahn brechende Erkenntnis, daß der Sache der Thora nur auf geschichtlichem Boden der jüdischen Nation ein Sieg beschieden ist, gemahnt die junge Generation der thoratreuen Judenheit an die heilige Pflicht, sich dieser historischen Aufgabe mit Einsatz all ihrer Kräfte zu widmen. Die Realisierbarkeit der Agudaidee in ihrer historischen Tragweite hängt von der lebendigen Tatkraft der Jugend ab. Die ältere Generation der Agudas Jisroel, die sich unschätzbare Verdienste für die Lebendigmachung des Klalgedankens innerhalb des gesetzestreuen Judentums erworben hat, bedarf zum weiteren Aufbau des thoratreuen jüdischen Volkes der Stoßkraft der GedenketdesKeren Hatorah Poslsclieck>Konlen: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland Hamburg Nr. 24753 (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt! a.M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a. M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren HatoraL-Kommiiiariat Köln Nr 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. 73 991 C. Salomon. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan M511er Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Base Keren Hatorab-Kenuustariat Karlsruhe Markus Stern Bankkonto Ignaz Ellern. 1: