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Der Israelit · 1929-07-09 · Heft 28 (9.7.1929) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 28 (9.7.1929)
Date
1929-07-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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-:y**w>75 11. J3iuP8 1929 wurde, weil Elia zu deu b'prni/v den in der erwähnten Är^ anetkannten Propheten gehörte. Mnn aljN — so muß in ünigekehrter Weise richtig gefolgert werden — selbst für vorübergehende Maßnahmen, de? Augenblicks nur so große und bewährte Männer eingesetzt werden visiften, um wieviel weniger dürfen Geringere in ihrer Zeit selbst nur für vorübergehende, geschweige denn für dauernde Wendungen und Äestderungen sich des Moments bemächtigen, und jüdische Schicksalsgestaltung wagen. Daß sie es nicht dürfen, weil sie es in Wirklichkeit auch gar nicht können, d. h. in der Art nicht können, daß es zum Heile des Judentums aüöschlägt, hat die jüdische Geschichte reichlich bewiesen. Me die Thora den wahren von dem falschen Propheten daran erkennen läßt, das des elfteren Voraussagen eintresfen, des letzteren nicht, so zeigt der Ausgang jedes schicksalsmähigen Unternehmens in Israel, ob es von vorherein, in seinen Prämissen, richtig und wahr gewesen ist oder falsch, iri^nri bv rprna isio „Das Ende zeugt für den Anfang". Noch fast in keinem Falle hat sich die Blickweite derwprnw in dem, was sie für den naiKni mn 'prp> den Bestand des Glaubens und des Volkstums, voraussahen und unternahmen, als verfehlt und wider den Geist des Judentums erwiesen und ebenso niemals als Irrtum, wenn sie an dieser oder jener Gestalt oder Bewegung Anstoß nahmen, ihr einen judentumswidrigen Ausgang voraussagten und ihr darum von vornherein eine Absage erteilten. Die Schlußentwicklung der . Dinge gab ihnen stets recht. Hingegen hat sich das angemaßte Vorsehung-Spielen der Unberufenen, auch der tüchtigsten und berechnendsten am Ende als Farce und Judentumse-ntstellung herausgestellt, wenn nicht gar als Katastrophe und Ruin erwiesen. Es fei nur z. B. an das Auftreten des Stifters erinnert, das sich in feinen Anfängen für viele als eine durchaus zeitangemesiene Judentums-Regenerierung gab, an die verschiedenen Messiasbewegungen, von dem genialen Bar-Kochba angefangen bis zu dem bestrickenden Schwärmer Säbbatai Zewj, David Molchd Und Reubeni u. a. m., an die Mendelssohttsche Zeit, die sich so ansprechend einführte, und an manche andere Bewegung und Zeitströmung, die sich m das jüdische Pertrauen hineinschmeichelte, aber in. der Fstilge die verheerendsten Wirkungen zeigte oder noch zeigen wird, da wir noch in der Entwicklung rnäncher davon stehey. Mit Fanfärentönen Haben jeweils zu den, erwähnten Zeltpunkten ksie Wortführer der Äiigenblickskurist den Änbruch des Morgenrots im Geschicke des Judentums verkündet. Wer wer hat du mit Adlerblick beit wahren! Sachverhalt erkannt, den kommenden schädigenden Ausgang vorausgeschüüt, die warnende Stimme erhoben und mit D e r I s r a e s i t Nr. 28. Seite 3 sicherer Kennerschaft den Finger aus das Abwegige gelegt, lange, ehe es den Klügsten und ft offenbar wurde? Die die Bewährten und Erprobten, die Träger der angeblich starren und bewegüngsärmen Tradition! Sie und nur sie haben sich als die wachsamen Wächter aus den Mauern Zions erwiesen und wie jene haben wiederum sie und nur sie nicht nur gewacht, sondern mit der einen Hand die Abwehr und mit der anderen die Mauerkelle geführt und ihrerseits das wahrhaft Erhaltende und Aufbauende des Judentums geschaffen. Mischna und Gemoro, Poskim und Meforschim, Rischaunim und Acharaunim, sie haben stets mit glücklichem Griff über die Gefahr der negierenden Zeiten hinweg, dem Judentume das historische Gefüge bewahrt, es vor Entstellungen behütet und die Linie des weiteren aufbauenden Weges unzweideutig und klar bezeichnet. Es ist hier nicht beabsichtigt, diese Beweisführung noch weiter fortzusetzen und etwa die Schicksalsmomente allesamt aufzuführen, die, von dieser Perspektive aus betrachtet, die Geistesgeschichte des Judentums aufweist. Wiewohl es reizvoll wäre, diese Linie durchwegs und erschöpfend am Geschehenskomplex des Judentums nachzuweifen. Allein das Resultat des bisher Erörterten möge genügen, um klar zu erkennen, daß nicht das gesetzestreue Judentum es ist, das der Vorwurf treffen kann, Schickfalsmomente zu verkennen und sich auf historische Gestattung nicht zu verstehen, sondern, daß im Gegenteil der Vorwurf auf jene zurückfällt, die kein Auge für die wahre geschichtliche Linie des Judentums haben und, an falschen Ideologien geschult, ohne Bedenken subjektive jüdische Geschichte machen und Schicksalsmomente präjudizieren, wo sie verfehlt sind. Vor allem aber mögen die gewonnenen Erkenntnisse unserer Betrachtung hinreichen, um sie prüfend auf. die Gegenwart und ihre Forderung zu übertragen. Fehlt es uns in der Gegenwart an gewichtigen Schickfalsmömenten? Nein! Aus dem jüdischen Lebensablauf unserer Tage taucht gar mancher schicksalsmäßige Moment auf, der dem Judentumsringen unserer Zeit blitzartige' Spuren weist und nach Gestaltung ruft. Fehlt es uns an Berufenen der Schicksalsmomente? Wiederum, nein! So sehr wir ein mm “imin verwaistes Geschlecht an Geistesgenien großen Formats sind, so gehen uns dennoch nicht die Träger und Verfechter b-er jüdischen Schicksalslinie ab, diempmi»- die, an unserer Zeit gemessen, nn5*ouns das sind, was Jephta und Samuel ihrer Zeit gewesen, BeruseM, Erprobte und Bewährte der jüdischen Schicksalsgestaltung, auf die der Schriftvers Anwendung . . und du kommst zu den Priestern, Die Mitglieder der Afjudah Jugendorganisation und Angestellten bund erhalten bei jedem Versicherungs - Abschluß wesentliche Vergünstigungen durch die lefrensverficherungsgefeBIfchaft PHÖNIX Viertgrößte Gesellschaft des Kontinents Versicherungsbest. 1,2 Milliarde GMk. H Mitarbeiter zu günstigsten Bedingungen u. zwar Gehalt, hohe Provision, Altersversorgung« gesucht Bewerbungen an Phönix, Berlin, Meinekestr. 10 den Leviten und zu dem Richter, der in jenen Tagen sein wird" (Deuter. 17, 9: 19, 17; 26, 3; Rosch-Haschana 25). Woran es uns aber fehlt, das ist, daß der Moment nicht zu seinem Berufenen und der Berufene nicht zu seinem Moment gelängt, nicht gelangen kann, weil sich zwischen beide ein dritter, an dem es uns ebenfalls nicht fehlt, drängt, einer, der das Zusammenwirken der wahren Faktoren echter jüdischer Schicksalsgestaltung hindert und aufhält — der Augenblicksblender, der geschichtsklitterer, der Experimentierer, der Politiker. Dieser hat heutzutage im Judentum weit über Gebühr das Heft in Händen, das ausschlaggebende Wort an sich gerissen und diktiert das Gebot der Stunde, auch auf Gebieten, die ihm wesensfremd sind und ihm unbetretbarer heiliger Boden sein müßten. Um nur einiges zu nennen, fo ist z. B. die akute Zeitfrage einer Zusammenfassung aller Gesetzestreuen zu einer stoßkräftigen, fMachtgebietenden Weltorganisation, wie sie die Widerparte der Orthodoxie längst besitzen, als das Auftreten eines Schicksalsmoments von grundlegender Tragweite anzusehen, gegenüber dem alle Probleme von untergeordneter Bedeutung sind. Es fehlt auch nicht cm! den Berufenen zur Erfassung und Gestaltung dieses geschichtlichen Augenblicks. In allen Gruppen der Gefetzestreuen, mögen sie über Einzelnes, Mt Recht oder Unrecht, noch fo verschieden deniken, fühlen recht viele der Einsichtigen, wie sehr die Stunde nach einem solchen Zusammenschluß —‘ weM auch nur auf den wichtigsten Gememfamkeiisgebieten — geradezu schreit. Sie wissen es genau, daß der Moment jetzt, wie vielleicht noch nie, für den Gedanken Kleines Feuilleton. Anekdoten aus der Zeit von Obost. Im litauischen Städtchen sag!man von einem fähigen Melamed, der die Worte des heiligen Textes schlecht übersetzt (verdeutscht): „Cr harget aweg den Taitsch„ (vernichtet die Verdeutschung, den Sinn). Das führte zu einen tragikomischen Zwischenfall. Spione belauschten diese Redensart und zerrten Mendel,'den Melamed, vor den Kommandanten, mit der Anschuldigung, er sei ein „Deutschenmörder". „Er harget den Taitfch". Die Zeugen wurden vernommen. Und es kostete schwere Mühe, bis mit Hilfe des Dolmetsch, der die Verhandlung „verdeutschte", dem Offiezier klar wurde, daß der Melamed zwar ein schlechter Lehrer, aber kein Deutschenfresser sei. Ein anderesmal wurde ein etwas robuster jüdischer Droschkenkutscher von einem Deutschen aügerempelt. Es kam zu. Beleidigungen, und der Deutsche forderte den Judentum' Duell. „Was ist das?" fragte der Jude. „Wir schießen uns Mit Pistolen". „Rein, ich habe es nicht gelernt mit Pistolen umzugehn". „Dann kreuzen wir die Klinge". „Auch das ist nicht mein Geschäfts „Na, dann einfach mit Stöcken". Der Paalagoloh war ehrverstandön. Kaum aber hatte er den Stock in der Hand, als er schon auf seinen Gegner einzuschlagen begann, daß diesem Sehen und Hören verging. „Das ist gegen die Regel", protestierte der Deutsche. „Nur gemach! „Regel" (Fuß) kommt auch noch daran. Zunächst einmal mag der Kopf daran glauben..."' Das 19. Jahrbuch der Jüdisch- Literarischen Gesellschaft. Es war der letzte Stein im Lebienswerke Jonas BonAs die Redaktion Aeses 19. Jahrbuches, und man steht, 'dev Rastlose hatte auch sn den letzten Jahren der Krankheit sich keine Schonung gegönnt. Freilich marschiert wieder ein großer Stab' bewährter Mitarbeit tev unter seiner Fahne, trat das Sammslbuch zu einem wertvollen Stück im wissenschaftlichen Regal wie iini der PMatbiblivHek zu gestalten. (Verlag I. Kausftnann-, gedruckt beit D. Draller, Frankfurt a. M.). An lebtender Stelle hat das Jahrbuch eine Biographie David Oppenhetms von S. H. Lieben. David Oppenheim itst den Lesern des bei uns erschitznenrn Romunes „FsuerAÄchen" Non S. SchachNowU iN den Ae Oppenheims GneinspieleN und der uns insbesondere hie Gestalt von Avon Oppenheim M FWLfurt -Äs 8Mnnpunkt seines Kreises zeigt, Äöhl Ekchmt. Um 17G, da dier TragioAe foea; Rabbi RastpU HMihen in mit ÄeM'-'ÄhiettMWve! ihr 'Widü 'W/'iWWE' Op/ penheiin OberrabbiNer von PiÄg/DWsr ÄiuMtz, Me Biographie und Mbliogräphie zugleich, Ae sich auf 38 Seiten lerstWktz «vviW,-uns -.GmtAM -in ' MWe LeWt WM. wie in das jüdische Geistesleben' um 1700 Merhaupb - - ' Lehrrmh stn!^ Ae Dokumente Mch? den MH i schien I ugen dumterrich>t in^'Pe)r l4n> wahrend des 18. Jahrhunderts von Moritz Stern. Lazjarus V>sn David, später Direktor -siWr jüdischen' Fveischul«. aber in der Jugend selbst noch Zöglinge des darnaligen Berliner Cheüer, stellt 'im ganzen dem Lehrgefchick der damaligen Mebamdim ein gutes Zeugnis aus. Ihm gibt in der' Hauptsache Stern das Wort. Andere wertvolle Dokumente vervollständigen^ das KulturbW. Geschichte -der Judenin Salzburg ist em Kch>W, mit dem Oberrabbmer Alt man n in- Trier schon vielfach Äe jüdische GesckMhtsrvkfsenschaft berei'chert hat- Per in diesem Bande veröffenklichte Artikel schließt sich den - Är' E frichenen Jahrgängen ha-mrMsch an. Das Problem Kol Nidr-e behandelt mit der Hm eigenen GründKchk-eit und Sachkenntnis S. Krauß, Wien. Nöües Material, so sagt der Bersasser gleich zu Anfang, kann hier nicht beigebracht werden. Es handelt sich in diesem Auffatze nur darum, Ae vorhandenen Berichte unter neue Gesichtspunkte zu stellen'. Ein großes Verzeichnis von heiligen Märtyrern aus den Wiener Verfolgungen von 1421 veröffentlicht Rabbiner 2); H. Flosch nach dem P-oh-rlltz-er Mdmorb uch. - ' Schon im Jahrbuch 9 und 13schrieb NaHbinw Leopold Fische r :"üMr U^rkÄndien-'3n der in diesem Bande veröffentlichten Fortsetzung rverden behandelt: „Grenzbeslimmuny in 'den Kaufverträgen", „Die Klausel, -der HafDarkett", „Die Einwilligung der Kontrahenten" Änd dKbN mehr für Freunde wissetzschast- Üchen Lernens und 'Än>"-Wsten-^ WWchen--Mksd«»'' d>K HaLachÄG)-^^ '' -cv. M. Moses, Men, fÜHvt mN >dW „JnschrWeyi Md UrMöden ' aus den förtz'^ Wachste4-n verdsseNUM ^MnWMerkMgen zü^ vtzr- HW i?W ' 1 ifr'-K ip.n.s. Üll ■! iii :? . •ik'S : fj-r 1 i V rvt:;j I. ifl

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