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Der Israelit · 1929-06-20 · Heft 25 (20.6.1929) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 25 (20.6.1929)
Date
1929-06-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 . Nr. 25 Der Israelit 20. Juni 1929 Eeil 95 Hasengassc AlfeUhren u.Schmuck weiden umgetauscht oder umgearbeifeF. Whren nurbe/ anstalten' diese Einheit des Sollens zürn Ausdruck zu bringen. Erleichtert wird uns dieser Wille dadurch, daß die große Mehrzahl der höheren jüdischen.Schulen Deutschlands im gesetzestreuen Sinne geleitet wird. Unsere Schulen sind noch vielfach ganz ungerechtfertigter und ungerechter Behandlung von Seiten gewisser Behörden ausgefetzt. Die finanzielle Krisis droht uns die wichtigsten Ansätze zu modernem Auf- und Ausbau zu vernichten. Tüchtige Schulmänner, langjährige Erfahrungen, bleiben für die Entwicklung des jüdischen Schulwesens in Deutschland ungenutzt, weil unter den einzelnen Anstalten viel zu wenig Verbindung besteht. Wann werden wir die gebieterische Notwendigkeit einsehen, uns zu einem Bund jüdischer höherer Schulen Deutschlands zusammenzuschließen? Horrespondeiszen « flscblichte«. Deutsches Reich. Aus der Berliner jüdischen Gemeinde. - Berlin, 13. Juni. ■ In der Sitzungbet Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde machte bei der Beratung des Etats der Vorstand die- Mitteilung, daß er beschlossen habe, zwei Vertreter, und zwar die Herren Kommerzienrai B. Simon und Direktor Wilhelm Kleemann, in das Jnitativkommitee der I e w i s h A.g enc y für Deutschland zu entsenden. Der Vorstandsvertreler erllärte dabei, daß der Beschluß einer Genehmigung der Repräsentanten nicht bedürfe, er sei der Versammlung nur mitgeteilt. Donseilen der Liberalen erhob sich scharfer Protest, der weiter dazu führte, Jmfe sie in corpore den Saal verließen. Es wurde dann die Beratung des Etats fortgesetzt. Mehrere Posten wurden genehmigt. Das Kapitel „Unterricht" schließt mit dem Betrag von M. 1. 394.020.— ab. Die Stadt gibt einen Zuschuß von M. 67.000.—, was Prof. Türk mit Rücksicht auf die Schullasten, die die Gemeinde der Stadt abnimmt, für sehr gering erachtet. Das Krankenhalts' erfordert im Budget M. 210.000.— Das Programm des Jüdischen Ariedensbundes. Berlin, 31. Mail. Auf Einladung des Herrn - Rabbiners Dr. Baeck-, Dr. Bleichrode, Dr. Hildesheimer, Dr. Warschauer, Dr. Weiße, Kammergerichtsrat Wolfs, Vorsitzender des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Dir. Kares'kl, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlin, Kommerzien-rak Gerson Simon, Dir. Dr. h. c. W. K'leemvnn, Alois A. F. Marcus, Oscar Heimann und -anderer namhafter Mitglieder der Jüdischen! Gemeinde Berlin fand vor einigst Zeit unter dem Vorfitz von Herrn Dir. Oscar Wassermann die konstituiere ude Versammlung' des „ I üd i f ch e n F r i e d e n s b »' n d e s " ftiaiM;. Wie aus den einleitenden Ansprachendes Vorsitzenden', der Herren Rabbiner Dr. Baeck und Prof. Einstein, sowie aus dem Referat des Herrn! Dr. NoM he-rvo-r- Amg, ist die Gründungder neuien Vereinigung auf die Anregung desevangelischen „Weltbundes für iNternatianale Freundschaftsarbeit der Kirchen" und des „Fr-iedensbundes Deutscher Katholiken" zurückzuführen, die die Bildung einer „Interkonfessionellen^ Arbeitsgemeinschaft' für den Frieden" unter entsprechender Mitw.rrkuug jüdischer Kreise vorbereÄen. An der Spitze des ,>WMbundes" stehen der Erzbischof von! Canterbury-, Erzbischof Sfoederblom von Upsala, in Deutschland Reichsgerichts- Präsident a. D. Dr. Simons, Konfistonrakrat Du. Schreiber, Dr. theob. h. c. Spiiecker und viele führende Thevlogen. Die, Arbeitsgemeinschaft, in deren Rahmender Jüdische Frtebensbustd sich «ingiefügt hach, schließt poMsche und wirtschaftliche Momente grundsätzlich! aus. Sie widmet sich der „Pflege der FriiedDiSidee als relitzjiös'-sittlichen- Gebotes" und der „Sch^fung -einer FrileÄensatmofphäre innerhalb der weitesten Dol/skreise, als zuvestlässtgster Grundlage der ErhaKung >des Wiedens": Sie will „denäußeren Frieden auE-d>em Wöge des inneren Friedm-s zwischen' den Bekenntnissen' und Ständen,, anstreben. Zu diesem Zweck sollen in möglichst vielen Zentren Deutschlands Fri-edensgruppen unter der Aegide der -evangelischen-, katholischen und jüdischen' -Geistlichkeit organisiert werden». Der MMonen-Etat der Berliner Jüdischen Gemeinde. Berk4n, 9. Juni». In der Sitzung der Repräsentanten,oerfammlun-g wurde der Ausschußbericht verlesen, in, dem die Einnahmen und Ausgaben mi-t 11.026.000 NM. b-alan-zieren, rund -einer Million» Mark mehr als im Etat von 1928. Der Gemeindevorsitzende- Kare sk-i betont, im Berichte die positiven Leistungen der Gemeinde, die sich vornehmlich in den neuen Bauten und' Einrichtungen! verschiedener Art zeigen. Motto sei: Bet aller Sparsamkeit fruchtbare AufbauMb/eW In der Generaldebatte -betont Dr. Klee, daß die Gemeinde nur lebendiges Glied der großen Gemeinschaft sei, unter welchem Gesichtspunkte sie alle -ihre Maßnahm-eu zu treffen habe. Professor Türk findet die Formulierung Klees stark zugefpitzt und nicht dazu ange-- tan, auf die nichtjüdische Umwelt günstigeinzuwirken. Dr. Kollenscher lobt die Volksfchulgründ u n-g e n. Rabb. Dr. Weißek-o-nstaDsrt einen Willen zu gemeinsamer Arbeit und zur Umgehung vermeidlicher Konflikte. Moritz A. L o e b wünscht die Drucklegung des Etats und vertritt ferner »die Aüffasiung, daß eine jüdische Schule genau so viel allgemeines Kulturgut vermittelt, wie andere Schulen. Ministerialrat Goslar wünscht, daß die Gemeindearbeit auch gegenden Antisemitismus einsetzte. Es fei für eine Vetebung des Sa»bbatgedankens zu sorgen. Wald mann von der DoCspartei setzt sich mit der liberalen Ideologie au'SÄnander und Ehrenre ch von der liberalen Partei polemisiert gegen das Bestreben, die Gemeinde für den- Palästinaaufba-u zu interessieren'. Damit schließt die Etatdebatte. Der Welkverband der Schomre Schabbos. Berlin, 15. Juni. lieber die Aufgaben des Verbandes teilt er in einem Communique u. a. folgendes mit: Er will allen jüdischen Kreisen die Froderung der Sabbathruhe als Grundidee jüdischer Lehre und jüdischen Lebens ins Gedächtnis zurückrufen. Der Sabbalh soll-wieder lebensgestaltend werken und seinen Trägern den urjüdischen Idealismus wiedergeben, der befähigt, der ganzen Menschheit den Weg. zu reiner Sittlichkeit und wahrem Menschentum zu zeigen. Die Schornre-Schabbos-Vereine aller Länder und gleichgerichtete Vereinigungen sollen zusammengefaßt werden. Die Gesetzgebung 8er Länder, soweit sie sich auf Arbeitsruhe (Sonntagsruhe, Arbeitszeit, Angestelltenschutz, Lohnzahlung etc.) bezieht, soll dahin beeinflußt werden, daß sabbathtreue Beamte angestellt werden, die Sonntagsdienst verrichten. Der Verband will selbständige, sabbathhaltende Eriitcnjen stützen und Schomre Schabbos zu Eristenezn verhelfen, ebenso Betriebe, die am Sabbath arbeiten, beeinflussen, einen Prozentsatz sabbathtreuer Angestellter und Arbeiter zu beschäftigen, eventuell bei verlängerter täglicher Arbeitszeit. Es sollen Kreditinstitute zur Förderung von Schomre- Schabbos auf streng kaufmännischer Grundlage geschaffen werden. Revision der Verfassung des Preußischen Landesverbandes. Berlin, 17.' Juni. Am 9. Juni tagte zu Berlin unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Jsmar Freundder Rechtsausschuß des- Preuzischen Landesuerbandes jüdischer Gemeinden'. Dieser Sitzung kommt dadurch ein« besondere Bedeutung zu, daß sie sich mit -einer Generalvevision der, Verfassung des Landesverbandes beschäMt hcvl uM» die gefaßten, Beschlüsse — wenn ihnen- Verbandstag! und Rat beiteeten — die Struktur des Landesverbandes wesentlich verändern dürften. Die Beschlüsse beziehen sich insbesondere auf -die Zusammensetzung der bei'den Hauptkörperschaften des Landesverbandes, den Berb-andstag (Parlament) and den Rat (Exekutive). Während bishera-uf 3000 Seelen ein Abgeordneter zu-m Berbandstag entfiel, soll in Zukunft -ieEst aus je 4000 SeWn >Än> Mäirrdak k-ömnteh-. Dadurch würde sich die Zahl 'der Abgeordn»etön um etwa 25—30 verringern. Auch der Rat soll »sine Einschränkung seiner Mitglied-erzahl erfahre^ und zwar dadurch, daß statt 6 Vertreter -des RabAnerstandes nur 2 und statt 2 Vertreter der Lehrerschaftnur -emer d»em- Rate anigehören sollen. Zur Erhöhunig der ftnanztellen- Leistungsfäh-ig!ke»i-t des Landesverbandes wurde b-efchloffeni, m der Verfassung die Möglichkeit für eine Jndivldnalbesteuerung! vorzusehen, wie sie anderwärts beispielsweise in» Bayern längst eing-eführt -ist. Don dt-eser Mögltchkeit soll jedoch so lange kein Gebrauch gemacht werden, als das neue Juden-gefetz nicht genehmig,t ist. Rach Durchberatungder Verfassung war die Herausgabe eines Steuernormativs für die Synag-ogen-gemeinden Gegenstand -eingehender Aussprache. Dieses- Steuernormativ hat den- Zweck, den Gemeindeni eine Handhabe zur Modernisierung ihres Ste-uerwefens zu geben. Es lehnt sich an» die neuen Kirchen st en e-rgiesetze für die -evangelischle und katholische Kirche an», indem es neben der Reichseinkommensteuer auch die R-eichsvermö- -genssteuer zum Maßstab der Kultussteuernmacht, geht aber in wich-tigen Punkten darübre hinaus-, -ndem es zum ersten Mal d'en Versuch macht,, die steuerlichen- Ungevechtigkeitenzu beseitigen, die sich aus» der b-isheri»g>en Steuerg-efetzgebung in Bezug auf Familienaktienigesellschaften, G. m. b. H.'s u-fw. er-g-eb-enhaben. Es kann damit gerechnet werden, »daß di-e Erfahrungen, die mit diesen Neuregelungen gemachtwerden', maßgebend sein werden auch für die Gestaltung des Ste-uerw-efenSder Kirchien-.-'Reben diesen Fragen sind die Regelungen von besonderem Interesse, die.sich beziehen auf Personen, die in- Mischehe leben, und die >einen doppelten Wohnsitz hab»env Wegen genereller Genehmigu'n-g des SteuernD-rmali-os soll - demnächst mit dem Kultusministerium verhandelt werden. Neben diesenbeiden umfangreich-en- und komplizierten Materien-, deren Beratung sich bis in die Abendstunden -ausdehntze, tonntennur noch zwei Punkte der Tagesordnungerledigt werden. Einmal -die Frage des strafgefchbichen Schutzes g-egen Störung, von- Gottesdiensten. Der Rech-tsausschuß machte sich dahin schlüssig', daß von Fall zu Fall entschiedenwierdien muß, ob vondenei-n-- schläg'ig'en V-esti-mmungendes St. G. B. Gebrauch gemacht werden kann». Wenndie Gemeinden es für notwendig ha'lten, können sie- -in ihre Statuten eine Bestimmung aufnehmen, wonach ein GemeindemiWied, das den Gottesdienst empfindlichftört, von diesem ausgeschlossen werden kann. — Sodann wurde eingehend über die verschiedenen Möglichkeiben zum Schutze des Wortes Kocher beraten. Zu erster Beschlußfassung kam es nicht. Die Angelegenheit wird vielmehr ihrer grundsätzlichen Bedeutung wegenweiter geklärt werden und den-Rechtsau'Sschuß noch einmal beschäftigen müssen. Vereinigung jüdischer Akademiker. Düsseldorf, 7. Juni. Schon feit einiger Zeit befaßten, sich Düsseldorfer Vundesb-rüder Mit dem Gedanken, -öiNen' fog. V. I. A- S t a m m t if ch -ins Leben zu -rufen-. Da gemäß Bundes-- tatutendie V o rausfetzungeuhierzu gegeben waren, konnte nun zur Verwirklichung geschritten -werden. Zur Gründungs-Sitzung waren auch eine Angichk auswärtiger Bundesbrüdisr erschienen. Bundesbruder Dr. Felix Wertheimer-Düsseldorf begrüßte die: Erschienenen Wochenkalender. v.,22. - 29. Juni 1929 / v. 14. - 21. Etwan 5689 Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch- Donnerstag Freitag Samstag 22 14 'a '8 p-is 23 15 24 16 :-v- 25 17 Tun 26 yro 18, 27 19 28 20 29 21 'i 's p*ib intenx

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