Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1929)
- Date
- 1929-06-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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'6. Junr 1929 Der Israelit Nr. 23 Seite 3 Jöjjfc Mtim PLenvvnide Äer> r>u'fsHch>sn> ^udl«chM machen m«^riW uM mvrWW One PeriÄde äUlhovstor BetzrBrkun«g durch; em Regiime -bfes Dsrvors urtib Äss Willens röirfet in den SowjeMnÄe-rn igiegiew diös tzeibrÄffche Spvachie, die hebräische Kultuir, die jüWche RMWon Mid die zivmMche BewWUW. Wenn sich iröe WeLtjuLiorchM nicht rechtzeitig zu>r Rett-unig der .WjMm- Brüder Mfraifft, kaiW es M'spät Werden, Md Mr nie miied'sr g>uit zu machendes und nie zu uerzeihendes Bsvbriechen werde an dem russischen' Juiderttunr degWNAen sem. Die jüWche rssenÄichr Me>inun>g 4st durch '.nnzMoeffende BsrÄchie Mg>elullt chordM, Hi>e jMfche Pvefte' vavmielidst as, -diewirkliche Lxrg>e in Rutzllmd so dairznsteillien, totite sie wirKch ist. Nun ist die Zeit igsbommein, wo biie jüdische Presse endlich ihre Pflicht tarn und gagm die despotische Vernichtung von Millionen von Juden in RuWand laui vernehmlich Protest erheben müsse." Es freut uns, daß auch von Aefer Seite die Notwendigkeit eirves Protestes erkannE wird, den wir schon fett- Jahr und Tag in eindringlichster Weise erheben. Aber ein ärgeres bedrückt uns: In Nr. 27 des Jerusalemer zionistisch-misrachistischen „Hcrthor" lesen wir: In einer Generalkonsereng der palästinensischen Schriftsteller zur Beratung über Förderung und Verbreitu n g d e s h e b r ä i s chenBuches stand Herr B., einer öcr Hauptleiter im Lehrerkollegium des Gymnasiums, auf und sagte wörtlich: „So wisset denn, Rabotcvi>, 'daß Wir Äiiö Mischen Lehrer in Erez Israel, imsdefiondeve 'in dem von uns g,elsitei-en Institut, -auf der Wacht Meilb»en und Hand in Hand mit der jungen Generation mißt ailier Kra>ft bemüht sind, unse-r« lliiLullfchen Schriften ihrer Heiligkeit zn entkleiden. Sie dürfen nicht in den AuWn unserer Schüler von irgend einem hMtzen Schisier lumstoirt sein, fondem smd genau wie jede andere profane Movadur anzusthen-. Unser Jesajas z. B. Hai bei uns nicht die Gestatt eines heiligen Prophelden, sondern eines 'großen' SchviPstellers von der Art eines Shakespeares ufw. Cs kann der neum Mischen Literatur' nicht -eher gehokfenwerden, als bis sich unsere Generation dieser neuen Methode erschließt." Chajün Nachman BialK und' fein Kreis haben nicht protestiert ... lich ruhen, dürfen Angestellte jüdischen Glaubens an Sonn- und Feiertagen bis Zur Dauer von fünf Stunden mit der Maßgabe beschäftigt werden, daß die Geschäftsräume für den allgemeinen Verkehr geschloffen bleiben. Die Sonntagsruhe und die gefetzeskreuen Handlungsgehilfen. Der Angestellten-Bund „Agudas Jisroel" hat an den Sozialpolitischen Ausschuß des Deutschen Reichstags folgende Eingabe gerichtet: „Der Unterzeichnete Angestellten-Bund „Agudas Jisroel" mit dem Sitze in Frankfurt a. M. gestattet sich hierdurch dem Sozialpolitischen Ausschuß folgenden Antrag zu unterbreiten: Der Reichstag beliebe in dem zur Zeit zur Beratung stehenden Entwurf eines Arbeitsschutzgesetzes, der u. a. die BestimmungM' über die Sonntagsruhe neu' regelt, eine dem Sinne nach wie folgt lautende Bestimmung aufzunehmen: In den Betrieben des Han'delsgewerbes, die am Sabbat und jüdischen Feiertagen gänz- Zur Begründung unseres Antrages diene: Unser Bund hat u. a. den Zweck, die den Sabat beobachtenden religionstreuM Handlungsgehilfen gegen die durch die Wahrung des Sabbats verschärfte Gefahr der Erwerbslosigkeit zu schützen. Unser Bund betreibt eine Stellenvermittlung, die sowohl den Mitgliedern, als auch den sonstigen religiösen Gesinnungsgenossen ihre Dienste unentgeltlich zur Verfügung stellt. Schon die Tatsache der Gründung und des Bestehens unseres Bundes beweist, daß diejenigen Arbeitnehmer, die fest und treu zu der Religion ihrer Väter stehen und die darum an der religionsgesetzlich vorgeschriebenen Sabbatruhe unjentwegt sesthalten, ihre religiöse Treue mit schweren materiellen Opfern zu erkaufen haben. Eine ganze Zahl wirtschaftlicher und kultureller Ursachen, nicht zum wenigsten aber die in den letzten Jahrzehnten sich immer mehr verschärfende Sonntagsgesetzgebung hat die Zahl der am Sabbat geschlossen haltenden Geschäfte im Deutschen Reiche gegen früher verringert, die wirtschaftliche Expansionskraft aber der geschlossen gebliebenen Betriebe eingeengt und damit die Auswahl von Brotstellen für uns Arbeitnehmer aufs empfindlichste reduziert. Der Notstand, in den die meist aus kleinbürgerlichen Kreisen stammenden religiös gesinnten jüdischen Handlungsgehilfen sich infolgedessen versetzt sehen«, tritt nach mehrfacher Richtung zutage. Vonvornherein schon fällt es außerordentlich schwer, Lehrstellen ausfindig zu machen, in denen für eine gediegene kaufmännische Ausbildung gesorgt wird. Ein großer Teil der Sabbat geschlossenen Geschäfte befindet sich auf dem flachen Lande, wo die Arbeitgeber naturgemäß oft auch nicht auf der Höhe kaufmännischer Bildung stehen, und wo die Lehrlinge nicht systematisch ausgebildet werden können. In der Stadt aber findet von Jahr zu Jahr ein wahrer Wettlauf bei Schulschluß um die für die fabbattreuen jungen Leute in Betracht kommenden Lehrstellen statt, und es wird dadurch die Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses außerordentlich erschwert. Je geringer die Zahl der am Sabbat geschlossen haltenden Geschäfte ist, im Verhältnis zu der Gesamtzahl der kaufmännischen Betriebe, Die Mitglieder der Agudah Jugendorganisation und Angestellten bund erhalten, bei jedem Versicherungs - Abschluß wesentliche Vergünstigungen durch die lebensverficherungsgefellfchaft hier eigens heroorhebt, es möge der Leoite, der Fremdling, die Waise und Witwe sich mit uns treuen. (3. B. M. 16). Geadelt und veredelt wird unsere Festesfreude erst, wenn von ihr ein Abglanz auch auf die mit Glücksgütern weniger Bedachten fällt. P In verschiedenen heiligen Büchern wird betont, daß man gerade am Offenbarungsseste die nmn .YTmn besonders freudig zu sprechen habe, ebenso das N/2V11 im Abendgebet. Der Gedanke an die Gesetzgebung auf dem Berge Sinai führt ungezwungen zum Syinchas-Thoraseste hin und zur Chanukkaseier Für die heilige mm galt jener grandiose Kampf der Makkabäer. Kleines Feuilleton. Mussolini über die Staatsrechtliche Position der Juden in Italien. Der italienische Regierungschef Benito Musst-: Uni empfing den Direktor der .Mische Telegraphen-• Agentur, Herrn Jacob Landau, zu einem Interview' über die staatsrechtliche Lage der italienischen Juden nach Abschluß des Konkordates. - Cr autorisierte Herrn Landau, seine Erklärungen der Orfientlichkeit «zu übergeben. Das Konkordat,' sagte der Premierminister, hat die Position der jüdischen Gemeinschaft in Italien verbesals offizielle Glaubensgemeinschaften anerkannt und genießen die gleichen Rechte wie die katholische Kirche. Dem Rabbiner steht das Recht, Eheschließungen vorzunehmen, in dem gleichen Maße zu, wie das Konkordat es dem katholischen Priester gewährt. Einer Zivil-Ehe beim Standesamte steht kein Hindernis im Wege. Ich wiederhole, daß das Konkordat, weit davon entfernt, den Rechten der jüdischen Gemeinde Abbruch zu tun, im Gegenteil ihre Position verbessert und gestärkt hat, indem es die Beziehungen dieser Gemeinde zum Staate nach den gleichen Grundsätzen und dem gleichen Standard regelt, wie dis der katholischen Kirche im Staate. Die Vertreter der protestantischen und der jüdischen Kirchen haben denn auch ihrer Zufriedenheit mit der neuen Regelung, die eine zwangsläufige Folge des Konkordats ist, Ausdruck gegeben. Der Priester oder der Rabbiner sind zur Vornahme von Eheschließungs-Zeremonien befugt, daber hat jeder Bürger das Recht, eine rein zivile Zeremonie zu wählen. Die jüdischen Ellern haben das Recht, ihre Kinder von der Teilnahme an dem religiösen Teil des Schulprogramms fernzuhalten. In Rom besuchen jüdische Schulen nur etwa 100 Kinder. Die jüdische Bevölkerung in Italien ist verhältnismäßig gering. Es leben ^insgesamt 60.000 Juden in Italien, davon 15.000 in Rom, etwa 10.000 in Mailand, 5000 in Triest und etwa 1000 in Neapel. Es erscheint deshalb kaum'durchführbar, für die Juden, besonders in, den kleineren Städten, eigene Schulen zu errichten. Bezüglich der jüdischen Schule in Rom« haben die Juden bisher keinerlei Forderiurg an die Regierung gestellt. In einem Stadtteil von Rom ist eine Abteilung unserer ■ Faschisten-Schulen, die „Balila", .jüdisch. An Sabbath-Tagen besuchen etwa $00 Schüler dieser Schulen unter Führung ihrer Beamten und Lester, die Synagoge. Auf Me Frage, ob er den Zionismus fördere, er- PHDNIX Viertgrößte Gesellschaft des Kontinents Yersictierungsbest. 1,2 Milliarde GMk. «Mitarbeiter zu günstigsten Bedingungen u. zwar Gehalt, hohe Provision, Altersversorgung, gesucht Bewerbungen ah Phönix, Berlin, Meinekestr. 10 desto mehr wird natürlich auch für die bereits der Lehre entwachsenen Gehilfen die Möglichkeit des Fortkommens und der Veränderung eingeengt, und daß die Geschäftsverhältnisse dementsprechend mit Notwendigkeit auf ein niedriges Niveau herabgedrückt werden, liegt auf der Hand. Haben wir uns durch die Gründung unseres Bundes gegen die alleräußersten Konsequenzen dieser Entwicklung zu schützen gesucht, so konnten wir uns doch nicht darüber täuschen, daß der Erfolg im Angesichte der übermächtigen und ungünstigen Strömungen nur ein sehr geringer sein werde. Der sich verschärfende Wirtschaftskampf, das Wachstum der Vertrustungen innerhalb der Industrie und des Handels hat unsere Lage noch weiter verschlimmert. Wir würden es begrüßen, wenn der Reichstag im vorliegenden Entwürfe eine wie oben vorgeschlagene Bestimmung aufnehme, die wenigstens soweit es im Rahmen der gegebenen Verhältnisse möglich, unsere Arbeitgeber vor dem wirtschaftlichsn- Untergange zu schützen sucht, und damit auch unsere Zukunft in etwas freundlicherem Lichte erscheinen läßt. Wenn gegen diesen Vorschlag von seiten unserer nichtjüdischen oder religiös andersdenkenden Kollegen Einwendungen erhoben werden, so läßt sich das nur aus mangelnder Kenntnis der Verhältnisse erklären. Die wohltuende in sozialer und sittlicher Hinsicht unerläßlich segensreiche Wirkung des jüdischen Sabbats kann «nur derjenige ermessen, der ihn praktisch erlebt hat. Gleich entfernt von der puritanischen Strenge der Sonntagshut, wie von widerte der Regierungschef Mussolini: Hier in Italien ist der Jude ein freier Mann, ein gleichberechtigter Bürger, ein Italiener. Die jüdische Gemeinschaft in Italien ist nicht mehr als 2000 Jahre alt,' die älteste in Europa. „Der Jude weinte noch am Grabe Caesars" und hat seither durch mehr als 20 Jahrhunderte an der Geschichte diese? Landes in allen ihren Wechfelfällen teilgehabt. Auf die Frage, ob an den von Zeit zu Zeit in Zeitungen erscheinenden Mitteilungen, daß Italien irgendwelche Intentionen bezüglich Palästinas hege, etwas Wahres sei, erwiderte Mussolini: „Der Völkerbund hat das Mandat über Palästina Großbritannien gegeben; Italien hat nicht den Wunsch, sich hier einzumischen. Italien hat nichts dagegen, daß Großbritannien das Mandat behält." 'Im Hotel „Nordsee" in Schsveningen ^t der Neubau vollend et. Alle Zimmer sind bequem und comforrrckel ein gerichtet, mit fließendem Wasser, Zentralheizung. Apartementen (Salon und Prioatbad) versehen. Für eine vorzügliche Küche wird auch fernerhin Sorge getragen. Ungeachtet all dieser Vorteile, bleiben die niedrigen Pesionspre'.se bestehen. 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