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Der Israelit · 1929-05-30 · Heft 22 (30.5.1929) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 22 (30.5.1929)
Date
1929-05-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seit« 6. Nr. 22 dis hohe sittliche Der-antwortki-chteit einesjeden« ins rechte Licht rückten. Nach einer Kaffeepause folgten dann Referate des Dozenten Dr. Grünberg-, Berlin und d-es Rabbiners Dr. Pi-nchas Cohn, Wien, über die Frage de r S a b b a -t h e i l -i g u n g; Darlegungen, die einmal die Gefahren kennzeichneten, die den Sabbat bedrohen und D-a-rnn die Mittel, die angewandt werden könnten, -um der um sich greifenden Verletzung des Sabbat Einhalt zu tun, wie auch seine Feier seelisch zu vertiefen und vor Veräußerlichung zu schützen-. In der Diskussion kanten auch die Fragen der beabsichtigten -internationalen Kalenderregulierung-, der Fünf-Tage-Arb eitswoche und der internationalen Schomr-e Schabbos-B-ervegung zur Besprechung. Seinen feierlichen Abschluß fand der Abend durch ein Festmahl, -das die Adaß JiSroel-Geme-inde ihren rabbimschM Gästen vmanstalt-ete. Der zweite Tag der Beratungen wurde mit den vorliegenden Anträgen eröffnet. Eine Kommission für die soziale Hilfsarb-e-it des Rabbiners wurde eingesetzt, die Verbindung eines Sium aufGemovo mit jeder Generalversammlung beschlossen und die Frage der Errichtung von Bezir ksfcho ch timste llen, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Soferberufes u. g. wehr besprochen. Dann folgte «in Referat Dr. Hofsmanns, Frankfurt a. M., über die „Reinheit der jüdischen Familie", das alle die akuten Probleme der Mischehe und der Außerachtlassung jüdischer Ehegesetze -behandelte. Auch dieses Referat, das auf «ine der schwersten Wunden -der Gegenwart den Finger legte, wurde unter größter Spannung angehört und löste eine tiefgehende, allseitige Diskussion aus. Die letzten Beratungen hatten zum- Thema: „Die Entwicklu ng der Gern einde n i-n Stad t und Land". Referenten waren die Herren Provinzi-alrabbiner Levy, Regensburg, -und Horovitz, Frankfurt a. M. -Es -ergaben sich auch hier sehr fruchtbare Erörterungen üb-er die Landflucht, die Schwierigkeiten der religiösen! Betreuung der Zwerggemeinden, Fragen! über das Verhältnis der Geme-ind>en zu den Landesverbänden. Mit den Berichten der Kommissionen und Neuwahlen en-dele die Tagung, di-e allseitig Las größte Interesse gefunden hatte und «in großes- Arbeitspensum auf allen Gebieten den Mitgliedern aufzeigte. Zur Kenessio gedaulo. Berlin-, 28. Mm. Die Agudas Jisrvel-Orts- und Jugendgruppe Berlin veranstaltet zur Vorbereitung -der in diesem Jahre stattfindenden Kenessio Gedaulo einen- Zyklus von fün f kontradiktorifche-n Aussprach -e - AbenÄen über die aus der Kenessio Gedaulo zu behandelnden Probleme. Der erste Aussprache-Abend findetam Montag den 3. Juni a. c., abends 8 Uhr im Lernsaal der Synagogengemeinde Adaß Jisroel, Berlin N. 24, Artilleriestraße 31, statt und zwar in Form eines Zwiegesprächs zwischen Herrn- Dozent Dr. M o s e s Auer b a ch, Berlin und Herrn Hirsch Merk in, Leipzig über „Kulturprobleme der Kenessio Gedaulo" mit anschließender freier Aussprache. Vorher wird- Bericht über den Leipziger Delegiertentag -erstattet. Gäste herzlich willkommen. Ratssitzung des Berliner Landesverbands. Berlin-/ 27. Mai. Am Sonntag den- 26. Mai tagte zu Berlin -der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Die formale Anerkennung des Preußischen Landesverbandes durch die Staatsvegierung steht zur Zeit immer noch aus. Bon der Staats-regierung wurde' eine Abänderung der Verfassungdes Landesverbandes als Voraussetzung für die Anerkennung gefordert. Bei dieser Aenderung han-delt es sich in 'der Hauptsache um die Beseitigung-*) des Satzesin Artikel 1: „Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeindenist eine Relitzi-onsgefellschaft", ferner um die Forderung, -daß für das Wahlrecht die deutsche Reichsangehörigkeit verlangt wird, und daß für Umlagebeschlüsse, für die Aufnahme von Anleihen und für die Veräußerung von kultur-historisch wertvollen Gegenständen' bestimmte staatliche Aufsichtsbfeugnifs-e inder Verfassung vorgesehenwerden. Der Rat war in der Mehrheit der- Ansicht, daß über diese Forderungenweiterhin mit der Regierung verhandelt werdensoll. Für. Zwecke der Ausbildung! konservativer Lehrer *) Das kann in dieser Form kaum stimmen-. Red. _Der Israelit BiOXUlTBA Die sM^&h&umendeäausfstoQ&hnpestei Wird von vielen Zahnärzten als beste Zahnpasta bezeichnet und selbst benutzt. Kleine Tube 80 Pf. BIOX-MÜND WASSER Flasche 1.— und 2.— Ml. Gegen lockere Zähne. Probe-Flasche gratis. Max Elb A. G., Dresden war nach Bewilligung von 20.000 Mt. für den Oberbau der Jawneschnle in- Köln!, sowie -eine Anzahl von Stipendien an die Lehranstalten- Köln, Würzburg, Höchberg und Frankfurt a. M. noch «in Rest von 20.000 Mk. vorhanden; diese wurdennach längerer Debatte dem Seminar Würzb-urg-Höchberg zugefpro-chen. Dem B-eschluß -des Verbandstages, beim Landesverband Schisdsstellen zur Schlichtungvon- Streitigkeiten zwischen verschiedenen- Gemeinden, zwischen Gemeinden und ihren Beamten usw. zu errichten, wurde zugestimmt. Das Dezernentenkollegi-um wurde ersucht, dem Wunsche -des Verbandstages auf Wiederaufnahme der' Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband über das Judengesetz nach Möglichkeit Rechnung zu tragen. An dsr Berliner Vo-rberei-tungsanftalt des- Landesverbandes für künftige Lehrer sollen zwei« Studtenrate fest angestellt werden. Der Berliner Gemeindevorstand soll ersucht werden, für Pension und ReMtenversorgung die gesetzliche Gewähr zu übernehmen. — Eine Anregung der Berliner Jüdischen- Gemeinde, -die RabbiNerg-shälte-r -in den v-ers-chbe-denen Gem-ein-den -einandre anzuglMchen, soll in der ReichsarbMs-gemeinschaft der jüdischen Landesverbände beratenwerden. Dr. Freund -erstattete einenausführlichen Bericht ü-ber drn Stand der Staats-beihilfen. Nach längerer Aussprache wird beschlossen-, i-n» Zukunft nur noch diejenigen Gemeinden aus StaatsfubverÄouen zu unterstützen, die lediglich dem Preußischen Landesverband Wischer Gemeinden angehören-. (! Red.) Ueb-e-r die Ueb-ergangsbiLstimmungen zum Judeugesttz für die Provi-nzen Hannover und- Hessen-Kassel fand.-eine -eingehende Aussprache -statt, -mder besonders die De-rtrote-r dieser Provin-zen Gelegenheit hatten-, sich zu äußern. Einstimmig wurde beschlossen,, jedes Sondergesetz für diese Provinzen abzulehnen -und lediglich UeberglMg-sbestimmungsn zu schaffen, ohne sich jetzt schon daraus festzulegen, für welchen Zeitraum sie geiltensollen. Von der früher tn Aussicht genommenen- Gründung einer Kan-torenfchule -durch -den Landesverband soll abgesehenwerden, dagegen soll -die vom Kantobenverband entworfene Prüfungsordnung» allen- Ratsmitgliedernzur Kenntnis gebracht werden, sodaß sie -durch Beschluß der nächsten Ratssitzung «ingeführt werden kann-. — Für den vom Liberalen Kultusausfchuß vorgefchlagenen Ausschuß zur HerausMib-e mnm musikaLschen Anhangs zum Cin-Heirtsgebetbuch wurde ein Betrag -bis zu- 600 Mk. bewilligt. — Der Beschluß -des Liberalen« Kultusausschusses, -ein praktisches Probejahr für die RabbiNatskandi'- daten -etnzu-ri'chten, wurde allseitig! gebilligt. Für die Beratung über die Ausgestaltung dieses Probejahres soll eine Sonderkommifsion 'eingesetzt. werden-, deren Zusammensetzung -dem Deze-rnentsn-kolbsgrum über-l-a-sienrvo-rden ist. Die Möglichkeit der Radivübertragung von Gottesdiensten wurde von- -der Mehrheit des Rates bezweifelt, dagege-n war man« sich darüber einig', daß insbesondere mit Rücksicht auf die Minen- Gemeinden-, die den Gottesdienst entbehrenmüssen, religiöse Bovträge durch Radio übertragen werden sollen. Angesiellten-Bund. Nürnberg-, 22. Mai. Me gesetzestreuen Arbeitnehmer Fürths haben sich zufammengefchlossen und letzte Woche wurde One Ortsgruppe des Angestellten-Bund» „Agudas Jisroel" ins Leben gerufen-. (Briefanschrift: Moritz Ettlinger, Fürth, Moststraße 8). Eine öffentliche Kundgebung -der neuen- Ortsgruppe indet in- Kürze statt. Weltkonferenz der jüdischen Handwerker in Beuthen. Beuthen, 27. Mai. Am Sonntag den 26. Mai versammeltensich in Beuthen die Vertreter -der jüdischen Handwerkerverbände in Deutschland, Frankreich, Belgien', Holland, Polen-, Tschechoslowakei, Rumänien', Litauen usw., um in Be- 30. Mai- 1929 ratungen zu treten, Ne zur Gründung eines W e l t - oerbande.s jüdischer Handwerker führen sollen. Die Anregung hiierzu ging vom Zent-ralverband jüdischer Handwerker Deutschlands aus. Etwa 200 Delegiertie und Gäste sindin Beuthen anwesend. Nach der feierlichen Eröffnungssitzung am Sonntag begann -am Montag- -den- 27. Mai, 9 Uhr vormittags, die Gründungs- und Arbeitsfitzung. Die Stimmung. unter den Delegilevten aller Länder ist für die S chaffung -eines ‘ Weltverba n d es jüdif cher H a nd werter. Wan trat in di-e Beratung.der vom deutschen Verbände au-sg-earb-eiiteten Satzungen -ein-, die über Name und Zweck -des Weiktoerbandesfolgendes besagen: Der Berb-and führt den N-mnen „Welto-erb-and jüdische-r Ha-ndrverker". Cr bezweckt den Zusammenschluß -der Vereinigungen Wischer Handwerker aller Länder zu fol-gen-den- Aufgaben: a) Zusammenfassung aller jüdischen Handwerk-erorganiis-ationen zum „Weltv-er-band jüdischer Handwerker", -b) Gesamtvertretung -der jüdischen» Handwerker bei allenjüdischen Organisationen, insbesondere bei denen, -die für -die Prod-uktivierung der Inden tätig sind, c) Gesam-toertretung der jüdischen Handwerker bei -inte-rk-onf-essionellön Berufsv-sr-eini-gungen; d) Schaffung und Ausbau von Krediteinr-ichtungen- und Genossenschaften-, als auch durch Zusammenschluß der verschiedenen genossenschastl-ichen Kredi-tevn-ri-chtungen der jüdischen Handwerker zu-einer Zentralbank; e) Schaffung einer Ginkaussstelle für Maschinen und Rohmaterial; f) Schaffung von Be-rufs-Arbeitsgemeinsch-aften zm«cks- Austausch der beruflichen Erfahrungen zu-r Verbesserung der Prodllktkon und Ar-beitsmethoden; g) Schaffung einer Beratungsstelle für Wirtschaft und Technik im Handwerk; h) Studium der Wirtschaftslage der verschieden-en Berufe zwecks Zuführung der jüdischen- Jugend zu jenen- Berüfen-, die handwerklich noch als aussichtsreich angefehenwerden; i) Förderung der Lehrlingsausbildung. — Sitz des Verbandes ist Berlin. Die Verteilung der staatlichen Beihilfen für die Synagogengemeinden in Preußen. Halberstadt, 27. Mai. Am 16. Mai hat der Preußtsch-e Landtag, wie schon mi-tgeteilt, den Etat des Preußischen» Kultusministeriums angenommen. Er enthält dieb-eiden Positionen: 1, Beihilfen an -leistungsschwache Synag-ogengemeinden b-ehus-s Erfüllung ihrer Ve-rpfNchtungzur Sorge für den Religion'sunterri»cht in Höhe von Mk. 400.000, 2. wi'derrufli-che Bedürfniszuschüsse -an' Synag-ogen-gemeinden zur Besoldung -ihrer Rabbiner und zur V-ersorgung ihrer Ruheastndsrabbin-er -und der Hinterbliebeneni-hrer Rabbiner in Höhe von- Mk. 200.000. Die Verteilung der Position 1 geschieht durch die beiden -in Preußen b-estiehen-den Landesverbä-n-de, d-en Preußischen Landesverband jüdischer G-emMden- Berlin und den Preußischen- Landesverband gesetzestreuer Synagogeng-emeinden, Halberstadt. Me Verteilung »der Position 2 geschieht durch das Min-istertum selbst. Welkkonferenz jüdischer Frauen. Hamburg, 29. Mai. Zu der vom 3. As 6. Jun-i i»n Hamburg. Wttfindsn^ den Weltkon f e r»enz jüdischer Frauen haben sich zahlreichlL Deleg,ierte aus 14 Ländern angeme-ldet. Das g»enau»e Programm der Tagung -M-ch'ält solgen'de Themen: 1. Die Wischen HeiratsundSch»ei>dungsgesetz«, Gegensätze zu dem Zivilrecht; 2. Erziehungsfragen: a) Bevölkerungspolitische Ausgaben der jüdischen- Frau b) Settlementsarbeit, Jugendpflege und Jug»en»db»ewegung; c) Berufsberatung und Berufsumschichtung; 3. Soziale und Gemeindefragen; a) Die Fran -in Handel und Industrie; b) GlÄchberechti-W-ng und Mitarbcht der Fmu in der Wischen Gemeinde; c) Sozi»al-e Franen»arbeit in Wochenkalender. v. 1. - 8. Juni 1929 / v. 22. - 89. Jjar 8889 Aamstag 1 22 Tipis ->npna Zonntag 2 23 Montag 3 24 viensiag 4 25 Mittwoch UN 5 *V”K 26 Donnerstag 6 27 -USD OY» .sreitaa 7 -- 28 VINN T»D13» *13*103 Samstag 8 29V - Maüled Freitag nachm. 1 itik« Afitr an Uhr 40-/« M.

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