Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1929)
- Date
- 1929-05-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18. Seite 5 3. Mai 1929 Der Israelit Schönlanke 22. April. Dank der unermüdlichen Tätigkeit des Herrn Rabbiner Berlinger hat das jüdische Leben in unserer Gemeinde einen erfreulichen Aufschwung genommen. Den Auftakt hierzu gaben zwei wohlgelungene Vortragsabende. Herr Rabbiner Dr. A p t aus Ällenstein sprach im Kreis unserer Gemeinde über das Thema: „Jüdische Kulturaufgaben der Gegenwart". Der Vortrag behandelte eine Reihe brennender Probleme des heutigen jüdischen Lebens. Die Fülle von Anregungen, welche der Vortrag.'enthielt, erweckte bei den zahlreich erschienenen Hörern lebhaftes Interesse. Herr Rabbiner Berlinger sprach über das Thema: „Die Aufgaben unserer Jugend". In eindrucksvollen Worten führte er aus, datz mit unserer Jugend als Trägerin von Tradition, und Zukunft die Erhaltung des jüdischen Volkes eng verknüpft sei. Daher ist unser Ziel die Verwirklichung sämtlicher jüdischen Ausgaben durch unsere Jugend. Die wichtigste Voraussetzung zur Erreichung dieses Ziels ist jedoch eine gediegene Kenntnis auf allen jüdischen Wissensgebieten. Die Kenntnis zu erwerben und zu vertiefen ist daher die erste Ausgabe unseres Jugendbundes. Die Wirkung des Vortrags zeigte sich in der Tatsache, datz sich unser Jugendbund, der lange Zeit geruht hatte, neu konstituierte. Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Rabbiner Berlinger einstimmig gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder sind: Frau Rabbiner Berlinger, Frau Mar Cohn, Frl. Gerson, Herr Anschel und Herr Schwersenz. Es findet allwöchentlich eine Veranstaltung statt. Eine zahlreich besuchte Arbeitsgemeinschaft hat den Zweck, unserer Jugend Gelegenheit zur Aussprache über alle jüdischen Fragen zu geben. Die Vortragsabende, die z. T. unserer ganzen Gemeinde zugänglich sind, finden lebhaftes Interesse. Regensburg, 17. April Der auf Initiative unseres Rabbiners,'Herrn Dr. Leoy, neugegründete Verein für jüdische Geschichte und Literatur schloß mit der Generalversammlung vom 21. März 1929 sein erstes Arbeitsjahr ab. Schon die kurze Zeit seiner Tätigkeit hat gezeigt, wie segensreich seine Arbeit war und wie sehr das Bestehen unseres Vereins und seiner Arbeit eine Lücke im Leben unserer Gemeinde ausfüllte. - Die Vorträge fanden das ungeteilte Interesse der Zuhörer und waren stets gut besucht. Es war dem Verein gelungen," eine Reihe von bedeutenden Persönlichkeiten für die Vorträge zu gewinnen. Außerdem fand alle 14 Tage ein Geschichtskursus des Herrn Rabbiner Dr. Leoy statt. Thema: „Geschichte der Juden in Spanien bis zum Jahre 1200". Das nächste Ziel des Vereines, das auf der Generalversammlung beschlossen wurde, ist die Schaffung einer jüdischen Bücherei, wofür bereits durch die Bereitwilligkeit einiger Mitglieder ein kleiner Grundstock gelegt wurde. Auf der Generalversammlung wurde den Initiatoren des Vereins der wärmste Dank.für ihre nicht leichte, aber schon fruchttragende Arbeit zugesprochen. Briefkasten. — Silberbachtal — Königstein. Treffpunkt pünktlich 7,30 Ähr Hauptportal Hauptbahnhos (Fahrpreisermäßigung). Ferner geben wir bekannt, daß mit dem Beginn des Sommerprogrammes auch wieder der Frauengymnastikkurs ansängt, und zwar finden - die Gymnastikstunden wie seither, Mittwoch abends von 7,30 bis 9 Uhr unter der bewährten Leitung von Frl. Acker, in der S. R. Hirsch-Schule, Am Tiergarten 3, statt; erstmalig am 8. Mai d. I. Wir hoffen auf recht gute Beteiligung. Vezirkskagung der Zentralwohlfahrtsstelle. Am 12. und 13. Mai d. I. findet in Frankfurt a. M. eine West- und Süddeutsche Bezirkstagung der Jüdischen Wohlfahrtspflege statt. Die Tagung wird veranstaltet von Zstttralwohlfahrtsstslle der deutschen Juden, Berlin- Charlottenburg in Gemeinschaft mit dem Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau und der Jüdischen Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Erörterung der Frage: „Planwirtschaft in der Wohlfahrtspflege?" Ueber dieses Thema werden am Sonntag, den 12. Mai, nachm. 2 Uhr, drei Referate von sachverständigen und in der Wohlfahrtspflege maßgebenden Persönlichkeiten gehalten. Am Abend dieses Tages findet eine öffentliche Kundgebung statt, in der Herr Rabb. Dr. Baeck, Berlin, Frau Bettina Brenner, Leipzig, Herr Rabb. Dr. Horovitz, Frankfurt a. M. und Herr Dr. Strauß, München sprechen werden. Der Montag ist einer Besprechung der Vorsitzenden und der Beamten der Jüdischen Wohlfahrtspflege gewidmet, an die sich auch Arbeitsgemeinschaften über Einzelfragen der Planwirtschaft anschließen, während der Nachmittag der Besichtigung Frankfurter Anstalten Vorbehalten ist. Die Tagung findet in den Räumen der Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstr. 27, statt. Anmeldungen erfolgen beim Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau, Sitz Frankfurt a. M., Langestr. 30, Telefonruf: Hansa 9548. Berichtigung. Die Bezi-rksg-ruppe Fr-ankfurt a. M. itn Reiichsverband der Zahnärzte Deuffchil<m>ds E. V. schreibt uns unter dem 26. April 1929: „In Ihrer Lokal-Beilage „Der Frankfurter Israelit" bezeichnen Sie an drei verschiedenen Sielten des Artikels „Gemeindeversammlung der Synagogengemeinde Israelitische ReGgions-g-esellschafi" Syervn Zahntechniker Hugo Rosenbaum als „Zahnarzt" Huga Rosenbaum. Da jüdische Kollegen gegen eine derartige ungerechtfertigte Betitulierung berechtigten Einspruch erhoben haben, weil sie sich durch diese Tttelführunggeschad-itzt fühlen, ersuchen wir auf Grund des § 11 des Pressegesetzes um eine Richtigstellung der irreführenden Notiz." Gez. Dr. Kercher, 1. Vorsitzender. «Umkehr". Line Nachtvorstellung zu Gunsten des Heimes des Jüdischen Frauenbundes. Reu-Jfenburg. A. II. in Irr». Sie haben schon recht, wenn Sie unseren Ruf „Mehr Würde!“ aufnehmen und ihn auch ans jüdische Haus weitergeben, wo mit dem Ausbau von Geschenken viel vom Geiste der jüdischen Einfachheit zerstört wird. „Wie schön und dankbar wäre es. statt des Schsnkens an Armen oder Waisen „gemilus akeseä" zu üben und so eine echt jüdische Tat zu vollbringen" Wetz. Betrag erhalten. Die Woche. ThoralehranstaltJeschiwa. . Die auf.Sonntag ben5. Mai angesetzte Feier zur Einführung.des Herrn Rabbiner Dr. Josef Breuer M 'Rektors her'Änstzrlt müh /bedauerlicher Weife auftzeschöben werdM M^^Herr Rübbinef Dr^ Breuer^ an einer Grippe erkrankt ist.'/ . : H Aus dem, gleichen Gru.nde wird das neue Semefte r der AstsKH '8TaM später als angesetzt beginnend Wahlen zum Delexsierkentag der deutschen Agudas Jisroet. In der hiesigen Ortsgruppe der Agudas I i s r o e { ., Schwanenstrahe 12, pt. finden am S o n n - tag den 5. Mai in der Zeit van. 3—5 Uhr nachmittags die Wahlen zu dem auf den 19. und 20. Mai einberufen en Delegvertentag der deutschen Landeso rganifatio n der Agudas Jisrael -statt. Die Frankfurter Ortsgruppe hat-7 Delegierte zu wählen. MitgUederverfammlung der Agudas Jisroel. Am 12. Maifmdet abends 8.45 Uhr im Dereinslokal Schwanenstrahe. 12' 'die ordentliche MtigKederversammlu rig statt, zü der die Mitglieder «sich hiermit Mgeläden werden. . - .. i; 3ü6if<$ec Turnerbund L. V. Am Donnerstag;'9. Mai, veranstalten wir eine Taunuswanderung für sämtliche Abteilungen (Kinder wandern getrennt): Fahrt: Eppstein — Vockenhausen — Ehlhalten Das Reue Theater hat, wie schon so oft, eine Premiere der jüdischen Wohltätigkeit geopfert. Arnold Zweigs Schauspiel „Die Umkehr" ging Montag als Nachtvorstellung zu Gunsten fres Heimes des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg über die Bühne. Eugen I e n s e n und Alois G r o ß m a n n füllten die zwei Hauptrollen gut aus, auch die Bühnenbilder von Julius H a h l o zeichneten deutliches Milieu. Und das Stück? Ein Gemisch von Martin Buber'fchem und Ar-- nold Zweig'schem Gerste. Martin Buber lieferte— als intellektueller Urheber, versteht sich — den Baakschem, seine Legende, das mehrmalige Lachen, das heilige Schweigen und noch mehr von der Sorte chaffidischer Romantik, wie sie Buber seit Jahr und Dag! einer für Mystik erschlossenen Welt kündet.' Arnold Zweig formte die-!Legende, goß sie in fünf Akten, deren jeder sich in!einre Unzahl von: kleinen Bildern gliedert, Wir erkennen Arnold Zweig von seiner „Sendung Semaels" wieder, da'das Oben und Unten miteinander ringen^ in so raschen Szenen aüfeinanderstürmen; daß einem der Kopf dabei wirre wird. Auch hier ist es ein Kampf zwischen Oben und Unten, zwischen Rabbi und Fürst-Bischof. Oben siegt — und auch Unten. Der Bischof wächst in dem Momente empor, daer bei Zusammenbruch seiner fürstlichen und kirchlichen Macht gang zu Boden liegt. Die Legende ist älter als Zweig, älter als Buber und älter sogar als der Baakfchemdow. In alten- Mäafe- Büchern wird sie nach Spanien verlegt, wo der blutrünstige .Großinquisitor plötzlich mittenin seinem Wüten gegen Juden als Jude, als Renegat sich entpuppt und entlarvt wird. In j i dd i scheu' Theatern in Rewyork und im Londoner Whitechapel wird das in einemsentimentalen Drama, ich glaube unter dem Titel „Schema Ji-sroel" gezeigt, und es fließen dabeiviele ehrliche Tränen, weil -in Wesen Kreisen Theater Lebenist. Hier als Produkt des" Buber-Zweig'schen- Betriebs für Edelgewinnung altchassidffcher Stoffe läßt die ganze Geschichte eigentlich eiskalt. Jochanan-Johannes ist aus dem Wilnaer Ghetto als Kind Leflüchtet, kommt in ein- Kloster und bringt es später bis zum Fürst von Br-bx-en in-Südti-rol, wo er, Selbstherrscher in seinem kleinen Reiche, für all die Quaken seines Gewissens die Judenbluten läßt. Je zu Ostern muß ein Jude auf -dem Scheiterhaufenrösten. (Man bedenke, um die MMe -des 18. Jahrhunderts!) Wieder läuten Osterglocken und die Juden weinen in ihren Bethäusern. Wer wird das Opfer sein, wenn es nicht allen an den Kragen gehen soll? Der Baalschemtow im weiten Podolien siehtaber und weiß nach Sabbatausgang alles, was in der jüdischen Welt vorgeht. Nachdem er sich von der Depression ein wenig erholt hakteläßt er anspannen, fährt mi-t seinen drei Lieblingsschülern hinaus, liefert sich in die Hände der Häscher. Die Juden sind gerettet, aber auch ihm passiert nichts und er'rettet die Seele des Renegaten mit. Der Fürst-Bischof wirst mit einem „Schema Jisroel" alle kirchlichen Würden von sich, nachdem -er in der Kirche eine zündende und geharnischte — übrigens gute — Predigt an die Gemeinde, einen Appell andie Gewissen gerichtet hatte und nachdem er eine Stunde stiller Zwiesprache mit dem Rabbi, dessen Gesicht er von den Träumenher wyhl kennt, gehalten hatte. Hier müßte die Sache schließen, denn man weiß, nach dem dritten- Akt kann nichts mehr kommen. Und dennoch muß man noch zwei- Akte lang aushalten. Da ist noch ein Kardinal von Fland-ern, der mit schlechtem Spiel und undeutlicher Sprache, dann «in schattenhaftes Treubekenntms von schwarzgekleideten Juden in der Kirche zu Liebe und Versöhnung und noch so mancherlei, was ganz ohne Not dem Publikum eine Stunde wohlverdienten Schlafes raubt. Allein: das Spiel war im Ganzen gut, der Zweck öer Erstvorführung noch besser, und so wollen auch wir zufrieden sein. Frankfurter Vereinskalender. Verein Nek«r Lhajim. Jahrzeitsstiftüng. Sonntag, 5. Mai. Frau Adelheid Schwab-Stiftg. Montag, 6. Mai. Joses Wallach-Stiftung. Dienstag. 7. Mai. Abraham Sender-Stiftung. Llwjattz Lhen-Veeel«. Samstag mittag nach Mincho (&U Uhr) im Hörsale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz (Der Perek zu Zeitfragen). Jüdischer Turnerbund. Sommerprogramm 1929. Herren: Sonntag. 9—12 Uhr vorm. Sport, Riederwaldwiese. Dienstag, ab 7 Uhr abends Sport, Ostpark, Laufbahn. Mittwoch, 6 30—10 Uhr Turnen, Annaschule. Rechneigrabenstr Donnerstag, ab 7 Ubr abends Schwimmen b. Mosler. Jugend: gemeinsam mit Herren. Alte Herren: Mittwoch 8.30-10 Uhr, Turnen. Annaschule, Rechneigrabenstr. Knaben: Dienstag. Q—llk Uhr, Turnen und Spiel Annaschule, Rechneigrabenstr. Damen: Donnerstag. 8V2—10 Uhr, Gymnastik und Turnen, Annaschule, Rechneigrabenstr. Mädchen: Mittwoch. 4^—7 Uhr Gymnastik und Turnen, Annaschule, Rechneigrabenstr. Abtlg. I bis 11 Jahre). ^f2-5x/a Uhr. Abtlg. II, ab II Jahre. 5V2-7 Uhr. Frauen: Mittwoch, 7*/»—9 Uhr, Gesundheitsgymnastik, S. R. Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8. Sonntag, Wanderungen. Radtouren, Schwimmen. Dienstag, nach dem Sport geselliges Beisammensein aller Mitglieder in der Gartenwirtschaft Weil, Röderbergweg 270. Beginn der Kurse Sonntag, den 3. Mai 1929. Gebetzeiken. . •»‘im* m Freitag abend 7.15 Samstag nüÄV.n 6.45 1 : 1 ' Samstagsmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 5.— S<xmsta$abenb 8.45 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Tefillin-tegen am Morgen 3.35 Herr Dr. Bernhard Strauch (früher Inhaber von Diehks Hund-eklmiik, Hannover) hat sich hier -als Tierarzt niedergelassen. Sprechstunde KaWrstr. 11. Näheres Inserat. Herr Dr. Strauch gehört zu der ziemlich geringen Anzahl van Tierärzten jüdischer Konfession. Moritz Wolf Zeit 49 Telefon Römer 90. Qualitätsel - Voimnngseinrichtimg > Dekorationen fachmännische Beratung in allen Fragen der Raumausstattung und des;Innen*Ausbaus Heinrich Schwarzschild Archit e k1 Telefon Hansa 6443 J HERMANN JUNG DACHDECKERMEISTER KAFFEE HANSELMANN Fernsprech.: Carolus 47033 Ausführung sämtl. Dachdecker-Arbeiten in Ziegel, Schiefer, Pappe, Holzzement “FRANKFURT AM MAIN ROTHSCHILD-ALLEE 37 KAISERGARTEN gegenüber dem Opernhaus Künstler-Konzerte 4—12 Uhr Rascbi - (leberselzuag LAufl., holzfr. 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