Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1929-04-24 · Heft 17 (24.4.1929) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 17 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450547-2450564--75944-2533492
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Seite 4. Nr. 17 Der Israelit 24. April 192» umb der Kultur Philosophie zur Darstellung bringt, um daraus die Schlüsse für die eigenen Anschauungen des Verfassers zu ziehen. Man muß zunächst rein quantitativ den ungeheuren Fleiß bewundern, mit dem der Verfasser Hunderte von Büchern durchgearbeitet, in ihrem Kern erfaßt und durch Herausgreifen geschickt ausgewählter Stellen die wesentliche Grundauffassung der einzelnen Denker zur Darstellung gebracht hat.. Die angefügte literarische Uebersicht gibt ein Bild von der Füll« der Forscherarbeit, die hier zu bewältigen war. Daß bei der Gruppierung des ungeheuren Stoffes, indie drei oben angegebenen Gruppen, eine absolut strenge Systematisierung nicht durchführbar war, daß vielmehr Wiederholungen dabei nicht immer zu vermeiden sind, liegt auf der Hand. Das tut aber der Logik im großen keinen Abtrag, mit der die Em-teilung vorgenommenworden und jeder einzelne Denker mit dem chm zunächst verwandten Gedankenftrörnung-en verknüpft und dadurch um so tiefer verstanden worden ist. Dom jüdisch-reviglösen Standpunkt aus ist es ein erhebendes und ermutigendes .Bild, das die Durcharbeitung des Burckhardtschen Werkes gewährt. Die doch mehr oder minder ganz allgemeine Vorstellung von der großen Wendung, die unser Jahrhundert in dem Denken seiner führenden Geister genommen, die Wendung vom Materialismus zum Geiste, von der Atomisierung zur Schätzung der Gestalt, vom flachen Rationalismus zur Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Göttlichen, von der Bewertung des bloßen Intellektes zur gefühlvoll betonten- Tat — dies alles gelangt beim Studium des Burckhardtschen Buches zu einer wunderbaren Lebendigkeit und Anschaulichkeit. Wer den einzelnen Problemen tiefer nachgehen will, findet in dem bereits erwähnten Literatur-Verzeichnis einen trefflichen Wegweiser. Das Buch kann allen religiös interessierten Lesern aufs wärmste empfohlen werden. Dos neue Denken. Von Hermann Herrigel. 244 S. Verlag Lambert Schneider^ Berlin. Der durch seine früheren- Schriften rühmkichst bekannte Verfasser sucht in diesem Buche -die Wandlung zu zeigen, die sich seit dem Ende des Krieges in dem Denken der Ku-ltu-rmenschheit vollzieht .Er geht von der Kritik des deutschen Idealismus aus, der in der Form des Jn- Äividuaikismus feine praktische Auswirkung erfahren hat. Der Idealismus erwartet vom Individuum aus die Verwirklichung der Autonomie des Geistes und die geistige Durchdringung des praktischen Lebens. „Idealismus," sagt Herrigel, „ist -das Postulat der Autonomie des Geistes, d. h. des Dernunstgefetzes. Die Autonomie ist nur denkbar, wenn keine andere Gesetzlichkeit neben ihr existiert. Deshalb ist dieses Postulat nur zu verwirklichen in einer Theorie, -die die reale Welt eigen-gesetzlicher Gestalten auslöscht.- In der Politik, in der Verwirklichung, in der Praxis überhaupt ist das nicht möglich, deshalb muh an ihr der Idealismus scheitern." Die idealistische Theorie trennt das Gesetz und seinen Gegenstand, das Formale und das Materiale, und zwar so, daß der Ueb ergänz vom einen zum andern nicht mehr möglich ist. In der Kunst z. B. zeigt sich dies in der Betonung der formal-künstlerischen Werte, die nicht, wie man beabsichtigte, eine Verwirklichung der re-in-en Idee der Kunst zur Folge Havre, sondern umgekehrt eine unerwartete.Herrschaft der Inhalte. „Die formalistische Theorie von der Indifferenz der Kunst gegenüber dem edlen und schönen Inhalt hat dabei praktfich die Kunst in kurzer Zeit an die Herrschaft des Gemeinen ausgelief-ert und hat die Maßstäbe der Inhalte vollkommen verwirrt." Man hat sich bemüht, zu beweisen, daß wir nicht glauben, sondern wissen, und daß das Wissen mit dem Glauben nichts zu tun hat, man hat aber für den Glauben nun ein anderes Wort gesetzt, dem man seinen religiösen Ursprung nicht auf den ersten Blick ansieht. In Wahrheit ist die Welt des Glaubens „der Hintergrund, der hinter allem begrenzten Sagen und Tun steht und in dessen Zusammenhang jede Grenze relativiert wird." Die Wissenschaft, di« seid Galilei den Natu-verscheinungen gegenüber nicht mehr nach dem Was und Warum, sondern nur nach dem Wie zu fragen hat, hat ihre Grenzen überschritten-. Die Begriffe objektivierten sich zu Realitäten; man erging sich in Untersuchungen über das „Wesen" des Theaters, der Ehe, des Staates, der Theologie, der Wissenschaft, der Frau usw., und alle erhoben den Anspruch, ihre Sache „im tiefsten Grunde", „in letzter Linde" und in anderen s-uperlafivischen Hinsichten zu erfassen-. — Das neue Denken ist nüchternes Denken, -es bedeutet Verzicht auf einen Abschluß des Denkens, also Verzicht auf das Postulat der menschlichen Autonomie. Es will die Dinge nicht in ihrem letzten Grund erfassen, es will sie begreifen in ihren gegenseitigen Beziehungen, es richtet den Blick -auf das lebendige Geschehen, das nicht Einem allein, sondern immer Einem und dem Andern angehört. Es ist -ein gedankenreiches Buch, das viele Erscheinungen der Gegenwart in einem neuen Lichte zeigt und die Ursachen der heutigen Kultu-rkr-isis von einer höheren Warte aus betrachtet. Dr. I. U. Raum und Zeit in der menschlichen Seele. Von Ernst von- Germar. Orient-Occident-Berlag Stuttgart, den Haag, London 1928. 136 S. Die Einleitung dieses merkwürdigen Buches beginnt mit den Worten: „Zu dieser kleinen Arbeit, die ist hiermit der Oeffentlichkeit übergebe, brauche ich nichts hinzuzufügen, denn alles, was man zu ihrem Verständnis braucht, steht in den Blättern selbst drin. Auch daß es sich hierbei um den dritten Teil eines zusammenhängenden Ganzen handelt, beeinträchtigt dieses Verständnis in keiner Weise." Ob die anderen Delle das Verständnis erleichbern. kann ich nicht sagen; mir ist jedenfalls bei diesem Teil vieles dunkel geblieben, und ich weiß nicht, ob das an meinem beschränkten Verstand liegt, oder ob es erleuchteten Gestern ebenso gehen würde. Es sind Briefe, in denen eine Art Philosophie der Ehe ni-edergelegt ist, in denen aber nebenher noch viel vom Mysterium des Lebens, vom Lebenin der Natur, von unsterblicher Liebe-Substanz und anderen Dingen die Rede ist. Der Verfasser meint (S. 94): „Di-e Che ist das größte Geheimnis. Sie rst das größte Geheimnis. Das Geheimnis der Vermählung von Raum und Zeit, von Licht und Liebe. Dieses Geheimnis muht du ergründen, lösen." Und an einer anderen Stelle (S. 45): „Was sich einem so enthüllt!, oft nur durch ein einziges Wort, nur durch den Ton der Stimme, ist eine unergründliche Tragik. Es durchschauen die Menschen nicht di-e innere Polarität ihres eigenen Wesens, aus der heraus der männliche Mensch jede Nuance des Lebens anders erlebt wie der weibliche, erleben muß. Der moderne Mensch muß das durchschauen, sonst kann er keine Ehe führen." Die echte Ehe wird dann auch im- Alter noch ihre Kraft offenbaren (S. 72): „O, wie unergründlich werden sich Eheleute in ihrem späten Alter Leben! Immer wieder, indem sie sich umarmten, kann ja ein jeder fab stanz ha ft m sich zu seinem vollen Menschentum. Immer wieder wurde ein jeder im Laufe der Jahre zu einem ganzen Menschen. — Das wird dann wahrlich ein tiefstes Lieben sein im höchsten Alter." Dazwischenkommen philosophische Betrachtungen wie -die folgende (S. 79): „Und ich gehe zu den beiden Holzhauern im Walde. Sie schlagen das Stück an der Ecke der Wiese. Schon von weitem sehe ich ihre weißen Aermel. Ah, es ist Montag, sage ich, die Hausfrauen haben die Hemdengewaschen. Dies rührt mich an wie ein heiliges Mysterium." Wahrlich, -ein sonderbares Buch! Dr. I. U. Bücher Eingänge. Herkunft und Zukunft. Von Arnold Zweig. Wien. Phaidon Verlag. von Seele und Antlitz der Raffen und Volker. Bon Ferd. Ludw. Clausz. München. I. F. Lehmanns Verlag. Entstehungsgeschichte der Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde in Prag. Von Dr. Tobias Jacobovits. Frankfurt a. M. I. Kauffmann V e r l a g. Die Psalmen. Ein Vortrag (S. 21.). Von- Rabb. Dr. S. Stein. Frankfürt a. M. I. Kauffmann Ve rkag. Die Zehngebole. Vortrag (S. A.). Don Rabb. Dr. S. Stein. Frankfurt a. M. I. Kauffmann Verlag. Jüdischer Kalender für 1929. Israelitisch« T a u bstummenanstalt zu Berlin-Neuenfee. Das napoleonifche Dekret vom Jahre 1908 über die Vornamen und Zunamen der Juden. Von äug. M eining-er. Mainz 1928. Oscar Schneider Verlag. Das Land zwischen Orient und Okzident. Geb. Von Marcus Ehrenpreis. Berlin 1928. Heine- Bund. Die Mutter. Roman von Schalom Asch. Wien- Berlin. R. Löroit Verlag. Memoiren von Heinrich Heine. Geb. Herausgell. von Herbert Eulenberg. Berlin-Zehlendorf. Remb-randt Verlag. Das bewegte Leben des Lasik Roitfchwantz. Von I l j a Ehren bürg. Basel. Rhein-Verlag. p'vvrrchrrs nv^V 'i 'in Vs? ■nart -i i n' rr New Dork 5689. Jeschiwoth R. Jzchok Elch o non. E. V. Kalender 1929. Berlin 192 9.' Centralverein. Die Zukunft Palästinas. Von Dr. M. Krewer. Kaunas 1928. Selbstverlag (Bh. Kedem. Berlr n.) Palästina. Idee. Probleme. Tatsachen. Von Gerhard Holdheim. Berlin 1928. b. A. Schwetfchke u. Sohn. Aehemias Anton Hobel. Preis br. Mk. 3.— .Von Dr. Oscar Wolffsbsrg. Frankfurt a. M. 1929. I. Kauffmann Verlag 13* Hebr. Lese-Fibel. Mk. 1.80. Von I. B. Lev y. Frankfurt 1929. M. L-ehrberger u. Co. Aus meiner Lebensarbeit. Mi Vorwort v. Dubnow und Gorki. Von Jacob Tertel. Frankfurt a. M. 1929. I. Kauffmann Verlag. Verslaag van den Toeftand der irederlandsch-Israelitifche Hoofdsynagoge Amsterdam von het Iaar 1927. Amsterdam. Selbstverlag. Sowjet-Rußland. Von Theodor D r e i s e r. B e r l r n. 1929. Paul Zsolnay Verlag. 39th Annual Convention 27. Juni 1928. Von Central Conference of American Rabbis. Chicago 1928. Selbstverlag. Jahrbuch der Jüdisch-literarischen- Gesellschaft. Frankfurt a. M. 1928. I. Kauffmann. Jahrgang XIX. Preis Mk. 14.—. Auf großer Fahrt. Expedition d d. Wüste Gobi 1927/28. II. Auflage.' Von Suen Hedin. Leipzig 1929. F. A. Brock haus. ' Die galizifchen Juden im Kampfe um ihre Gleichberechttgung (1848/1888). Don Dr. F >l l r p Friedman«.' Frankfurt 1929. I. Kauffmann Verlag. Unsere gefallenen Kameraden. Gedentbuch. Von der Ortsgruppe München des Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. München. Verlag Heller. Der Zaddik. Drama in 3 Akten. Von Arthur Enkheim. Frankfurt a. M. 19 29. I. Kauffmann Verlag. Preis Mk. 2.50. TlBSn Tut« Heft 5. Von Scher n. Grodzenskr. Slobodke. Selbstverlag. Der zusammengesetzte Satz im Neuhebräischen. Don Dr. Jankiel Rodel. Frankfurt a. M. I. Kauffmann Verlag. Jüdische Studien. Josef Wohlgemuth zu feinem 69. Geburtstag von Freunden und Schülern gewidmet. Frankfurt 1928. I. Kauffmann Verlag, -'iv pbn “lTjrn p« hy crvi msviri nsv Bon Rabb. Chajim Lubetzki. Wilna 5678. Selbstverlag. Preis 1 Dollar. V»V!?V v'Vl'rn iss- Teil III. 2: nviv '0». Don Rabb. M. S. Winkler. Wien. I. 56 89. Bh. I. Schlesinger. .jvwv iss Vs; rmixi rvoSn vmrm ’axn o“’*’ nsv Don Rabb. Z. H. Ferber. London W. 5689. Die Landschaft Babylonien im Zeitalter des Talmuds und des Gaonats. (Schriften der Ges. zur Förd. der Wissenschaft des Judentums. Nr. 30). Von Jakob Oberweyer. Frankfurt 1929. I. K a u f f- Mttn- Verlag. Preis Mk. 16.—, geb. 18.—. Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums. II. Auslage. Don- Hermann Cohen. Frankfurt 1929. I. Kauffmann Verlag. Preis Mk. 18.—. geb. Mk. 20.—. Sinn und Seele des Höre Israel. Don Oberrabb. Dr. Altmann. Berlin 1928. Jefchurun Verlag. Die Besoldung rabbinischer Funktionen als Asus und Recht. Von Oberrabb. Dr. Altmann, Berlin 1928. Jefchurun Verlag. Warum ich Jude bin. Von E dm ond Fl eg. Berlin 1929. Phi-lo-Verlag. Glaube und Heimat. Von Eugen Fuchs. Berlin 1929. P h i-lo - Verlag. Haben die Juden in Bayern ein Heimakrecht. Von Dr. A. Eckstein. Berlin 1929. Philo-Verlag. Erstrebtes und Erreichtes. Herausgeg. vom Verein ehem. Ahl-emer zu seinem- 25. Stiftungsfest. Hannover Linden 1929. Selbstverlag. jVBitnVB miVinsNi o^avan ttx Bd. I und Bd. II geb, Von Dr. Jacob Klatzkin. Berlin 192 8. Verlag Efchkol. jvnryn rvwiVön Vw n’jnVin K. Von Dr. Jacob Klatzkin. Berlin 1926. Verlag Efchkol. Die Stellung der Frau im Judentum. Von F. Goetz. Riga 192 9. Typ. Splendid. Her-rnstr. 21.( M3X 'öö Vtf 2"» isv- Van- Rabb. E d. Reich.' Trnava (Slov.) Selbstverlag. NIXvn jrvna iss. Nach einem Manuskript in der Bodleiana herausgeg. von H. G. Enelow. New N o r k 19 2 9. Bloch P u b l i f h. C y. Te i l I geb. Vollständige Grammatik der alt- und NLuhebräifchen Sprache. Geb. Bon I. Bursztyn. Wien 192 9. G e r -o -l d u. C o. Die Insel des Verständnisses. Bon Walther König. B -e r l r n - H e s s e tti. (Bedeutung Const. Banners.) Winkel Verlag, „Neue Gesellschaft". Bilder aus meiner Heimat (Geschichte Ingolstadts.) Von A. Friedmann. Jngo-lstadt 1929. Ludwig-Stadelmeier. Tttn kiVsr, Von Bengis Kaidon (Lettland), Druckerei Mowschowitz. Das Los der Geflüchteten. Rede. Von ArnolüZwekg. ‘ Berlin. Verband russ. Juden. Schaare Zedek II. Teil. Von Abraham M. u. I. V. Levy. Frankfurt a. M. 1929. M. Leh:rberg er u. Co. « Sine Auswahl aus seinen Schriften und Briefen. Von Moses Mendelsohn. Frankfurt 1929: I. Kauffmann Verlag. The Jews in the United Siates 1927. Von Harry L. Linfield. New-York 1929. The Amer rieau Jewish CommiHee. Die Freitag- Abendgebete, übersetzt und erläutert von Rabbiner Dr. A. P o s n e r, K i e >l 19 2 9. Selbstverlag. What ist orthodox judaism? (Jewish Libary II. 1.) Von Rabb. Dr. L. Jung. New - York. Union of orthodox p o n g r e g a t io n s* XÄvreri nur bei Tongesgasse'25-2? AiteUhrenu.Schmuck werden umqeiauschioder umgearbeireh

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.