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Der Israelit · 1929-04-24 · Heft 17 (24.4.1929) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 17 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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24, April 1929; L er 3 stadi t Nr. 17. Sette 5 Testamentarische Fürsorge für die Firmen-Ehre. Ein Hamburger Großkaufmann schreibt uns: Der weit über Deutschlands Grenzen.hinaus , Aufsitzen erregende Fall^' daß eine viele Dezennien ..lang hochangesiheye Firma nach UebergaNg Ln andere Hände in Vermögensversall geraten und der alte, solide Uame durch die Betrügereien -er. neuen Inhaber aufs peinlichste in aller Mund . gekommen ist> muß für ernste Kaufleute ein mahnendes Beispiel fein. Es muß Veranlassung geben, darüber nachzudenken, was ihrerseits geschehen könnte, ihren ehrenvoll erworbenen Na- . men vor einer derartigen Verunglimpfung in , späteren Zeiten zu bewahren. Genau wie es jedem Menschen, der sich seiner - kommerziellen Ehre Und Verantwortung bewußt ist, mit seinem allgemeinen kaufmännischen Re- ' ngmmeeso geht es dem seine Religion ernst nehmenden jüdischen KaUfManch wenn er sich fragt, was er tun kann' und tun muß, um seine - Firma, von der er und die Väter und Großväter jeden C h i l l u l S ch a b. b o s ferngehalten, auch für die Zukunft vor der Entweihung des Sabbat ,T-tm& äütff7^^ Und seiner Ahnen Namen zu schützen. Wie oft leider sehen wir,, daß Enkel, denen jede pietätvolle' Erinnerung für den Familiennamen fehlt, leichten Herzens das Geschäft, das weithin der Stolz einer ganzen Gemeinde, und einer Generation war, am Sabbat öffnen und so. aller Welt. zeigen, daß - ihnen die VZünsche ihrer Väter und Großväter und das Andenken einer großen Vergangenheit bedeutungslos, Schall und Rauch sind. Wohl sind sie. daMt eMverstanden, daß der Väter Segen ihnendasHaus gebaut, daß ihnen der Fleiß früherer iZeschlechter die Grundlage.'ihres Vermögens, die^Wchtigkell der ehemaligen Träger ihres; Martern hie vielfachen guten Beziehungen verschafft und' fa alle .Vorteile einer klangvollen FrrM7gewhh^t hat.'", Ab^r. sollte solches Erbe ,potpMchteW Kraft besitzen/ die GemelnfaWeE der Geschlechter nicht auch religiös und ethisch den Einzelnen binden? Sollte nicht düs Gedächtnis'der Stifter einer Firma den eigenen Kindernso hoch stehen, daß sie einen Schritt unterlassen, der diesen ihren Ahnen als die höchste Schande und Entweihung ihres Namens gegolten hätte? . Soll der Name von Männern, die für den. Sabbat ihr Letztes hingegeben hätten, noch per Sabbatentweihung Vorschub leisten und Vorspann tun? Was die bürgerliche Ehre jedem Menschen, ist die jüdische Ehre - dem Duden. 'Für beide gilt dem NächfahreN/^deM; glücklichen Enkel: „der Väter Erbe erwirb es, um es zu besitzen". ' ' . .. ■ „ ’ . ■ " . ' ••, . , Mi Ein,njeder selbständige Kaufmann soll, ganz gleich wies die Verhältnisse liegen, klär und deutlich den-Wunsch.aussprechen und dies.in seinem Testament züm Ausdruck bringen, daß das Recht auf Fortführung der. Firma in» dem Augenblick erlischt, wo das Geschäft aw Samstag und Mischen Feiertagen geöffnet wird., . Eine, solche, Willensötklärüng, an 'der Nicht zu drehen und zu deufelNj jist,. ist j von nicht-gßringer erzieherischer Wirkung. Sie. zeigt dey Mpst unfeper Sabbattreue. Ganz besonders in Msirer IM, wo man dem jüdischen, Mantz eintedM'.Mll^vM^er seine und .seines.F'amOe.Meligipsi-tK. bewahren könne trotz Opfer des Sabbat, - ist 'eine solche - Willenskundgebung immer erneut ein lautes Bekenntnis, das sich in die Gewissen einschreihen und in Stunden seelischer Krisis vor Uebereiltem schützen kann. Ideelle' Güter brauchen, doppelte Sicherung. Diwre Tauro zerichim chissuk.. Mögen es die Enkel nut-wissen, daß ihre Ahnen lieber den Namen ihrer Firma, den jeder Kaufmann für alle Ewigkeit zu erhalten wünscht, vernichtet, von der Erde verschwunden sehen wollen, ehe sie ihn in Verbindung .Mt 'der Preisgabe des Sabbat fortdauern lasfeU. Das ist keine Intoleranz/ sondern eine Bekundung der Unverbrüchlichkeit unserer Ueberzeugung, daß wir als Juden mit dem Sabbat stehen und fallen. Korrespondenzen ßacftricbteii. DeükfHes Reich. Repräfeütantenverfammlung. . - ' .; Berlin-, 15. AprAl Die vorwöchen-tliche Sitzung der Repräsentan-t-en der Jüdischen Gemeinde brachte wi eder -ein' kleines Geplänkelum &err Su nntagsgo 1tts dieitft. Die sogenannte „Liberale Synagoge" wünscht die Synagoge in der. Fasanenstraße, um ausgerechnet am 2. Cholhamoedta-g-e (Sonntag) einen Gottesdienst' zuveranstalten. Die namentliche Abstimmungführe zur Annahme des Antrages., obgleich sich Herr Dr. Klee für die Vollspartei und Moritz 21. Loeb mich großer Entschiedenheit d-agegen aussprachen. Der -eine der beiden Mittelpärtetler, Geheim^ rat Stern, hat für den Antrag gestimmt und dadurch seine Annahme ermöglicht. Eine Beschwerde der Gemein der« bbrner, daß ihre Gutachtenin der Pri-nzregenten-Affäre ohne Genehmigung veröffentlicht wordenseien, wurde von der Repräsentantenversammlung ziemlich scharf zurückgemi'esen. Die Versammlung erklärte, daß sie sich auch künftig das Recht Vorbehalte, Gutachten, die ihr. übergchen würden, zu v-eroffenbkchen. Ein Antrag deS Mrrn Moritz A. Loeb, Mk. 3000.— für die Bajs Jakowfchulen zu bewilligen, wurde von den Liberalen und Dolksparteilem., die auf diese Weise ihrer politischen Abneigung gegen „Agudas Jisroel" Ausdruck verleihen. wollten-,. ab gelehnt, nachdem der An tragsteller die segensreiche Wirksamkeit der Bajs- Jakows-chulen darg-estellt und darauf hingewiesen hat, daß selbst ein fanatisch-zionistisches Blatt, wie der „Haint" die hervorragenden Leistungendieser Schulen, an erkennt. Do n der Vo lk s - Partei stimmten nur die.Herren Goslar und Rau für den Antrag. Der Haushaltsplan für. .1929 balanoierte in Einnahmen und Ausgaben mit 11 Million Mark gegen 10 Millionenim Vorjahr. Der Steu-erbedarf beträgt 6*4. Million- Mark. Interessant ist, daß von den- Netto-Ausrhen düngen für.Äe! einzelnen- Sparten, der Gemsindearbeft nicht me» . als 28 - Proz. auf Verw alt -u n g s u n k o st e n tzntfgll-eN/ 23 Proz. auf den Kultus, 18 Proz. (| auf das Schulniiefen und 24 Proz. auf die Wohlfahrtspflege; die .restliej-ettden 7 .Proz. stellen Subventionen dar Der Manauer Mord. . - - - B-erPin, 18 . A pril. Wie. dem.Cen.ttak-Verem.d^ Staatsbürger jüdischen Glaubens mitgeterlt wird, veröffentlicht die fränkische Presse «me aus-führliche Erklärung -der Bamb-erger gerichtlichen Pressestelle über den M-anauer Mord. Die. amtliche Erklärung beginnt: „Der Bericht in Nr. 13 des „Stürmer" über den Mord, an Karl Keßler in, Manau bei Hofheim -enthält folgendes Unrichtigkeiten . . ." In st./n Ansätzen nimmt sodann die amtliche Erklärung" eingehend gegen" diejenigen Behauptungen des KAWETO COETHESTR. 28 TEL RÖMER 754 ELEGANTE DAMENTASCHEN PORTEFEUILLES REISEARTIKEL „Stürmer" Stellung, durch die der Nachweis eines angeblichen' Ritualmordes geführt werden soll. Die Erklärung geht dann ausführlich auf die Befunde bei der Obduktion ein und kommt zudem Ergebnis, daß irgendwelche Anhaltspunkte für die Beschuldigungen des „Stürmer" nicht vorhanden seien. Ausschluß jüdischer Konrektoren. Berlin, 21. April. Bei der Beratung des Kultusetats im Preußischen Landtag führte der demokratische. Abgeordnete Ottoaus: „Das'D-inisteriüm hat üNlbe'r dem 26. Juni 1924 eine Verfügung erlassen, wonach! jüdische Lehrer an evangelischen und katholischen Schulennicht Konrektoren werden - dürffcrti. Beidieser Regelung ist es bis heute geblieben, trotze dem die betroffenen , jüdischen Lehrer, sowie die Berliner Lehrerschaft überhaupt, sich dürchMngaben. dagegen "ausgesprochen haben. Ich frage das Ministerium für Kunst, Wissenschaft und Volksbiildung, ob es bei diesem höchst unbefriedigenden Zustande auch in Zukunft bleiben soll, oder ob das Ministerium eine befried-igendere Lösung he rbeizu führengedenkt?" Darauf -antwortete Staatssekretär Lammers. vom Kultusministerium, -daß die Angelegenhei-t zu dem Fragenkomplex g-thöre, der mit Rücksicht auf die Klage, die die Deutfchnationalenbeim Staatsgerichtshof wegen der „Sammel-Schule" anhängig gemacht haben, zurückgeftellt sei, weil die Entscheidung hierüber i-m allgemeinen die Verwendung konfessioneller Lehrer " regeln soll. Man werde also zu gege-bener Zeit daraus Mrückkommen- und -dann eine Entscheidung des' Staatsgerichtshofes als Grundlage haben. .... Das Zentrum gegen die antisemitische Hetze der Deütschnationgten. Berlin, 17. April. Der Preußische Landtag setz-te am Dienstag, den 16. Apri-l, -abends, die allgemeine Aussprache über -denersten Abschnitt., zum. Ku-Ltushaushalt, der insbesondere das Volksschulwesen und -die geistliche Verwaltungzum Gegenstand hat, fort. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Linneborn verterdrg-te das Konkordat und -rügte die ablehnende Haltung der Sozialdemokraten und Demokraten, bei. der Bewilligung der Mittel für Kirchen. Wenn die Sozialdemokratie Mittel für die SynagogengemeinL-en bewilligt hüb«, so sei das Zentrum durchaus berechtigt, Unterstützungen für katholische Einrichtungen zu fordern. Uebrigens, fuhr der Redner fort, will ich ausdrücklich bemerken, daß das Je n-trirm. diese Aus gaben für die 6ynägng-eügeme4N-den deViMitg-en wird, wie-e-s auch stsi für dr!e''stäairslhürgerlkichen Rechte der Juden^..eingetreten i st. Zum Schluß' wies - der Redner die Dersüihe der Deutschnati-onalen, das Zentrum für eine Judenheße in Anspruch zu.nehmen, zurück ' Tagung des Landesverbandes der Israelitischen Religionsgemeinden Hessens. Mainz, 18. April. In Offenbach a. M. fan-d am letzten Sonntag die vierte ordentliche Tagung des Landesverbandes der I s ra-eli-tisch ei^ R,s l igio n sge m ei n den Hessens statt. Rach "Begrüßung und Weiherede erstattete Kommerzienrät M a y.e-r --Mainz den Geschäftsbericht. Per Verband zählt 135 Gemeindenmit 16 796 -Hü. Die x Markender Tansermünder Schokoladenfabrik i N e'ü a ix.f g e .n p m m e n -:,t i -rM'jrvrl /!?• All e-i-ny e r t rieb d ui;ch die Firma,, J. Anton Alexander, Berlin N018, Landsberger Strafe 91.

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