Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1929)
- Date
- 1929-04-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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nana IT.i AÄ-:. Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit" für den Monat Mai! 'Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. •Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg. "Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M. Die Verwendbarkeit von Chemikalien im Haushalte während der Pessachtage. .zur Wundbehandlung äußerlich, gebraucht werden, wie essigsaure Tonerde, Borsäure usw. Chomez seien. Dem ist nicht so. Man kann also in Krankheitsfällen beruhigt sehr viele Heilmittel am Pessach anwenden,' jedoch empfiehlt es sich, in Zweifelsfällen an maßgebender Stelle anzufragen. Don den Chemikalien der Kosmetik sind fast alle zu entfernen, da die meisten z. B. alle Arten Puder, Chomez enthalten können. Es dürfte wohl genügen, wenn man außer den Koscherfeifen, verdünntes Wasserstoffsuperoxyd (keinerlei Mundwasser) zum Mundspülen und reines Calciumcarbonat (Schlemmkreide ohne Zusatz) oder besser die nach Angaben von Zahnarzt Dr. S. Ehrmann, Frankfurt a. M. koscher schel Pessach hergestellte Zahnpasta zum Zähnepuhen für die Chaulhamaued-Tace au.bewahrt. Als Ersatz für chomezige Hautkremen kann man nötigenfalls Glyzerin zum Einreiben der Haut verwenden Was der Gebrauch von Chemikalien im Haushalt selbst betrifft, so gibt es eine ganze Reihe von chemischen Verbindungen, die nicht unter den Begriff von Chomez fallen. Man kann demnach Salzsäure, Soda, Salmiakgeist, Benzin, Salpeter rein (zum Pökeln von Fleischwaren für Pessach) wohl in Gebrauch nehmen. Für die als Chomez geltenden Reinigungsmittel hat man genügend Ersatz in dem unter Aufsicht hergestellten Sidol und dergleichen. Von Leopold Deutsch in Frankfurt am Main. Wenn die für jede jüdische Hausfrau anstrengenden Tage der Pessachoorbereitung heranrücken,' so wird nicht allein das Wegschaffen des ohne weiteres klar erkannten Chomez viel Arbeit und Sorgen bereiten, sondern es werden in jedem Haushalt auch Fragen und Zweifel auftauchen, welche Chemikalien wohl für Pessach unbedingt entfernt werden müssen. So hat man bei der Hausapotheke, bei den Toilettenartikeln des Waschtisches und den Reimgungs- und Gebrauchsmitteln in der Küche sorgfältigste Umschau nach Chomez zu halten. Bei der Hausapotheke find zunächst einmal alle Medikamente, die, in Tablettenform vorliegen, zu entfernen, da . man Ui der Herstellung von Tabletten fast immer , Bindeynttel gebraucht, die absolut Chamez find. ES ist in/den weitaus größten Fällen bei Arzneimittelnderart, daß die Medikamente in ihrer chemischen Zu-' sammensetzung i^weltufie natürlich nicht etwa aus Getreidearten hergestellt werden oder Methylalkohol und dessen Derivate enthalten) erlaubt, nur dis Verarbeit tung in /Form deiner Tablette, Paste oder Lösungs-I mittel u. a. macht sie durch Verwendung von Chomez unbrauchbar .In Städten, in denen keine orthodoxen Aerzte wohnen, kann man in diesen Fällen den nichtjüdischen Arzt darum bitten, Medikamente wenn möglich jt der ursprünglichen Form zu verschreiben. Ueber die Verwendbarkeit dieser Medikamente selber hat die Vereinigung traditionell gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands, Berlin Nr. 24, Artilleriestr. 31, eine „Peffachliste" herausgegeben. Dieses Heftchen sollte in keinem jüdische, l Haushalte fehlen, zumal der Anschaffungspreis nur zirka 1.— Mk. beträgt. Es ist für den Laiert sicherlich interessant und wissenswert, daß man, nur um eines herauszu greifen, Pyramidontablelfssn am Pessach nicht gebrauchen kann, daß aber Pyramiden an und für sich nicht Chomez ist. Man könnte also in der ursprünglichen Zusammensetzung ' verschriebenes, unverfälschtes P.yramidonpulver zur Gesundung am Pessach verwenden. Die erlaubten und unerlaubten Medikamente sind aM besten in der oben angegebenen „Pessachliste" nachzufehen' oder Auskünfte darüber bei dem Rabbiner oder den orthodoxen Merzten und Chemikern einzuhölen. Sehr viele Hausfrauen, Md. der irrigen Auffassung, daß. Hausmittel, die Es soll hier nicht etwa ausführlich über die Verwendbarkeit von Chemikalien am Pessach berichtet werden, sondern diese kurze Skizze soll Anlaß dazu geben, daß der jüdischen Weit von be usener Seite so weit als möglich und soweit es dem Nichtchemiker verständlich "sein kann, Aufschluß über die Verwendbarkeit' am Pessach der im Haushalt tagtäglich gebrauchten Chemikalien in übersichtlicher Aufstellung gegeben wird. Dann kann die jüsifche Hausfrau einerseits strangstens und gewissenhaft auf -ne Entfernung jeglichen Chomez achten und anderersets ist ihr die Möglichkeit gegeben, die erlaubten Chemikalien auch für die Pessachtage nutzbringend zu verwenden. Die Woche. Pugja-Droscho! in der Thoralehranstalt Jeschiwoh. I- ISßtrtn'JV'mh raf nachmä 5 Uhr hält Herr Rabbi! Dr. Joseph- Breuerin den Räumen der Jeschiwoh eine Drofchö' über die Sugja: ni:rs3 mmn nnmv- Thora-Lehr-Änstalt Jeschiwa. . Die Feier zur Einführung des Herrn Rabbiner^Dr. Zofef Breuer als Rektor unserer Thora-Lehr- Ä n st alt Jeschiwa findet Sonntag ,25. Nissan 5689 (5. Mai 1929) nachm. 6 Uhr präzise in dev Aula der Sämson Raphael., Hirsch-Schule statt/ V »;r,;' Die „Mitteilungen".!j' . Die 'idiese Woche zur Ausgabe gelangenden „Mitteilungen' für ehemalige'Schüler und /Schülerinnen der Symfon Raphael Hirsch-Schule zu Frankfurt a. M. stehen im Zeichen der neuen 'Dinge und der an sie'geknüpftes Hoffnungen. Ein Aufsatz ist dem aüsscheidenden Direktor, Herrn Prof. Dr. Elias Fi stk gewidmet, in einen) n anderen Artikel wird über die. Amtseinführung des Neuen' Direktors, Herrn Dr. E l i a!S berichtet. Eingereitek wird das reichhaltige und diesmal besonders lesenswerte Heft mit einem Artikel über den. Aus bb a u unserer Schule, ihren Aufbau zu einer iVollanstalt. Eine Besprechung des in New Dort erschienenen Buches über I n c o h S ch j f f )zeigt Wer den ersten j,Qüellen für -die große Liebe und Leistung' dieses PhilaNtropen auch/.die S am fon R a p Ka e l Wi r f ch - S ch uA e. Weitere. Berichte und Notizen aus dem Leben "der Schule folgen. In. herzlichen Worten wird die Wirksamkeit des ausscheibenden Herrn Prof. Dr. Joses Csar o gewürdigt. Eine zehnjährige Schülerin schildert in einem Schulaüfsatz ihre Erlebnisse auf der Rheinfahrt der Schule. Worte des Nachrufes erhalten Mathilde Schwabacher, Dr. Siegfr. Schwarzschild und Isidor Mendel dessen Verdienste um die technische Herstellung der „Mitteilungen'' und der Festschrift besonders heroorgehoben werden. Das Jüdische Heim am Pessach. Wie aus einem Inserate in dieser Nummer hervorgeht, ist das Jüdische Heim auch während der Passahtage geöffnet und verabreicht, wie gewohnt, Wen und billigen Mittag - und Abendtisch. Auf Wunsch übernimmt das Jüdische Heim auch die Verköstigung von Familien in deren eigenem Hause. Anmaldüngen, die rechtzeitig erfolgen müssen, nimmt die Leitung des Jüdischen Heimes, Rechneigrabenstr. 3 (Hansa 5653) entgegen. ■’ HaggodohDorkrag. Im Mekor Chajim und L i w j a't C h em spricht Samstag nachm. 4% Uhr km Hörsaale, Friedberger Anlage, Herr Red. S. Schachnowitz über „Aus dem zweiten Teile der Haggodah". Jüdischer Turnerbund e. V. Der I. T. B. richtet folgendes Rundschreiben an die jüdischen Eltern und Lehrer: In der heutigen Zeit, im schweren Kampfe um unsere jüdische und materielle Existenz, ist es mehr den je die absofute Pflicht der Eltern und Lehrer, die ihnen zur Erziehung und zur Ertüchtigung anvertraute Jugend beiderlei Geschlechts mit körperlichen und geistigen Mitteln auszustatten und zu tatkräftigen Menschen zu erziehen, im bitteren Kampfe! des heutigen Lebens bestehen zu können. Rasches Denken, sicheres Handeln, wird schon bals vom jungen Menschen «erlangt, und erfüllt er die Forderung nicht, das Leben zwingt ihn kaltblütig aus den Reihen der Tüchr-geren. Gesunder Geist, gesunder Körper, ist die Parole im heutigen Lebenskämpfe/ dieselbe hat der Jüdische Turnerbund seit seinem Bestehen auf seine Fahne geschrieben. Turnen in jedem Lebensalter und demselben entsprechend, ist ein Lebenselerier von bleibender Wirkung. Der Jüdische Turnerbund hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, die ihm anvertrauten Schüler, Schülerinnen, junge Mäbchen. Damen, Herren und alte Herren zu gesunden und tüchtigen Menschen zu erziehen, resp. auszubilden, Verfügt der Jüdische Turnerbund doch über -ine Anzahl erprobter Lehrkräfte für alle Turn-' und Sportarten, die durch jahrelange Erfahrung die Fähigkeit besitzen, den Körper zu stählen und widerstandsfähig zu machen, durch wohldurchdachte turnerische und sportliche Hebungen. Diese körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend in jüdischein Geiste und-'in jüdischem Milieu gewährleistet die Erziehung zu gesundM jüdischen Menschen. . Jiicrtt und Lehrer, seid Euch, immer wieder bewußt: „Turnen ist kein leerer Wahn". Führt Eure Zinder dem jüdischen Turnepbund zu, die Früchte werden' nicht ausbleiben. «Konzerksynagoge" und „Synagogenkonierk". ' Macht, man. die Synagoge zum Konzertsaal, so. darf es nicht Wunder nehmen, daß man es gelegentlich auch umgekehrt macht, nämlich: den Konzertjaal zur Synagoge! Und dennoch sollte man sich wundern! „W ü r de" ist ein Wort, das die modernen Reformjuden auch für ihren Tempel und ihren Gottesdienst scheinbar in Pacht genommen haben. Unter dem Zeichen der „Würde im Gottesdienste" flutete damals dieMesorm zu uns herein, fing sie mit allen Registern ihrer Orgeln zu pfeifen und zu singen an. Also sollte sie wenigstens auf WKr de halten! Ist es aber Würde, wenn im Konzertsaal vor einem distinguierten Publikum von Männern ohne Hut undFrauech szumZftl im Aufzug der neuesten Revue, die. b « bbatlie der, Kol Nidre und Aehnliches im heiligen.Urtexte zu Gehör gebracht werden, unter Peif'Msklatschen und' wiederholtem Herausrufen und allen anderen tumultöfen Gepflogenheiten und.Gewohnheiten einer Konzertveransiaktung!? Die Vereinigung Berliner Synagogench ö r e mit ihrem. Dirigenten, Alexander. W e in.b a-u m,- befinden sich auf Reifens geben Gastvorstellungen 'in allen deutschen Großstädten? In Franks u r.t. konnte man sie qm Montag den 152 April im großen Saal des Säalbaues genießen. Von' Berlin aus wird uns von besteingeweihter Seite mitgeteilt, daß die Abreise in Berlin am Sabbat Mittag, unter den besten Gut Schabbos-Wünschen der Freunde, in ziemlich ge» räüschvöller Aufmachung (auch das gehört zur Reklame) [