Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1929)
- Date
- 1929-03-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Nr. 13 Der Israelit für alles ihm während seiner provisorischen Amtszeit gezeigte Entgegenkommen. Nach -einem Psalmgesang, in dem sich Siegfried G r ü n g l ü ck als Solos änger gut aüszeichnete, erfolgte die Ansprache des Herrn Jacob Rosen he im im Namen des Gemeindevorstandes. Redner begrüßte den neuen Direktor mit einem '-b<a und ton -p-o und spricht den Herren Direktor Dr. Fink und Dr. Lange Dank aus. Die Wirksamkeit des Herrn Dr. Elias wird der Eigenart der Schule angepaßt sein, die in dem einheitlichen Erziehungsorganismus der Gemeinde ein Mittelstück zwischen . Volksschule und Jeschiwa, erst recht ganz vom Geiste der Thora durchdrungen sein muh. Es wird bei der Freiheit, die die Behörden setzt den Schuten lassen-, dem neuen Direktor möglich sein, die jüdischen Disziplinen, wie es der Begründer gewünscht noch mehr als früher in den Vordergrund zu stellen. Herr Dr. Elias wird als Junger unter Jungen mit aufgeschlossenen Sinnen altern Modernen gegenüberstehen und dem Worte „ Reform" ln der Schul« den ursprünglichen guten Sinnwiedergeben. Hat er doch in jungen Jahren vorübergehend die Luft der ostjüdischen Jeschiwa geatmet, wie er auch den Geist auf -dem Mutterboden des jüdischen Volkes, in- Palästina in sich ausgenommen hat. Das gilt der Harmonie, die sich zwischen Direktor und- Kollegium, zwischen diesen und Schülern wie Eltern -einstellen mag, das 1112 der von ihm zu erwartenden gesegneten Tätigkeit. Darauf hielt nun Herr Direktor Dr. Elias feine Festrede. Keine eigentliche Programmrede, da das Programm der Schule gegeben ist. Di« große Geschichte der Schule, Bilder aus ihrer Vergangenheit stürmen aus ihn ein und zeigen ihm die ganze Schwere der übernommenen Mission. Aber die Tatsache, daß hier Alter und Ju-- gend sich die Hände reichen, flöße ihm Mut ein. Im Verträum auf ’"vn findet er die Kraft für seine Aufgabe. Er dankt allen Instanzen, die chm mit so viel Liebe entgegenkommen und gelobt, mit aller Kraft dazu beizutragen, daß die Schule eine Musterschule der Erziehung und BMung bleibe, eine Schule des Lebens, in dem Sinne, daß ihre Ideale im -Leben verwirklicht werden. Er rechnet auf Vertrauen -der Verwaltung, -aus die Mitarbeit der Kollegen und Eltern, wie auf die Liebe der Schüler. Es folgt ein Fe sthymn-us, vorgetragen von einem Mädchen- und Knabenchor mit Soloeinlagen von Siegfried Grünglück ustd Ernst Schönberger. Damit hat die schöne . Feier ihr Ende erreicht. Vereinigung ehemaliger Schüler und Schülerinnen der Samson Raphael Hirsch-Schule. Zu dem am 2. April ds. Js., abends 8.15 stattfin« dmden gemütlichen. Zusammensein -im großen- Saal des Zoologischen Gartens für die Mitglieder der Bereinigung und deren Angehörigesind auch alle Freunde der Schule herzlichst eing-eladen. Sämtliche Darbietungen werden nur von ehemaligen Zöglingen ausgeführt. Karten zu Mk. 1.— (für Mitglieder unter 20 Jahren zu Mk. —.50) bitten umgehend bei Herrn Ludwig Strauß, Sandweg- 3, zu bestellen. Weitere Unkosten für die Teilnahme an dem Fest entstehen nicht. Hort für jüdische Mädchen. Noch nie hat sich die Notwendigkeit -der Existenz unseres Mädchenhortes fo eindringlich gezeigt wie in den verflossenen strengen Wintermonaten: 100 Mädchen fanden in chm jeden Nachmittag warme Räume, einen warmen Imbiß, gute Beleuchtung für die Schulaufgaben, liebevolle und doch streng« Aufsicht. 100 Mädchenwaren durch -den Aufenthalt im Hort den Gefahren der Straße entrückt, den moralischen Schäden, die im jugendlichen Alter besonders nachteilig wirken.!. 100 Mädchen fanden in chm Heiterkeit und Frohsinn, geistige Anregung durch Erzählung und Lektüre, körperliche Bewegung durch Turnen, Förderung im Handfertigkeits-Unterricht, der sie befähigte, praktische und zugleich schöne Gegenstände aus einfachstem Material herzustellen. Die Unterhaltung unseres Hortes erfordert jährlich 10 000 Mark. Wir erheben nur ^geringe Mitgliedsbeiträge. Nur zweimal im Jahre wenden wir uns -an unsere Freunde, zu den Sommerferien und zum Purimfeste, zu diesem Fest der traditionellen Gebepslicht und Gebefreudlgkeit, und wir richten an unsere Freunde die herzliche Bitte, uns durch reichliche Spenden die Mittel zu gewähren, auch in diesem Jahre den Hortbetrieb aufrecht zu -erhallen. (Postscheckkonto Frau H. Besthoff 51113.) Das Purimfest -es I. T. V. Der I. T. B. lud am Samstag abend zu einem Feste im kleinen Saal des Zoologischen Gartens ein, und wer dem Rufe gefolgt ist, kam ganz auf feine Kosten. Man sah gemütlich an Tischen beim Biepe, mußte nicht unbedingte Ruhe bewahren und höM, schaute Und genoß in vollen Zügenwas sich dem Ohre, sem Auge und den Sinnen bot. Frl. Eldod sprach einen Prolog, der den guten Einfall hatte, nicht wie sonst Prologe steifleinen feierlich zu sein, sondern kn herter humoristischen- Wendungen die „ZählungsschwieriMiien" der I. T. B.-Mt-- gkreder Bund^k-alle gegerKber äh öculös zu führen. Eine ändere Dame, -Frl. DachtÄ, zeigte ausgezeichnet, den .„neuen R Hy tch m u s,- mit dem man mit Muß", im Vergleiche Zeit, als Großväter M GrößmuMr in der Krinoline heiinführte. G-ne kürze gute Rede aus dem Munde des Vorsitzenden, Herrn RM. Dr. F r ä n t , »erstieg sich zwar zu der kühnen Behauptung, HaMän märe-glatt seinem .Schicksal entgangen,-iwenn er Mitglied des I. T. B. gewesen wäre, er wäre dann mit der turnerischen Gewandtheit und mit Eleganz die 50 Ellen hinabgesprungen. Aber auch -ein -ernstes richtiges Word war darin enthalten.. Der I. T. B. macht den Sportfimmel der Zeit nicht mit. Er will körperliche Ertüchtigung, aber nicht auf Kosten des G eistes. Darum-liegen auch geistige Strebungen in feinem Programme. Und gerade darum hat -er einen- Kampf nach zwei Fronten: Di-e linksstehenden Turnverbände bekämpfenfeine betonte jüdische Einstellung, von rechts sägt man: wozu turnen? Daß aber bei all dem der I. T. B. gut gedeiht, zeigten bald die ganz vortrefflichen -turnerischen Vorführungen, unter Leitung -des Turnlehrers des I. T. B. Bessere Pyramiden und schönere Kopfsprünge sahen wir auch beim R. j. F. nicht, und das will schon etwasbesagen! . . Herr Max K o n -i n s k y, -der Sprachgewaltige vom Frankfurter Schauspielhaus, der schon fast beikeiner jüdischen Festlichkeit fehlen darf, bewegte auch mit bereits bekannten Rezitationen, ' die Herzen von neuem. Reicher Beifall dankte dem Künstler und den Veranstaltern für diese erlessne Kunstnummer. Violinen- und Klavierstücke kamen zwischendurch zu Gehör. Frl. Elärchen Hermann, -eine Schülerin des Hoch'schen Konservatoriums, meisterte die Tastenmit großer Gewandtheit. Als Ansager bewährte sich Herr Josef Feuchtwanger; -ein ganzer Stab von jungen Herren und Damen stellte sich am Büfett und als Ordner der guten Sache zur Verfügung. Nach Mitternacht gab es noch Theater und Filmvorführung, die Berichterstatter zwar nicht mehr gesehen, hat, von denener aber manches Gute hörte, wenn auch diese letzten- Programm- Punkte die Atträktiönen im ersten Teile vor Mitternacht nicht mehr in Schatten stellen konnten. Es war alles hübsch nnd gut, und wir wollen hoffen, daß das Fest dem I. T. B., wie er -es wahrlich verdient, recht viele neue Freunde und Mitglieder zu führen wird. Die Devise: „Eingesünder Geist in einem gesunden Körper", verdient gerade heute -in der Zeit der Extreme, da der eine gegen den -andern ausg-espielt wird, allgemeine und weitgehendste Unterstützung. Keren Hatauroh-Lotterie. Es wird nochmals auf die Keren Hatauroh- Lotterie. hingewrefen. Lose sind bei Herrn Karl Zu ntz, Dörnestvaße 26 erhältlich. Ziehungstermin istendgültig auf 6. Mai festgesetzt. Ms Gewinne sind wertvolle Gegenstände vorgesehen, u. a. einkomplettes trs; Der Lospreis beträgt Mk. 1.—. Die Religion im modernen und jüdischen Empfinden. Es ist -eigenartig, daß gerade in Frankfurt die Ideenwelt. des Muffar bisher keinen festen Fuß hat fassen können. Umso -dankbarer war man, in Herrn Rabbiner Dr. Elie Munk- Ansbach einen Vertreter der jüngsten, an. Rabbi Awrohom Elijohu Kaplan s. A. orientierten Mussarschule kennen zu lernen. In einem formvollendeten Vortrage in der Aguda-Jugendgruppe, der mit Worten R. Mosche Ehaim Luzattos eingeleitet wurde, zeigte der Redner, daß auch heute noch das Studium der religiösen Grundlagen, die Wissenschaft vom Glauben, viel zu wünschen übrig lasse, während im außersüdischen Kreise gerade jetzt eine Neubelebung dieser Religionswissenschaft fühlbar sei. Erinnert sei in dieser Beziehung an den Kreis um Rudolf Otto, aber auch an den gefährlichen Versuch des Psychoanalytikers Freud, die Religion als „Illusion" zu kennzeichnen. Der modernen Geistesrichtung entsprechend, suche man die Wurzel des Religiösen in der menschlichen Seele zu ergründen das religiös« Erleben aus psychologische oder mystische Grundlagen hin zu prüfen. Die von Otto vertretene Auffassung der Religion als „Kontrastharmome" von Angst- und Sympathiegefühlen berührt sich mit der jüdischen Lehre, die in Gottesfurcht und Gottesliebe die Wurzel religiösen Empfindens sieht, jedoch verlangt, daß man sich diese seelischen Erlebnisse aneigne; die Wsg-e dazu sind die Mizwoth, sowie die Erkenntnis Gottes inder Natur und der Geschichte. Je mehr Erkenntnis, desto, -innigere Zuneigung zum Gegenstand der Erkenntnis.; Die höchste Vollkommenheit wird erst erreicht durch eine Vermählung von Liebe und Ehrfurcht. Während so in außerjüdischer Anschäung'swKt das religiöse Empfindenein geheimnisvolles „Urphänomen" ist, ist es für den Juden eine Aufgabe, zu deren Erfüllung ihm göttliche Hilfe um so mehr zuteil wird, je inniger und je eifriger er sich um sie bemüht. — Der Vortrag schloß mit einem Zitat aus R. Kaplans Forschungen über das Wejlen der Är'oh. M. N. AmorienÜeruüg der Eeffehütig. In Fortsetzung des jüngst veranstalteten Ausspracheabends über Erziehungsfragen hatte die Agu-das Jisro-el- Jugendgruppe zu einer neuen Diskussion geladen,.die öön Dr.. Merzbach eingeleitet wurde. Es ist hier nicht der Ort, die Ergebnisse -der seelenärztlichen Heilmethode,. wie sie der Redner in großen Zügen aufzeigte, ausführlich nüederzuA-eben, um so mehr, als die Ausführungen ü. Creichlich Doktrinären- Eharäkt-er trugen. Die Methode geh) von de r Ford'erung clus, das Efe.tr des Tugepdlichim in den verschiedenen. Äan-Äungsphasen der Enttoicklung zu ernennen, etwaigeFehler auf .chren- Entstphuügsgrund zu lmtetfuchen Urch zurückzuverfolgöch um'älsdaNn die .MfamDmg dep Cn^WunäsursgM yst ’Jm,.. WM M Erziehungsmethödrk zü stellen.'Sy.Müsse. das CkAnnön nrWelst W,' JMllekD überwi>stzLy,.. Wcht.Wöch'Ms.hch- Mrttt'rve MMn. Die DiskuMy. rvcWte sich dägHen, Mß rMe.-Mäse»'! der.ErziehchrWnethoLik zuM. M^enftchrd einer Aussprache mH: Erziehersondern der ErzichMgsobjekch gemacht werde, sowie di« starke Betonung des Derftan^smaßigeN Äs ^KofWn" des' Ge- ' 28. März 1929 Salat - Mayonnaise - Back - OELE ' für Wiederverkäufer, direkte HDD /V .Lieferung in Ia Qualitäten zu DWWWWWWWWWW günstigen Preisen.1 Bemustert. Angeb., zu Diensten. Berthold Kahn, Wiesbaden EDEL-TAFELULE sühls. Auch wurde bemängelt, daß der Ausgangspunkt der modernen.Methodik nicht das normale, sondern das anormale Kind sei. In weiteren Ausführungen betonte Dr. Merzbach, daß gerade in Gemeinsamkeit von Erzieher und Jugendlichem der Kernpunkt der modernen Auffassung liege, nicht jedoch in geisttger Abgeschlossenheit von Älter und Jugend. Uns fcheM, daß xmt dem bisher Geschehenen nunmehr der sicherlich berechttgten Forderung' nach öffentlicher Kontrolle der Erztehung f jür <& Erste Genüge getan sei. . " ' Da nun einmal' von allen Seiten anerkannt ist, daß Erziehung nicht in Form von abgezogenen Formeln und Regeln für jeden -einzelnen Fall übermittelt und gewisser-' maßen typisiert werden kann, sondern eben Sache des Erziehers selbst bleibt/, so könnte die Sache wohl noch durch persönliche Einflußnahme von Mensch zu Mensch, nicht jedoch durch öffentlich« Veranstaltungen gefötden werden. Was bleibt und allerdings der Beachtung-, und des Dankes wert ist, ist die Feststellung, daß Erfolge mit durch Eingehen auf di-e Psyche des einzelnen Kindes in den verschiedenen Stadi>en seiner Entwicklung möglich sind, die alte, nur vergessene Wahrheit also: - -1211 ’s by nsib jim Ortsgruppe Frankfurt a. 21t. des Jüdischen Frauenbundes. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbun-des teilt uns mit, -daß die nächste Ärb-eitssitzung am Donnerstag den 25. April vormittags 9.30 Uh-r Langestraße 30 stättfindet. Zur Jahrzeit von Jakob postn Es sei mitg-eteW, daß anläßW des JahrMtStäges von Jakob Posen am Sonntag den 31. März 02iirr2 v"' ein-e halbe Stunde vor Minch-oh in der Synagoge am Hermesweg -ein Jahrzeitslernen ftattstndet. Berka PvPpenheim 70 Jahre alt. Eine Großmeisterin 'des jüdischen W-oWunsim Großen, wandelt Berta Pappenheim durch die Jahrzehnte. Si« ist -einmal in Galizien, -einmal in R-uMnö, in Berlin und in Hamburg, am liebsten -aber in ihrem Heim, d. h. in dem von ihr geschäffen-est, heü'te in Deutschtand einzig daftehen-den H ei.me i n Isen-bü rg. Sie ist Führerinim Streite für das Recht der jüdischen- Frau, aber sie weiß, besonders in den letzten Jahren, auch von der P f l i ch t der jüdischen Frau zu sprechen, der Pflicht, die ihr Recht begründet, und verbürgt.' Die jüdische WoW fahrtspflege in den letzten Jahrzehnten ist mit dem Mk- A N ANNONCEN-BÜRO FRANKFURT? MAIN UH6ESIRASSE 7 IEL HANSA 4641 POSTSCH.-KONTO FRANKFURTMAIN 142 353 o N C E N U O EINZIGE mSERATEH-AHNAHME FÜR FRÄNKFURtER GESCHÄFTS INSERATE DES»BSRAELIT« AUSSERDEM ANNAHME VON INSERATEN FÜR SÄMTLICHE HIESIGE ÜKlb ÄÜSWÄRTVÖE TAGESZEITU NGEN.WOC H EN- UND FACHBLÄTTER ZU ORIGINAL-PREISEN ANNAHME VON D R U C KSA CH E N .HÄNDEL^<BESOHnFTEi».PRIVATE FÜR ÖlBHERMÖ&DRtiÜKEmi BEI MDL ltzBTSMMRMH NU NG-’UND“ KÜNSTLERISCHER AUSFÜHRUNG IN SCHWÄRZ ÜNÖ BUNT-DRUCK üS:i