Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1929)
- Date
- 1929-03-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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yw 'f\. _ 3? *&•**&■** ---" -- " -^ *»>• 5*>. **.«; 28. Mürz 1929. : D e r Israelit F o r eig tr C o m m i t t ee s bezügkich der geplanten. Reform des . Min d-erhei tenve rfahrens durch den Völkerbund. Geltung zu verschaffen. Er. berichtete sodann über die in Paris stattgefundene Konferenz von Vertretern der jüdischen Gesellschaften, die an der Auswanderung-sfräge interessiert, sind.. Es wurde ein Abkommen über engere Zusammenarbeit, in den Wanderungsfragen'getroffen. Das Komitee billigt im Pnnzip eine Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Wanderungs¬ und Flüchtlingsfrage, wobei selbstverständlich ist, daß es sich nicht,um eine permanente Organisation handele, sondern daß die einzelnen Gesellschaften von Fall zu Fall in Genf zusammentreten, um sich über ein gemeinsames Vorgehen zu verständigen. Mit dieser Einschränkung habe das Joint Foreign Committee, dem Abkommen zugestimmt. 11384 jüdische Männer und Frauen an das Siedlungsbüro um Rat und Förderung bei der Anlage neuer Farmen. In dieser Zeit wurden 1027 jüdische Familien auf Farmen angestedest. 486 Familien erhielten Darlehen zum Ankauf des Bodens. In den Mischen Farmen wurden 16 371 jüdischen jungen Leuten seit 1908 Arbeit verschafft. Im Jahre 1928 wurden 390 junge Juden ass Arbeiter in Mischen Farmen untergebracht. Viele jüdische landwirtschaftliche Arbeiter waren nach Beendigung einer, gewissen Dienstzeit in der Lage., aus eigenen Mitteln. Farmen zu erwerben. 1928 wurden 2393 jüdische Farmer beraten, 178 Zusammenkünfte und Kurse wurden abgehalten. Darlehen zur Errichtung von Synagogen und zur Errichtung religiösen Unterrichts werden gegeben, ' Londoner Brief. London, 15. März, Gelegentlich der, Jyhrzeit. von Samson Raphael Hirsch si A. .veranstaltete die Agudas Jisrool-Jugendgruppe einen Vortragsabend, an dem Mr. Mchael Levy über düs Thema ,,Persönliche Erinnerungen an Samson. Raphael Hirsch" .sprach. Cr gab eine interessante Darstellung des Lebenswerkes und der Lehren desgroßen Führers der orthodoxen Judenheit. Mr. Goodman sprach über: „Hirsch und die Aguda", Mr. Sally Schönf.e ld über das Thema . „Was!lehrt Hirsch der modernen Zeit?" Unter den Aufpizien der Londoner zi on isttschen U ns v.e xs i t ä t stze se lls chaf t fand eine Debatte statt über das Gestchr für diemoderne Judenheit". Der Sekretär des jüdischen Nationasfonds, Mr. P. Hörowitz, vertrat die Gefahrthese, der Mr., Harry A. Goodman als Opponent gegenüber trat. Ein -außerordchMchMhkreiches'WlbKkmn. hatte, sich in den Räumen von Jewish College oersammelt, um der Debatte zu. lauschen, in der zum ersten, Mal in England ein Gegenstand dieser Art öffentlich., diskutiert wurde. M Hora witz griff die Aguda an, weil sie „separatistisch" sei und nicht wahrhaft religiös und weil sie die Orthodoxie gar nicht repräsentiere. Mr. Goodman legte dar, daß es.gerade gegenüber der. Verweltli chung der jüdischen Nation, die das Zeil der Zionisten bilde, von entscheidender Bedeutung für das orthodoxe Judentum der ganzen Welt sei, sich zusammen zu schließen. Die Aguda war jederzeit bereit, , aus ökonomischen Gebieten oder in anderen mchtreligiösen Dingen mit anderen Körperschaften zusammen zu wirken. Aber die Orthodoxie muß ihre absolute geistige Unabhängigkeit durch organisatorische Mittel aufrecht erhalten zum Wähle des gesamten jüdischen Volkes. Der ganze Verlauf des Abends wird allgemein als ein Schritt vorwärts in der Agudaarbeit in London betrachtet. Die Londoner Agudas Iisroel ist vom „Board of Deputies" eingeladen worden, Delegierte zu der englisch-Mischen Konferenz über die Jewish Agency zu entsenden. Diese Konferenz soll die Möglichkeit der Teilnahme der englisch-jüdischen Gemeinschaft an der Jewish Agency beraten. Mit Genehmigung des Gefchäftsausfchüsses der Aguda hat. die Londoner Agudas Iisroel die Einladung angenommen und die Delegierten sirch ermächtigt worden, die Stellung der Weltaguda in der Konferenz mitzuteilen. Die Machsike Had-ah-Gemeinde hat den Slonimer Rabbi, Rabbiner I, L. Fein, zu ihrem. Rabbiner-gewählt. Seit der Uebersiedhrng von . Rabbiner Kuk nach Jerusalem war das Rabbinat der Machsike Hadaß unbesetzt. Inzwischen hatte Rabbiner Fein Gelegenheit, rn Antwerpen bei, dort gehaltenen Vorträgen seine Bedeutung als Dalmid Chochom und als Redner zu zeigen, fo daß sein« Wahl zum Rabbiner der Machsike Hadaß einstimmig erfolgte. Rabbiner Fein gehört noch zu denjenigen, die von Räbbi Jizchdk Elchanan Spektor in Kowno und vom. Muster Godaul brtt nmo erhielten. Amerika. Dlg Mb-ffHe Vauernbeyölfferung der Vereinigten ....,,,.Maaten. '... . >. Nsaoyork^ 21. März. .. . Die Jewish Agricultural Society veröffentlicht ihren Äi- Jahresberichtr auswelchem ztr ersehen M -daß die SiWbautberbiende. - Mische Beoslberung - der Vereinigten Staaten M.60P SeÄen zähft.und^iyßgesaM^ rund., eine Million Äcker l^oden. bearbeitet. Die jüdischen- Bauerngüter repräsentiere^ ei-ney Wert- Mn,ch?H,MUWn-.-Dol-' lar. In den elf. Jahren der Nachkriegszeit wandten sich Palästina. Wag hat Sir John Chancellor der Attsrachi- Delegation gesagt? Jerusalem, 7. März. Nach seinem Amtsantritt hat der neue High Eommissioner verschiedenen Delegationen aus allen Bevölkerungsschichten Audienzen gewährt, ihre Begrüßungen entgegengenommen und in seinen Erwideruügen ganz bedeutsame programmatische Aeußerungen vernehmen lassen, die ihren günstigen Eindruck nicht verfehlten. Man merkte es dem neuen Regierungschef, an, daß -rt iw seinen Reden von einem hohen sittlichen Ernst sich leiten läßt und daß er in knappen aber, kernigen Worten daraus Hinweisen wollte, daß Wahrheit und Gerechtigkeit die Richtlinien seiner Politik bilden. - Auch die Vertreter der . jüdischen Bevölkerung wurden der Reihe nach vom Hochkommissar, empfangen. Und merkwürdiger Weise wurde jedesmal über die Bezichungen jenes Teiles der palästinensischen Judenheit gesprochen!, die unabhängig von Waad >leumt ein eigenes Gemeinwesen repräsentieren. Kurzum^ man sprach von der Aguda. Die beiden Oberrabbiner Meir und Kuk bildeten die erste jüdische Delegation, die bet ihm in London vorgesprochen. Er bemerkte, daß er unterrichtet sei, daß ihre Anhänger aus prinzipiellen Gründen der offiziellen Gemeinde nicht beitreten können. Oberrabbiner Kuk, reagierte auf diese Bemerkung,, indem er seiner zuversichtlichen Ueberzeugung Ausdruck gab, daß schließlich auch die Aguda-Anhänger der Kneseth Iisroel sich anjchließen werden. , Als zweite jüdische Delegation waren die Vertreter des Waad leumi im.Regierungshause erschienen. Der offizielle Belicht über diese Audienz in den hebräischen Zeitungen gab keinen Anlaß zu kritischen Bemerkungen. In Ag uda kre isen hätte man auch damit gerechnet, daß die Wortführer des Waad leumi, mit Rücksicht auf die damals noch schwebenden Verhandlungen Mit der Aguda, sich loyale Zurückhaltung lauferlegt haben. Doch, es wäre zu schön gewesen, es hat nicht sollen sein. Nach der Begrüßungsdeputation des Waad hair Aschkenasi bezw. der Landesorganisation der Agudas Iisroel, von der noch später die Rede sein soft, wurden die rabbinischen Vertreter des Misrachi von Sr. Exzellenz empfangen. Die Herren beeilten sich, auch über den Verlauf dieser Audienz ein offizielles Kommunique zu veröffentlichen. Es ist nicht uninteressant zu erfahren, was die Misrachiführer vom High Eommissioner verlangten. Nachdem Rabbiner Fischmann -das zionistische Treubekeyntnis abgelegt hatte, sprach Rabbiner Ufiel von der hohen Bedeutungdes einheitlichen Ob errabbinats, während die Rabbiner Ostrowski und Kaniel die Melodie von der Einheitsgemeinde angestimmt hatten. Alle Mitglieder her Deputation — so heißt -es in dem offiziösen Bericht des Misrachi wiesen hin auf die Gefahr (?!) dieeine. Spaltung der Gemeinde durch die Möglichkeit des Austritts im Gefolge haben könne. Die religiösen Anliegen können auch im Ziomsnrps und in der Gemeinde des Waad leumi ihre Hut finden. Aus der Antwort des High .Eomimissione rs an die Mis r.ach ifüHre r exfahren roir zunächst, .haß > auch, die Delegation -es Wa-cch leunü nicht so. harmlos > stchgäb, als es nach-außen hin den Anschein hatte)-vTrotz der g Lei chz-eit igest Derständigungsversuche mit der WMa, . forherten auch hie Zioniftenfühver Mchch ch^knMeq, alsMtzM, AnhäyM HWda beM, W Mitglietzer .des W^d. hgjr AfchKenast aufs neiue g'^- zwum.g.e;wsMchen-Mlten^ in-hie Gemeinde des Waad leumi -emgütreten, -Düs . wies der" Hochkammissür rundweg äb. Im weiteren! Verlaufe soll° aber Se. Excellienz die Misrachisten beruhigt haben, daß die Trennungs- Nr. 13. Seite 7 leute sich, nach und nach oon selbst auflösen und schließlich doch in die einheitliche Kneseth Iisroel -eintreten werden. In jedem Falle werde die Regierung, diese Zerstörungsbestreb ungen (sic!) nicht fördern und den Austretenden keine Gemeinhlerechte zuerkennen. Kann der High Eommissioner diesen 'chürfen Ausspruch getan haben? Vorerst fei ftftgestellt, daß die Vertreter, der Aguda, im Gegensatz zu den gehässigen Reden der gegnerischen Brüder, weder die Zionisten noch die Misrachisten bei der Regierung verklagt hatten. Die Begrüßungsansprache war eine durchaus versöhnliche. Der Redner fand warme Worte für die jüdische Aufbauarbeit in dem- Nationalheim und für die Autorität des Thoragesetzes bei der gesetzlichen Regelung des Mifchien Gemeinschaftslebens. Rabbiner Horovicz betonte wohl, daß die palästinensische Judenheft, ganz so wie in den Gemeinden der Diaspora,, in. ihren religiösen Grundsätzen unter sich nicht einig sei und daß eine organische Verschmelzung nur unter dem Zwange einer Gewissensbedrülkung oktroyiert werden könnte. Er. sagte aber zugleich, daß es viele gemeinsame Ziele gebe, in denen die g esamte Judenheit einig sei und bei denen trotz der weltanschaulichen Gegensätze in religiösen- Dingen der E i n h e i >t s ch a r a k - ter der palästinensischen Judenheit gut ge wahrt, werde n. k ö nute. Und Sir John Chancellor versicherte in seiner offenherzigen- Antwort, daß er -es nicht zulassen werde, foöfj in Gewissenssragen irgendwie gesündigt werde. Daß die Vertreter des Waad.leumi ihm die Bitte unterbreiteten, den allgemeinen Z w a -ng se i n t r it t in hie Kneseth Jisraöl a u f s n e n e z u de » k r e t i e r e n, -erwähnte der Hochkommissar wiederholt auch vor den Vertreternder Aguda-. Wohl -um jeden Mißion zu v.er.meiden, hat der Korrespondent des „JsraeK-t" in seinem Berichts -diese deutliche Zurechtweisung unserer zionistischen Wortführer unterdrückt.*) Wenn aber der High C-omm-issionerexpres8i8 verbis hinzufügte, daß esihm klar geworden sei, daß die grundsätz-llichen Differenzen viel f i efer liege n, als, er essi-ch vor ge stell t hatte., daß er den Plan aufgegeb-en habe, eine organische Bereinigung der Parteien zu versuchen und die Mitglieder der Deputation bat, die v org eb rachte n Gravam-ina in klarer Zusammenfassung ihm schriftlich zu überreichen: so kann derselbe Sir John- Chancellor den Misrachiführern nicht gesagt haben, daß die Trennungsleute „Kräfte der Zerstörung" seien, sich nach! und nach auflösen und. in die Kneseth Jisraek eintreten werden. Sicher- -nicht in dieser Fassung. Offenbar haben wir es hier mit einer parteimäßig -gefärbten Kommentierung oder U-eberb-ewertung einer loyalen Aeuherung des über den Parteien stehenden Regierungschefs zu tun. Wir fragen -aber unsere gegnerischen Brüder im Waad leumi, noch mehr aber unsere gesin-nungsverwandten Misrachiführer: wie lange noch soll diese unglückselige, gehässige Taktik unsere Beziehungen zu einander verbittern und vergiften? Wollt Ihr -tatsächlich, -daß auch in Erez Jisr-ael die Saat der friedlichen Verstä-ndigung erst .nach jahrzehntelangen Kämpfen, wie in den Gakuchländern, a-usgehen? Wie Lange noch sollen die Gegner des jüdischen Nat-ionalheims an diesem Bruderzwist sich ergötzen?; Die Judenverfolgungen in Jemen und die Einwanderung nach Palästina. Jerusalem, 17. März. . Angesichts der erschütternden Nachrichten über -die verzweifelte Lage der jemenitischen Juden in ihrer Heimat gewinnt in hiesigen Kreisen der dringende Wunsch, eine stärkere Einwanderung jemenitischer Judennach Erez Iisroel zu. organisieren, rnehr und mehr Boden, Me jemenitischen. Juden sind an harte, Arbeit gewöhnt, vollkommen bedürfnislos, und am. ehesten gesignet, den Arabern gegenüber ein k-onkurrenzfährges jüdisches Arbeiterelement zu stellen. Me Förderung der Einwanderung Mfex...Mmejst^.sW?'--dlcher,prm der RegieMngals wichtigste Aufgabe «rkan-nb.;w«xd«n.. . Bedeutsame Erleichterung der Einwanderung in Mläsyria. n J«-rnfa>LeM. 14. März.; Die Regierunghat soeben ßine Entscheidunggetroffen, die für die Pakästina-Mnurandernng von wesentlicher BMutsintz.ist^ Diesem Entscheidung gemäß dürfen Handwerker nach Palästina eimoandern', wenn sie sich über *) Trifft zu. Redaktion.