Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1929)
- Date
- 1929-03-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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28. März 1929 Der Israelit währ bieten, daß sie -einst als ' Ärch'trge;Rabbiner aus der Jeschirvah heroorgehen werden. ^! . Das Som me rfe m e st e r -beginnt Pfoytag den 6. Mai mit der Prüfung der neüeintretenden Höre^. Anmeldungen sind an Herrn Rabbiner Dr. Josef, Breuer/Frankfurt a. M., Rückertstrahe 50, zu richten. ' „Für den Eentral-Verein ist die satzungsmäßige wesentliche Aufgabe die Vertretung unserer Ideale und unserer Interessen in der deutschen Heimatz Allen voran steht uns deshalb die Wahrung der Geschlossenheit der deutschen Juden für diese Ziele. . Repräsentantensihung. Berlin, 17. März. Die letzte Sitzung der Re p rüfen tautenver= - jamntlung der Jüdischen Gemeinde hatte eine ungewöhnliche Ausdehnung. Nach der Wahl von Prof. Loewe zum '2. Stellvertreter des Vorsitzenden und. einer erfolglosen Anfrage Moritz A. L o.e b s., wie wert die Frage der Einrichtung zweier getrennter orthodoxer und liberaler Kuliusausschüsfe gediehen sei, beschäftigte man sich mit. einer liberalen Interpellation -wegen des G e - m e I n. de b l a t te s. Dieses hat eine mit reichlichem Palästinastofs ausgestattete Nummer, veröffentlicht und - dadurch den. Unwillen der Liberalen hervorgerufen, die die Gemeindegelder nicht zu einer solchen Propaganda für den Zionismus hergeben wollen. Der zionistische Vorsitzende des Vorstandes mußte zugeben, daß die Nummer gegen einen ausdrücklichen Beschluß -des Gemeindevorstandesvon der. SchrMestungt eigenmächtig Wjammengeftellt worden sei. Äon konservätiv-er Seite beschwerte man sich gleichzeitig, 'daß der Vorstand die für das Gemeindeblatt gebildete Redakti-onskommifsion vollkommen lahm lege und ihr keinen Einfluß gestatte. - Prof. Türk beantragt für die Liberalen, inden diesjährigen Etat eine halbe Million für bevökkerungspolitifche Zwecke einzustellen. Es begründet seinen Antrag in einer großen Rede, die die bekannten- Tatsache^ -der Mischehen, des Geburtenrückganges ufw. behandelt, und von der Gemeinde den Vau von Wohnungen-, die Gewährung von Erzieh u n g s b e i -h i l f e nE ntb i ndun g s - und Wochenh i -l f e und die Unterstützung von F rü he he k a f fe n fordert. Vom Gemeindevorstand wurde erwidert, daß man mit einer halben Million die soziale Frage nicht lösen könne, daß die Gemeinde' sich vielmehr daraus beschränken müsse, Wohnungen für ihre B e a m t e n zu bauen. In der Debatte kamen noch mancherlei interessante Momente zur Geltung. Es wurde auf die Notwendigkeit hingewiefen-, in weit stärkerem Maße jüdische Schwestern, sowohl für Krankenhäuser, als für die -häusliche Pflege heranzubilden und -diese Schwestern auch ihrer schweren Arbeit gemäß zu bezahlen. Hinsichtlich der G e b u r t e n s r a g e wies man daraus hin, daß es sich hier um ein Problemhandele, dessen Lösung im positiven Sinne vielfach andem entschlossenen Willen der liberal gerichteten Kreise scheitere. Schließlich wurde der Beschluß gefaßt, eine -gemischte Kommission zur Ausarbeitung von Vorschlägen zu den Problemen der Beo ö lke r u n g s p oli ti k ein zusetzen. Nach Mitternacht gelangte -dann trotz des Gegenantrags und-Protestes des konservativen Repräsentanten der zwischen den Liberalen und Zionisten vereinbarte Staatsstreich zur Ausführung, durch den die Mandatsdauer der Repräsentantenverfammlung mit rückwirkender Kraft von 6 auf 4 Jahre herabgesetzt wird, so daß im Jahr 1630 der Wettkampf zwischen Liberalen und Zionisten um die Mehrheit in der Repräsentantenversammtüüg m-eMvdings ^züin' Äüsttaggebracht wreden kann._ Der Eentral-Verein kann in die Iervifh Ägency keine Verkreter entsenden. Berlin, 25. März. Der Hauptvorstand des Eentral-Dereinsdeutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat am Sonntag den 24. März in einer ausdem Reiche und Berlin stark besuchten Sitzung Stellung zum Eintritt in die Jew-ish Agency genommen. U-eber das Ergebnis der Sitzung wird.uns mitgeteilt: Nach .Referaten der Herren Professor Georg- Bernhard-Berlin,.nh-er den Eintritt des Eentral-Berems - als solchen befürwortete, und Rechtsanwalt Alfred Lichtenberg-Hannover, der ihn ablehnte, wurden nach einer eingehenden Aussprache.verschiedene Entschließungen vorgelegt . Eine.Entschließung Julius Bab und. Genossen: „Der Eentral-Verein. kann seinem Wesen und-seiner Organisation nach die Vertretung, der deutschen, Juden in einem internationalen .jüdischen. .Komitee. nicht übernehmen", wurde abgelehn-t, .dagegen eine. Entschließung-. Lichtenberg- Wertheim und Genossen'mit 48 Stimmen gegen 35 angenommen, die lautet: Berlin. Am 12. März fand auf Einladung des Hilfsvereins der Deutschen Juden -und der Großloge für Deutschland im Logenhaus, Kleiststraße 10, eine Veranstaltung statt, in der Herr Dr. M u tschni k„ der. Delegierte des Kifchinewer Hilfskomitees für die., hunger-leidend-e jüdische Bevölkerungin- Veßärabi-en, über das Thema-sprach: „Die Lage der! Juden in - Beßarabien Gegenwartsprobleme -und..- Ausblicke". — Am 21. März vollendete der^Neroenarzt, Sanitätsrat Dr. James F raen'kel, der Leiter und Besitzer der bekannten Heilanstalten in-Lankwitz, sein 70. Lebensjahrs", Er ist in- Rybnick O.-S., als Sohn des dortigen Rabbiners Dr. Daniel Fraenkel geboren-. Bu- ' karesl. Königin Maria von Rumänien spendete 50 000 Lei für den Wiederaufbau des jüdischen Alters hei-ms -in- Jassy, das vor einiger Zeit durch Brand völlig zerstört wurde. — Die Behörden haben telegraphische Berichte enthalten, daß sich in den Ortschaften Pr-epel-itza und Tighina antisemitische Ausschreitungen ereignet haben. Rekruten -drangen indie Wohnungen jüdischer Familien ein, demolierten die Einrichtung und mißhandelten die Einwohner. Die Orts-gendarmen waren gegenüber den Rekruten machtlos. Brünn. In der mährischen- Stadt B o s k o - witz kam es beinahe zu -einem Ritualmordprozeß infolge des plötzlichen Todes eines - Dienstmädchens im Hause des Rabbiners. Das Mädchen starb an Gasvergiftung. Die Behörde schreitet gegen die Hetzer und Demonstranten energisch -ein. Athen. Professor Andreas teilt mit, -er habe auf der Insel Kreta Reste einer Synagoge entdeckt, die, wie er glaubt, 1900 Jahre alt ist und -aus der Zeit Philos stammt. Die Mauern sind aus Alabaster und enthalten - Inschriften in hebräischer und griechischer S Sprache. Paris. Am 17. März erfolgte die Eröffnung des Mathilde und Henry R o th f ch i k-d - Kr a n.ke n-ha uf e s in Gegenwart der ganzen Pariser Rothschildfamilie. Die Eröffnungsrede hielt der französische Arbeitsmlnister. Auch ein Minister des Innern, sowie viele Vertreter der Behörden und der Wissenschaften waren anwesend. Preßburg. Der Verband der Tschechoslowakischen Studentenschaft, der hier seine Konferenz abhi-eft, faßte eine Resolution gegen den Numerus clausus-. Budapest. Der Präsident der Pester Israelitischen Kultusg-emeinde, Hofrat Aka-dar K -a s s a b, -ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Er hat der Akademie der Wissenschaft 300 000 Pengö hinterlassen. 20 Proz. des gesamten- Einkommens des Grundbesitzes soll den ungarischen Studenten zufallen, die ' infolge des Numerus clausus gezwungen sind, im Auslande zu studieren. Bei Abschaffung des Numerus clausus sollen die Summen für Stipendien der Vudapester Universität zur Verfügung gestellt werden. Prag. Im neuen Staatsvoranschla-gfür 1929 ist der iüd-ische - Kultus inn-erha-kb eines Ges-amtbudgets für Kulluszrvecke iujjr; 115.553.30 tfchech. Kronen mit 1.863.30 tfchech. Kronen bedacht. Rewyork. Wie der Präsident der Einwandererschutzgesellschaft Hias of America mitteilt, sind im Verlauf des Jahres 1928 rd. 15 000 Juden nach Amerika -gekommen. Jerusalem. Dienstag, Purim, flog „Graf Zeppelin" über Tel-Awiw und Jerusalem, von der Bevölkerung stark 'bejubelt. — Die Arabische Exekutive und der Oberste Mo skemi tische Rat protestieren in einem Telegramm nach London gegen die Vergebung der Totenmeer-Konzefsion an eine jüdische Firma. — 15 Kilometer von Tel-Awiw wurde eine neue jüdische Planta gen - . kolonie auf 1600 Dunam Boden angelegt. Begründer der Kolonie sind jüdische Einwanderer aus Kanada. Die neue Siedlung trägt den Namen „Hadar". - Die Tatsache allein schon,' daß das., P-gläftiya.^Werk im Kreise der deutschen Juden nicht e-inh-L^flich bgMigstt wird,- und b-aß -weite Kreisedie' MitäkbM>^hehWn-ationakjüd-ischen Bedeutung und Wirkugg. wegM wüle^- nen— diese Tatsache allein schon bestimmt den Haupt- __ Nr. 13. , Vorstand unbeschadet aller anderen Gründe, von einer Entsendung von Vertretern in die Agency abzusehen." Damit ist deutlich gesagt, daß der Hauptvorstand des Central-Vereins offizielle Vertreter aus dringenden Gründen in die Agency nicht «ntfenden kann, ohne daß denjenigen seiner Freunde, welche die Agency unterstützen wollen, Steine in den Weg gelegt werdensollen. AUtgliederversammlung der Hauptstelle für jüdische Wandersürforge. B-erlin, 20. März. Am Sonntag den 17. März tagte im Logenhaus- Berlin die Mitgliederversammlung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge. Di« wichtigsten Landesverbände und Gemeinden hatten ihre Vertreter entsandt. Die Tagung wurde durch den Vorsitzenden des Berliner Wohlfahrtsamtes) Herrn Ergen C-af-pary, eröffnet. Nach Begrüßungen und Erftatt-ung der R-ech-enfchaftsbericht« erstattete Herr Dr. Werner Senator. Generalsekretär des Joint Distribution Committee, ein Referat über „Das jüdische Flüchtlings-Problem nach dem Weltkriege". Der Referent gab -ein Bild von dem ungeheuren Umfang des jüdischen Flüchtlingsproblems, das zeitlich im Laufe von 6 bis 8 Jahr-en 1 Million Juden auf -ihrer Hin-, und Rückwande-rung umfaßt ‘ hat. Als Gründe für .d-iefe Masfenw-anderung sind -die Mafsenevakuation in Westpolen, Pogrom,« die politische Lage nach Konsolidierung des Sowjet-Staates und der allgemeine WanderungsMpm, der durch den Krieg zurückgeha-lten worden war, anzyfehen. Im Laufe dieser Jahre der Wanderung hat sich die,- Stellungnahme sowohl der Durchgangsals auch der Einwanderungsländer sehr zu Ungunsten der Flüchtlinge g-eäydert, namentlich Amerika hat mit seinem fast völligen Cinwanderungsverbob für jüdische.Masseneinwanderuyg das., Problem ungeheuer verschärft, Man kann die Lösung dieses ganzen Problems im weiteren Sinn erst im Laufe von sin bis zwei Genexa-tipnen erwarten, da es mit dem. Problem des Wiederaufbaus der jüdischen Wirtschaft -eng zusammenhängt. Ein Gutes hatte dieser Wand-ererstrom: er hat den jüdischen Gemeinden des Wsstsns neues Blut und. neue geistige Energien zugeflihrt. - Reichsausschuß zur Förderung des Hilfswerks des Verbandes rüsfifKer Juden. B e r l i n, 19. März. Am Montag den 18. März, abends, fand im Logenhaus Kleiststraße sm-e Zusammenkunft führender jüdischer Persönlichkeiten Deutschlands mit den Führern 'der russisch-jüdischen Kolonie -in Deutschland statt, unt'-übe-r M-aßna-hmen zu beraten, die der unsagbaren Not der russisch-jüdischen Flüchtlinge, di-e hauptsächlich der Jntelligenzschicht und den früher gehobenen Klassen des russischen Judentums angehören, abzuhekfen wäre. Zu der Beratung hätten sich viele Rabbiner und zahlreiche Bertre-ler verschiedener Parteien und Organisationen -aus allen Großstädten des Reiches -eingefunben. Nach Reden der Herren Dr. M. S o l o w -e i t ] ch r k, Dr. Oskar Kohn , Heinrich Stern, Dr. Kahn, Dr. Alfred K -l e i n, Rabbiner Dr. Emil Cohn,' Rabb. Dr. F r e i m a n n, fowi-e des Vorsitzend-en und des Syndikus des Verbandes wurde ein Reichs ausschuß zur Förderung des Hi lfsw-e r ke s des Ve-rb a ndes der russischen Juden gebildet." ' Dom Weltverband der Schomre ächabbos. Berti n , 18. März. U-eber das Arbeiksprogramm des Welkverbandes des Schomre Schabbos-Berb-andes wird uns wie folgt berichtet: 1. Wir wollen allen jüdischen Kreisen di-e Forderung der Sabba-truhe als Grundidee jüdischer Lehre und jüdisch-err Lebens ins Gedächtnis zurückrufen. Der Sabbat soll wieder lebeng-estattend wirken und seinen Trägern den urjüdischsn Idealismus wied-ergeben, der sie befähigt, der ganzen M-cn-sch-heit den Weg zu reiner Sittlichkeit und wahrem Menschentum zu zeigen. AlteUhrenu-Sdimudc w6rd6n umgeiauschioder umgearbeiiei. ^A\re|n/n urbe/ /* . Tpngesgasse2S-2? // QL B