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Der Israelit · 1929-03-07 · Heft 10 (7.3.1929) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 10 (7.3.1929)
Date
1929-03-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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7. März 1929 Der Israelit Blätter Nr. 5. Seite 3 50.306,97 balanziert. An Subventionen für Lehranstalten für die männliche Jugend wurden verausgabt Dollar 15.636,40; für dasMädchenerziehungswerk Beth Jakob Dollar 27.712. Ueber die Beth Jakob-Arbeit im ab gelaufenen Jahr referiert Dr. L. Deutschländer. Es bestehen zurzeit 160 Beth Jakob-Schulen mit. zusammen 20 000 Schülerinnen, ferner zentrale Institutionen in Krakow, Telschi, Wien. Das neue Zentralinstitut in Krakow ist im Rohbau vollendet. Es ist ein fünfstöckiges Gebäude, an den Ufern der Weichselgelegen. In Poniewesch wurde ein achtklassiges Mädchengymnafium errichtet. Das Gesamtbudget für Beth Jakob in allen Ländern (Polen, Litauen, Lettland, Oesterreich, Palästina) betrug pro 1928 Dollar 151.448. Der Rechnungsabschluß pro 1928 weist zwar ein Defizit auf, doch besteht Aussicht, daß die einzelnen Anstalten sich allmählich selbständig erhalten. Dagegen erscheinen die zentralen Institutionen, die auf die Unterstützung des Auslandes angewiesen sind, durch das Versiegen der Jointfuboention in eine sehr schwierige Situation gerückt. Es wird beschlossen, an die Beth Jakob-Komitees in Europa und Uebersee unter Darstellung der Lage einen erneuten Appell betreffs erhöhter Aktivität zu richten. Rabbi Ber Friedmann referiert über die Lubliner Jeschiwah. Der monumentale Bau ist fast fertiggestellt. Die Einweihung des Hauses soll am Lag Beaumer stattfinden. Die Jeschiwah wurde kürzlich vom polnischen Unterrichtsminister und anderen Vertretern der Regierungsbehörden besichtigt, welche die staatliche Förderung des grandiosen Werkes in Aussicht stellten. Die Anstalt umfaßt ein Internat für 500 Zöglinge. Die Sitzung beschloß, die Landesverwaltungen und Kommissariate des Keren Hathöra aufzufordern, Patenschaften für die Studierenden zu übernehmen. Es gelangt der Bericht der von der Keren Hathora-Zentrale nach Hunsdorf (Tschechoslowakei) entsandten Delegierten zur Verlesung. (Die weltberühmte Hunsdorfer Jeschiwah ist nach 50jährigem Bestände aus sanitären Gründen von den Behörden geschlossen worden. Oberrabbin-er Horowitz hat eine Aktion eingeleitet, welche auf die Ermöglichung des Baues eigener Räumlichkeiten für Lehrbetrieb und Internat abzielt.) Dr. Kohn berichtet, daß sich in Berlin ein Komitee aus Vertretern aller Schichten des Judentums gebildet hat, das sich die Versorgung der Juden in Sowjet-Rußland mit Mazzoth zur Aufgabe macht. Es wird beschlossen, die Aktion nachdrücklich zu unterstützen. Aus der Bewegung. Berlin. Im Sommer ds. Js. hält die Weltorganisation Agudas Jisroel ihren zweiten Wettkongreß (Kenessio Gedaulo) ab. Um das Programm dieser Tagung weiteren Kreisen bekannt zu geben, veranstaltete die Berliner Aguda am Sonntag den 3. März, abends, eine Kundgebung im Großen Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, cm der außer den Referenten zahlreiche andere bekannte Persönlichkeiten der deutschen Orthodoxie teilnahmen, so u. a. Rabbiner Dr. Esra Mu n k--Berlin, Oberrabbiner Dr. Spitzer-Hamburg, Dr. S. Ehrmann-Frankfurt a. M. u. v. a. Nach Begrüstungsworten von Herrn Dr. Meier Hildesheimer referierte zunächst David U llman n über soziale und Wirtschaftsfragen. Cr schilderte die Entwicklung der Agudas Jisroel- Arbeiterorganisation in Osteuropa und Palästina, die sich immer mehffcherbreitende Arbeit der Stellenvermittlung und des Rechtsschutzamtes, die alle im Dienste der Sabbatheiligungsidee stehen. Diese müssen die Basis abgeben für, eine Einigung der gesamten Orthodoxie. Dr. Moses Auerbach behandelte „Erztehungsfragen". Bor jeder Selbstzufriedenheit über schon Erreichtes warnend, schilderte er auf Grund eigener Erfahrungen die dem Thorageiste drohenden, Gefahren, besonders auf fernem ureigensten Gebiete, in Erez Jisroel. In Deutschland müßten aus den „Schuten siir jüdische Kinder" wahrhaft „jüdische Schulen" werden. Dablei müsse der Anschluß gefunden werden an die den westeuropäischen Kulturkreis beherrschenden Bildungsformen und Erfordernisse. Im Osten sei das Wichtigste die Förderungdes Mädchenschulwesens und des höheren Schulsystems als Voraussetzung für einen thoratreu-enJntellektuellenstand, dessen die Judenheit dort als Führers bedürfe. Besonders eindringlich appellierte Dr, Auerbach an das Gewissen aller thoratreuen Juden, ihre Pflicht für das werdende Erez Jisroel und für die Lösung seiner Erziehungsprobleme zu tun. Wolf Jacobsohn-Hamburg, Direktor des Deutschen Keren Hathora (Erziehnngssonds), rief die Jugend zur Aguda-Arbeit auf. Gerade die Jugend müsse sich in ihrem Gefühl für ursprüngliches Leben und für Gemeinschaftsleben für die Ideale der sinaitischen, Offenbarung einsetzen, deren Reinerhaltung Ziel der Aguda sei. Andererseits biete die Jugendarbeit die Möglichkeit zu dem notwendigen gegenseitigen Verstehen und dem Ausgleich schlägt. — Andererseits rief Rosenheim Austritts- und Gemeindeo rthodoxe auf, wechselseitig ihre faktische Bedeutung für die Thoraarbeit in Deutschland anzuerkennen und sich auf dem Boden der Aguda zusammenzuschltesten, die allein ihnen Rückhalt für ihre Arbeit geben kann. Mit einem Appell an die Begeisterungskraft und Opferfreudig teil der gesamten thoratreuen deutschen Judenheit und der Forderung, diese in den Dienst der Aguda- und damit der Thora-Sache zu stellen, schloß Dr. Hildesheimer die Kundgebung. (I. T. A.) Zum ®veisausfcfu?etben der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel Wir weisen daraufhin, daß diejenigen Sammler, welche Mk. 200.— sammeln, Anrecht auf zwei Punkte bei der Verlosung haben. Jede weitere Mk. 100.— berechtigen zu ein. weiteren Punkt. Ferner kommt eine dritte Erez-Jisroel-Reise zur Verlosung, sobald für die Auslosung der beiden ersten Preise [mehr als 200 Sammler in Betracht kommen. Postscheck-Koni o der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. M. Nr. 53900 zwischen Ost und West mit ihren verschiedenen Erziehungsproblemen. Zum Schlüsse ergreift Jacob Rosen h e im das Wort, um die Politik der Agudas Jisroel zu behandeln: Was zuweilen in der Aguda-Polidik nach außen als Negation erscheint, ist in Wahrheit Aufbauarbeit. So ist der Austritt der Agudiften aus der durch den Waad Leu mi vertretenen Ratio na lgemeinfchask (Kmsseth Israel) in Palästina vollzogen zwecks Schaffung einer kraftvollen unabhängigen orthodoxen Gemeinschaft, die wiederum das Gefamtjudentum stärkt. Die Stellung des Aguda- Präfidiums zur Jewish Agency formulierte Rosenheim, vorbehaltlich der noch ausstehenden endgültigen Beschlüsse des Rabbinischen Rates etwa folgendermaßen: Die Aguda wäre in der Lage, in der Agency mitzerarbeiten, falls 1. die Agency nur der wirtschaftlichen Kolonisationsarbeit und der Vertretung der gesamtjüdifchen politischen Interessen gegenüber Mandatsmacht, Völker- AngesfelStenbund AGUDAS JISROEL Frankfurt a. Main Sonntag, den 24. März 192 9, abends 8^2 Uhr im großen Saale der Suppenanstalt, Theobaldstraße 4 Kund gehu n g Die Lage der sabbathaltenden Arbeitnehmerschaft Es sprechen u. a. liartog Hariogsohn-Stöln David Ullmann-Hamburg burtb und der nichtjüdischen Bevölkerung des Landes dient, 2. die Orthodoxie in Palästina völlige kulturelle, insbesondere Schul-Autonomie erhält, und zwar öffentlich-rechtlich garantiert, etwa nach Maßgabe des preu- Darmsiadk. Am Sonntag abend, 24. Februar, sprach hier vor zahlreichem Publikum Herr Wolf Jacobson aus Hamburg. Das Referat „Die Zukunft des gesetzestreuen Judentums" hatte auch Gäste von auswärts angelockt. Dieses Mal sprach Herr Wolf Jacobson nicht für seine Lieblingsarbeit, d^n „Keren Hatorah", sondern für die Propagierung des „Kenefsio Gedaulo-Gedankens", verbunden mit der besonderen Tendenz, die hiesige Agudas Jisroelgruppe zu neuem Leben zu erwecken. Anschließend an das Tvlmudwort, daß vier Menschenklassen schon heit Lebzeiten als tot gelten, zeigte der Redner in prachtvoller Weife die Aufgabe des lebendig-strebenden Jehudi und die' Ziele der Agudas Jisroel. Mit Begeisterung und innerer Anteilnahme folgten wir alle den inhaltsreichen schönen Worten und Gedanken dieser verdienstvollen Persönlichkeit, deren sympathisches und frohes Wesen den Eindruck der Rede stark erhöhten. — Es folgten dem Vortrag kurze, aber schöne Ausführungen der Herren Rabb. Dr. Merzbach und Rabb. Wassermann, die die Notwendigkeit und Möglichkeit zum Anschluß an den bba in verschiedenen Farben beleuchteten. Herr Lehrer War hastig betonte, daß die reorganisierte Agudas Jisroelgruppe in Darmstadt nicht den Zweck habe, einen Verein mehr inmitten der anderen Vereins darzustellen, sondern das Zugehörigkeitsgefühl des Einzelnen zur jüdischen Gemeinschaft stärken und fördern wolle. Nach kurzer Diskussion wurde dier unter dem Vorsitz des Herrn Arthur Dsrnburg geleitete Vortragsabend in später Abendstunde geschlossen. Es war ein recht genußreicher Abend, der uns mit Befriedigung erfüllte und in uns allen das alte, ewigneue Bewußtsein auslöste, daß ■^•‘rprpmn immer der ewigsprudelnde Quell für ein jüdisches Leben bleibt. Fulda. Am 24. Febr. fand hier eine Bezirksbel'predjiiing statt. Eins große Anzahl auswärtiger Lehrer, Vorstandsmitglieder und Freunds der Agudas Jisroel hatten sich zur Teilnahme emgefunden. Infolge eines Todesfalles in der Gemeinde Fulda mußte der angesagte öffentliche Vortrag ausfallen. — Um 5.45 Uhr eröffnete Herr Dr. Herz die Versammlung und begrüßte alle Erschienenen namens der Gemeinde und der Aguda-Gruppe Fulda. Nach diesen -herzlichen Begrüßungswort-en wurden Me Herren Lehrer Gans-Niederaula und M. Elzas- Kasfel zu Vorsitzenden der Versammlung gewählt. Darauf erhielt sofort der Generalsekretär der A. I., D. Ullmann, das Wort zu feinem Referat „Jüdische Erziehung und Agudas Jisroel". Der Referent zeigte zunächst die Schwierigkeiten der jüdischen Erziehung, die vor allem durch die beiden Gefahrenmomente der Zeit und des Milieus, heute noch erhöht sind. Nach einigen grundlegenden Ausführungen über das Wesen der jüdischen Erziehung, ging er dazu über, die Bedeutung der Agudas Jisroel als Erziehungsfaktor zu schildern. Seine Ausführungen gipselten in der Forderung, daß es uns gelingen muß, der gesamten gesetzestreuen Jugend in der Agudas Jisroel ein Arbeitsfeld zu schaffen, das sie mit innerer Verbundenheit beackert. Angesichts der zweiten Kenestio Eodaulo, deren Aufgaben der Referent eingehend behandelte, wird es uns möglich fein, die jüdische Jugend für Agudas Jisroel zu gewinnen, denn die Zukunft der A. I., die im jüdischen Volk eine geschichtliche Sendung zu erfüllen hat, ist nur gewährleistet, wenn die Jugend sich freudig zu ihr bekennt. — Nach den Ausführungen des Referenten fetzte sofort eine lebhafte Debatte ein, an der sich wiederholt die Herren Dr. Herz, Elzas. Lehrer Gans, Lehrer Berlinger, Rabbiner Dr. Baßfreund, Rabbiner Kunstadt, Speyer und Vacharach bereillgten. Die Diskussion beschäftigte sich sowohl mit den Wegen, die zur Gewinnung der Jugend einzuschlagen find, wobei manche wertvolle Anregung gegeben wurde, als auch mit den Ausgaben und der Bedeutung der K. G. Es zeigte sich, daß die Anwesenden aus dem starken Bewußtsein heraus, eine Klall-Aufgabe zu erfüllen, wenn sie agudistische Arbeit leisten,- bereit sind, jeder inseinem Kreis, insbesondere im Kreis der jüdischen Jugend, für die Idee der Agudas Jisroel zu wirken. Kurz nach 9 Uhr schloß der Vorsitzende, Herr M. Elzas, die Besprechung mit Dankesworten, einein Wort der Aufmunterung und einem Thorawort. Köln. Die Sioi’bemtutvgen zur Gründung einer Ortsgruppe des soeben gegründeten Angestsllten-Bundes „Agudas Jisroel" sind abgeschlossen. Das vorbereitende Komitee wird bereits in den nächsten Tagen an die Oeffenilichkeit treten. Mit der praktischen Tätigkeit, insbesondere Stellenvermittlung, ist bereits begonnen worden. Wir bitten alle jüdischen Arbeitgeber des Rheinlandes und Westfalen, uns vorhandene Vakanzen stets sofort aufzugeben. Auskünfte erteilen die Herren Hartog Hartogsohn, Köln, Kyffhäuserstraste 11, und Eugen bisch-n M 1876. - & agilltt tomi Köln. Am Du,se-b°ch 28. nicht die Verantwortung mit tragen an einem Schulwerk, Leipzig. Am Mauzoe Schabbos Befchalach fand die das jüdischen Erzieh,ungsgrnndsätzen geradezu MS Gesicht I diesjährige ordentliche Generalversammlung der Agudas

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