Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1929)
- Date
- 1929-02-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. Nr. 9 Der Israelit 28. Februar 1929" befürchtet daß die Umwandlung Palästinas in ein britisches Dominion den Juden in den nichtenglischen Diasporaländern, die für Palästina arbeitenwollen, Schwierigkeiten bereiten werde. Ferner sei die Propagierung der Dominion-Idee geeignet, aus die Beziehungen zu den Arabern nachteilig -einzuwirken und die Zusammenarbeit mit den Arabern zu stören. Der Oberkommissar für Palästina, Sir John Chancellor, hat eine neue Verordnung bezüglich der Gemeinde von Tel-Awiw veröffentlicht, wonach der Bürgermeister und die Vizebürgermeister der Stadt nicht mehr von dem aus Urwahlen heroorversität, an der ex mit. der Arbeit „Samaritanische Traditionen" promovierte, kam Dr. Wreschner mit 24 Jahren als Rabbiner nach Samter in Pdfen. Auch die Gemeinde Wronke und Obornik gehörten zu seinem Rabbinatsbezirk. Wett über die Grenzen feines Amtssitzes hinaus hat er seinen Namen getragen. Seine gründlichen talmudischen Kenntnisse nnd seine vertiefte Allgemeinbildung schufen ihm eine. führende Stellung in den Kreisen seiner Kollegen-, besonders der in den Posener Landen. So ist auch die Gründung der Vereinigung Posener Rabbiner seine Schöpfung. Vis zum Jahre 20 war er deren Vorsitzender. Nur die gebieterische Notwendigkeit der eingetretenen poWschen Verhältnisse konnte ihn im Jahre 21 veranlassen, den ihm liebgewordenen Wirkungskreis, der seiner Arbeit und seiner Peraehenden Stadtrat gewählt,.sondern von der Regieson so viel Schätzung und Verehrung entgegengebracht, rung ernannt werden Berardnunha. 2» RaLLLLV § sLrÄ unter der Bevölkerung von Tel-Awiw eine -energische Pro-! unö ^nge Kaufleute gehalten, nahm er «ine ehrenvolle testbewegung heroorgerufen. Der Stadtrat beschloß, eine Berufung nach Hamburg v. d. $). als Rabbiner an. Be- Abordnung zum Oberkommissar zu entsenden und ihn sonders 'verdienstvoll hat sich Dr. Wveschner literarisch ,u ersuchen, die ng für uugüm- -u 'L Eine Gruppe Arbeitsloser drang m das Stadt- Jugendbüchern -erschien-, diesem großen Posener Rabbi- Haus von Tel-Awiw ein und forderte sofortige Hilfsmaß-I«er ein erbabenes Denkmal gesetzt hat. Bedeutsam ist nahmen für die Arbeitslosen. Als während der Anauch seine Arbeit über Dlminutto-Bildungen im Talmud sammlung der Bürgermeister, Herr Di zeug off, sein Amtszimmer verlassen wollte, wurde er von den Arbeitslosen daran gehindert. Herbeigeeilte Polizei zerstreute die demonstrierenden Arbeitslosen und nahm fünf Verhaftungen vor. Die Heuschrecken, die infolge rechtzeitiger Maßnahmen und günstiger Winde ohne wesentlichen Schaden davonflogen, kommennun wieder. Aus Transjordanien find einige Schwärme über Be-erscheba in den äußersten Süden Palästinas eingedrungen. ° Da die Zeit der Eier- Ablage unmittelbar, bevorsteht, wird sich die Bekämpfung der Heuschrecken wohl mühevoller als'sonst gestalten. Anhaltender Regen, der die Wege überflutet, gestaltet die. Abwehrarbeit schwierig. Es wird berichtet, daß sich die Schwärme aus Veerscheba in der Richtung nach Hebron und Jerusalem bewegen. ft- —- Die »knesseth Israel"-Listen. I e r u sa l e m, 25. Februar. Die Mitgliederzahl der Knesseth Israel, der offiziell anerkannten Organisation der jüdischen Gemeinden in Palästina, hat sich seit Ende Januar, wo die Mitgliedertisten im. ganzen Lande aufgelegt wurden, von 80 000 auf 90 000 erwachsene Männer und Frauen -erhöht. Die Eintragung in die Listen schließt am Di-enstag den 29. Februar. Die Gemeinschaft der Agudas Jisr-oel, die außerhalb des Rahmens der Knesseth Israel bleiben will, hat bisher insgesamt rund 7000 Unterschriften von Per sonen erhalten, die auf Grund einer Bestimmung der Gemeindeordnung aus der Kn-esseth Israel, austreten, um eigene Gemeinden zu bilden. Die Eintragung in die Listen der Knesseth Israel wurde sehr gefördert durch die Oberrabbiner Kook und Jacob M-eir, die bekanntlich einen dringenden Appell an die Juden Palästinas richteten, in der Knesseth Israel zu verbleiben. Auch die Misrachi-Führer entfalteten eine starke Werbeaktion für den Verbleib der gesetzestreuen Elemente in der Einheitsgemeinde. (J.T.A.) es Die Austrittsbeweflung . Jerusqlem., 20. Februar. Die Austrittsbewegüng hat sich, beträchtlichverstärkt; dürften bereits 15 000 unterschriebene Äustri-ttserklärungen vorliegen. Auch die Mitglieder des Kuk'fchen Besdm, die.'Habbiyer A r a n k und Bernstein haben ihren Austritt erklärt. (Hiernach ist die vorstehende «inspirierte" JTA-Meldung zu berichtigen. Red.) Personalien. Amtsjubilöum des Rabbiners Dr. Wreschner, Homburg. Berlin, 23. Febr. Am 15. März ds. Js. kann Rabbiner Dr. Wreschner, Homburg v. d. H., sein 40jähriges Amtsjubiläum begehen. Einem vorbildlich' jüdischen Hause entstammend, als Enkel des zu einer besonderen Popularität gekommenen R. Abusch Wreschner, der ein Schüler des R. Akiba Eger war, und mütterlicherseits als Nachkomme der berühmten Rabbinerfamilie Falk, trägt er die Traditionen dieser Häuser bewußt durch sein« Tage. In Breslau geboren und erzögen,' zeugt'heute noch der von ihm als Student jm Jahre 84 begründete Machsiko Thora-Verein von seinem zielbewußten, jugendlichen jüdischen Streben. Nach Absolvierung seiner Studien am I mens eld Mitz-enhausen, im Jahrbuch der literarischen Gesellschaft. Möge es dem verehrten Jubilar vergönnt fein, at\. der Sette seiner hochgesinnten Gattin noch freudige Jahre zu schauen, und für Lehre und Leben des Judentums wirken zu können? Birstein, 25. Feb-r. Am 24. Januar verschied in Newyork Joses Adler, dessen Heimgang nicht nur bei seinen Angehörigen, sondern in unserer ganzen Gemeinde -einen tiefen Eindruck machte. Geborener Birstemer, war Herr Adler seit! mehr als 40 Jahre in Newyork, wo er sich.zu einer -in der Geschäftswelt, dominierenden Stellung -emporgearbeitet und seinen Kindern angesehene Positionen geschaffen hat. Seiner, deutschen Heimat bewahrte er die Treue in steter Verbindung, und tatkräftiger Liebe. Es -bleibt in dankbarer Erinnerung, wie er in der Kriegszeit jedes jüdische Gemeindemitglied ausnahmslos mit der gleichen Gabe erfreut hat, ebenso wie seine jedem Birsteiner Kind geschenkte Begrüßungsschokolade unvergessen bleibt. Beinahe alljährlich in letzter Zeit war er Birsteins Sommergast, mit jedem Besuch vergrößerte und befestigte, sich der Kreis seiner Freunde und derer, -die ihm zu danken hatten. Ein überragender Geist mit seltenem Gedächtnis war gepaart mit einer reinen, echtjüdifch-en Herzensgüte, eine geschloffene Persönlichkeit in ihrer Schlichtheit eine Größe. TrnsüTv Reumafchen, 19. Febr. Ihre goldene Hochzeit begehen heute in bester Gesundheit und geistiger Frische Herr Isaak Nußbaum und Gattin. Gleichzeitig feiert Herr Nußbaum sein ZOjähviges Geschäftsjubiläum. Wanfried. 11. Febr. Am 'na© verschiedhier Hermann Ehrlich, der lange Jahre Gemeindeältester, und auch sonst seine Arbeitskraft sowie sein ganzes 'Wissen und Können, selbstlos in den Dienst unserer Religionsgemeinde gestellt hat. Treysa, 11. Febr. Am »*np na© beging die Witwe Bienchen Abraham, Witwe des verstorbenen Scholem Abraham, die älteste Einwohnerin unserer Stadt, in körpersicher Rüstigkeit und geistiger Frische ihren 90. Geburtstag. Kassel, 11. Febr. Ihren 75. Geburtstag beging Frau Emilie Jsraelowitz gestern in größter Gesundheit und Geiftesfrische. . Kassel, 11. Febr. Seinen 80. Geburtstag beging in bester Frische Jacob Neu hau s im Israelitischen Altersheims j-; Bad Duldungen, 20. Febr. Seinen 80. Geburtstag beging iif bestes körperlicher Rüstigkeit; und geistiger. Frische Levi Höug heim aus Zwesten." ' " Gilserberg. 20. Febrt Jm 'fast vollenhefen 91. Le-, bensjahre verschied der Älteste. Einwohners pnseres^ Ortes, Mofeö -S t'a h l. Cr -hatte mit seiner Gattin vor einiger- Zeit das Fest der goldenen Hochzeit feiernkönnen. 40 Jahre war -er Gemeindeältester. Wegen seiner Hilfsbereitschaft wurde er allgemein bei Juden und Christen geschätzt. : rrasarv ■ staffle, 20. Febr. Ihren 80. Geburtstag beging am 31. Januar Frau Rosalie Hoffri, geb. Herrlich, in erfreulicher körperlicher und geistiger Frische. Sie nahm am öffentlichen Leben regen Anteil. Rach dem Tode ihres Mannes übte sie nur noch in aller Stille Wohl-- tätigt eit. - Alerzhaufen b. Ziegenhain, 18. Febr. Semen 75. Geburtstag beging in-körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische Herr Jonas.Spier dahier. 30 Jahre bekleidete er das Amt des Gemeindeältesten - und über 50 Jahre fungiert er als ehrenamtlicher Vorbeter. Dabei -ist er ein meisterhafter Es wurden ihm vil-e-e Ehrungen zuteil. Herr Lehrer Stern hielt eine warme Festrede.! Rofenlhal, 10. Febr. Im Alter von 75 Jahren verchied hier Herr Mendel R o .f e n b e r g. Mehr als 26 Jahre bekleidete, er das Amt als Gemeindeältester. Ein großes Leichengefolge begleitete den .Verstorbenen ZU Grabe. An seiner Bahre sprachen Dr. Ros en be r g - Berlin-, ein Bruder des Verstorbenen, Herr Lehrer'Blu- ". sein! Schwiegersohn, Lehrer Kassel, 10. Febr. Ihren 76. Geburtstag beging -in größter Rüstigkeit und Geiftesfrische Frau Bertha G u mpert am 10. Januar. Kassel, 10. Febr. Ihren 80. Geburtstag beging heute in bester Rüstigkeit und geistiger'Frische Frau B. Wertheim. Bebra, 20.. Febr. Ihren 75. Geburtstag beging irr größter Rüstigkeit und geistiger Frische Frau Berta Oppenheim geb. Meyerhoff dahier. hünseld, 8. Febr. Lehrer V r a u n s ch w e i g e r hier feierte letzte Woche sein 25jähriges Ortsjubiläum. Vorher war er 14 Jahre in Godesberg (Rhein) und Erdmenrode tätig. Die Feier zeigte, welch großer Liebe- und Achtung Herr Br. sich im Kreise seiner Gemeinde- und Kollegen erfreut. Die vielen- Geschenke und Blumen,- spenden legten Zeugnis hierfür ab. — Beim Sabbatgottesdienst feierte Syn-agogenäldester Katz in einer längeren Ansprache Herrn Braunschweiger als Lehrer' und Führer der Gemeinde. Am Sonntag -nachmittagfand ein Festgottesdie-nst statt, bei dem Herr Prooinzialrabbin-e-r Dr. Cahn-Fulda die Festrede hielt. Lehrer Oppenheimer-Rhina überbrachte die Grüße und Gratulation der Israelitischen Lehrerkonferenz Hessens und des Jeschurun; Herr B-erlrnger-Burghaun gratulierte im Namen seiner Gemeinde (der Heimatgemeinde des Jubilars). Ihnen allen dankte . Herr Braunschwriger. Äbeno^ fanden theatralische Aufführungen -und -ein Festessen statt. Friestnheini (Baden), 17. Febr. Am Mittwoch d-err 13. Februar verschied hier Sy-nagogenvorsteher Jsak G k e l l s h e -i me r. 20 Jahre stan-d e-r unserer Gemeinde' als vor, auch war er y-in (fast 50 Jahre). Da die Gemeinde keinen eigenen Kultusbeamten hat, oer-fah er diese heiligen Funktionen ehrenamtlich. Und mit welcher Hingabe und Liebe en-tledigte er sich dieser s-elbstgestellten- Aufgabe! Sein Haus gilt als ein vs/a ©-Ta irt welchem die' Kinder zu guten J-ehudim erzogen wurden, in welchem er 49 Jahre mit seiner ihm ebenbürtigen Gattingewirkt^ von welcher ihn nun der Tod. trennte. Ein Sohn ist Herr Rabbiner Greilsheimer in Mosbach. " Die mi:ip gestaltete sich zn einer imposanten Kundgebung. Viele Hunderte Personen ohne Unterschied der Konfessionen gaben ihm das letzte Geleite. Auch die freiwillige Feuerwehr und der Militärverein waren in starker Zahl vertreten. Die Vorsteher -der umliegenden Gemeinden trugen die Bahre mit den teuren Resten aus dem Haus -in -den Hof neben der Synagoge, in welcher er so viele Jahre hingebungsvoll gewirkt hatte.. Die Tore standen offen und alle Lampen waren ent-- zün-det. Die Gedenkrede hielt Herr Bezi-rksrabbiner D. C l oe i st-i-Offenburg. Tiefergriffen sprach dann sein Sohn, Rabbiner Greilsheimer m Mosbach, Worte des Dankes und des Abschiedes. ■ Zuletzt zeichnete Herr' Lehrer Schloß-Diersburg ein Lebensbild dieses ,a«7ü- ■rnaan. Möchte '"-m diese Trauernden trösten, rraxtfi. Osnabrück, 18. Febr. Ein beklagenswerter Trauerfall hat unsere Gemeinde betroffen. Frau Esther Heilbrunn, noch im jugendlichen Alter stehend, wurde iw wenigen Tagen 'das . Opfer einer Lungenentzündung.. Neben dem Gatten, zwei unmündigen Kindern,, beklagen die alten, frommen Eltern. die Dahingeschi-edene; die ganze Gemeinde nimmt innigen Anteil an di-esem Traüerfall; denn die Entschlafene war eine ' eine frömme, treue Jüdin, die sich ihrer jüdischen Pflicht voll bewußt war und ihr auch freudig, in hingebender Weise genügte^ Ihre.Wohltättgkeit war unbegrenzt, in materieller undr-deelle-r Hinsicht war sie bemüht, Not und Trübsal'zu. bannen. Mit gutem Beispiel zeigte sie der Jugend unddem Alter, daß Jude sein heißt: Pflichten gegen Gott' und Menschen in höchster. Kraftanspannung üben. Im: Frauen- und Jugendoerein war sie bemüht, diese Institution zu fördern ww - als vor einigen Jahren die Flüchllingsmaffenvom^Osten über Osnabrück sich ergossen, war sie zu jeder.Tages- und Nachtzeit an der Bahn, um diesen Bedrängten Hilfe zu bringen... Die Verstorbene hat-sich ein unvergängliches Andenken in det"' Gemeinde gesichert. Sabbakruhej Bor einigen Wochen war eine imposante Kundge- _.........r-, --- .. ..... bung in Berlin. Sie galt dem schweren Problem der Berliner Rabbiner-Semlnar und an der Berliner UnisGans-Niederaula und Lehrer Spier-Gemündena. W. jErhaltung des Sabba ts als Ruhetag in einer Vermischtes, Wien, 22. Febr. Der schon seit zwei Jahren schwebende Rechtsstreit RabbinoWi'tsch-Eppstein, über den an viefer Stelle wtederhol't berichtet wurde, ist nun «nd-. guktrg im Sinne der -ersten Instanz entschieden worden. Die Beklagte hatte sich vor 25 Jahren beim Einzug ins Haus des Klägers vertragsmäßig verpflichtet, an Sabbaten ihr Geschäft geschlossen zu halten. Vor drei Jahren öffnete sie. Das Landesge-richt als oberste Instanz hat der Vertagten aufgegeben, am Rosch-haschono und Jomkippur gejchlosfen zu halten. Das Gleiche könne ihr am Samstag nicht zugemutet werden, weil die Zeugen- und Sachverständigen-Bernehm-ungen die wirtschastl-ich« Unerschwinglichkeit der regelmäßigen sa-bbatlichen Geschäftssperre -erwiesen hätten. Sprechsaal. ii Ui. .i. i (/. t'.lu?:: vii'K»' -J' ‘ -- it,.;'