Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1929)
- Date
- 1929-02-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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28.; Februar. 1929 ^, Mitglieder, 'die sich tauf e n ließen- Von den christlichen;:3^ Im /-diesmaligen WahlkäMpfstrichen die jüdischen Rechtsanwälte sämtliche getauften Juden von der Liste, so daß diese, die nicht- -einmal alle chr-rstlilchen Stimmen auf -sich vereinigen' konnten, starken derMmderheit blieben. Der Verstand der Advölatenkammer '' besteht nun wieder: zur öfcittßn’:'-ctüs:Qitb^n.' ©te1 jübaf«^ Wochenschrift -.Mgyenloseg" bezeichnet diesen Kämpf ■cjte die „erste organisierte jüdische gesellschaftliche Aktion gegen «die Täuflinge! Gründung eines Vandesverbandes der Schomre- Schä6bös tu Utigam. i . v , vf, j B ü dape st, 19: Februar, v? Vor kurzem würde m . Ungarnein ,-Landesverband dch"chrchodoxen 'Sabbathültenden" gegründet, -An der Spitze..steht das,- Mtglied ,des; Munizipalausschusses der Hauptstadt -Budapest.^ Desider Korein.1 Das orthodoxe RahbB^e.ikrdMglM;'- SpitzeOberräbbiner Koppel 'Rerch$$$$$ ■ des Magy-atenhauses, steht,...fordert in einem RundEreiben alle über 18 Jahre alten Mitglieder-der orthodoxen. Gemeinschaft des Landes auf, in den Verband . einzutreten, der - auch ..alle mit der WahbUNg - des 'Sabbat züsamMühängenden wirtschaftlichen HrobIemeZu'lösen versucht^ Auf Jntertzenfion derEäbchchEaltewdt^chät der.Htagstträt der König!. Freistadt Györ;?(Raab);den Wochenmarkt vom Sabbat auf einen Wochentag verlegt. Litauen. Brief aus Litauen. scharfe Älatzüahmen gegen Juden. — Hunger in Rordlitauen. K o w n o , 20. Februar. , I'm Zusammenhang chit. eineram, 15. Februar in Mwno staMefündenen Kündgebüng von mehr als 2000 Studenten, der litauischen Staatsuniversität, darunter auch -eine jüdische Minderheit, für; Gewährung einer Ermäßigung an. Studenten beim Besuch non Theater und.Kinos ' Ve^öffentlMt^fmeben die Leitung, -her- Staatspolizei eine offizielle Mitteilung, in der es heißt: „Jüdische Studenten haben einen Putsch gegen die bestehende Ordnung vorbereitet." Dve Polizei war bei der Kundgebung besonders scharf, gegen die teilnehmenden jüdischen Studenten emgeschristen, hätte i0 von ihnen verhaftet und in strengste Isolierung gebracht .Sie sollen nach den verschärften Gesetzen des Ausnahmezustandes abgeurteilt Werden. - . ' In litauischen jüdischen Kreisen hat das Vorgehen der -Leitung^ dsr Staatspolizei gegen die jüdischen Studenten sowie die Beschuldigung des versuchten Landesoerrrats gegen dieselben,, große Verwunderung und Bestürzung hervörgerufeni Man begreift es nicht, was die leitenden Männer, im Schilde führen, wenn sie eine harmlose 'Kundgebung an der die Juden nur in' geringen!, Maße 'bete-rligtwaren,' zu einem jüdischen Verrat aufbauschen. Meht als 100 Vertreter, von Handel -und Industrie m Nordlitau-en, wo katastrophale Hungersnot herrscht, träten zu einer Konferenz zusammen, uw über Maßnahmen'zur Besserung der ungeheuer kritischen Lage der Kaufmannschaft in dem HuNgergebiete zu beraten. Es wurde mitge-terkt, daß'95 Proz. der jüdischen Lädenb-esitzer in Rördlitauen zahlungsunfähig geworden sind; der Geschäftsumsatz hat ein.-nicht mehr zu unterbietendes Minimum erreicht. Dabei drücken die Steuerlastenunvermindert auf den ' geschwächten Wirtschaftskörper. Die Mehrzahl der jüdischen. Kaufleute und Handwerker hungert ineinem nicht geringere>n Maße als die Bauernschaft und istnichtin her Lagä, in diesem strengen Winter die 'Stuben zu heizen. . Die Konferenz beschloß, an Retzlerungund Gesellschaft einen Appell zur Durchführung einer Rettungsaktion zu richten. RUMöMetu Die Hungersnot in VeHolpahienzwr dem rWMWÄMrlMeW - st , 24. Februar. In der rumämsä^n'Kämmer richtete der jüdische Deputierte von Mchinew^Dx.^MiKE^ Landau/ eine sä Moölk^ü^iwdöM-beWabisch^HürdrMbne^ ten befindet und welche Maßnahmen die Regierung zur - : D e r- I s r a e l i t . Linderung^ dir von- Tag zu Tag steigenden Not zu ergroiseU gedenkt. 'In .fünf Bezirken hungern mehr als 100 000 Seelen. AlleHilferufe an die Regierung sind bis heute-ungehörtgeblieben. Die Dörfer werden versorgt über die städtische Bevölkerung wird -ihrem Elend überlassen.. Es sind Fälle bekannt, wo ganze Familien mehrere Tage lang keinerlei Nahrung zu sich nehmen, und, um sich vor der Kälte zu schützne, in den Betten liegenbleiben,-bis sie von qualvollstem Tod hingerafft werden,/-Die Hilfe des Röten Kreuzes ist sehr beschränkt und erfaßt nur einen kleinen Teil dar Schulkinder. Wo es. um- Leben und Tod von 100 000 städtischen. Einwohnern -geht, darf m-än sich -nicht mit der Tatsache absinden, daß die Staatskassen -erschöpft sind.. Der- Redner beantragte die Einführung. von Hilssmarken bei, allen' Eintrittskarten , zu Theater, Kino und Vergnügungen, sowie für Eisenbahnfahrten.-' Das Erträgnis der Hilfsmarken soll zugunsten der Hungernden verwendet werden. Aus 6er Lemberger Huttusgememde. '.■v -- j Lemberg, 15. Februar. In der vorige Woche staitgehabten konstituierenden Sitzung - des neugewählten- Vorstandes - der' Kultusge- Nleinde, gaben sämtliche Parteien mit Ausnahme der agudistischen , progratnmatifche , Erklärungen,,/, ab: der wirtschaftliche Block», die zionistische Fraktion^ die-U ttpa rteftis-chen und der einzige Vertreter des sozialistischen „ Bund "; letzterer verlangte die weltliche,..a^eliHröse Volksgemeinde. , / . . Ms beffsht-.zur Zeft.-keine Aussicht- -daß die Rabblnatsfrage in kurzer- Frist gelöst werden kann,-weil bisher keineder verschiedenen, Fraktionen sich -eine Stimmenmehrheit verschaffen konnte. Trotzdem haltenes Kenner des hiesigen Gemeindelebens für nicht unwahrschemlich, daß es letzten Endes,der-Aguda gelingen wird, mit -ihrem. Kandidaten, der sich der Sympathie des, größten Teiles -der jüdischen Bevölkerung erfreut, durchzudringen. Schweiz. Mazzos-Äktion der Agudas Iisroel. Zürich, 22. Februar. Die Schweizerische Landesorganisation der „Agudas Jisroel" hat eine Aktion zur Äufbringung von Geldmitteln, für die Berforgung der jüdischen Bevölkerung m Sowjetrußland und Be-ßarabien, m zweiter Linie in Polen und Litauen mit Mazzos emgeleitet. England . Vom Board of Deputies. London, 19. Februar. Bekanntlich hat der Jewifh Board of Deputies in seiner Sonntagssitzung beschlossen,, -der Einladung der Z-ionistischen Exekutive Folge zu leisten und die Initiative zur Einberufung einer Konferenz der, englischen' Juden zur Teilnahme an der' Jewish Agency zu ergreifen. Die Sitzung nahm den folgenden Verlauf: Der Präsident d'Avigdor Goldsmid leitete die Sitzung. Es wurde der folgende Bericht des Rechts- und Parlamentskomitees verlesen: - Das Komitee hat sich am 13. Februar mit dem Schreiben der Zionistischen Organisation befaßt, -in dem der Board eing-eladen: wird, die Jmtiatwe zur Einberufung einer reptäsentativen Konferenz aller englischen Juden zu ergreifen, um den Wunsch der jüdischen BeoölkerMg Englands zu' demonstn-er-en, an der Durchführung des britischen Mandats in Palästina mitzuwirken und sich mit anderen. Mischen Gemeinschaften in der Jewish Agency zu vereinigen sowie Arrangements für eine Vertretung der englischen Juden in den Verwaltungskörperschaften der Jewish Agency zu treffen. -Das Komitee empfiehlt dem Board, der Einladung Folge zu leisten und das Präsidium!zy beauftragen, alle notlven-digerv Arrangements zur Einberufungder Konferenz, zu/treffen. /, f.-- -/ Es liegt ein Antrag vor, den Bericht des Joint Foreign. Committee (Komiteefür auswärtige jüdisch« Angelegenhertep). zu bestätigen. ' rE/HMreD ftch ^^Mw-Hchreib-en- M -E ',engusMN:^Jüdw-,M werdech siM Gin der Mktion zurf BersorKing der rufsischön Judeü DÄ .batte, M' der ^sich ° di« Herren Herwast», Goodman, Dr Jochelmcm, Jacobs, Lazarus u. a. m. beteiligen, schlägt - - v , /' : Nr. 9. Seite 7 Präsident d'Avigdor Goldsmid vor, einen Appell an ine .Juden Englandszu richten,^-die jüdische Bevölkerung Rußlands zu unterstützen. Schließlich wurde der Bericht des Joint Foreign Committee angenommen. Charles Talbot Foxeroft. London, 22. Februar. Der- Tod des Parlamentsmitgliedes Charles Talboi Foxcroft bedeutet von allem Menschlichen und Persönlichen abgesehenfür die unabhängige Orthodoxie der Welt und für Agudas Äi'srosl im besonderen, dex Verlust eines aufrichtigen verständnisvollen Freundes. Kapitän Foxcroft hat zu wiederholten Malm bei der englischen Regierung, im Interesse der ,-Aguda interven-iert und hat jederzeit sein warmes Jntevesse an jüdischen Angelegenheiten gezeigt. Während der letzten Session des Unterhauses spracher i-n syMMthischster. Weise bei Gelegenheit der Bill über das-Schlachten der Tiere ifür die religiösen f.Jnteressen des Judentums. Durch den persönlichen. Besuch vom Palästina hatte er starkes Interesse an den palästinensffchen Angelegenheiten gewonnen. Kvpitän Foxcroft war ein Schriftsteller von Ruf und hat auch verschiedene dichterische Schöpfungen veröffentlicht. Während des Krieges diente er -in Indien. Später funßfbert-e er als, parlamentarischer Sekretär des . Postminifters. Sein Tod wird von wallen, die ihn kannten und insbefondere auch von seinen jüdischen Freunden, aufs tiefste bedauert...- , H'i jjj :• , Amerika. ,, - Jüdische Schulkinder in Bewyork- ^adoptieren^ Zöglinge der «Ort-.Schulen. Newyork, 11. Februar.' - Beim Newyorter Komitee des Verbandes „Ort" besteht eine sogenannte Adoptier-ungsab teilung, deren Zweck es ist, für dis armen, zu -einem groß->^ Teil-.verwaisten Zöglinge der „Ort"-Fachschulen in Osteuropa, „Vormünder" unter den vermögenden Kreisen des amerikanischen Judentums zu. finden. Oft stellt ein solcher Vormund" nicht eine Einzelpersonsondern' eine Gruppe von -Personen, bezw. eine Organisation' -dar. Aufgabe des „Vormunds" ist es, für den Unterhalt eines öder mehrerer von ihm selbst bestimmten Schüler während der Periode ihrer Fachausbildung zu sorgen und auch das Lehrgeld zu bestreit-en. - Die Kosten für den Unterhalt ein-es Schülers und das Lehrgeld betragen jährlich 50 Dollar. In den Jahren 1925 bis 1928 wurden in Amerika 187 (106 in Polen, 77 in Rumänien, 4 in Litauen) „Ort"-Schüler adoptiert, von denen 53 heute bereits selbständig sind und einen Beruf ausüben. — Eine besonders bemerkenswerte „Adoptierung" fand unlängst in Newyork statt. Als „Vormund" meldeten sich die Zöglinge -einer Newyorker jüdischen Schule und erklärten sich bereit, einen ihrer kleinen Brüder — den Zögling einer Ort-Fachschule in Rumänien — zu adoptieren und für -ihn die Erhältungskosten gleich für zwei Jahre im voraus zu entrichten. In. Anbetracht der Tatsache, daß die fachliche Ausbildung der südischsn Jugend immer mehr zu einer brennenden Notwendigkeit des Tages gewordenist, wobei es Taufende jüdische Knaben und Mädchen gibt, die, ihrer Eltern beraubt, nicht die Möglichkeit einer praktischen Vorbildung für das Leben haben, oder deren Eltern zu arm sind, um für ihre Ausbildung sorgen zu können, gewinnt -das Adöptierungswerk von „Ort" eine ganz besondere Bedeutung. Die Zentralverwaltung von „Ort", die auch IN Berlin eine Adoptierungsabteilung besitzt, versucht es. auch jüdische Bevölk-erungskveise. der westeuropäischen Lände-r für diese wohltätige Einrichtung zu interessieren. palSstlna. Jerusalemer Brief. Die Idee des siebenken Dominions. — Tel-Awiwer Fragen. — Heuschrecken.! : - - Jerusalem, 21,-Februar.' / Die 'Gründung der Liga /,The Sevenih Dominion" in' Löüdon wird vön der hebräischen und der arabischen Presse in Palästina eingehend komntetiert^ Die arabische P«sse-- begleitet chiec neue-'/Gründüng' nrkt Mißtrauen' und ekWsrt.^'die DöMüion-Bewetzung'-häße, 'guch '.Ziel, W ihxetn' Müde-zEvei^ M zwMW siMü " VU.AMsiEPress«^^giÄU ^Ärütldung-M Liga. Eine Ausnahme macht die Tageszeitung „Dawar", das Organ der palästrnensischen Arbeiterschaft. „Dawar"