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Der Israelit · 1929-02-21 · Heft 8 (21.2.1929) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 8 (21.2.1929)
Date
1929-02-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12. Nr. 8 » . Der Israelit 21. Februar 1929 verwirklichten. Sonst wäre Hirsch in Frankfurt nie das gelungen, was in Nikolsburg er vergeblich erstrebte.' Niemals darf, niemals kann dies dieser Stadt vergessen werden. Aber im wesentlichen doch das Werk seines Geistes, seiner F ü h r e r p e r s ö n l i ch k e i t. Wenn in Deutschland immer noch numi miri zu finden, wenn Mizwaus und Lernen heimisch sich fühlen in unsres Landes Grenzen, S. R. H i r s ch s Werk vor allem! Ein Großer des Ostens sprach einmal die Worte: psr pa ip^n as? pp pbn «m- O, möchte mir Gott einen winzigen Teil geben an> der Seite seines Teiles in Gan Eden. Denn unendlich der Teil an aan a^iv den er sich erworben. Ist ja sein Wirken nicht mit seinem Leben beschlossen, wächst es und wirkt es fort in jeder jüdischen Tat, in diesem Lande, die durch ihn vertieft, mit Gedanken erfüllt, oder durch ihn erst angeregt und ermöglicht wurde, weil er den Boden bearbeitet hat, auf dem sie gedeihen konnten. Das ist das Gefühl des heutigen Abends, 4 Jahrzehnte nach seinem Heimgang. Von König David, dam unser Meister so seelenverwandt gewesen * ist, erzählt das Wort des Midrasch, wie es sein sehnlichster Wunsch war, bis in alle Zukunft hinaus auf die Menschheit im Sinne Gottes wirken zu können. Und Gott gewährte es ihm. man napn tw iivw pvaa küp *jaw px na nnrrv '"svx rrnpn *?"x «raV anmxi inar nx a’*rora pnpi p-jj? bsr x^x •*|Vwa a'1'V Es sprach zu ihm Gott: Auch weim du nicht mehr am Leben, dein Namen schwindet nicht auf ewig aus meiner Welt. Bei jedem Opfer wird deines Namens man gedenken und deine Lieder singen. Kein Opfer und kein Gebet vergeht, in dem nicht von neuem Davids Gedanken gedacht und seine Worte gesprochen werden. So muh auch bei jeder Tat m, unserm Lande, durch ihn ja erst ermöglicht, durch ihn befruchtet, S. R. H i r s ch s Name genannt und sein Lied gesungen werden. So laßt uns zum Meister stehen und auf seinen Worten und seiner Gedankenrichtung bauen, in nra erforschen und schließen und folgere, eigenes Arbeiten sei.'lebendig in uns; gegründet aber fest auf seine naarv auf die ewigen Weisheits- und Wahrheitswerte, die er uns gegeben, dann wird uns Hirsch uicht nur Führer der Vergangenheit gewesen sein, dann wird .er auch Führer unserer Gegenwart und der Zukunft bleiben, und sein mat wird uns leiten und schirmen. i p^y p' imat_ Die N)oche. Leo Hamburger >^1- Emen Greis, der noch wenige Tage vor seinem Tode nichts Greisenhaftes, erkennen ließ, geleitete -am' Montag dieser Woche eine besonders große Menge Leidtragender zu Grabe an die Seite seiner erst vor wenigen Wochen ihm vorausgegangenen Lebensgefährtin, mit der er 52 Jahre in harmonischer Ehe verbunden war. Leo Hamburger entstammte einer hochgeachteten Familie in Hanau, wo er am 15.- November 1846 geboren wurde, und wo ihm von seinem Vater nicht nur profanes, sondern auchgründliches jüdisches Wissen vermittelt wurde. Früh kam er nach Karlsruhe in das noch heute bestehende Cisengefchäft von L. I. Ettlinger in die Lehre, von wo aus er in das Metallgeschäft von Philipp Abraham Cohn (jetzige Metallgesellschast) in Frankfurt a. M. übertrat/ wobei er sein Wissen auf allen das kaufmännische Wesen /berührenden Gebieten eifrig und gründlich vertiefte. Im Jahre 1868 verband er sich mit seinem älteren Detter Leopold Hamburger, der sich schon früher auf dem Gebiete der Numismatik (Münzfach) betätigt hatte, üum weiteren Ausbau dieses Geschäftes, welches nach des Letzleren Tode in seinen alleinigen Besitz überging. Auf diesem Gebiete erwarb er sich alsbald einen Weltruf, der nicht nur durch feine kaufmännischen Qualitäten, sondern auch seine wissenschaftlich überragenden F^biakeiten wohlbegründet war.' Trotz angespanntester Tätigkeit konnte er immer, wenn ihn nicht Reisen verhinderten, die Zeit, erübrigen, dem „Gemilus chesed" inweitester Form eifrig zu "obliegen, wozu ihm seine frühzeitig herbeigeführte Mitgliedschaft zur „Kabronim-Kippe" Gelegenheit in Fülle gab. Viele. Jahre lang war er hierbei der Aelteste. Seine Wohltätigkeit'kannte keine Grenzen. Wiederholt und auch noch auf seinem letzten Krankenlager hatte er sich streng verbeten, ihni bei der Beerdigung ein' „Hesped" zu halten, und diesem Wünsche.entspricht es auch, diese kurze Notiz nicht weiter auszudehnen.- Frau Fanny Emanuel n"y. Eine Patriarchin ist im Alter von 76 Jahren mit Frau Fanny Emanuel von uns gegangen, eine der glücklichen ausgeglichenen Naturen, di« es verstehen, das Beste aus der goldenen Kindheit und Jugend: die Reinheit und Heiterkeit der Se-ele, ins spätere Leben und ins Greisenalter mit hinüberzunehmen. Im frommen, vornehmen -altjüdischen Hause Jggersheimer zu Mergentheim geboren und erzogen, folgte sie in jungen Jahren- .ihrem Gatten, Abraham Emanuel Vxt. nach Neuß und Köln a. Rh., wo sie. Priesterin ihres Hauses, dem Manne treue, opfervolle Begleiterin bis zu dessen frühem Ende war und dann den Kindern -eine doppelt heißliebende Mutter wurde. In den letzten zwei Jahrzehntenwohnte Frau Emanuel in Frankfurt, in der Nähe ihrer Kinder, in der Stadt, da ihre Seele eine Heimat gesunden hatte. Hier genoß sie, schwärmerisch geliebt von den Ihren und geachtet von allen, den ungetrübten Lebensabend, wie sie ihn nach einem Leben der Pflicht und Arbeit verdiente. Es war ihr gegönnt, zu sehen, wie der Sohn und zwei Töchter eigene Häuser gründeten und darin im Kreise ihrer Lieben das Licht der Emunoh im Sinne der Mutter erhielten, wie -in Enkeln und Urenkeln die Traditionen der Familie für die Zukunft -erblühten. Noch am Tage des Abschiedes faß sie im Kreise ihrer Kinder, in heißer Liebe mit ihnen verbunden. Dann schied sie leicht und sanft, wie ihr ganzes Leben nur Liebe, Ruhe und Frieden bedeutete. Eine große Schar von Trauerndenumringte am Dienstag mittag auf dem Friedhofs der Israelitischen Religionsgesellschaft nebenden Verwandten die Vahre der Heimgegangenen, an der Herr Redakteur Schachnowitz ihr Lebensbild zeichnete. Ihr Andenken wird bei den Ihren sortleben und sich in Taten der Gottesfurcht und Menschenliebe auswirken. rranii Frau Dabelke Mannheimer rry Frau Babette Mannheimer geb. Schwab, die wir am Mittwoch zur letzten Ruhe geleiteten, entstammte einer streng religiösen Lehrerfamilie und übte in jungen Jahren selbst den Lehrerinnenberus an verschiedenen Plätzen aus. 1881 folgte sie ihrem Gatten Lepoold Mannheimer rry in die Ehe. den ihr nach Jahrzehnten glücklicher Gemeinschaft der Tod von der Seite riß. Reich an- Mühe und Arbeit floß ihr Leben dahin, und der Schmerz blieb nicht aus. Mit aufopfernder Liebe betreute sie die lange Krankheit ihres Mannes, und gab sich dann ganz ihren Kindern hin. Sie wurzelte in der Tradition und fand in allen Lagen des Lebens Kraft und Trost im Gedanken an Gott, der schlägt und heilt. Kaum daß sie, solange es ihre Kräfte erlaubten, einen Gottesdienst versäumte. Möge ihr der Lohn eines arbeitsreichen und mühevollen Lebens werden. rrann Festveranstaltung Im Neuen Theater. Wie schon gemeldet, findet anläßlich des 40jährigen Bestehens der Jüdischen Krankenhilfe e. V. am Samstag den 9. März 1929, 20.15 Uhr, im Neuen Theater -ein Premierenabend statt. Zur Aufführung kommt das Lustspiel „Leinen aus Irland" von Stefan Kamare. Der außergewöhnliche Erfolg dieses Stückes in Wien und Berlin ist allbekannt. Man darf auf zahlreichen Besuch hoffen. Von unseren Vereinen. Die Vorträge im „Liwjath Chen" finden von jetzt ab fe am Sabbat, im Anschluß an Mincho in der Synagoge 4.45 Uhr im Hörsaale statt (nicht 4.15). Gäste sind zu den- Vorträgen willkommen. - Im MekorChajim findet der Mikrooor trag von diesem Sabbat.an nicht mehr am Freitagabend, sondern am Sabbatnachmittag 4.45 Uhr vor Mincho,; im Dereinslokale Langestraße 18 statt. Dozent: Herr Dr. Willp H o f m a n n- Ein w ep.Sljvm. Der Sijum des '»v *n -Schiurs auf Traktat /iwinv hat am 4. Adar I in den Agudaräumen, Schwanenftr. 12,. unter Leitung des Dozenten, Herrn- Herz H alp e r n, bei> starker Beteiligung stattgesunden. Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Am Montag den 25. Februar, 20.15 Uhr, findet in der Frankfurt-Loge, Efchersheimerlandstr. 29 ein Vortrag statt über: „Der Grabstein auf dAn Neuen Friedhof 'der Israelitischen Gemeinde" mtk"Zahlr«ichen Lichtbildern-. Referenten sind Stadtrat Ernst May, Reg.-Baum. Fritz Nathan. Karten für Nichtmitgiieder betragen 50 Pfg. Bad Dürrheim. Das bekannte Fviedrich-Luifen-Hospiz in Bad Dürrheim, welches in den letzten Monaten einer gründlichen Renovierung, bestehend aus neuen Anstrichen, Tapezierungen und Herstellung einer geschlossenen Liegehalle usw. unterzogen worden ist, bittet um baldigste Anmeldung für die Frühlings- und Sommermonate. Das Heim ist auch in den Osterferien und auch an den Pefachtagen vollständig geöffnet und sind gerade für diese Zeit Aufnahmen besonders empfehlenswert. Erfreulicherweise war der Gesundheitszustand auch im Herbst und Winter bisher günstiger als je. Anfragen sind nur direkt an die Verwaltung des Hospizes nach Bad Dürrheim (Schwarzwald) zu richten. ' ~ ‘ Frankfurter Vereinskalender. Verein Vlekor khajim. Samstag morgen, nach Schul, im Hörsaale Fried , berger Anlage, Dtnim, Herr Dr. E. Posen. Rachmittap 8/4 Stunden vor Mincho im Vereinslokale. Mikro. Herr Dr. W. Hoimonn. Sonntag morgens noch Schul, im Hörsaale Friedberg. Anlage (ebmso Mittwoch), vix "N Herr Redakt. S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Uhr. Vereinslvkal lebenso l'g Stunde nach Sabbatausgang), Gemoro. Herr Joachim Soffer. — 9'U Uhr Vormittt g (ebenso Dttnsmg nachmittag 6 /g Uhr), Gemoro, Herr R.-A. G. Voten. — Abends 6 Uhr im Veretnslokrle M drasch, Herr I. Söffer. Montag nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso^Donnerstag), Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — 8V« Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. P ffen. Dienstag morgen nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Freitag), Mischna. Herr Dr. E Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 88/« Ubr im Dereinslokale, Schaslernen des Herrn Herz Holpern. Jahrz eit-stiftungen. nntP' 23. Februar. P<ppi Heidtngsfeld geb. Sänger- Stiftung. Dienstag. 26 Februar. Heinrich I. Hanau- und Marianne Wallach-Stiftung. Donnerstag, 28. Februar. Johanna Eliason geb. Wetl-Stiftung. Aguda, 2i»roel-2u>end>rnppe. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso M'ttwoch 9 Uhr abend) Ctmmisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends lebenso Mittwoch) Mischna.. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends, (ebenso nav nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag. »^9 Uhr abends (ebenso naff UI»;4? Gemoro. Herr Leo Schnerb. — Uhr (ebenso nav 0 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W- Hofmann. — 3/49 Uhr abends (ebenso nav 8/.i0 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch. 3/49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag. 9 Uhr abends, Chumisch. Herr R.-A. Js. Rosenheim. Freitag, abends nach Schul, Muffar. Herr D. Rachelsohn. — 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft, naw. 3/4h Uhr vormittags. Gemoro. Herr Lippmann Kurzweil. — a/4il Uhr vormittags. Kizzur. Herr Louis Kahn- — 3/4i2 Uhr vormittags, Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Taisis. — 4 Uhr nachmittag, Sidro. Herr R.-A. M. Katz. Jeden Tag von 9-11 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Von 12—1 Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Halpern. Aguda» Jisroel-Mädchengruppe. Montag, 729 Uhr abends, Mischle. Herr Lehrer S. Unna. Dienstag, 9 Uhr abends. Tenach.' Herr Dr. Weger. Mittwoch, V»9 Uhr abends, Dtnim. Herr Lehrer. Hirschberg. nav nach Schul, Schmuei. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags. Chummisch und Raschi. Herr Lehrer Hirschberg. Freitag, 8l/s Uhr abends, Gesellige Zusammenkunft. Liwjath (hen-Verein. ' Samstag mittag 4lU Uhc im Hörsäle Vortrag des Herrn S. Schachnowitz (Aschmedai baut am Hetligtume mit). Jüdische Frauenvereinigung. Am 24- Februar U29. abends 6 Uhr im-Hörsaal, Friedberger Anlage 5, Vortrag des Herrn Dr. S. Lhrmann Über Erziehurigsfragen. Am Dienstag, den 26. Februar. Gemütliche Zusammenkunft nachm. 4 Ugr im Promenaden- Ca'L. Friedberger Anlage. Frau Dr. Dora Edinger: Jüdisches Schrifttum in England, Frankreich, Amerika. Veshomidrafch. Ostendstratze, Iß. Rabbiner M. Karpel: Sonntag von 7—8 Uhr, abends "ilW nav Montag, Dienstag und Donnerstag von ^o-^pio Udr iiv'V nav nni* a^nn man. Schwanenstrotze. Schachris wglich 7.10 Vormittags pan a’^Da täglich 7 30 Abends Gebekzeiken. > man nav Freitag abend 5.30 öamstag naaV.l 6.45 Samstagsmorgen 8.—. , . ' Samstaynächmittag 1.^— und 4.30 Samstagabend 6.45 ' lvochengottesdienst: Morgens 6.45 Nachmittags 5.30 Tefillin-Legen am Morge.w 6.10

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