Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1929)
- Date
- 1929-02-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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* .21.7FebM<wÄSL9 _.... . .. .... ...?D. e r s /.a e l L. t?Dr/C,h'äH ctm^in JMs.ylem HMäWt. Wese .WnWlMGMö^uMtüMkDpfftnWcEBEWS 1n^-Me?MrMttsgemeknfKMsgtzhalten ^worden ist, Mhält ^ntzyen ' müncherleit FragröürWchn : 'eine Äützöinündetsetzüng^ die imMMstim' DiMxspMK zü'öew' üiivx und HM Dö'm 'KüM-sys- Lreüön 'Juden als xiii'v 'MtkäHieL..Mrd.eN'.''itthß^ JntzMs^en ist nun? (sieh e Korrespönd erizteil und AiMiWaMdieserMümmer) ' festgestellt Würden, däß Dr.' Chachani - selber die ihm zugeschriebenen Worte n i ch t gesprochen hat, daß bielmehr Auszeichnungen eines Oör-ers, der offenbar falsch ver- Mnden hat, vorliegen. So ist also weder der Wisrüchi als solcher, noch Dr. Chachanr selben für den schmerzlichen ^Vorgang verantwortlich,'.-sondern Mir ch'aben es niiijuygen Misrachisten zu tun/.die Ire eigenen-Ideen in ihren Lehrer .Hineininterppe.tiert Und sie schleumgst vervielfältigt und in "ihrem ganzen' Kreise . als willkommene „Belehrung" verbreitet haben. Der ganze' Vorgang,: ist leid er ein charaktexistisches' Symptom für die gerknge gMige' Widerstanidskraft, - die innerhalb der j ü n g e r e n MisrachiWeneration, namentlich im ' Osten, gegenüber den verführerischen' Einflüssen des „Modernen", des soi-disant ^Wissenschaftlichen" vorhanden ist. Es flüchten sich Elemente m den Schoß des Misrachi, die es mit Nathan dem Weisen halten. „So ganz Stockjud-e sein zu wollen,,geht schon nicht und ganz und gar nicht Jude, geht.noch minder". Das ist nun kein Zufall, sondern eine Folge der leider immer größer werdendes Kluft, die — wir untersuchen gegenwärtig die Schuldfrage nicht — den Misrachi von dem Gesamtkörper der Orthodoxie und ihren rahbinischen Führern trennt. Man begibt sich nicht ohne Gefahr unter die Fahnen der Achad-Haam, Sokolöw und Genossen. Der d e u t s ch e Misrachi hatte den Mut, sogar einen .Führer abzuschütteln, als -dessen Anschauungen .sich allzuweit von den Grundsätzen der'Tradition fortentwickelt hatten; möge man sich daran in Jerusalem ein Beispiel nehmen. Für die weit, positivere Einstellung eines Tei- . les der deutschen.Misrachi-Jugend zeugt auch ein .kleiner Artikel, der in der letzten Nummer der „Mdischen. Rundschau" erschienen ist und. der ein unmittelbares Echo d.es zionistisch-liberalen Ehebündnisses in Berlin (der Schriftleiter des/liberalen Moniteurs nennt es offenherzig Bigamie) darstellt. Es. heißtda u. a. nach einigen Loyalitätsbeteuerungen an den Zionismus wie folgt: . .Mit großer Besorgnis glauben.wir in der letzten Zeit wahrnehmen zu müssen, daß in der Z. V. f. D. sich die .Tendenz einer/Annäherung zwischen Zionismus und LiberälismUs bemerkbar macht. Wir verkennen nicht, daß sich die Situation objektiv insofern geändert hat,' als relU 'Aös.'ifibÄat^ AsiMtLHiöWenf^di^pori^ 'der/Hköstlftischen 'Möglichkeit - vorausgesetzt' und dyhMipraktisch: unberüchichtjgE:gichli-eken:.roaren, inlln auch Mixtlich > -im-EWeinüng« cheten. Es-zeigt sich aber, daß der - Zionihmüs^hiermit in: einen; schrvereN inneren Zwiespalt gerästVEseits Müßte ^als Konsequenz der von der HkobisLischenMrgaMsatiWf proklamierten religiösen NeutEtär-die- Gleichberechtigüng: der liberalen.: und der traditionstreuen Richtung, .beispielsweisein der Gemeindepolitikanerkannt werden/andererseits muß die praktische DÜrchführühgbstses 'Prinzips den' Zionismusnotwendigerweise seines 'Ehäratters als Manifestation des Mal Jisrael, der - mit dem Begriff 'der ■ Tradition steht und fällt,! entkleiden. Die letzten. Erwägungen haben tatsächlich : den deutschen Zionismus bisher. immer veranlaßt, in derGemeindepolitik 'öen traditionellen Standpunkt zu vertreten?' Ein Bruch mit demhistorischen Judentum würde--dem Zionismus großen ideellen Schaden zufügen, der durch -einen etwaigen (dazu noch, sehr unsicheren) quantitativen Zuwachs aus dem liberalen, Lager nicht ausgewogen würde. WähreEder Zionismus bisher die Frage der Tradition offen ließ, würde er sie durch eine Einstellung, wie sie andeutungsweise in dem neuen ,-Gemeindsprogramm .der: Z. B. f. D.^ zutage tritt, zu einer Ängslegenheit sekundärer Bedeutung' stempeln, was für thöratreue '.Zionisten 'untragbar wäre. Auch würde mit einer 'solchen ' Neuorientierung die Gefahr einer völligen Entfremdung des deutschen Zionismus den ostjüdischen Massen gegenüber herausbeschworen, die unbeschadet der vrligiösem Einstellung des Einzelnen keinerlei Beziehung zu/dem- .spezifisch westjüdischen. Liberalismus haben. - Der Gesamtzionismus war bisher in der. glücklichen Situation,sich in der Rellgions- und Traditionsfrage nicht entscheiden zu müssen. Es ist vielleicht ein Symptom der Reifung und Vertiefung des zionistischen Gedankens, daß ernicht-mehr an der geistigen Peripherie verharren - kann,, sondern, sich nunmit dem jüdischen Kardmalproblem auseinandersttzen muß. Dazu nötigt einerseits das oben erwähnte Auftreten eines liberalen' Zionismus, andererseits aber auch die beginnende Neuorientierung des. thöratreuen Zionismus in Gestalt der jungmisrachiftischen Bewegung. In Nr. 2 der „Jüdischen Rundschau" hat Dr.. Känowitz 'über den Hämburger Bundestag des „Zeire Misrachi" berichtet und auf-die Entschiedenheit feiner politischen und sozialen Forderungen hingewiesen. 'Man muß jedoch begreifen, daß diese Forderungen des thoratreuen Jungzionismus aus demselben Geiste geboren sind, in dem er gewillt ist, dem Standpunkt der Thöratreue im Zionismus viel größeren Nachdruck zu verleihen und sich nicht mit der manchmal leisetreterischen Haltung des Misrachi zufrieden zu geben. Sehr charakteristisch fürdie beginnende geistige Auseinandersetzung im Zionismus ist die Situation in Palästina, wo der «religiöse, rein weltliche Charakter des Aufbaus früher fast als selbstverständlich galt, während gegenwärtig die Einstellung zur Tradition (besonders im Schul- und Erziehungswesen) zu einer zentralen Frage geworden ist. Es ist an der Zeit, daß die Zionisten sich der Schwere und Tragweite der unvermeidlichen, geistigen Krise bewußt werden. . Das schreiben die Herren Dr. Leibowitz und von Eleef in Köln,. In dem Augenblick, in dem der „Misrachi" die ihm hier von seinen eigenen Vertretern vorgeworfene „leisetreterische Haltung" aufgübe, würde die Kritik nach rechts sowohl wie die von, rechts sehr bald einen anderen Charakter annehmen. Nr. 8. "Sötte 3 Hatz-Propaganda. Im Sprechsäal der „Jüdischen Rundschau" greift ein Berliner Misrachist auf die Ungezogenheiten zurück, die sich fein Gesinnungsgenösse Ernst Simon vor kurzem im Rahmen eines Geburtstagsartikels gegen die ehrwürdige Gestalt Rabbi Chajim Sonnenfelds erlaubt hat und regt sich gleichzeitig darüber auf, daß Herr Moritz A. Loeb als derzeitiger Leiter des „Jüdischen Wochenblattes" es abgelehnt habe, weiteren Gehässigkeiten gegen diesen Raum zu geben, üm „nicht neues Oel ins Feuer zu, gießen." Die ideale Persönlichkeit Rabbi Chajim Sonnenfelds, der in einem Leben voller Menschenliebe sind selbstlosen Idealismus vor aller Welt bewiesen hat, daß Gefühle niedrigen Hasses gegen wen auch immer in feinem Herzen keinen Raum haben; bedarf keiner Verteidigung gegen die Än- .würfe ehrfurchtloser Gesellen, die alles für bare Münze nehmen, was ihnen von selber getäuschten palästinensischen Parteigängern zugetragen wird. Im Interesse der großen Oeffentlichkeit jedoch, die sich allzu leicht irre führen läßt, möchten wir die Tatsachen, die zu der Haßpropaganda gegen Rabbi Chajim Sonnenseld ausgenutzt werden, auf Grund zuverlässigster Information hier nochmals in aller Kürze feststellen. Rabbi Chajim Sonnenfeld Ist auf Grund feiner Kenntnis von dem Wissen und dem Charakter des Makower Raw von der unerschütterlichen Ueberzeugung durchdrungen, daß eine Schechita, für welche dieser' Raw die Verantwortung übernimmt, einwandfrei koscher ist. Er steht ferner auf dem Standpunkte, daß die gegen diese Schechita erhobenen Anklagen nicht objektiver Wahrheitsliebe entspringen, sondern möglicherweise dem vom Parteigeist getragenen.Wunsche, den Bestand dieser Schechita im Int e r e s s e d es Jaffas r Ortsrabbinats zu untergraben. Dieses Jaffaer Ortsrabbinat kann aus diesem Grunde, weil es ">m snu ist, nach jüdischem Rechte über die gegen die Schechita des Makower Raw erhobenen Anklagen nicht zu Gericht sitzen. Der Makower Raw hatte sich ohne weiteres bereit erklärt, sich j e d e m u n parteiischen, von beiden Seiten gewählten Schiedsgerichte zu unterwerfen. Wenn das Jaffaer Rabbir,at diesen Wunsch ablehnte, so kann nach Ansicht von Rabbi Chajim Sonnenfeld seiner ^inseitigen Entscheidung a.! pi din keine Rechtskraft innewohnen. So weit ist die Lage, nach der formalen Seite vollkommen klar. Seine. weihende Krast ist nicht ermachi. Er hat wohl gelebt, aber er ist nicht zu BewützisÄn gelangt, nicht ins Bewußtsein seines Befolgers. Der Sabbath kann, so gefeiert, nicht in das Werktagsleben Weihe ausstrahlen. (Schluß folgt.) Meines Feuilleton. Ausklang. Von Jfaac Schönberg. Leise neigt sich der Tag gen Westen. Die. stammenden. Wimpel der feurigen' Abendröte, grüßen den scheidtz'nden Habbath, rosiger Schein geleitet ihn sacht bis an das' Tor, ein vom Wege abgekommener, verirrter Son- "ÜMstrahl^ tvinkk 'Hm'Mn letzles Lebewohl zu. Noch Fine kurze Spanne Zeit, und mit dem Licht des Tages muß .auch der Glanz des Sabbaths dem Finster des Alltags Michen. Im „Stübel" steht noch alles nn Banne des Sabbatherltzbens. Doch sucht tnan diesem nun neue Reizmomente abzugewinnen und seinen verblassenden Eindruck durch immer neue, seelische und äußere Erlebnisse aufzufrischen: es ist, als durchströme ein leises Nachklingen seiner Harmöttöen'den von traulichem Dunkel erfüllten Raum.?■' Fahler Dämmerschein dringt durch die Fenster und svW-ejp gleiches, ''gespenstiges Licht aus die zu beiden ,MeMn:ein^s.lgnMÜ Tisches Menden Männer. Das Auge bMtä^MnMst Mst/die Mlhouetten der Anwesenden MWüsteMep/ kanst. MdH /ällmKWH, nachdem es .sich rchch eifrig? mi^Mrn,Mxzehr«.y? bjer;,Seudv > Scheüfchis^' beschäftigl; ss ist dies eine nichts weniger, denn opulente Mahlzeit, besteht sie hier doch lediglich aus eineM'„Ke- Ws", 'einer kleinen Brotmenge, der sich zuweLen ein Hering, oder auch nur die Erinnerung an einen solchen, -/ ein kümmerlicher' Schwanz zugesellt. Erklärt sich gar einer der „Balbattim" bereit, einige Flaschen Bjer - zu stellen, dann ist gewiß niemand geneigt, mit der' Tafel Mlastd.Salomos zu tauschen. Doch weit höher ats!,alle Gaumengenüsse weiß man die geistige Würze zu schätzen, an rvÄcher denn -auch keinerlei Mangel zu bestehen scheint. Hier sind es Epifödchcn, die ein williges Ohr finden, dort ein scharfsinniges Talmudwort, em „Pschettel", dem man gespannt lauscht: und schon wird alles von lalutem Gesang übertönt,, die chassidischen schwermütigheitevsn „Niggumm" schwirren durch den Raum, Helle Kinderstimmen mengen'sich-mit sonoren Bässen, kurz, alles scheint darauf erpicht, den Sabbath in ein fröhliches Finale ausklingen zu lassen. Und über all diese naive Freude Und Unbekümmertheit breitet sich eine behagliche Dämmerung und Weltabgeschiedenheit; ein jeder fühlt sich geborgen, wie unter einem schützenden Fittich und möchte wohl für immer in diesem Zustande der Entspannung und Ausgeglichenhest verharren. Der Kampf des Lebens, die Sorge um das tägliche Brot ist vergessen, umspült und hinweggeschwemmt von den mächtigeren Wellen des Augenblicks,' entrückt ist die pessimistische, sorgenschwere Frage: was wohl die nächsten Stunden bringen mögen-. Indes, die Nacht, hat sich unbemerkt hereingeschlichen, dje Zauberkraft des Sab'baths ist gebrochen. Grell aufslammen-des Licht reißt uns jäh in das nüchtern Reale zurück. Man ^.wächst wie aus 'einem schönen Traume, reckt die- Mieder und wirst/den.kglt. strahlenden LichtspLn? dern nicht.tgergde ^sreundliche- Plicke zu. Der werktägliche Klasig' des ,>Wchü Nchchutn^ ertönt, sind mit ihm schwÄgt uW verstüMitit die' Symphönie des Sabbaths. Draußen aber flimmern die Sterne und lassen ihr mildes Licht in die rauhe Nacht des Alltags riefeln ..... , ':•!• t(Der Römische Kirchenstaat und die Juden Italiens.) Dio Wiederherstellung des Römischen Kirchenstaates weckt auch Erinnerungen an die Emanzipationi der Juden in Italien. Die Juden, Italiens hatten nach einer langen Periode der Unterdrückung durch Napoleon I. ihre Emanzipation erlangt. Die italienischen Juden sandten vier Deputierte zu dem 1807-von Napoleon nach Paris «inberufenen Synhedrion. Nach Napoleons Niederbruch führte Papst Pius VII. die I n q u r si ti o n wieder ein, es begann eine neue Aera der Unterdrückung, der Juden, die wieder in Ghettos eingesperrt würden. Die Revolution 1848 brachte den Juden Erleichterungen, es folgte aber eine neue Periode der Reaktion. Als 1859 di>e Papststaaten aufgehoben und das Vereinigte Italien geschaffen wurde, erhielten die Juden Italiens ihre volle Emanzipation. Im Kirchenstaate Rom dauerten die Unterdrückungen der Juden bis zum 20. September 1870. Das neue Abkommen wird die Juden nicht berühren. Das konnte von autoritativer katholischer Seite einem Vertreter der I T. A. versichert werden. Auf die Frage, ob, t»öe aus katholischen Kreisen mitgeteilt würde, das Konkordat die Wiedereinführung des Canon in Italien vorsieht (das canonifche Gesetz enthält Ausnahmeverfllgungen gegen die Juden), wurde erklärt, daß nur wenige Bestimmungen des alten canonischen Gesetzes jetzt wieder in Geltung kommen. Diese Bestimmungen betreffen nur Angebegenheiten des Unterrichtes, der Ehe und der kirchlichen Besitztümer. Laut dem Abkommen, ist der katholische Religlvnsuniterricht in den italienischen Staatsschulen obligatorisch, dies war aber in Italien auch, vor Abschluß des Konkordates der Fall. Jüdische Eltern haben aber das Recht, die Befreiung ihrer Kinder vom katholischen Religionsunterricht zu fordernd il