Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1929)
- Date
- 1929-02-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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©eite 2. Nr. 8 Friedländer und Genossen darum baten, Nichtjuden z^MerdM^ annehin.eri^MWM^Pil^Yy^dM^IVWKWW' deutschüationalen. MW",... zu,/, d enen.-, DprMW MendAsohn^Rohel Lewig ., und^HWpchttm,Hgrz. iW Salons hergaben, nicht davon, wie Börne und /Heine den Deutschen Besinnung aus national^ Erte predigten, MchtzweniM von Stahl, dem? jüdischen Begründer der chÄstlich-ckonser-, vütiven - Partei. Aber, daß -die Müssen selbstsowillig und so völlig - untertauchten,' daß? sieselbst solche Ideale, die über dem Nationalen .stehen, wie.Humanitätsideal und Klüssizismüs nur im Spiegel der deutschnationaftn Kultur - suchten, obwohl sie schon Jahrtausende vorher im Judentum-vorhanden waren, daß jüdische Hoffnungen mit Rücksicht, aus nationale Bindungen über Bord geworfen wurden, daß endlich als Reaktion dagegen ein Begriff von jüdischem Nationalismus aufkam und sich breitmachte, der-der Thauro und dem die Thauro fremd ist, das macht dieses Jahrhundert so unheilvoll für das Judentum. Und es-ist. keine Frage, .daß auch die Gesetzestreuen im. Strudel des nationalen Erlebens in den einzelnen Landern viel von ihrem unmittelbaren jüdischen Gefühl eingebüßt haben. Wir denken an die Auflösung der Verbundenheit zwischen Ost und Westan das Schwinden des Klal-Begriffes, an die Reduzierung des Lernens, an den Mangel hebräischen Sprachgefühls und -die unleugbare Schwächung des Sinnes für Erez Jisroel (wie am Tischo-beaw zu beobachten), dann haben wir mit dem Rückblick auf diese Zeit auch schon den Ausblick auf die Arbeit, die wir zu leisten haben. In einem seiner schönen Aw-Artikel hat S. R. Hirsch darauf hingewiesen, daß die idealste Pflicht, die wir den Ländern, in denen wir wohnen, -gegenüber zu erfüllen haben,.die ist, unser.Judentum in allen seinen Aeußerungen lebendig zu erhalten, den Schmerz - um Golus Schechina in dem Schmerz mm Palästina' hinauszuwemen, die Hoffnung, auf Moschiach 'in der Pflege des Zusammengehörigkeitsgefühls zu pflegen.. In diesen drei Aufgabenliegt stärkste Mahnungheiliges Gesetz und Land-- jüdische. Sprache , und; Geschichte - mit viel größerer Energie in unser Leben aufzunehmen,-als in dem vergangenen:. Jahrhundert: der- Fall' war- Wir müssen daran arbeiten, daß unsere Propheten nicht mehr in fremder Sprache zu-uns reden? düßi unser heiliges Land nicht als Land' unserer Vergangenheit,: aber auch.micht nurals> das Land bloßer. Gegenwart, sondern als. daK-Land begriffen werde,, in dem- Vergangen heit- Und. Gegenwart ' sich die Hände reichen, att dessen'Ausbauzü' arbeiten, dessen sich-würdig zu Der Israelit 21. Februar 1SW erweisen-; in welchem zu leben micht> nur i nische> Sehnsucht^ sein darst Jm^der, MMHN^wir,.chMnstch^.zu.^W^Mn^suchW^in^ih^ MU^in^,ÄW^'slWmo,.,sWM^eim7Iageh .unsxer.,selbst,.sehen,..daßwir,lebeN'Und-leidLN.MiL den Gestalten unsrer Vorzeit, und aus den Mizwaus persönlichste Ansprache, auß^der Mauroscho wieder eine Meauroßo, aus.den vergilbten Blättern des -„alten Testaments" grünende- Plätter eines lebenden Baumes zu machen, daß -wir unsere Ideale von Leben, Schönheit und Freiheit wieder.finden auf dem Boden der Thauro, in Israels Zelt, und an unfern Jünglingen und mit nen auch Gott wieder seine Freude haben kann. 2, E i n Jahr h u n d e r t d e s B ü r ge r tums. Mit der. nationalen Bewegung ging aber eine andere Bewegung Hand in Hand, welche die Jüdenheit in gleicher Weise ungünstig beeinflußte: der Kampf des Bürgertums um seinen Aufstieg, der ihm politisch, wirtschaftlich und kulturell den größten Einfluß sicherte. Wenn man von den schmerzlichen Erfahrungen absieht, die wir von 1830 mit diesem Bürgertum machten, so.konnte sein endlicher Sieg,, an dein die Juden ihren hervorragenden Anteil hatten, doch nur erfreulich für uns sein. Versprach er doch-die Züerkennung gleicher Rechte und -gleicher Güter ohne Rücksicht auf Geburt und--Stand allen,Öte die gleichen Pflichten aus sich nehmen und gleiche Verdienste sich erwerben. Die Verbindung mit dem Bürgertum ist aber dem Judentum nicht gut bekommen? Hat sie zuerst soviel - biedermaierische aufklärende Tendenzen - ins Judentum hineingetragen, daß es verflachte, so zerrte die Lebonsaufaffung, wie sie das Bürgertum der sechziger Jahre zeigte, an den Grundlagen des jüdischen Zusammenlebens. Das^ Bürgertum war - vbn der Höhe seiner .Aufgabefreiwillig» herabgestiegen und - zur geistlosest "achahMUM des Adelsjm geradezu zu emer Sehnsucht nach adeligen - Lebensformen gekommen. Das» 19.' Jahrhundert hat den bürgerlichen sozialeNtzPHAister gezüchtet, einen-Bourgeois, der den früheren Adeligem gleich «nur sich kennt, der sich in i seine.'Eigenpersönlichkeit einspmntin sein Haus zurückzrehtaufseine- Ueberbürdung mit Arbeiten-aller'Art beruft, nur um dem Anspruch, der: Gesellschaftan ihn-aus-d'em Wege zu gehen Diese- Pflünge des 19. Jahrhunderts hat im Leben - im. Fühlen und Denken unserer westlichen Juden die> weitester Verbreitung gefunden/ sich besonders » in den Großstädten ausgewirkt und nickst zuletztmn den Gemeindebeamten sich geltend gemacht? Ein Beispiel für viele: .dM.jübischen.ZBoro,-idie^WEpHMWDMDler - M^b^,die../dabei .von-.seitW.des.^M^emdEWauschUEHhM Zweifel das Bewußtfedtzsl^Eim.MfftznHdH^ höher als. d'ie,dNr. sich her gepfleU^ Westjude ja nWDMiMDie-Liehestat WMW liebevolle HUfMereitAafi, die./ aus... dem.- / Züsammengehprigkeitsgefühl des Bruders; miWqm Beuder/strlMt. Vergleichen Sie dochMrMfAgende begeisterte Schilderung, die? HMchWöM von seiner Zeit (ca. 1850) geben könnte: „Hillst du heutigen.Tages rdeN^Segnungen. -des JHMtums begegnen, suche es einmal dNüuf,-wo tes fast die einzige geistige Potenz.?.irrst: GeHchtesst- und Gefühlskreise bildet . . . Das) ü dis ch e Pr öl e t ar i a t suche allst nicht das?wanbernde, heimatlosei n g roß e n - vo l,k r e i thIIn Stähten suche es auf, wo die. Arrstüt^as Elend, die Verkümmerung.undlEntartung sonst im Gefolge hat. Dort lgeP?in-die »-HWechHr jüdischen Armen, und lüsschdrr:von?>ihren^^HHgern das Bild des.Lehens. entrollest^-hast /dHt gelebt wird' . . . Da wirst dü lernen, welch einen Geist der Sittlichkeit, derRedlichkeit, hstr Aufopferung, der Liebe, ., -des? EdeWutstst des Seelenadels--. welch?rmen?GePdder^sieÄMeit, der Heiterkeit,- der^ZufriehenhEest^aMMehestsstufen zw entfalten nieißwo es?den/einzjA6N Reichtum, und das einzige Licht und die einzige Lebenspulsader.bildestv D^h, wirst,.du.,die.<G.atten? liebe, und Elternliebe und Kindesliebe,. und? die opferfreudige, gegenseitige Menschenliebe / ihre schönstenTriumphe feiern sehen . : Selbst wenn wir; von Hirsch nichts - dergleichen hörten, wüßten wir. auch, daß das - von ihm entworfene Bild in Wahrheit existiert hataber ebenso sichör wissen.wir, daß ihm heute in. den. Großstädten, die Wirklichkeit in keiner Weise entspricht. ' (Schluß folgt.) Wochenrundschau. Zur Entwicklung im „Misrachl". Wir haben jüngst an andrer^ Stelle über einen vvn^ Rabbi r Jöfef^ Baumgärten in- WrestgsthalM nen Vortrag berichtet,,. depesichM^.d.er^vom-fl,?'!»^ berbreiteten „EinlchtuMMum Tünch" eines Herrn Das verborgene Kleinod- Nach- 7t. David von Zowlykow. Bon Rabbiner Dr. B. Lohen. 1. Dev Midrasch-fagit (Ex. 16/29): „Eine gute Gäbe habe.- ich im Haust meiner- Geheimschätze, und Säbbatb ist ihr Käme; geh und verkünde sie Israel". Zu diesen Wortenwelche als an Mosche gerichtet' betrachtet' werden-- benterkt dti David von Z.: Von den lebenden Wesen ist-unsinder Schöpfungsgeschichte (Gen- 2,. 19) gesagt, ihre eigentliche Bedeutung als. Lebewesen liege in ihren N a m e n, die ihnen di« Weltweisheit des ersten Menschen erteilt habe. Als» letztes Anzeichen bemerken wir davon noch heute, daßes kein besseres Mittel zum Wecken einesschlafenden Menschen gibt, als ihn mit Namen zu rufen; dies bezieht sichvornehmlich auf dem schlaftrunkenen oder sonst halbbewußten» Menschen, der fätttc Umgebung völlig erwachend erkennen soll. So ist auch' „Sabbath" der Name des großen, lebenden Gottesgeschenks. Wennwir den' Sabbath zu feiner Zeit mit Namen nennen, mit dem richtigen- -ihm zukommendew Namen nsv benennen, -dann erwecken wir Sabbathgeist und' erfüllen uns' Mit ihm Sind doch auch die hebräischen Nämen dev WochMäge zw solcher Erweckung des verborgenen'teurem Wesens-befkmmt und stihig, indem wir die. Tage nawa'a .nawa- 's nachihrem- Abstande vom oM.^beüennien. 2; Gleich : einem? Lebewesen-, das aufi Namensanruf.' zu hellstem VewuMein erwacht,...fv. entfaltet, der-'Sabbath feiE ganze weihende' Kiäft gerade, dann,- wenn er'mit N-ämen benannt -wird.- —.- Gar - viele Befolger des- Thoragesetzes haben gegen- Ende»ihres? Lebens» die bittere Erfahrung machen müssen, daß ihre Gesetzestreue, insbesondere ihre Sabbathheiligung sich Mcht auf ihre Kinder verpflanzt hat. Woher kam das? Sie haben, nichtden Säbbathentweiht? Sre< haben vielleicht nichtstattdes Wortes Sabbath i das- Wort- Sonn-äbelch- oder SäMstäg gebraucht. Aber sie habent dengottgewollten RuhetaM vielleicht-nicht,als,solchen,. sondern.als»E>r h.o.'l u ng;s,t ag begangen. Anstelle des vormittägigen,? werktäglichen?. Ganges iNs Geschäft' istder ins- Gotteshaus? getreten;'anstelle? des nachmittägigem Erwerbslebens - sind Besuche und Schiurim» ^erledigt" worden. Rühmen; und» Namen, derganzen Sabbathtags.einEung-.aber.. waren ganz, werktäglich., Der Name, der dre1n2v miivo ist nicht genannt,, ihre. Zähl nichterwähnt worden. Man hat -nach? nnsipn „gefrühstückt"? nach der..„großen Synagoge" zu Mittag, und kurz, vor-odernach Maariw; „Abendbrot gegessem'! Gibtes dabei, noch, einen, durch, besondere.Einteilung. 8«? j weihten und ausgezeichneten Tag? Den gibt, es: Sonn? \ tag. Am Sonntag muß Jung und Alt „ausschllafen"? Die?? Rettgionsschuledieser KmM-erliche Ersatzjüdischer Er» l zrehüng, darf, nicht zu früh-ansangen. Dach ist: nicht vor 10. Um 12 muß die Familie um. den sonntäglichen Mttagstisch. versammelt. sein.. Am- Nachmüläge dem einzigen 8er Woche- „gehören die Kinder d-ervFarnilie." oder dem Sport? am- Wend.den gesellschästllchen J^r-anstäktum. gen Noch am Montag frühzeugt v-mip irwi* eine: leere j Synagoge von best Folgen solthsn TestProgramms. W» j nötig-W sagen, daßletzEes, alle. EinwirkuM auf die Ge» .setzfreMdeN, alle jene vieLerühmte wp-in-i-.^ips -Aktion zur \ Illusion macht, unb nrchb zu einer schonen;- doch E ist rsttger Ünerfahren HM iM.jüWhen Leben o»äzÄhüch? >bei- Wie aber sWt es-ddst in MstvM KreWaüs? Hüben wie drüben entsteht-.n och nie,h r.Ü n he i l.d^u rch Maifeiernden-tmgs»'' <vls 'dür^ch En twei - h,nng-,d e s^S.a b b-^nt hF< Daßl-rvar das^inMe, vesttziöfe Mhestr shIM/ Zkstoinitefl.ügn: geHM'ieW?.' WeMhej-tz zum, Lernen-. Störung - von 011271 nii# kymnst dW üblch Blldvor? dLv- AüßMwelh Wenrchtt'WreifeM r»H und-brauchtz wiV^nMi^heute-emenTag. Gottes?uM?M0i>-- gen^ einensplcheI der. Gedankenlosigkett: seiexm kansir siesagt-Mit, Recht,:. „Meshern^ stWrygr..'ich bÄ. der/ ArbBi- und dÄ: -Tut^^N'-'sWem' Gmttshaüst;' hepsd pflege ich/ meineLiGlchlbchns -im Frühdienst der Kirche-Knd -W Wäfll semMcSkatchder^skinM:Gese.llschaftsabend?äus,"- Sch!liM-. llch. ist. auch die - Rückwirkung eines., solchen - Sonntags, apf. den Sabbäth? knn-e glückliche; .Mgetellk wstd.der. Sabbath; wie oben geschildert^ Zwischendurch, werden die pfltchtungen" dLs Sonntags ' beschoch«n, 'olelleichtauch, soweit, ohne- Handwerkzeug möglich, vorbevettett Ein? Wunder, hast charakterschwache, Anfängerdes Erwerhstz läbeNs mehr ausi steten 'SiMtagAs^f/ft^ytz'Sab^tM ÜngMch'r bedacht sind?' Ein' WünLer, daß' sie m. Ms- D sährlichen und der. Umwelt Mnlichenostdeüks'chjMschen? SoMtagsjuden-ÄtmqsphäM. zu; imMr größerer Ämsbreitung vxrhßlf-en-? Es war ja. m unse r en Hägserm asieSgebilligt worden. Wir haben keine. Ärbelt oerrichtet, a b e v de n Säbb.ath' ni-chkdurch di e-'W -ei hä d e r M117V;./y NNd där WechmAtilg -f.r oh-enM ge-ade ht-, Wir haben; gichthon Sonntagim SW gehabt- '-chhM' diel Hausangestellten „.wissen, ja aM^-.pon-/Hl? b-er" und. sind Post, Zssltung und, Sonntägshretz hfllen gegangen;, wir waren. nMt im Büro, aher habell Mihig M PMU und. Wirtsthastslägtz' studiert; es> ivch- Mn ii2w1»i^n zu bemerken», doch um so.wechgeL im Häüft. vM, . nM,;. 7^. ^Har deZ Vortag des bürgerlichen- WW und GeMschastMg^. -^ 'dlliW^ pp-;. ."/‘fik- SabbaU ist ' Nutzt mtt sÄnem,'HaMen gechrE