Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1929)
- Date
- 1929-02-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Bcilaae Nr. 7 \m sanken , tiefer ünd tieM Haß in pänischer Ano, die Feinde drinnen/.hie FiMt. ergriffen,. , Damals verftümtnten, HeGlocken, und sie Weben ftummf Äas Kloster sank in der Folge immer tiefer, und heute zeugen nur einige verfallene Mauern von-der früheren Pracht. Spater wollte man die Statte wieder auf- - A bauen, eine Händwerkerschule hier einrichten. Warum muh es gerade Luvnu Aber wer wagte es, nächtlicherweise die Stätte - zu betrteen? Es kocht und jagt und rauscht und jeui X raunt darinnen. Die „bösen Geister" treiben hier -(Einiges aus Geschichte und Sage von Lublin.) ihr Spiel. Wehe wer ihnen nähe kommt! Warum die °°n Rabbiner Schapiro gegrün. . B°rl°flen .S°h°n. ** a1bkd°r°u!°di°"Äk/ .StaÄilÄ wind7chiefeHäüA°n wort. Erfind hikr kein! monumentalen SmÜ B°a7!t°7 W JfnTSuben“ ftES fo3n Ifn Ä "U°rt'°r°bgren/,unb mitte!, i.^ diesem Haufen östlichen Friedhöfen üblich sind. Ein welliger, ^^^^gkeit,. ^^erkeit^und Armseligkell Boden voll vom Schnee überdeckt. Aus dem^^^^oller, heller Kuppelbau, aus ^sfen Schnee starren grau?, Massive, aber schmuck^Mern. adend^Wnd^ dieM^e Steine. Allein: „Streife deine Schuhe vwz deinen:^^s^.chlnausstrahlen. Es ist Maharaschals Füßen" vor jedem dieser alten Steine! Da liegtu . c. ~ c-. „ Ä Rabbi Schloß Luri°, d°r „M-Haschal"; ^b°r ganz daneb n Rabbi M°ir. der „Maharam von Lublin-; und dazwischen der Chose, der blinde „Seher". Und ganz daneben Rabbi Abraham K a s ch e. Er war ein einfacher Markthändler, der Kräuter Das war die Wohnung des R a b b i von L u blin, des „Chose". Heute bewohnen die Juden die besseren feilbotund ein Heiliger, zu den „Sechsunddreißig",Straßen der unter der jungen polnischen Repu zählend. Und weiter lesen wir: Rabbi Jakob > bllk aufblühenden Stadt. Und dort erhebt sich Pollak, Rabbi Scholem Schachno und so ^as neue grandiose Lehrhaus, umgeben von fort, eine lange Liste ohne Ende. Jeder Stein Park- und Gartenanlagen, so schön und ragend, hat seine Geschichte. Man darf und kann sie nicht erzählen, so man nicht die nötige Weihe und Sammlung dafür hat. Wer die Wiege des polnischen und litauischen Judentums, die Wiege des „Pilpul" im Sinne einer Vertiefung in die halachische Materie sehen will, der gehe auf das Gräberfeld zu Lublin. Ein Singen und Rauschen kommt aus den Gräbern, wie in einem Beshamidrasch der Generationen. Neben der Grabstätte von Mahaschal ein kleiner Stein. Darunter ruht -ein Arzt,-ein „Rofe", der wie keine Hochschule Europas schöner und ragender sein kann. Leben wird von diesem Hause ausgehen. Und auf dem alten Friedhof wird ein Rauschen und Singen anheben. Die großen Toten von Lublin erwachen in ihren Gräbern beim Sange der Thora. Rabbi Nathan Zewi Finkel V st- Zu seinem Jahrzeilslage am 29. Schewat. Von X Fröhlich in Baden (Schweiz)^ ., , f... s. «... , v Erhaben über allen Streit des Tages, unberührt von mit begnadeten Händen Heilung brachte den den heftigen Waffengängen in der jüdisch-politischen Armen und den A'ermsten. An einem Freitag- Arena,, waren es zu allen Zeilen die Lehrhallen Israels, nachmittag bracher, übermüdet von der schweren die aus den lieblichen.Pfaden der Thora ihre weg- . Arbeit - auf der. Strafe' Zusammen aerobe vor ^^sinden Lichter für Zeit und Ewigkeit, für Geist, er" ° m f ff •era?e r öttte’unb Kultur angesteckt haben. Eine von diesen 'der Ture der Maharaschal-Schul. Sem emzlger Hochburgen, die seit mehr als einem.halben Jahrhundert letztwilliger Wunsch war, in der Nähe des der gerfüg«n und. religiösen. Erstarrung siegreich wehrte, tGroßen begraben zu sein. Roch vor Sabbatdie^ Jeschrwoh zu Slobodka in. Liquen. Von ihr einaana wird ibm der lebte Munlck erfüllt C« ein Strom des Segens heute durch die. ganze, jüdie ngyng wwo tym oen tegle ^unfly ersuui. Diaspora. Die. überragienderüLchrmelhoHe, erprobt war diesvor genau 111 Jahren. - ^' i durch-Männer, die ^selbst dupch/ste groß! (geworden' und '■> Gegenüber''' r^' Tale erbebl siWt^« Wierend? FüKen im.n^ten^gd siefen Miete ite-jy u* . De«j *?e r --des Talmud und der Halächa glänzen, .hat überäll. wo 'Schutte eme Ruuie, die letzMMesttz eme^cher-'ste. angewandt, wird, .in-»Ä8rrin-^Msst-dÜLZort,- in Mostsuttkenen Klosters mit schweren 'Gittertüren und ^eux 'und Warschau nicht minder, witz--neuerdings auf massigen Glocken. Sie erzählen, diese Ruinen! sM ZMelhten;Koden:.tzes;chkiligesii-LaMs'die edelsten Ähuni IK^MkD'histZschZ diabolische Lust fanden die Klösterliche darin, gedenken, der den Samen ausgestreut hat, aus der diese jedesmal wenn die Juden einen Toten hinausherrliche Ernte erwachsen ist: Rabbi Nathan Zewi trugen und durch das Klostertor führen, muhten, da es keinen anderen Weg gab, all die blocken gegen die Juden loszulassen, um so den Toten zu verhöhnen und die Lebenden zu verwirren. Alles Flehen der jüdischen Gemeinde, die Majestät des Todes zu schonen, verhallte. Die Glocken aber brachtet», so weiß die Ueberlieferung, die Zugehörigkeit. Abrahams K a s ch e s zu den „Sechsunddreißig" an den Tag. Das war so: Ms Rabbi Abraham K'a fche, der. kleine Markthändler, sein Ende kommen sah, sprach er zu den Seinen:! . . „Wenn Ihr mich hinaustragt und die Klosterglocken wild zu brausen beginnen/, dann stellet meine Bahre ab, geht in mein Haus und holet aus dem Bücherschränke das erste Sefer, das sich Euch anbietet und von selbst in Eure Hände fällt:" Man tat also, und man erlebte ein schauriges Wunder. Das heilige Buch lag auf der Bahre. Die.Steine und Mauern des Klosters waren aber von einem Beben durchschauert, sie senkten' sich, F i n k e l s. A. Nicht deshalb treten wir die Wanderung in die Vergangenheit an. um in Wertung der Erfolge von Slobodka ihren Schöpfer mit dem Lorbeerkranz zu schmücken. Dies wäre Verkennung und entweihende Entstellung von Seele und Charakter dieses ungewöhnlichen Sterblichen, der . bis zum Todestage an der Devise: n-ijm.-r unentwegt festgehalten fjatte. Sobald auch nur ein matter Lichtschein seine von tiefer Anowoh gekrönte Tätigkeit für die Verbreitung von Thora und Jiroh zu enthüllen drohte, trat er mit seiner Mersönlichkeit in den Hintergrund, und -! ließ andere des Ruhmes teilhaftig werden, den er nie im Leben suchte: Es gemahnt diese Tugend, allezeit Zierde von Israels. Helden, an des seligen Entschlafenen großen Lehrer, Rabbi Simche Sissel von. Kelm, der i das Glück hatte, zu den Füßen des.gefeierten.Rabbi -Israel S a la tt;t e r zu sitzen, in dessen Thorakrone als reinster Diamant eben dieses 'blitzte: ..Niemand hat den Gäon und Zaddik Nathan Zewi Finkel lü seiner eigenen Wirkungsstätte, in Slobodka, truch: nur dem Namen nach gekannt, und doch ist die Blüte fast aller Jefchiwaus in Litauen und das Werden ihrer genialen Talmide Chachomim einz'g feiner edlen Hingabe, feinem nie versagenden Opfermut zu danken. Es lohnt, für einen Augenblick das Bild feines Lebens an uns vorüberziehen zu lassen, um in. unserem durchs tausend ablenkende. Strömungen, gekennzeichneten Zeitalter seelisch zu erstarken und den Trieb. zur Nachahmung seiner abrahamitischen Tugenden muns zu weaen. ' ' ' r Rabbi Rattzan Zewi Fintel-wurde iM Jahre 6606 ln der Stadt Rosein in Litauen geboren. In her durch die. Geistessaaten des Gaons gesegneten Stadt Wilna empfing er als früh verwaister Knabe die Wohltat«! einer treffliche« Erziehung Im Haufe seiner BerwandM. I Schon in zarter Jugend den Ruf eines Jluigenießend, i lernte in Kelm Rabbi Simche Sissel kennen, der in ihm.bald den. geborenen Organisator erkannte und ihm die Leitung der dortigen Talmud Thora, übertrug. Tief überzeugt von der Lebensaufgabe des jüdischen Volkes, setzte er sich das hohe Ziel, die großen Männer in .Israel unter das Banner der.Thora zu scharen und s dadurch der Gesamtheit Blut und Leben zu vermitteln. Es sah damals auch in Litauen nicht rosig aus. Wohl 'zehrten die zeitgenössischen Generationen noch von dem hohen Geisteserbe, das der Wilnaer Gaon ihnen, hinterlaffen, aber schon war Wolosin, der letzte Zeuge entschwundener Pracht, nicht mehr auf jener sonnigen Höhe, zu der es Rabbi. Zewi Berlin mit dem Adel seines Geistes geführt hatte. Das kräftigste Dasein verfällt dem Hunger, wenn ihm keine Nahrung gereicht wird. Da trat . Rabbi Finkel in die Bresche. Nicht. mit lautem Hammerschlag zimmerte er seine Fundamente. Nur «in Mann, wie. er, ^ausgezeichnet durch flammende Liebe zu allen Menschen, aus deren Antlitz ihm das.himm- I lisch« Ebenbild entgegen leuchtete, ausgestattet mit dem Feldherrnblick> der sofort den WLHorapionier erkannte, ließ es ihm keine Ruhe^ bis ü^rall in Litauen, unter .der Leitung der von. ihm selbst designierten Führer, Äeschiwaüs erblühten. i Die ersten seiner Schöpfungen waren der sogenannte jKolel in Kowno, sowie Tels, das heute neben Slobodka internationalen Ruf genießt. Rabbi Elieser G o r d o n in Tels fand in Rabbi Finkel den treuesten Freund und Berater, den er in allen Angelegenheiten, die das Wohl der Jefchiwah betrafen, zu Rat« zog. Um die letztere tragfähig zu machen- und ihr Niveau zu heben, sendet ik-m der Freund die fähigsten Vachurim aus Slobodka. Wie er es verstand, in Slobodka selbst eine geistige Elite zu lchaffen und es zur Metropole der Thora zu gestal en, indem er in pädagogischem. Kennerblick einen Kursus für die zartere Jugend, einen für die Bachurim und endlich für die Erwachsenen organisierte, das ist ein unvergängliches Ruhmesblatt in der Geschichte dieses Gottgesegneten Lebens. Alles, was er unternahm, geschah mit frischer Energie und da, wo er sich von der Unerläßlichkeit des Unternehmens überzeugt hatte, mit beflügelten Schritten. Schon im jüdischen Kalenderjahr 5639, in jener Zeit, da der Westen noch unter den Axthi-'hen d?r Reform blutete, hatte eine Schülerzahl von 150 Köpfen in den Lehrhallen von Slobodka Aufnahme!gesunut:!!. ^.eden einzelnen seiner Schüler und Lernenden kannte Rabbi Finkel so genau, als habe er in ihrem Herzen gelesen, er kümmerte sich um ihr körperliches -und seelisches Wohl, und wo er «inen hellen Thorastern unter ihnen aufleuchten sah, wußte er sein Licht unfehlbar der jüdischen Gesamthert' ^dienstbar zu machen. Gekrönt mit jüdischem Wissen und geläuterter Jiräs Schomajim kehrten die Schüler in ihre Heimat zurück, um dort den Segen von Slobodka. den Ruhmseiner .bedeütenden Dkönner zu yerbreiten Utt^;ander« zum Bv. such der Jeschiwoh. anzuxegen^. Durch diese flutenden Hegensqüellen.; diss von dey Metropole in das. hinterste Mnische Und litauische Dörf drängen, sind der WÄt Hlömm mit Meltruf geschenkt worden-. Gar manchen jüü.gen Kaufmannj der hinter dem Ladentisch stand und ..in 'mühevoller ^Existenz-,um sein Bxot rang, hat Rabbi Finkel dort rveggeholt/. undnach Slooodka gebracht. Bold: erkannte der. gefeiertes Rahbi Jizchok Elchon-on di« Bedeutung des Kolel in Kowno und bot seinen Einfluß auf, diese illustre Körperschaft der Zukunft zu erhalten. Der Eyofez Eyajim ließ sich in dem von Rabbi Finkel herausgegebenen Buche ">2 ry mit hohen Lobeshymnen für Slobodka vernehmen. Die Schülergahl war in fortwährendem Steigen begriffen, aber auch die finanziellen Sorge^ wuchsen. Ein ron Ow-adja Lachmann auf Veranlasfüng Rabbi Fintels geschaffener Fond von zehntausend Rubel (für die damaligen Begriffe eine ansehnliche Summe) zur Unterstützung unbemittelter Schüler reichte bei weitem nicht hin,, die finanziellen Bedürfnisse der Jeschiwoh zu decken.'.-'Eine eifrige Propaganda, die nun' einsetzte, zeigte unseres Volkes Idealismus, seine Opferwilligkeit für die Thora in schönstem Lichte. Nach Mir, Radin, Sluzk, Lomsa, und über die Landesgrenzen hinaus bis über den Ozean verbreitete - sich litauische Lehr- und Lernmethode, die in Slobodka unter dem Eipsiuß Rabbi Fintels geboren und kristallisiert worden war.. Es blieben aber auch schwere Heimsuchungen nicht erspart. .Der Weltkrieg raste über den Erdball, und ließ auch die Musen der Thora verstummen. Im Jahre 5674 erschienen die rufsischep Befehlshaber in Kowno, mit der Anordnung, innerkälä 24 Stunden habe die gesamte Bewyhnerschäft die Stadt zu verlassen. Der Befehlshaber der jnöl,chen" Geistesarmee, unser Rabbi Finkel, befand sich damals in Königsberg (Preußen), ein schweres Fußleiden vermehrte die seelischen. Beschwerden, unter denen er sicher nicht weniger litt, als der verzweifelte General der russischen Armee. Jtzo die Handgranaten fliegen und der Kanonendonner rollt/läßt sich nicht-Thora lernen. Die Schüler waren in alle Himmelsrichtungen geflüchtet