Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1929)
- Date
- 1929-02-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12. Nr. 7 Der Israelit 7. Februar 1929 lich späte Stunde an, als man sich endlich trennte mjt dem Wunsche: Auf frohes und gesundes Wiedersehen in den Pfingstferien 1930 in unserm lieben, alten Köln. K. •miTr ht» Das Deboralied. (Richter 4 u. 5.) Uebersetzt und erklärt von Ruhelehrer B. Wolfs in Aurlch. (Fortsetzung.) 'bowl nivb 1V22 spn d» ibiat 18. Sebulun ein Volk, das -niv '»iis by bloßstellt sein Leben dem Tode, und Naftali besteigt die Höhen des Feldes. 19 König« kamen, wollten kämpfen. ranba o'aba wa 19. Hei, wie wollten Ca- ■n by paa »ab» innba in na«ns Könige kämp- -inx»b ab *ioa sasa i-ua fen, zu Taanach, am Wasser Megiddo; wahrlich, Gewinn an Geld bracht's ihnen nichtein! wyiboan o'aaian annba Q'nv p 20. Vom Himmel her nahm -rrio'o ox pnba man den Kämpf auf; aus ihren Bahnen die Sterne nahmen den Kampf auf mit Sißra. bm D'nnj? bm aarn pwp bm 21. Der Vach Kischon riß -p ->*32 -on-in jisrp sie hinweg. O, Büchlein alter Zeiten, Bäch- ' lein Kischon, lassest mich jetzt als Sieger auftreten. V. 18. Die Mitglieder der Stämme Sebulun und Naftali allein waren bereit ihr Leben im Kampfe zu wagen, sie allein stellten 10 000 in Kriegsbereitschaft und zogen auf den Berg Tabor, um den Feind zu erwarten. *i.n Piel von *pn preisgeben, bloßstellen. mw »ana by das by poetisch für nbj? Das rrnmnrr ein Trenner ersten Grades, unter ist von höchster Bedeutung. Es will besagen, daß das, was von dem einen ausgesagt ist, auch dem andern zukommt. V. 19. Zunächst einige Sacherklärungen, paa »ab»; wir kennen doch nur einen König von Chazor? Wir meinen darum in „Charausches Hagaujim", d. h. im Völkerbund kanaanitijcher Stämmer führte neben Jabin auch Sißra den Titel König, nur war Sißra auch gleichzeitig der Oberbefehlshaber; wenn nun hier von '3?a p» die Rede ist, so sind Sißra und Jabin gemeint. Wegen seines unwürdigen Berragens (s. unten V. 27) aber, entzieht ihm die Schrift den Ehrentitel. — ma ist gleich bedeutend mit Kischon. Der Ort Taanah liegt am Kischon in einer Ebene, aus welcher sich dre Tabor wie ein Gebirgskegel erhebt. Hier unten in der Ebene sollte nach dem Schlachtplane Sißras die Blüte Israels vernichtet werden. iaiiba waba isa- In der sichern Voraussetzung, daß Sißra einen glänzenden Sieg davon tragen werde, hatte wohl auch der König Jabin Len Oberseldherrn begleitet. lanba Nif. wollten, mitansehen, wie di« beiden feindlichen Heere auf einander stießen. i«nbi»« Hei, das mußte ein Gaudium für Sißra und Jabin werden! Doch irpb Nb *pa yxa; es hat ihnen keinen Gewinn gebracht; ihre Hoffnung hier reiche Beute zu finden, sollte zuschanden werden. Soweit die Vorbereitungen zur Schlacht. . , :. •, j V. 20 schildert die Niederlage. Aus dem Bericht im Kap. 4 V. 10 ist zu ersehen, daß Barak mit seinen 10 000 Soldaten Len Berg Labor bestieg, auf der Bergplatte sein Lager bezog und dort verharrte wie der römische Feldherr Fabius Maximus, der durch sein Zaudern den Hannibal in seinem Siegesläufe aufhielt. Die Ungeduld der Sißra war di« erste Ursache der Niederlage seines Heeres. In der Ebene am Bache Kischon dauerts ihm zu lange, da gibt er den Befehl, den Berg mit den 900 eisernen Streitwagen im Sturm zu nehmen. Als Debora dieses merkt, da ruft sie frohen Muts dem Barak zu: „Auf, dies ist der Tag, an dem Gott dir den Feind überliefert!" Sofort gibt Barak den Seinen den Befehl, das Lager abzubrechen, den bisherigen Standort zu verlassen und ins Tal zu ziehen. Diese Aenderung hat Sißra nicht vorausgesehen, nicht einmal in Len Kreis seiner Berechnungen gezogen. Neben diesem taktischen Fehler wirkt auch noch ein Naturereignis, um ohne ein Zutun vonseiten Israels eine grausenvolle Flucht der Feinde ins Werk zu setzen und die Niederlage zu vervollständigen. Dieses Naturereignis deutet dieser Vers mit den Worten an: ivnba trau? p „Vom Himmel aus wurden sie bekämpft", wohl durch einen heftigen Platzregen am Tage, der die Wege schlüpfrig machte. — o’aa =n Dmaoaa Selbst die Sterne aus ihren Bahnen hatten sich zum Untergange des feindlichen Heeres verschworen; in der Nacht war der Himmel wieder klar, Mond und Sterne leuchteten und begünstigten die Verfolgung. V. 21. vv"- rw'p bm Ein Hauptverdienst am Siege schreibt die Dichterin dem Bache Kischon zu. Dieser hatte sich infolge des' Platzregens in einen reißenden Strom verwandelt, und als nun die Kriegswagen nach der Umwendung auf schlüpfrigem Boden den.Abgang des Berges hinäbsaüften und dem Beharrungsgesetz unterlagen, da stürzten Wagen, Kämpfer und Pferde in die Fluten des Kischon, dieses sonst so ruhigen Bächleins. Gleichsam l'ebkosend nennt die Dichterin dreimal den Namen des Bächleins, nennt ihn o'a-n? bm, Bach der Vorzeit, als wäre er seit der Weltschöpfung für dieses Ereignis prädestiniert gewesen. ry ’o-i ’a-nn, Du liebes Bächlein lassest mich jetzt als Sieger austreten, »a-nn Hjf., die weibliche ist poetisch für das zarte Bächlein gewählt. Die Verfolgung der überlebenden Feinde kann beginnen.' (Fortsetzung folgt.) Wir und die Schechito. Von Lehrer Schloß in Diersburg (Baden). Schon oft war dieses Thema die Triebfeder vieler Auseinandersetzungen, ob nämlich die Schechitoh unzertrennlich mit dem Beruf des Religionslehrers verbunden fein müßte. Erst jüngst war auch in diesen Blättern davon die Rede. — Auch ich übe neben dem Berufe des Lehrers die Schechito aus. Doch nicht als Vürde. Für mich gilt sie mit als Hauptberuf im Sinne einer Verantwortung für das Kafchrus und mit Hinblick auf die seelische Verantwortung für das religiöse Wohl und die religiöse Reinheit meiner Gemeinde. Nur der gilt eigentlich als Schachet, der neben den theoretischen und technischen Kenntnissen eines solchen auch das nötige reügiöfe Wissen, das nötige Rüstzeug dazu besitzt. Und wer auch im Sinne des Wortes ein m.-r ist. Im heutigen Zeitalter leider find im großen und ganzen tu Deutschland in den Kleingemeinden wir Lehrer, nebbich, im Sinne der Raschistelle in m.'a "wna« die sogenannten denen man nolens volens die Schechito anver- I trauen „müßte". Man kann sie doch nicht Männern überlasten, denen alles Hebräische abgeht, die es mit >dem Schabos nicht genau nehmen, die nicht rituell leben und die evtl, auch keine Tefillin legen. Und die gesuchten Männer unter den Gemeindemitgliedern, welche jene I Vorzüge aufzuweisen hätten — die sogenannten zehn iZaddikim — sind leider im großen und ganzen in unseren kleinen Gemeinden nicht zu finden; man kann jsie eben heute nicht entdecken. Es fehlt unseren Männern Idie religiöse und physische Befähigung, welche ihnen die Weihe zum Berufe eines Schachet und auch die religiöse Verufsfreude für die Ausübung derselben verleihen soll. Also muß in Ermangelung jener frommen Männer der y~v der religiöse Führer sein-er Gemeinde auch den heiligen Beruf eines orot »nw ausüben, ein Verlangen, das voll und ganz mit seiner religiösen und moralischen Pflicht in Einklang zu bringen ist. Ich gebe zu. Laß die technische Ausführung der Schechitoh dem Lehrer in seiner Person und auch in feinem Stande viele Lasten und Erschwerungen auferlegt, die ehrlich gesprochen, wenig zu ihm und zu dem Berufe eines Jagenderziehers und Jugendbildners paffen. Schließlich trägt auch öfters ein steter Kampf mit den Schlachtern um das Kafchrus nicht dazu bei, ihm jene Funktion angenehmer zu gestalten. Auch ist eine größere vielseitige Schechito ein gewisser zeitraubender Hemmschuh, der nur allzu oft in die festgesetzten Unterrichtsstunden eingreift, den Unterricht beeinträchtigen könnte, nicht zuletzt - das Anseben des Lehrers als solchen in den Augen seiner Schüler herabsetzt. Mir schweben im Momente trübe Bilder aus meiner reichen Amtsvergangenheit im Umgang mit lieben Kollegen vor Augen, wo.jene — wirklich fromme Menschen — im Kampfe gegen gewissenlose Metzger, im Kampfe gegen ihre Gemeinden aus physischen und seelischen Schmerzen ein Opfer ihres heiligen Berufes wurden, diesem den Rücken kehren mußten, ihn aufgaben. Zum Teil erlagen sie frühzeitig der Sorge um die Existenz ihrer Familie. Doch alle diese Quaken jenen Berufes können uns nicht unserer Verpflichtung gegen die Schechito entbinden. Jeschurun". Unterstützungs-Verein emer. Lehrer. Lehrerwitwen und Lehrerwaisen. Am 16. Dezember 1928 fand hier im Saale der Schaß-Chevra die Generalversammlung des „Jeschurun" statt, die von einer stattlichen Anzahl der Mitglieder besucht war. Der Vorsitzende. Herr Lehrer Gans- Niederaula, eröffnete um iOl/2 Uhr vorm, die Versammlung, seiner Freude über den zahlreichen Besuch derselben Ausdruck gebend, und entbot den Amtsbrüdern, sowie den erschienenen Gästen: Herrn Provinzialrabbiner Dr. C a h n , Herrn I. Eschwege, als Vertreter des Vorsteheramts, Herrn Dr. Herz, als Vertreter der hiesigen Gemeinde, und dem Vorsitzenden des Bundes, Herrn Studienrat Munk aus Frankfurt, herzlichen Willkommgruß. In seinem Jahresbericht gedenkt Herr Gans des 50 jährigen Jubiläums des Kollegen N u.ß b a u m - Hersfeld, rühmt dessen Verdienste um Gemeinde und Schule und betont, daß dieser sich stets als treues Mitglied des Vereins bewährt hat. Dem Jubilar wird namens des Vereins ein Gratulationstelegramm zugesandt. Im Jahresbericht fortfahrend, erwähnt der Vorsitzende die zwischen , zwei Vorstandsmitgliedern des Vereins und dem Vorstand des Landesverbands in Halberstadt stattgefundene Besprechung, deren Gegenstand hauptsächlich die Besoldung des Vorbeterdienstes, die Honorierung des Religionsunterrichts für Schüler der Mittelschulen und die Lehrerbildung war. Auch die An» schlußsrage an den Verband berührt der Vorsitzende in, seinem Jahresberichte. Schließlich brachte der Vorsitzende, den Wunsch zum Ausdruck, den Vorsitz aus Gesundheitsrücksichten endgültig niederzulegen, erklärte sich aber bereit, im Vorstand weiter Mitarbeiten zu wollen. Vor der Besprechung des Jahresberichts nahm Herr Dr. Herz hier das Wort zu seinem freundlichst übernommenen Referate,: „Ein Lebenbild des o"nn Mit großer Spannung lauschte die Versammlung den trefflichen Ausführungen des Referenten. Dieser entwarf in formvollendeten' Worten ein interessantes Lebensbild des bjnnra bm Reicher Beifall folgte dem Vortrage, und der Vorsitzende sprach allen Zuhörern aus dem Herzen, als er dem Referenten herzlichsten Dank abstattete und den Wunsch ausdrückte, daß in unseren Versammlungen öfters Vorträge solchen Inhalts geboten werden mögen. Alsdann erstattete der Unterzeichnete den Kassenbericht, der ein etwas günsttgeres Bild bot, als im vergangenen Jahre. Die Unterstützungsquoten konnten etwas erhöht werden. Der Kassierer bittet die Mitglieder um pünktliche Zahlung der Jahresbeiträge und um eine regere Tätigkeit zu Gunsten der Veremskasse. Die nun folgende rege Diskussion, die Herr Provinzialrabbiner Dr. C ah n eröffnete und woran sich Herr Jonas Eschwege, Herr 'Studienrat liutk, die Herren Kollegen Möller-Fulda, Oppenheim- Rhina, Gans- Niederaula, Schuster- Großkrotzenburg und der Unterzeichnete beteiligten, drehte sich um die neue Lehrerbildung und um die Anschlußfrage. Herr Oppenheim-Rhina übernimmt in Zukunft das Amt des Vereinsvorsitzenden.. Für dis nächstjährige Versammlung hat sich Herr Studienrat Munk- Frankfurt zur Uebernahme eines Referates freundlichst bereit erklärt. Um 2y2. Uhr nachmittags schloß der Vorsitzende die Versammlung. Sonn, Schriftführer. Bücherbesprechurigen. Jüdischer Jugendkalender. Emil Bernhard Cohn. 1. Jahrgang. (Jüdischer Verlag, Berlin.) Das in diesen Blättern vor einiger Zeit erschienene^ Jügendschriftenverzeichnis hat, wenn es auch in der Zusammenstellung der für unsre Jugend empfohlenen Bücher lebhafte und berechtigte Kritik hervorgerufen, doch das zur Genüge gezeigt, daß wir an geeigneten Jugendschriften recht arm sind. Es ist darum das Erscheinen des Jüdischen Jugendkalenders, als dessen Herausgeber der bekannte Berliner Rabbiner Dr. Emil Cohn zeichnet, an sich zu begrüßen. Wenn auch ein Jugendkalender allen Altersstufen unsrer Jugend etwas darzubieten sucht und darum scheinbar eine einheitliche Linienführung vermissen läßt, so fühlen: wir doch und mit uns die Kinder, denen wir das uns. vorliegend« Jugendbuch in die Hand geben, die Absicht, die den Herausgeber bei der Zusammenstellung des Kalenders leitete: den Willen zum Jüdischen in unsren Kindern tzervorzurufen und zu stärken. Der Jugendkalender bietet eine reiche Auswahl von kindertümlichen Stoffen: Erzählungen, Gedichte, Rätsel, kleine Bühnenspiele, die sich zu Chanuka- und Purimaufführungen eignen, Klavierstücke . 311 M'oaus zur und Schir hamaalaus, Scherzfragen und Musterbeispiele aus der jüdischen Arbeitsschule, alles Dinge, die ein jüdisches Kinderherz zu erfreuen vermögen und es jüdisch zu beeinflussen imstande sind. Daß manch« Beiträge nicht sehr geeignet sind und dem jugendlichen Leser grotesk Vorkommen werden, wollen wir nicht'verhehlen. Sehr ansprechend erscheint uns das Kalendarium in den es begleitenden Worten und Bildern. Im.Ganzen können wir den Versuch des Herausgebers, in dem Jüdischen Jugendkalender ein jüdisches Jugendbuch zu schaffen, als gelungen bezeichnen. Bilder zur Bibel. Erzväter. Von A. G a l l i n e r. Jüd. Jugendbücherei. I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Das Buch enthält eine Auswahl von sehr gut wiedergegebenen Musterbildern, deren Motive aus der Geschichte der Erzväter genommen sind. Der Verfasser gibt in den einführenden Worten einen kurzen, klaren Ueberblick der kunstgeschichtlichen Epochen von der frühchristlichen Zeit bis zum Barock und reiht die Bilder des Buches in dieselben ein, so daß sie der reiferen Jugend künstlerisch näher gebracht werden. So macht das Buch die Jugend nicht nur mit den bedeutendsten- Erzeugnissen der bildenden Kunst, die biblische Stoffe behandelt, bekannt, es erschließt ihr auch das künstlerische Verständnis dafür. — Und darum ist es besonders zu empfehlen, und es ist sehr zu begrüßen, daß noch weitere Bände folgen werden. Th. Notizen. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser in Hamburg beabsichtigt an kleineren Orten, wo sich keine jüdische Restauration befindet, Konservendepots einzurichten. Die Kollegen, die zur Uebernahme eines solchen bereit sind, belieben sich an unfern Schriftführer. Herrn Konrektor A. Hirschberg, Frankfurt a. M., Waldschmidtstraße 115, zu wenden. -Dem Bericht über die Generalversammlung des Bundes ist nachzutragen, daß an der Diskussion sich auch Herr Rebrer Möller-Fulda beteiligte. Er trat für das Bestehenbleiben des § 5 «in.