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Der Israelit · 1929-02-07 · Heft 6 (7.2.1929) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 6 (7.2.1929)
Date
1929-02-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seit« 2. Nr. 8. Der Israelit Schmerz seines Lebens. Ein hoffnungsvoller Sohn wurde ihm, uns allen entrissen. Es kam die Kunde und der Vater schien zujammengebrochen. Aber ein Tag später war das Freudenfest Sukkaus. Und Max. Michel stand wie sonst vor seiner Gemeinde und sang das Halleldanklied zu Gott mit einer Frömmigkeit und Freudigkeit, die die Gemeinde zu Tränen rührte. Keiner von den Betern, die dieses Heldentumes eines Vaters Zeugen waren, wird dieses Erleben vergessen. Cr wußte, was das bedeutete non «■>•» isa •>> daß Gottes Huld sich auch im starken, schmerzvollen Formen zeigen kann und sie auch dann mit Dank entgegengenommen werden muß. So wandelte Max. Michel als Mann der Gottesfurcht und Menschenliebe unter uns, als nnxna pv™ wie er Seinesgleichen sucht, verehrt und geachtet von allen, die auf der Börse, in der Lernstube oder in Gesellschaft mit ihm in Berührung kamen. Noch in den letzten Jahren kämpfte er mit seiner Krankheit, suchte er ihr allezeit noch eine Stunde für Synagoge, für Beten, für Lernen abzuringen. Man mußte förmlich über ihn wachen, daß er nicyt schweren Leiden zum Trotze dennooch aufstand, um „Schulen zu gehen". Eine ebenbürtige Gattin, die des Lebens Freuden und Leiden mit ihm teilte, pflegte sein Alter und betreute sein Krankenlager, und Kinder, von denen drei Töchter, an gute Jehudim verheiratet, ihre eigenen Häuser ganz im Sinne der Eltern führen, leiteten Sonnenstrahlen der Liebe -in den zuletzt so düsternen Abend seines Lebens. Möge ihnen allen aus dem Andenken an den geliebten Vater Trost erblühen. Wir werden Max. Michel ein ehrendes Gedenken bewahren. Erfolgreiche „Ort"-Aktion in Frankfurt a. 21t. Im Anschluß an die in Frankfurt a. M. veranstaltete „Ort"-Ausstellung fand am 14. Januar abends im Hause von Herrn Hermann W r o n k er ein Vortragsabend zu Gunsten des „Ort" statt, an dem die Herren Rabbiner Dr. S. Lev i-Mainz und Herr Dr. Tra ub- Berlin vorzahlreichen Zuhörern über die Aufgaben und die Tätigkeit des „Ort"-Verbandes sprachen. Herr Rabbiner Dr. S. L e o i zeigte auf Grund persönlicher Kenntnis der Zustände die Entwicklung auf, welche sich im wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und religiösen Leben der Juden Polens in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat. Er wies insbesondere nach, daß in Polen, welches aus einem von der früheren russischen Regierung kulturell vernachlässigten militärischen Ausmarschlande zu einem von der jungen polnischen Regierung nachdrücklich geförderten aufstrebenden Wirtschaftsgebiete umgebildet wird, die bisherige wirtschaftliche und soziale Existenzform der Juden unhaltbar geworden ist und daß infolgedessen auch das kulturelle und religiöse Leben der Juden in eine schwere Krisis geraten mußte. Die für die Juden ungünstig« Umgestaltung entspringt nicht so sehr antisemitischen Tendenzen als vielmehr wirtschaftlichen und nationalen Zwangsläufigkeiten. Da dieses Problem nicht durch Auswanderung, sondern nur durch zeitgemäße wirtschaftliche Umschichtung gelöst werden kann, wobei die Bewegung von Kramhandel und Gelegenheitsarbeit zur handwerklichen und landwirtschaftlichen Qualitätsarbeit produktiver Art führen muß, vredient die vom „Ort" mit Nachdruck wieder aufgenommene Förderung dieser Wirtschaftsbetätigung unsere vollste Unterstützung. Mit der Erkenntnis und der Verkündung des Notzustandes ist es nicht getan, man muß auch in Deutschland aktiv mithelfen, auch aus dem Grunde, weil ein gut Teil der in Deutschland herrschenden Ostjudennot auf dies« Weis« beseitigt werden kann. Die „Ort"-Tätkgkeit füg« sich in Sonderberechtigung in die von der „Jca", dem „Joint", dem „Hilfsverein der deutschen Juden" usw. geleisteten Hilfetätigkeit ein, wenn auch die Abgrenzung der Arbeitsgebiete noch vervollkommnet werden muß. Mit einem warmen und beifällig aufgenommenen Appell an die Hilfsbereitschaft der Hörer und mit einem Ausblick auf die großen Erfolgsmöglichkeiten schloß der Redner. Herr Dr. Traub schilderte die wirtschaftliche Entwicklung der osteuropäischen Juden, die sowohl in Rußland als auch in den Randstaaten die Leidtragenden eines Prozesses sind, der darauf gerichtet ist, den Lebensunterhalt zu verbilligen und den Vermittler zu Gunsten des Konsumenten auszuschalten. Für die hierbei aus ihren früheren wirtschaftlichen Positionen verdrängtest Juden, deren Zahl allein in Rußland eine Million Seelen berrägt, ergibt sich die gebieterisch« Notwendigkeit zum Handwerk und zur Landwirtschaft überzugehen. Bei aller Bedeutung, di« der von der westeuropäischen und amerikanischen Juden in dankenswerter Weife geleisteten Hilf« zukommt, ist Grundbedingung und Gewähr für das Gelingen des vom „Ort" geförderten Umbauwerkes, die Hilfe der an diesem Werke unmittelbar beteiligten jüdischen Bevölkerung in Osteuropa. Die Aufbauenergie des osteuropäischen Judentums zu diesem Zwecke zu sammeln und planmäßig zu organisieren, bleibt Hauptaufgabe des „Ort"-Verbandes. Dem aufschlußreichen Vortrage schloß sich eine erfolgreiche Sammelaktion zu Gunsten der „Ort"-Gesellfchaft an. Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Vom Vorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Bezirksverband Nassau und angrenzende Gebiete werden wir um Veröffentlichung folgender Notiz gebeten: Die Vertreter Nassaus und der angrenzenden Gebiet« nahmen in der am 27. Januar 1929 in Frankfurt a. M. tagenden Dertreterverfammlung Stellung zu den Fragen der allgemeinen Tätigkeit des "Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorg«, und faßten bindende Beschlüsse, die aus dem Gebiete des weiteren Ausbaus der Kriegsgräberfurjorgetätigkeit liegen. Aus dem Geschäftsbericht, oen der Vorsitzende, Schriftsteller Franz F. Geis- Frankfurt a. M., erstattet«, geht hervor, daß im Baujahre 1927 und 1926 auf Kosten, des Volksbundes in Frankreich 31 Friedhvfe mit 234 263 Toten in Ausoau genommen wurden, und daß 11 Friedhöfe mit 45 263 Toten mit dem Ausbau in Angriff genommen worden sind. Das sind also insgesamt 42 Friedhöfe mit 279 516 Toten von etma 676 000 Bestatteten in Frankreich, mityin also 41 Prozent oder die Erfassung aller Ruhestätten itt Höhe von -’/s. In Belgien wurden auf Kosten des deutschen Reiches unter Mitwirkung des Volksbundes im Baujahre 1926/27: 43 Friedhvfe, im Baujahre 1827/28: 47 Friedhöfe fertiggestellt, und im Baujahre 1928: 12 Friedyöfe in Arbeit genommen und für das Baujahr 1929 22 Friedhvfe vorgesehen. Auf Kosten des Volksbundes wurden im Baujayre 1928: 2 weitere Friedhvfe in Belgien in Arbeit genommen. Für eine große Anzahl weiterer Friedhöfe, befinden sich Ausgeftaltungspläne in Arbeit. Im Osten und in den übrigen Ländern einfchl. Deutschland wurden auf Kosten des Volksbundes im Jahre 1927: 214 Friedhöfe instandgesetzt. Darunter in Polen einfchl. Galizien 122 Friedhöfe, in Litauen 4, :n Lettland 9, in Rußland 12, in Jugoslawien 7, in der Tschechoslowakei 4, in Italien, Palästina, Griechenland und Dänemark je 1, in Deutschland 6 und in Rumänien 46 Friedhöfe. Auf 52 Friedhöfen wurden neue Umwehrungen errichtet, auf 71 Friedhöfen schadhafte Umwehrungen ausgebessert, auf 8 Friedhöfen neue Tore errichtet, auf 36 Friedhöfen Kreuze erneuert und ausgebessert, auf 12 Friedhöfen schadhafte Denkmäler instandgefetzt, auf 104 Friedhöfen die eingesunkenen Gräber aufgehügelt und gesäubert und aus 10 Friedhöfen die Gräber bepflanzt. i31 Friedhöfe wurden durch die zuständigen Regierungen auf Veranlassung des Volksbundes instandgesetzt. Für weitere 71 Friedhöfe wurde auf Anregung des Volksbundes die Instandhaltung von den zuständigen Regierungen angeordnet. Im Auflrage der Angehörigen wurden im vergangenen Geschäftsjahr nahezu 3000 Kränze niedergelegt, 400 Einzetgräber instandgesetzt, 600 Grabzeichen errichtet und 800 photographische Aufnahmen von Einzelgräbern bestellt und 700 Bronzetafeln an den. Kreuzen angebracht. Nahezu 350 Friedhöfe wurden in Patenschaft gegeben (darunter in Frankreich und Belgien 151 Friedhvfe, im Osten und Deutschland 168 Frieohöfe). Die Mitpatenschaft haben übernommen,: 8 Städte und außerdem alle dem Westfälischen Städtetag angejchlosjenen Städte, 31 Ortsgruppen des Volksbundes, die Verbände des Volksbundes, Vereine und Reichswehrformationen. Aus vorstehenden Zahlen ist das ungeheure Arbeitsgebiet des Volksbundes Deutsche Kriegsgräbersürsorge ersichtlich. Die Vertreterversammlung des „Bezirksverbandes Nassau und angrenzende Gebiete" appelliert an die gelamie Bevölkerung, der Bewegung des Volksbundes auch in kommender Zeit ihr Interesse zuzuwenden, damit alles gsechehen kann, was auf dem- Gebiete der Kriegsgräberfursorge zu geschehen hat. Vakanzlisie. Der „Angestellten-Bund Agudas Jisroel", Frankfurt a. M. — Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel — vermittelt freie Stellen und erteilt Rechlsberatung und Fürsorge. Offene Stellen: 187 Kurz-, Weiß-, Wollwaren en gros Regensburg: L-chrlmg 190 Webereiartikel Württemberg: tüchtiger Fachmann. 191 Schneiderei Boscovice: Schneidergehilfen. 193 Kurz- und Galanteriewaren en gros Frankfurt: Reifenden. 195 Wäsche Frankfurt: Lehrmädchen im 2. Lehrjahre. 197 Papierfabrikate Dortmund: Lehrling. 198 Manusakturwaren Baden: branchekundigen Lageristen. 205 Säcke Darmstadt: Lehrling. 206 Wäsche Frankfurt: Kontorist. 211 Eisen und Altmetall Wr.sbaden: Lehrling. 212 Celluloidwaren Frankfurt: Lehrling. 214 Celluiordwaren Frankfurt: Lehrling/ 215 Lederagenturen Frankfurt: Lehrling. 216 Lederagenturen Frankfurt: Kontorist. 218 Lederwaren Frankfurt: branchekundigen jungen Mann. 219 Metalle Frankfurt: Lehrling. 222 Maschinen Fulda: Lehrling. Bewerbungen nebst Zeugnisabschrifken sind zu richten an die Slellenvermilklungszenirale der Agudas Rsroel-HU' gendorganisatlon, Frankfurt a. Itt., Landweg 32 (3. 5t.). Frankfurter Vereinskalender. verein Alekor Lhajim. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, Herr Leopold Oppenheimer. Samstag morgen, nach Lauft im Hörsaale Fried bergec Anlage, Dinim» Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag 8/4 Stunden vor Mincho im Dereinslokale, Newiim, Herr Dr. W. Hofmann. 7. Februar 192S Sonntag morgens nach Schuft im Hörsaale Friedberg. Anlage (eb-nw Mittwoch), erra "N Herr Redakt. S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Uhr. Vereinslokal leben so A/2 Stunde nach Sabhatausgang), Gemoro. Herr Joachim Soffer. — 9'/4 Uhr Dormittl g (ebenso Dienstag nachmittag 6 /s Uhr), Gemoro. Herr R.-A. G. Posen. — Abends 6 Uhr im Vcreinslokale Geichichtsoorttag des H> rrn Red. S. Schochnowitz über: Weitere Entwickelung der holländischen Portugiesenkolonie bis 8* Acosta und Spinoza." Montag nach Schul, im Hörsaale Friedbetger Anlage (ebenso Donnerstag), Mifchna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — 8V2 Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro. Herr Dr. E. P >fen. Dienstag morgen nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Freitag). Mischna. Herr Dr. E Posen. . von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 88/. Ubr im Deretnslokale. Schaslernen des Hrrtn Herz Holpern. / Jahrz eitsstistungen. Sonntag. 10. Februar. Dr. Ernst Lndenbaum-Stftg. Montag, 11 Februar. Gabriel Rotdichld- und Bettchen Ginsberg geb. Schönbergtiftung. Dienstag, 12. Februar. Theo Ries-Stiftung. Mittwoch. 13 Februar. Frau JUstizr. Dr. Raphtali Hirsch, Therese geb. Eisler-Stiftung. A>uda, Iisroel-JußendGruppe. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) C^umisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mi.twoch) Mischna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends, (ebenso nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf —9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. lenstag, 3/49 Uhr abends (ebenso mv aU5 Ub > Gemoro. Herr Leo Schnerb. — ,3/a9 Uhr (ebenso N2V 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W- Hosmann. — 8/49 Uhr abends (ebenso mv s/, 10 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch, 3/49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. . Donnerstag, 9 Uhr abends. Chumifch. Herr R-A. Js. Rosenheim. 'iriag. abends nach Schuft Muffar. Herr B. RachUsobn. - 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft. 3/4' >. Uhr vormittags. Gemoro. Herr L ppmann Kurzwell. — s/tU Uhr vormittags. Kizzur. Herr Louis Kchn. - 8/4l2 Uhr v rmitn-gs, Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Ta, sis. - 4 Uhr nachmittag. Sidro. Herr R. A. M. Katz. eben Tag von 9-11 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Don 12—1 Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Halpern. Agudar Jisroel-Madchengruppe. Montag, y29 Uhr abends, Mischle. Herr Lehrer S. Unna. Oienstag, 9 Uhr abends. Tenach. Herr Dr Weger. Mtwoch, V# Uhr abends, Dinim. Herr Lehrer Hftschberg. N2V nach Schul, Schmuel. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags. Chummisch und Rascht. Herr Lehrer Hirschberg. Freitag, 8l/2 Uhr abends. Gesellige Zusammenkunft. Liwjath Ehenverein. Samstag vorm. 11*/* Uhr, Lernvortrag. Sandmeg 52, nackm. 4 Uhr im Haufe Hölterlinstratze 4. Oortrag im Hörsaale fällt aus Jüdischer Turnerbund. Herren: Donnerstag. 8V2—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Ulte Herren: Mittwoch 83/4 -10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Jugend: Donnerstag, 8l/2—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Damen: Donnerstag, 872-l0 Uhr, Gymnastik und Turnen. Liebst auenschule. Frauen: Mittwoch, 73/4-9 Uhr, Gymnastikkurs. S. R. Hirsch-Schule. Knaben: Dienstag, b—71/s Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule). Mädchen: Mittwoch, 4V2-7 Uhr Gymnastik und Turnen Adrig. I (bis 10 Jahre). 4'/2-5st, Uhr Abtlg. II (über 10 Jahre). 5^2-7 Uhr. Annaschule. Gebetzeilen. D’üswa raw Freitag abend 5.0ö Samstag nnDipn 6.45 Samstagsmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 6.20 rvochengottesdienst: Morgens 6.45 Nachmittags 5.— Tefillin-Legen am Morgen 6.30

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