Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1929)
- Date
- 1929-01-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite L. Nr. 8 D e. r .9 r aelit 31. Januar IMS len Dahres verlassen, sechs Jahre auf eigene Kosten eine höhere Schule besuchen, und kann Hank' erst in die sogenannte „Lehrervorßildungs schule anschließt. In Norddeutschland sind bis-zWetchKWMist,zu besyLden her als Lehrerbildungsstätten.nur die drei letzten! sich haben diese Wei Beamten ihren Sitz nicht Klassen von höheren Mültzn Ipl Um in sin der gleWn HemeWe;sie gMeren als Mne diese eiNkretett-zu^^ können, MltzM^WüM die \m ttttt?tit' den SiWWinde^ m Dtzrer beW. Volksschule nach Abschlüß des dÄttett öder vM- Mächter M MM BMk. M Zeitalter des . . ~ ÄutorNobils werden die technischen Schwierigkeiten einer derartigen RegMng nicht unüberwindlich sein, während. sogenannte Kultusbetätte" eintreten, die ihn weitere drei Jahre H amte, die alle drei Funktionen vereinigen, wie nspruch nimmt, und an die noch mindestens schon oben ausgeführt, im allgemeinen nicht mehr zwei Jahre für die Akademie anschliehen. Ein zu finden sein werden. Cs liegt ferner ebenso Vater, der aber imstande ist, die beträchtlichen sehr im Interesse des Unterrichts, daß der für Ausbildungskosten von 11 Jahren zu tragen, wird mehrere Gemeinden zuständige Bezirkslehrer bei seinen Sohn lieber ein vollkaderNisches Studium seinen Besuchen in der Gemeinde seine volle Zeit ergreifen lassen, das ihn Mur zwei Jahre mehr der Unterweisung der Jugend und der Erwächselostet und dafür später größere Aufstiegsmöglichkeiten zu bieten scheint. In Bayern kann dagegen -er Uebertritt in die sechsklässige Aufbauschule nach vollendetem siebenten Volksschuljahr unmit tz inter» aüs nen widmen kann, ohne durch die Funktion des Sch ä ch t e n s darin behindert zu fein, wie es andererselts im Interesse der gewissenhaften Erfüllung der Schechita gelegen ist, daß der Schokelbar erfolgen. Außerdem besitztdasDürzburchet ein gründlich durchgebildeter Spezialist auf ger Seminar ein Internat, wodurch nachweislich seinem Gebiete ist. die Ausbildungskosten, die die Eltern zu tragen I Was die Gemeindeverbände betrifft, so sollhaben, sich um 60 Prozent ermäßigen. So ist ^en sich diese darüber klar fein, daß es in der ein vom Standpunkt des d e m o k r a t ff che n Mischen Lehrerausbildung und Anstellung jü- Gedankensbegrüßenswerter Aufstieg'für begabte Angehörige auch weniger begüterter Schichten garantiert und das Lehrerstudium bildet tatsächlich seit Jahren für diese. Kreise einen Anreiz zu sozialem Aufstieg. Nach Absolvierung der Aufbauschule soll sich nun ein zweijähriges Studium an der pädagogischen Akademie arschließen. Hier wird es in Köln ein Verfahren, das in der Praxis in der Ver und Würzburg nicht notwendig sein, eine eigene bischer Lehrer keine „Stammeseigenarten" gibt. Am 7- April 1928 (laut Veröffentlichung im Abendblatt der „Frankfurter Zeitung" vom IO. April 1928) haben sich die Kultusministerien der meisten deutschen Länder, darunter besonders Preußen und Bayern, bereit, erklärt, Schulamtsbewerber gegenseitig zur Anstellung zuzulassen. gangenheit in Hunderten von Fällen schon durchjüdische. Akademie zu errichten, vielmehr wird es geführt ist und noch in den letzten Wochen zur auf Grund des vorgesehenen konfessionellen Cha-! A n st e l l u n g von preußischen Semirakters der an diesen Orten geplanten staatlichen!nara b so lv en t en an b ay eri sche n Akademie möglich sein, die Absolventen der jüdi- Volksschulen u n d v o n b a y e r i s ch e n schen Aufbauschule dort, oder an der Universität Seminarabsolventen an preußidie allgemeinen Wissensfächer studieren zu las- .scheu Volksschulen geführt hat. Mithin sen. Es werden, also von jüdischer Seite nur die sind die Landesverbände nicht gezwungen, in der notwendigen- Ergänzungen für Religionswiffen- Lehrerausbildung nach rein ländermäßigen Geschäft und Weltanschauungsfragen zu geben sein. In Bayern ist eine solche Verbindung von den Behörden bereits als möglich und annehmbar in Aussicht gestellt. Welche Forderungen ergeben sich hieraus für sichtspunkten zu entscheiden. Es hat sich nun aber auch schon gezeigt, daß die beiden bestehenden preußischen Anstalten in Berlin und Köln nicht in der Lage sind, den Bedarf an Lehrern in Preußen allein , zu decken, Wyerischen Ausbildung in Mert sein, mWen. In M her jimßsim Mi m M GedüM a Pe bisher an zwei Stellen.evfWMhtz girier GMe M zUMst . ren. Beide Anstäften hsch»n HbG Schülerzahl ihre EMenzöereDigiMg erwWst; die bayerische Anstalt allein zähst schon jeM Mk das Schuljahr 1929-30 weit.über 100 HMler. so daß von einer Zwerganstaft keine istede Hin kann. Eine einzige Anstalt wird aus rein geographischen Gesichtspunkten nicht die gkeiche Anzahl von Absolventen erstellen könnem Däbes, ist besonders zu erwägen, daß die relativ hohe Absolventenziffer der letzten Jahre bei weitem nicht ausreicht, den in Deutschland herrschenden Lehrerbedarf auszugleichen. In .Payern Mein sintrotz wirtschaftlicher Fundierung durch den Lünöesverbänd mindestens ein Dutzend Stellen Unbesetzt. Aehnliche Klagen kommen aus HWn, Schlesien, Ostpreußen.! In geistig-kultureller Beziehung hat sich Dezentralisation immer als. kuLturfördernd erwiesen. Die Frage der jüdischen Lehrerbildung geht weit über den Rahmen einer Fachfrage hinäus, sie berührt vielmehr die gesamte. Einstellung der Juden Deutschlands zu den Fragen ihres Judentums. Seit dem Kriege ist eine Reihe von jüdischen Volksschulen in Großstädten neugegründet worden, ein Zeichen für die wachsende Intensivierung des jüdischen Lebens in Deutschland. Diese Bewegung ist noch lange nicht zum Abschluß gekommen und bedingt einen neuen Mehrbedarf an jüdischen Lehrkräften. Intensivierung des jüdischen Lebens und Intensivierung der jüdischen Lehrerbildung werden stets parallel laufen. (Wir stellen diese Ausführungen zur Diskussion. Red.) die. Gemeinden und Gemeindeverbände? Sie sondern daß sowohl 28 Prozent der Schüler der werden auch für diesen akademischen Lehrer und bayerischen Lehrerbildungsstätte in Würzburg Kantor aufnahmefähig sein. Nur müßte eine raaus Preußen stammen und ein noch viel höherer tionelle Verteilung der jüdischen Beamten auf Prozentsatz ausgebildeter Lehrer der bayerischen dem Lande stattfinden. Drei oder mehrere Land- Anstalten von Preußen absorbiert wird. Die gemeinden innerhalb eines Bezirkes, also eine § Ursache für diesen Zustand bilden die oben er- Zahl, die tragfähig ist für mindestens zwei Bewähnten besonderen Ausbildungsverhältnisse,! amtenstellen, müssen sich vereinigen, um für ihre Bayerns. Mithin wird der Preußische Landesgemeinsamen Bedürfnisse 1. einen Lehrer, der j verband und mit ihm alle anderen jüdischen Lanzugleich Kantor ist, und 2. einen Schochet, der desverbände Deutschlands nach wie vor an der Wochenrundschau. Lehrreiche Krise«. Die am 3. Februar in Berlin zusammentre» tende Vertretertagung des „Preußischen Landes Verbundes" wird die uns religiös am nächsten stehende Richtung innerhalb der neutralen Körperschaften, die Konservativen, in besonders schwieriger Lage sehen. Die zionistische Volkspartei schickt sich an, aus dieser Tagung, die di» endgültige Stellung des größten Landesverban- Volk und Volkscharakter. Wochenbelrachtung zu iijv> von Rabb. Dr. ZS. Goyen. Nach: v-s rwr 's ,tix iw VV3 '31V Zur Beantwortung der zwei weltbewegenden Fragen, weshalb in den zehn Worten Gott riebt -als Schöpfer. sondern als Erlöser aus Aegypten sich vffentart und weshalb unser Ex l so viele Jahrhunderte überdauert, lenken die Weiftn unseren Einn aus den alten Gedanken, daß alle Wesen aus Form und Materie bestehen. Auch Menschen und Bö lur haben lebende Materie und Eigenart, auch Volksseelen Dasein und Georäge-C arakter. Israels Charakter ist nur oe^ des Got esoolks. nur der der Gesetzesgemeinichast. Er ist das abrr erst seit dem Auszüge aus Mizrajim. Vorher glichen wir als Volk allen anderen Stämmen rer No clliden. Erst zur Zeit der Auserwäblung aewannen wir die neue miX' den neuen Charakter. Auch aus dem Saatkorn kann erst dann eine Pflanze keimen, winn fein innerer Kern sich bis zur Unkenntlichkeit verändert bat. Auch aus dem Et kann erst dann ein lebender Dooel entstehen. wennseine erste physikalische Zusammensetzung sich aust elöst hat, ja geradezu verdorben ist. * oll vicht nach d m völligen Verderb der ersten Form solch ein Wesen völlig zugrunde arhen. so mutz im gleichen Augenblick dieses Verderbs die zweite sich «ttfalUn — So auch Israel. Als wir den Aegyplern Sklavendienste bei Lehm und Ziegeln leisten mutzten, versanken wir so lies in den datz unser ursp ünglicher Do kscharakter völlig verloren ging. Zum gleichen Augenblick aber, in welchem unser vorstnaitischer Charakter völlig entschwinden wollte, in der Mitte der stacht, an der Schwelle zwischen altem Sein und Nichtsein, die zugleich die zwiswrn Nichtsein ur d neuem Sein war, desolate Israel das erste d?r Gotesmbote, bewährte es sich schon in seinem n uen Charakter und wuchs in die ihm bestimmte Gottesebenbiidlichkeit hinein. Darum auch hatte Vater Abrabüm im Augenblicke der Auserwählunq aefragt: »Woran soll ich es erkennen? Ihm erscheint es unmöglich, datz an Israel in f iner ersten Gestalt als verfinaitilcher St. mm sich der neue Charakter der Got esgefolgschast verwirklichen könne Zur Antwort darauf wird ihm die Verkündigung der grotzen Knechtschaft, die mit V131 »grotzem Gewinn' endigt. Unter solchem ist ober das Annehmen des neuen,, des gö'tiichen Bi'des der Seele zu verstehen. Und gerade als Mose über dos Witzlingen fe'ner ersten Sendnna un die Verschärfung der Knscht«ct aft vor Gott Klage führte, erhielt er die Antwort .Inin nvv: Jetzt in dtesem Augenblick sollst du iebn. was ich an Miz'aj'm tue'; — d. h.: die<er I'tzie Avglnblich des Derhornns Israels im Mizroj n-Ctarabler ist zugleich der erste ihrer völligen Losreitzung von diesem. M Jetzt vrrstehen wir auch, westalb das Erste Gebot vom Anszr ge aus Asxypten ur d nicht vrn der Welt'chkpsung spricht. Es wtll brsog'N: ^Jch. spricht Gatt, bin Dein Gott dadurch g«w0'den, d« tz ch dich ncch A«-pyp«en grsöhrt, dor< ron deiner Durchschi itlsl the als Volk -wilS rn Völkern k« te hernbstnllen nv'lXv iix »bin und dich wieder nach schwerer Eatäußernng d^lnss Selbst hsbF-hsraufgezogen aus jenen Diesen jfo m “T^K '31X1. und ist es nur das das den Auszug nötig geinachk und bewerkstell gt ->at, die Bestimmung Israels zu feinem neuen Ich. Ganz ebenso ist die ganze Dauer des Golus eine Vorbereitung der n^ixi Was wir in ihm von d.r uns eigenen ersten Gestalt verlieren, nehmen wir an Eignung für unsere dereinstiie Gestalt zu. Da wir nämlich in Mizrajim nach d'r Thora ermangelten, so kannten wir dort trotz d r schweren Knechtschaft n cht völlig von dem uns angeborenen zum uns bestimmten Volkscharakter hinüoerwechseln. Wtr sind z r-° meist noch heute »Israel, wie es ist". ,nickt Israel, wie es sein soll" Den gegebenen, uns als noachidischem Stamm anhaftenden Dyv verlieren wir in diesem Exile nrehr und mehr. Wird doch beute schon von manchen For'cke'n uns jedwede uns gemeinsame Dolkseigenschaft kennzeichnender Art ganr abgesprochen. Ob das gegenwäriig sckon richtig ist» m g außer Betracht bleiben, genug, dotz zum mindesten der Anschein dafür sp ickt. Aber mit alledem verlieren wir in diesem Wandel der mix n cht» von unserem eigensten inneren Wesen. D'r wkchsein nur. wechseln allerdings um so gründlicker die unwesentlicken EigkNschosten. die im Lause der Geschickte sich uns ausgeprägt baden zugunsten jener ander-n unsterblichen und gottgefälligen Tutenden, w Icke überall und immer aus der Thor» quellen. Dainm mutz ein Zeitalter odgewoitet wer-, den, in welchem w^r entweder 3"n i^3 ausnahmslos von auen menschlichen Vorzüg«n vellassen von Gott dastehen oder, ein solches, auf deüen Geficht der Stnadl allgemeinster Gottergebenhrit leuchtet i^»> Vielleicht ist das Eine garnicht fo entFernt vom Anderen, ja vielleicht find die beiden miteinander iden-