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Der Israelit · 1929-01-17 · Heft 3 (17.1.1929) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 3 (17.1.1929)
Date
1929-01-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 2. Nr. 3 Der 3 s r c € ü i 17. Januar 1920 (chaftsschule wird vorgeführt, -die große Mazzefabrik in Haifa zeigt uns ihren hochmodernen Betrieb. Don großer Schönheit find die Landschaftsaufnahmen des zweiten Teils, der eine Reife vom Toten Meer aufwärts zu den Jordanquellen darstellt. Am eindruckvollsten jedoch erschienen uns die zahlreichen Aufnahmen von Kindern: diese Kinder von Erez Israel! Schwarze und blonde Kinder, orientalische und europäische, kleine und große Kinder, im Säuglingsheim, im Kindergarten, beim Spiel und bei der Arbeit: die neue Generation, ausgewachsen im Lande, bodenständig geworden durchs innige Berührung mit der Natur. Man hätte gerne noch mehr gesehen von Palästinas Jugend: was sie lernt, wie sie lernt und — ob sie lernt, auf dem Boden des heiligen Landes, dem Boden des Thoragesetzes ein Leben zu fuhren, durch das dies wunderbare Land in Wahrheit ein jüdisches Land, fein Volk ein jüdisches Volk werden könnte. Nicht ohne Wehmut trennt man sich von den Kindern Palästinas: wer sie haben könnte, hätte die Zukunft — mögen die Männer, die die K'nessioh Gedauloh vorbereiten, daran denken! ... M. N. Ausstellung des „Ort". In den Räumen des Kaufhaus Hansa hat der Verband „Ort" (Gesellschsat zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden) eine sehenswerte Schau ausgestellt, deren Besuch jedem jüdisch Interessierten dringend angeraten werden kann. Die Ausstellung „In der Werkstatt und auf der Scholle" zeigt Schülerarbeiten aus den Fachschulen des „Ort" und Erzeugnisse der landwirtschaftlichen Kolonien. Die Schau wurde in Berlin und Köln gezeigt und wird von Frankfurt aus nach Amerika wundern. Man sieht Statistiken, Photos und Diagramme aus der Tätigkeit des „Ort", ferner vor allem Arbeiten aus den hervorragenden Fachschulen in den östlichen Ländern: Arbeiten der mechanischen Schlossereien, elektrotechnische Artikel, künstlerische Möbel, schöne Handarbeiten (Stiaereien, Teppiche, Webstoffe.) Die Qualität der Arbeiten ist ausgezeichnet worden. Interessant sind auch die ausgestellten Lehrmittel, darunter Lehrbücher in jiddischer Sprache. Von besonderem Interesse sind die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus den Kolonien des „Ort", vor allem aus Rußland, wo bekanntlich von der Regierung weite Landstrecken den jüdischen Landwirten zur Verfügung gestellt wurden. Man sieht Bilder aus jüdischen Dörfern, wo Juden, mit Traktoren und anderen modernen Maschinen ausgerüstet, den Acker bestellen. Man sieht Fruchtproben, Molkereiprodukte und Obst, alles von besonderer Qualität. Eindrucksvoll ist vor allem ein Werbeplakat des Malers Rybak, das eindringlich den Vorzug der Landarbeit vor dem Händlertum der Kleinstadt wies ergibt. Die Wanderausstellung, (die vom 14. bis 21. Januar von 9 Uhr vorm, bis 7 Uhr nachm, im Kaufhaus Hansa zu besichtigen ist) wurde am Montag vor einem Kreise geladener Gäste mit einer Ansprache des Herrn Hermann Wronker eröffnet. Ferner entwarf der Generalsekretär der Abteilung Deutschland des „Ort", Herr Dr. Traub - Berlin ein anschauliches Bild von der Arbeit des Verbandes, der vor allem auf den Gebieten der sachlichen Ausbildung und der landwirtschaftlichen Kolonisation große Erfolge zu verzeichnen hat. Während die Arbeit selbst in Osteuropa ihren Schwerpunkt har, geschieht die Förderung des Werkes vor allem in den westlichen Ländern. Insbesondere soll die nunmehr zusmamengestellte Ausstellung Kunde davon geben, wie durch produktive Arbeit ein großes soziales Werk geschaffen wurde. Der Herr Regierungspräsident in Wiesbaden, der seine persönliche Verhinderung sehr bedauerte, seinen späteren Besuch jedoch in Aussicht stellte, hatte einen Vertreter entsandt. der in besonders herzlicher Weise die Ausstellung begrüßte als Mittel, dem Vorurteil zu begegnen, als könnten die Juden nicht Handarbeit und landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Im Auftrag des Regierungspräsidenten nannte der Redner die Ausstellung eine nationale Tat, berufen im besten Sinne zur Befriedung des deutschen Volkes beizutragen. Auch der Magistrat hatte einen Redner entsandt, der besonders vom Standpunkt der sozialen Fürsorge aus dem Werk besten Erfolg wünschte. Frankfurter Vereinskalender. verein Mekor thajlm. Freitag abend nach Schul, im Hkbfaale Friedberger Anlage, Herr Dr. Robrrt Rothschild. Samstag morgen, nach Lckul, im Hörsaale Fried berger Anlage, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag s/4 Stunden vor Mincho im Vereins' lokale, Newiim, Herr Dr. W. 5>osmann. Sonntag morgens nach Schul, im Hörsaale Friedberg. Anlage (eb.nto Mittwoch), ö*7K "n Herr Redakt. S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Uhr. Vereinslokal (ebenso llg Stunde nach Sabbatausgang), Gemoro. ^err Joachim Soffer. — 974 Uhr Dormittog (ebenso Dienstag nachmittag 67* Uhr). Gemmo, Herr R.-A. G Polen. — Abends 472 Uhr Sijum in der Frankfurt Loge. Montag nach Schul, im Hörsaale Friedberger An« läge (ebenso Donnerstag), Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Miitwoch) im Vecetnslokale, Gemmo, s^erc Rabbiner Dr. Jos Breuer. — 81/* Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. P ien. Dienstag morgen nach Schul, im Hörfaale Friedberger Anlage (ebenso Freitag). Mischna, Herr Dr. E Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 8b/« Uhr im Vereinslokale, Schaslernen des Herrn Herz Holpern. Jahrz eitsstistungen. Donnerstag. 1). Januar. Julius M. Bier-Stistg Samstag, 19. Januar. Wally Prager- und Benjamin Kall nann-Sttftung. Dienstag. 22. Jan. Anna Eschwege geb. Schlessinger- Stiftung. Donnrrstag. 24. Jan. Elise Hetz geb. Schlotz- und Berta Löwenstein-Dtistung. Aguda, Ilrroel-Ivßendyruppe. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso M ttwöch 9 Uhr abend) C^umlsch. Herr Leopold Oopenheimer. Montag. 9 Uhr abends (ebenso Mi twoch) Mischna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends (ebenso mi? nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf — 9 Uhr abends (ebenso Donnersmg) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag. 3/49 Uhr abends (ebenso mp 3/45 Ub Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/,9 Uhr (ebenfo nnw 3 Uhr nachmittag) G»moro Herr Dr. W Hosmann. — */49 Uhr abends (ebenso nnw s/.i0 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Jf. Posen. Mittwoch, 3/49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag. 9 Uhr abends, Chumisch. Herr R-A. Js. Rosenheim. Freilag, abends nach Schul, Muffar. Herr B. Rachelsohn. — 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft, nav, 3/*u Uhr vormittags, Gemoro. Herr Ltppmann Kurzweil. — 3/4il Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn. — »/412 Uhr vormittags, Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Tarsts. — 4 Uhr nachmittag, Sidro. Herr- R. A. M. Katz. Jeden Tag von 9-11 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Don 12— l Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Holpern. Agudar Jisroel-Mädchengroppe. Montag, 1/z9 Uhr abends. Miichle. Herr Lehrer S. Unna. Dienstag, 9 Uhr abends, Tenach. Herr Dr. Weger. Mittwoch, 7*9 Uhr abends, Dinim. Herr Lehrer Hirschberg. naff nach Schul. Schmuel. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr pachmittags, Chummisch.und Raschi. Herr Lehrer Hirschberg. Freitag. 8l/2 Uhr abends, Gesellige Zusammenkunft. Liwjattz Lhen-Verein. Samstag nachm. 4% Uhr im Hörfaale Friedbergeran'age, Dortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz (Ihre Rüstung). Gäste willkommen. Veshamidrasch, Ostendstratze 10. Rabbiner M. Karpel.- Sonntag von 7—8 Uhr abends thpip naip nax Montag Dienstag und Donnerstag von 729-7210 Uhr «ramp 'laa. D*>Vnn man« Schwanenstroße. Schächris täglich 7.10 Vormittags 11*312 2'lv» täglich 7.30 Abends Synagoge Rechneigrabenstraße 12. Sonntag, nachmi tags 572 Uhr, Dortrag des Schriftstellers Hirsch Morath aus Charkow über das Thema: „Das Leben der Juden in Rußland." Jüdischer Turnerbund. Herren: Donnerstag. 872—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Alte Herren: Mittwoch 83/4-10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Jugend: Donnerstag, 872-10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Anna schule. Damen: Donnerstag, 872—10 Uhr. Gymnastik und Turnen. Ltebsrauenschule. Frauen: Miitwoch. 73/4—9 Uhr. Gymnastikkurs, S. R. Hirsch-Schule- Knaben: Dienstag, b—77b Uhr, Gymnastik und Turnen, Annafchule). Mädchen: Mittwoch, 47-—7 Uhr Gymnastik und Turnen Abtlg. I (bis 10 Jahre). 472-57, Uhr Abtlg. II (über 10 Jahre). 572-7 Uhr. Annafchule. Kleinkinderkurs: Dienstag mb Donnerstag Vormitt. von 72tl—r/stA Uhr, Weberstraße 38 Sonntags: 8-10 Uhr. Schwtmmkurs für Herren im Städtischen Schwimmbad. (Leitung Turnbruder Jacob Ganz). 10—127» Uhr Dorturnerkurs. Alle 1t Tage Wanderungen. Gebetzeiten. und ihren Kindern schon im voraus Gedanken des Trostes ins Herz geredet. Unwillkürlich lenkt diese seltene Art unfern Sinn auf das Prophetenwort, (Jesajas 66. 13), in welchem Gott seinem Volke verheißt, daß es durch Ihn getröstet werde, wie ein Mann, „den seine Mutter tröstet." Hier erscheint Gott der Trost einer Mutter so bedeutungsvolldaß er ihn mit seiner eigenen Trostspendegleichstellt. Und wie vollständig paßt in unserem Falle der Vergleich — Gott tröstet hier, bevor das Unglück, welchem dre Trost gewidmet ist, eignetreten. So hat auch die n-münnpTt ifjre Kinder zu ihren Lebzeiten für die Zeit getröstet, in welcher sie nicht mehr in ihrer Mitte weilen werde. Die Heimgegangene genießt jetzt im 1"• den reichen Lohn ihrer unentwegten Gott zugewandten Lebenstaten. Ihr Lebensbildbildet ein Seitenstück zu einem wichtigen Augenblicke im Leben unseres Lehrers Moscheh. Denn, im vierten Buch Moses 11, 15 berichtet die Ueberlieferung (siehe Raschi) „Moschehs Kraft schwächte sich zu derjenigen eines Weibes ab". D .h. Moscheh sah sich aus einmal der Aufgabe gegenüber, einer Mutter gleich für die Ernährung des Volkes zu sorgen. In ähnlichem Sinne wurde der Heimgegangenen großen Frau die Ausgabe zuteil, sich mit Manneskraft zu gürten, um neben ihrem Mutterberuse die Bürde der Vaterpflichten zu tragen, und es gereicht ihr zum unvergänglichen Verdienste, daß sie die zwiefache Ausgabe in heldenhafter Weise gelöst. Ihr Werk lebt fort, ihr Trofteswort wird sich erfüllen; denn es war die Blüte ihres mit Gott verbundenen Lebens. Es war ein Wort im Werte des mütterlichen Trostes, welchem die erwähnte Prophetenstelle göttliche Weihe verleiht. Gott selber tröstet, wo solch eine Mutter getröstet. p-ns -ot. Berlin, 1. Januar. Am 13. Tewes verschied nach kurzem schweren Leiden Moritz H i r s ch im 81. Lebensjahre, 1 nachdem er vor Jahresfrist das Fest der goldenen Hoch-!zeit gefeiert hatte. Geboren in Schönlanke als Sohn des Rabbinatsassesior Isaak Hirsch, genannt Reb Herzel, und .Enkel eines Rausch Jefchiwoh in Schnadewe, war der Verewigte ein v'vv x*v> dem die Erfüllung religiöser Gejbote tiefste Herzenssache war. Stets war er beglückt, wenn ihm zur Erfüllung einer rm-» Gelegenheit geboten wurde. So war er mehrere Jahrzehnte Vorsteher des «m»n wo in der Heidereutergasse und eine Seltenheit war es, wenn Moritz Hirsch an einem Goftesdienst dort nicht I teilnahm. Trotz seines hohen Alters hatte er noch das! Ehrenamt eines rwpn freudig ausgeübt. Rächst vielen; Vereinen^ wie -vvn und anderen, denen er Zeit und .Arbeitskraft ausgiebig widmete, hatte er ganz besonders ,eine heute in Deutschland kaum noch anzutreffende Jnjstitution. nämlich die Ehewro ->p^ gefördert und für deren Weiterbestehen bestens gesorgt. Er war Mitbegründer der Vmizr> my p"n und so oft diese rm»3 an ihn herantrat, war er einer der ersten. Galt es, mion auszuüben — Moritz Hirsch überwand freudigst alle Schwierigkeiten, und so hatte er auch in der besonders schweren Zeit des Krieges, unterstützt von seiner gleichgesinnten Gattin &"xnv wie auch später viel Not gelindert, und manche Tränen trocknen helfen. Unter großer Beteiligung erfolgte am 15. Tewes seine Beisetzung auf dem Friedhose der Adas Jisroel-Gemeinde in Berlin. Obwohl der Verblichene in seiner Bescheidenheit sich jeden Nachruf verbeten haste, konnte Herr Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer als alter Freund es sich nicht versagen, ihm Worte des Dankes und Anerkennung zu widmen. Im Trauerhause schilderte Herr Rabbiner Dr. Esra Munk bei überfüllten Räumen den j Werdegang des Verblichenen, feine Tätigkeit und dessen I Erfolge, wodurch sich Moritz Hirsch ein dauerndes Denkmal gesetzt hat. Möge den Hinterbliebenen seinen i schützenden Beistand nicht versagen. n"=s:.-v K3 rilff Freitag abend 4.35 Samstag rmbwn 7.— Samstagsmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und. 4. — Samstagabend 5.50 lvochengottesdienst: Morgens 6.55 Nachmittags 4.30 Tefillin-Legen am Morgen 6.55 SENKJAto Bevorzugt von der anspruchsvollen Hausfrau Außergewöhnliche Vorzüge, trotzdem niedriger Preis. E. HAGE 8 Co. Om Eschenheimertor 3 (Stadtgarten) - .: •.—.-

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